Leitplanken für eine schlagkräftige Industrie: Bündnis setzt 29 Eckpfeiler Richtung Wachstum

2. Industriekongress: 29-Punkte- Fahrplan zu mehr Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung im echten Norden

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Volles Haus in der Halle 400 an der Kieler Hörn: Rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschulen und Vebänden folgten den Ergebnissen der Arbeitsgruppen

Mit 29 Handlungsempfehlungen für die Bereiche Energie, Maritime Wirtschaft, Digitalisierung, Fachkräfte und Marketing hat das vor knapp anderthalb Jahren geschlossene „Bündnis für Industrie.SH“ Eckpfeiler für die weitere Entwicklung des Industriestandortes Schleswig-Holstein gesetzt. Bei der Eröffnung des zweiten Industriepolitischen Kongresses der Landesregierung bezeichnete Ministerpräsident Torsten Albig die in mehrmonatiger Arbeit entstandenen Handlungsempfehlungen heute in Kiel als „großartige Gemeinschaftsleistung von Wirtschaft, Gewerkschaften, Hochschulen, Kammern, Verbänden und Politik“.
„Dieses bundesweit beispiellose Bündnis trägt mit seiner Arbeit zu einer aktiven Industriepolitik bei, die – trotz manchen Rückschlags – die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe weiter stärken wird“, so der Ministerpräsident. Gemeinsam müssten die Partner nun unter anderem dafür sorgen, auch die Potenziale der digitalen Revolution in Deutschland auszuschöpfen. Albig: „Auch das ist aktive Industriepolitik. Es geht darum, Industrie – die schon lange nichts mehr mit Lärm und rauchenden Schloten zu tun hat – im Land zu halten und auszubauen. In der Industrie trifft Tradition auf Moderne.“ Das produzierende Gewerbe trage aktuell mit elf Milliarden Euro Jahresumsatz gut 15 Prozent zur Wertschöpfung im echten Norden bei. „Es geht um 140.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und für die setzen wir uns ein“, so der Regierungschef.

Meyer_SprechMeyer sagte nach der Konferenz im Gespräch mit Journalisten

(Audiopfeil klicken)

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeichne sich das „Bündnis für Industrie.SH“ im Vergleich zu anderen Bundesländern unter anderem dadurch aus, dass die erneuerbaren Energien, insbesondere die Windenergie, einen großen Schwerpunkt bilden: „Wir wollen dabei kein Entwicklungsland sein, das nur sauberen Strom produziert und exportiert, sondern ihn veredeln und daraus Wachstum und Beschäftigung generieren“ Mit Blick auf die geplante Schließung der Senvion-Produktion in Husum sagte Meyer: „Es wird – vor allem durch den steigenden Wettbewerb – immer wieder schmerzhafte Anpassungen geben. Aber klar ist auch: Wir haben den Weg zur Energiewende gerade einmal zu einem Drittel zurückgelegt, die technologischen wie wirtschaftlichen Spielräume bis zur Umsetzung der Klimaschutzziele sind also bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.“

Gruppe
Bündnispartner: Michael Thomas Fröhlich vom UV-Nord, Meinhard Geiken (IG Metall Nord), Meyer und Ministerpräsident Albig

Das „Bündnis für Industrie.SH“ war Ende 2015 auf Grundlage des industriepolitischen Leitbilds des Landes geschmiedet worden. Anschließend hatten fünf Fachgruppen nach und nach die Empfehlungen an die Landespolitik erarbeitet. Zum Industriebündnis gehören neben dem Land der DGB Nord, der UV Nord, die IG Metall Küste, die IHK Schleswig-Holstein sowie die vier Industrieverbände Nordmetall, Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbauer (VDMA), Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) sowie der Bundesverband Windenergie in Schleswig-Holstein.

Als Beispiele für die Handlungsempfehlungen der Arbeitsgruppen nannte Meyer die Entwicklung und Produktion von Speicher- und so genannten Dekarbonisierungstechnologien, aber auch das Engagement für den Einsatz für verflüssigtes Gas (LNG) als ressourcenschonender Brenn- und Treibstoff. Er erinnerte an die aussichtsreichen Verhandlungen mit einem niederländischen Energiekonzern zur Errichtung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. Auch das mit Hamburg gemeinsam auf den Weg gebrachte Energiewendeprojekt NEW 4.0, an dem über 60 Unternehmen beteiligt seien, biete die große Chance, wissenschaftliche Erkenntnisse auf diesem Feld in konkrete Energiepolitik und Wertschöpfung umzusetzen.

Podium

Als ein weiteres herausragendes Arbeitsfeld für die kommenden Jahre bezeichnete Meyer die unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ zusammengefassten Handlungsempfehlungen: „Die Digitalisierung der Wirtschaft, die zu einer hochkomplexen Arbeitsteilung führen wird, ist einer der zentralen Treiber unserer wirtschaftlichen Entwicklung. Darum haben wir in unserer Landesentwicklungsstrategie festgelegt, dass wir vor allem unsere kleinen Unternehmen bei der Digitalisierung und den daraus resultierenden neuen Geschäfts- und Produktionsmodellen unterstützen.“ Ein Schlüsselprojekt sei das vom Bundeswirtschaftsministerium unterstützte „Mittelstand 4.0-Kompe­tenz­zentrum“. Das Bündnis werde dieses Kompetenzzentrum nicht nur für Betriebe öffnen, sondern auch für Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften, so Meyer.

Duo

UV-Nord-Chef Fröhlich und Meinhard Geiken von der IG-Metall zogen nach dem Kongress folgendes Fazit..

Geiken (Audiopfeil klicken)

Fröhlich (Audiopfeil klicken)

Mit Blick auf die Maritime Industrie, die mit 18.000 Beschäftigten in 140 Unternehmen vier Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet, sehen die Autoren der 29 Handlungsempfehlungen unter anderem Verbesserungsbedarf bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand, bei Schiffbaufinanzierungen, aber auch bei der Forschungskooperation zwischen Werften, Zulieferern und Hochschulen. Meyer kündigte an, eine Hand­lungsempfehlung zum Kieler Marinearsenal rasch anzugehen. Denn nach Einschätzung der Bündnis-Fachleute birgt eine Reaktivierung des Arsenals erhebliches Potenzial. Vorgeschlagen wird unter anderem die Einrichtung eines „Reaktions-Docks“, um Reedern spontan und kurzfristig Reparaturen ihrer Flotten anbieten zu können.

Abschlussbericht inklusive aller Handlungsempfehlungen: Abschlussbericht

Meyers Statement beim Abschluss-Pressegespräch in der Halle 400 hier als aufgezeichneter Live-Mitschnitt: zum Video


So berichtet der sh:z in seiner Sonnabendausgabe: 

Und bei der Aktuellen Stunde des Landtags zum Thema Industriepolitik sagte Meyer am 22 März:

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