Ab morgen steht Kiel für zwei Tage im Fokus der Gesundheitswirtschaft

Vorhang auf für den 8. Kongress „vernetzte Gesundheit“ ab morgen in Kiel – Telematik als ein Schwerpunkt

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Pressegespräch vor dem Kongress-Start (von rechts): Prof. Jens Scholz (UK.SH), Minister Meyer, Michael Franz (CompuCroup), Dr. Monika Schliffke (Kassenärzte)

„Potenziale heben – Innovationen leben: Unternehmung Gesundheit“. Unter diesem Motto steht der Kongress „Vernetzte Gesundheit“, der bereits zum achten Mal in Kiel stattfindet. Am 17. und 18. Januar treffen sich wieder mehr als 400 Experten aus der Gesundheitsbranche in der Landeshauptstadt. Eröffnet wird der Kongress am 17. Januar um 17.30 Uhr in der Halle 400 durch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der ab 16 Uhr bereits vor Ort ist und die Aussteller besucht.

Reinhard_MeyerMeyer sagte im Gespräch mit Uwe Nieber (NDR) und Andreas Otto (RSH)

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„Unbestreitbar hat die Gesundheitsbranche im „echten Norden“ viel Potenzial, gerade in wirtschaftlicher Hinsicht“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei der Vorstellung der Schwerpunkte des Kongresses. Rund jeder siebte Euro in Schleswig-Holstein werde im Bereich der Gesundheit erwirtschaftet, rund 222.000 Beschäftige gebe es. Zudem entstehe je Euro Wertschöpfung im Life Science Cluster ein weiterer Euro an Wertschöpfung in anderen Branchen. „Wer angesichts dieser Daten Gesundheit nur als Kostenfaktor sieht, hat die Bedeutung der Branche nicht verstanden. Gesundheit ist ein Wachstums- und Beschäftigungsmotor“, sagte Meyer.

Diakonissenkrankenhaus FlensburgDie Gesundheitsbranche habe, so Meyer weiter, das „Zeug zum gesellschaftlichen Treiber“. Der demografische Wandel sei Innovationsimpuls und Herausforderung zugleich. Einerseits erfordere die Alterung der Gesellschaft neue Versorgungs- und Behandlungsmethoden und den Einsatz neuer Technologien. Andererseits seien schon jetzt erste Anzeichen einer Fachkräftelücke in der Gesundheitswirtschaft zu beobachten, zum Beispiel in der Pflege. „Wir wollen die Selbständigkeit älterer Menschen so lange wie möglich erhalten. Telemedizin und Telemonitoring können dazu einen großen Beitrag leisten“, sagte Meyer. Auch beim Fachkräftebedarf müssten neue Wege gegangen werden.

„Die Gesundheitswirtschaft ist besonders innovativ, neue medizinische Möglichkeiten sind aber meist mit hohen Kosten verbunden“, sagte Meyer. In diesem Spannungsfeld bewege sich die medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Häufig gebe es hohe Hürden und lange Zeiträume, bis Innovationen in der Gesundheitsversorgung ankämen. „Hier müssen wir besser werden“, appellierte Meyer an alle Akteure.

Ein gelungenes Beispiel für Innovation ist die Telematikplattform „med.netz.nord“, die auf dem Kongress vorgestellt wird. Sie ist eine gemeinsame Initiative des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), der Kassenärztlichen Vereinigung SH und der CompuGroup Medical Deutschland AG. Die Telematikplattform bietet elektronische Vernetzungsmöglichkeiten zwischen ambulanter und stationärer Versorgung und wird neben Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten auch Apotheken mit einschließen. Sie ermöglicht ein innovatives Überleitungsmanagement zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern.

Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, zum Nutzen der Telematikplattform: „Mit med.netz.nord stellen wir uns der Herausforderung einer effizienten Interaktion mit unseren Partnern in der Medizin. eArztbriefe übermitteln wir bereits jetzt. eMedikationsplan, eVor- und eNachsorgedaten schalten wir demnächst frei. Unsere Patienten profitieren von diesem informationstechnologischen Meilenstein durch schnellere Reaktionszeiten in der Diagnostik und Therapie“. Basis sei dabei eines der modernsten medizinischen Rechenzentren, das auf dem Campus Lübeck errichtet wurde.

uksh_scholzIm Gespräch mit Nieber und Otto sagte Scholz weiter

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Michael Franz vom Industriepartner CompuGroup Medical Deutschland GmbH (Bochum) hob hervor, dass der reibungslose Informationsfluss zwischen ambulantem und stationärem Sektor eine der wichtigsten Wege sei, um die Versorgung der Patienten effektiver und effizienter zu gestalten. „Dies bringt nicht nur erhebliche Erhöhung der Patientensicherheit, sondern ist auch die Basis für eine nachhaltige Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems. Durch die offene Plattform med.netz.nord profitieren Krankenhäuser, Arztpraxen und Patienten gleichermaßen.“ Die von CGM eingebrachten Technologien sowie die Integration von KV SafeMail ermöglichten einer bisher unerreichten Anzahl von Teilnehmern den zeitnahen und hochsicheren Informationsaustausch.

Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH), Dr. Monika Schliffke, wies auf die Vorreiterrolle der KVSH in der sicheren digitalen Kommunikation zwischen Ärzten und Kliniken hin. Mit dem SafeMail-Dienst wurden 2016 digital 65.000 Arztbriefe, 14.000 Klinikeinweisungen, 22.000 Entlassbriefe sowie 50.000 papierlose und digital signierte Laboraufträge übermittelt. „Mit der Beteiligung an med.netz.nord versprechen wir uns eine weitere sektorübergreifende Verzahnung, einen deutlichen Bürokratieabbau und eine Beschleunigung der Behandlungsprozesse im Sinne der Patientenversorgung.

Presseerklärung des UK.SH zum med.netz.nord: hier

Meyers Wortbeitrag beim Pressegespräch in voller Länge: hier

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