Wirtschaft in SH wächst moderat weiter – Bremsspuren durch Rußland-Embargo

SH-Wirtschaft im ersten Halbjahr weiter auf Wachstumskurs – Meyer: Leichte Dellen durch Rußland-Embargo

Die Firma Rudi Jahnke Süsswaren
Ernährungswirtschaft: Die Firma Rudi Jahnke Suesswaren. Hier wird  Rohmasse zur Herstellung von Toffee-Bonbons verarbeitet.

Die schleswig-holsteinische Wirtschaft hat ihr Wachstum fortgesetzt, aber nicht so stark wie in Deutschland insgesamt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres nominal (in jeweiligen Preisen) um 3,6 Prozent, wie das Statistikamt Nord heute berichtet. Nach Bereinigung der Preisveränderungen betrug die reale Zunahme 2,0 Prozent. Damit lagen die Werte unter dem Bundesdurchschnitt, der nominal 3,9 Prozent erreichte und real 2,3 Prozent.

Leicht rückläufig war die Wirtschaftsleistung in der Industrie und im Baugewerbe. Handel und Dienstleistungen legten ebenso zu wie der Groß- und Einzelhandel sowie das Gastgewerbe

Meyer_FSGMeyer sagte dazu unter anderem

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Beim Ranking der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein im Mittelfeld, es teilt sich den 9. Platz mit Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen, vor Hamburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland.

Eine wichtige Rolle beim Ergebnis im Bereich der Industrie und der Ernährungswirtschaft spielt laut Meyer vor allem das Handelsembargo gegenüber Russland, aber auch die  sinkende Nachfrage aus China und der niedrige Milchpreis. Auch im Bereich Maschinenbau seien Betriebe vom Russlandembargo negativ betroffen.

Der Lokomotivenhersteller Vossloh Locomotives GmbH

Die Herstellung chemischer Erzeugnisse  sei im ersten Halbjahr rückläufig gewesen, pharmazeutische Produkte dagegen konnten wieder zulegen. Der so genannnte sonstige Fahrzeugbau wie Schiffbau oder Eisenbahn zeigt sich mit einem Zuwachs der Bruttowertschöpfung um 11 Prozent stark. Meyer: „Optimistisch stimmt, mich dass die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe im Berichtszeitraum um 1,4 Prozent gestiegen ist.“

Meyer erinnerte daran, dass  die Halbjahreswerte im Verarbeitenden Gewerbe auf den Meldungen der Unternehmen ab 50 Beschäftigen beruhen und kleinere Unternehmen erst über ihre Jahresmeldung genau erfasst und berücksichtigt werden. „Das ist insofern bedeutsam, weil kleine Unternehmen in Schleswig-Holstein ein besonderes Gewicht haben und teilweise Weltmarktführer in ihrer Nische sind. Außerdem ist die Vergleichbarkeit zum Vorjahreswert dadurch eingeschränkt, dass im Berichtszeitraum einzelne Betriebe unter die Berichtsschwelle gefallen sind“, so Meyer.

In der schleswig-holsteinischen Bauwirtschaft ist ein Rückgang der realen Bruttowertschöpfung (BWS) um 1,2 Prozent zu verzeichnen, wobei sich das Bauhauptgewerbe gut entwickelt, das Ausbaugewerbe aber den Gesamtwert drückt. „Allerdings ist die nominale Wertschöpfung um 4,8 Prozent gestiegen, es hat also einen starken Preiseffekt gegeben“, sagt Meyer. Dieser deute darauf hin, dass die Kapazitäten im Baugewerbe weiterhin weitgehend ausgelastet sind. Auch für diesen Wirtschaftsbereich sei zu berücksichtigen, dass kleine Betriebe unterjährig nicht einzeln erfasst werden, sondern erst über ihre Jahresmeldung.

Die Entwicklung im Dienstleistungsbereich trägt mit einem Anstieg der Wertschöpfung um 2,7 Prozent real positiv zur Gesamtentwicklung bei; sie übertrifft deutlich den gesamtdeutschen Wert in diesem Wirtschaftsbereich (2,1 Prozent). Stark entwickelt sich die Wertschöpfung im Gastgewerbe mit 5,1 Prozent real und satten 8,3 Prozent nominal.

Ein Mann geht mit Tüten schwer bepackt durch eine Fußgängerzone

Auch der Groß- und Einzelhandel entwickelt sich mit einem Zuwachs der BWS von 4,6 Prozent sehr gut. Die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen in Schleswig-Holstein erholen sich nach dem letztjährigen Rückgang mit einem Wachstum um 3,4 Prozent real, sind allerdings von einem negativen Preiseffekt betroffen, der die nominale Bruttowertschöpfung um 0,1 Prozent schrumpfen lässt.

Im Bereich öffentliche Verwaltung und Erziehung und Unterricht steigt die BWS etwas stärker als im Bund, in den übrigen Dienstleistungsbereichen spiegelt die positive Entwicklung den Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

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