Vier U-Boote aus Norwegen: Norddeutschland ist im Rennen – Und Meyer begeistert

Norweger kaufen  vier U-Boote in Norddeutschland – Meyer: Gewaltiger Sprung für den Industriestandort SH

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Die Kieler Werft Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) soll insgesamt sechs U-Boote in Zusammenarbeit mit norwegischen Firmen bauen, vier davon für die norwegische Marine, zwei für die deutsche Marine. Das teilte Norwegens Regierung heute mit.  Mit dem Auftrag hat sich TKMS gegen die französische Staatswerft DCNS durchgesetzt.

Die Bestellung, die 2019 aufgegeben werden soll, sei Teil einer engeren Partnerschaft der deutschen und der norwegischen Marine, die künftig unter anderem bei Training, Übungen und Instandhaltung der U-Boote zusammenarbeiten wollen. «Es ist wichtig, dass wir einen strategischen Partner gefunden haben, mit dem wir eine umfassende und langfristige Zusammenarbeit aufbauen können», sagte die norwegische Verteidigungsministerin Ine Eriksen Søreide. Von 2025 an könnten die U-Boote im Einsatz sein. Über den Preis wurde nichts bekannt.

Nach den Worten von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ist das Votum der Norweger eine großartige Nachricht für den maritimen Wirtschaftsstandort Deutschland und den Industriestandort Schleswig-Holstein sowie zugleich eine großartige Gemeinschaftsleistung aller Akteure auf Bundes- wie auf Landesebene. „Über den in Kiel ansässigen Schiffbaukonzern Thyssen Krupp Marine Systems wird unser Land erheblich von diesem finanziell wie technologisch herausragenden Auftrag profitieren.

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Die Entscheidung der Norweger für Deutschland sei zudem auch ein großer Schritt für die deutsch-norwegische Zusammenarbeit und werde das ohnehin gute Verhältnis der beiden Länder über Jahrzehnte prägen. „Der Zuschlag bestätigt auch die übereinstimmenden politischen und sicherheitspolitischen Einschätzungen von Norwegen und Deutschland im Ostseeraum und an der Nordflanke der NATO“, so Meyer. Die Zusammenarbeit zwischen der norwegischen und der deutschen Marine bewähre sich seit Jahrzehnten, nicht zuletzt, weil Norwegen seine Flotte auch bisher  schon mit deutschen U-Booten ausstatte.

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Nach Angaben des deutschen Verteidigungsministeriums ziehe Deutschland damit seine bisherige Planung bei der Beschaffung neuer U-Boote deutlich vor, hieß es in einer Stellungnahme. Die norwegische Entscheidung werde darüber hinaus dazu beitragen, eine zukunftsweisende Schlüsseltechnologie für die nächsten Jahrzehnte in Deutschland zu sichern und in enger Kooperation auszubauen

220px-13-08-23-torsten-albig-07Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig wurde am Vormittag von der norwegischen Botschafterin über die Entscheidung informiert. «Schleswig-Holstein und Norwegen sind enge Partner und in vielfältiger Weise in den Bereichen Handel, Industrie, Energie und maritime Wirtschaft verbunden», erklärte der SPD-Politiker. Der Auftrag für TKMS sei ein weiterer Beleg für die vertrauensvolle Kooperation. Albig hatte sich laut Staatskanzlei bei Vertretern der norwegischen Regierung für TKMS eingesetzt, wie andere Politiker des Landes auch.

Die Zusammenarbeit beider Staaten wird sich nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Meyer auch deshalb intensivieren, weil die deutsche Marine zwei baugleiche U-Boote in derselben Baureihe bei tkMS bestellt habe, so dass die norwegische und deutsche Marine nahezu zeitgleich identische U-Boote aus einer Serie erhalten werden. Meyer: „Beide Teilstreitkräfte vertrauen damit gemeinsam auf die ausgewiesene Expertise der bedeutendsten U-Boot-Werft in Westeuropa. Thyssen-Krupp ist Weltmarktführer beim Bau konventioneller U-Boote mit einem außenluftunabhängigen Antrieb. Die Technologie hat sich bereits bei der deutschen und der italienischen Marine bewährt und ist insbesondere für die Einsatzzwecke in Nord- und Ostsee sowie dem Nordatlantik besonders geeignet.“

Blick von einem Schiff aus auf die German Naval Yards Holdings GmbHDer Werftstandort Kiel mit seinen 2.800 Beschäftigten wird nach den Worten des Ministers von diesem Auftrag nachhaltig profitieren. Die Wertschöpfung finde in Schleswig-Holstein statt, zahlreiche Zulieferer aus Schleswig-Holstein, auch aus dem gesamten Bundesgebiet werden von dem neuen Auftrag profitieren.

Der Auftrag habe zudem strategische Bedeutung, weil mit den neuen U-Booten NATO-Standards gesetzt würden. Der tkMS-Konzern habe im Rahmen seiner industriellen Kooperation mit norwegischen und deutschen Unternehmen die große Chance, weitere Aufträge in NATO-Staaten zu akquirieren.

„Wir danken Norwegen für das entgegengebrachte Vertrauen und freuen uns darüber, dass alle Aktivitäten, die in den vergangenen Monaten in intensiver Zusammenarbeit auf Bundes- und Landesebene zusammen mit der Industrie zu diesem höchst erfreulichen Ergebnis geführt haben“, sagte Meyer.

Was der U-Boot-Deal für TKMS bedeutet, analysiert die Westfälische Rundschau hier

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