Land steuert in 2017 mit zwölf Modellprojekten gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Minister Meyer und RD-Chefin Haupt-Koopmann zuversichtlich für Arbeitsmarkt-Entwicklung 2017

pk
Haupt-Koopmann und Meyer während des Pressegesprächs

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein geht nach Einschätzung von Arbeitsagentur und Arbeitsministerium in robuster Verfassung in das neue Jahr. Wie Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann heute in Kiel sagte, lag die Zahl der Arbeitslosen im zu Ende gehenden Jahr mit 95 700 zum zweiten Mal seit 1993 im Durchschnitt unter 100 000. Für 2017 erwarte sie ein weiteres Beschäftigungswachstum um fast zwei Prozent.

Die Arbeitslosigkeit werde voraussichtlich annähernd konstant bleiben. Dies sei eine positive Aussage, weil mehr Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen würden, sagte Haupt-Koopmann. 2016 war die Zahl der arbeitslosen Ausländer um gut 17 Prozent auf durchschnittlich 15 600 gestiegen.

Reinhard_Meyer

Meyer sagte im Gespräch mit Andreas Otto (RSH)

(Audiopfeil klicken)

Deutlich im Plus war in den letzten zwölf Monaten die Beschäftigung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen erhöhte sich nach den aktuellsten Zahlen vom September um 2,1 Prozent auf 954 300. «Das ist ein Rekordwert für Schleswig-Holstein», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. Das Gesundheits- und Sozialwesen, unternehmensnahe Dienstleistungen, Handel und Baugewerbe verbuchten vierstellige Zuwächse.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging um 3,3 Prozent auf 35 100 zurück. «Schwerbehinderte haben es nach wie vor schwer am Arbeitsmarkt», sagte Haupt-Koopmann. Aber hier gab es einen Rückgang um 2,8 Prozent. Schwerpunkt bleibe auch 2017 die Qualifizierung, sagte die Agenturchefin. «Weiterbildung kennt keine Altersgrenze.» Auch 60-Jährige könnten Qualifizierungschancen bekommen. Besonders großes Fachkräftepotenzial schlummere unter den Arbeitslosen in der Gruppe der 25- bis 35-Jährigen.

Trotz vieler positiver Zahlen sei nicht alles Gold, sagte Minister Meyer. So sei die Unterbeschäftigungsquote sogar gestiegen, auf mehr als acht Prozent. Zu gering sei auch die Weiterbildungsquote in den Unternehmen. Gegen die Langzeitarbeitslosigkeit würden im neuen Jahr zwölf neue Modellprojekte aufgelegt, mit einem Fördervolumen von durchschnittlich 2,5 Millionen Euro im Jahr.

Auch bei Flüchtlingen stünden Qualifizierung und Weiterbildung ganz oben, sagte Meyer. «Warum sollten nicht auch Flüchtlinge über 30 eine Ausbildung machen?», fragte er. Die Bereitschaft dazu sei hoch, auch wenn viele erst einmal Geld verdienen wollten, sagte Haupt-Koopmann. So hätten seit Jahresbeginn allein 8000 Flüchtlinge Integrationskurse begonnen, um Deutsch zu lernen. Darüber hinaus seien berufliche Qualifizierungen wichtig, da 70 Prozent keinen anerkannten Abschluss nach deutschem Standard hätten.

Meyers Wortbeitrag während des Pressegesprächs als Live-Mitschnitt:  hier klicken

 

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