Ministerinnen-Duo besiegelt deutsch-norwegischen Schulterschluss beim U-Boot-Bau

Damen-Programm mit industriepolitischen Folgen –  Ministerin bekräftigt Interesse an U-Booten aus SH

TKMS
Norwegens Verteidigungsministerin Ine Marie Eriksen Søreide bei ihrem tkms-Besuch mit Minister Buchholz (links) und den Vorstands-Managern Peter Feldhaus und Andreas Burmester

Die deutsche und die norwegische Marine wollen im Bereich U-Boote ihre strategische Partnerschaft ausbauen. Das bekräftigten heute Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Amtskollegin Ine Marie Eriksen Søreide bei einem Besuch in Schleswig-Holstein. Von der Leyen sagte: «Norwegen ist für uns der absolute Wunschpartner.» Und auch die norwegische Verteidigungsministerin, die am Nachmittag von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bei einem Besuch der Werft Thyssen Krupp Marine Systems (tkms) begleitet wurde,  lobte die Kooperation mit Deutschland als wichtigstem Partner im Marinebereich. «Angesichts der Tatsache, dass Deutschland und Norwegen den gleichen U-Boot-Typ ordern, ergeben sich enorme Möglichkeiten der vertieften Kooperation», sagte Søreide.

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Buchholz hat der deutsch-norwegische Schulterschluss vor allem für den Industriestandort Schleswig-Holstein enorme Bedeutung: Norwegen will vier U-Boote in Kiel bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere identische Boote. Die deutsche und die norwegische Marine wollen künftig unter anderem bei Training, Übungen und Instandhaltung der U-Boote kooperieren.

Buchholz sagte dazu nach dem Werftbesuch weiter:

Aktuell stehe eine Arbeitsgemeinschaft unter Beteiligung von tkMS und der Kieler Werft German Naval Yards zudem kurz davor, den Auftrag für den Bau von fünf neuen Korvetten der Klasse K 130 für die deutsche Marine zu erhalten. „Für die aktuell 2800 Mitarbeiter von tkms in Schleswig-Holstein – darunter allein rund 800 Ingenieure – eine überaus gute Nachricht“, so Buchholz. Thyssen-Krupp arbeite zudem mit über 20 Zulieferunternehmen aus Schleswig-Holstein zusammen, die 2016 durch tkMS rund 110 Millionen Euro an Auftragsvolumen abgearbeitet hätten.

BootDie vier anstehenden norwegischen U-Boote soll Thyssen-Krupp in Zusammenarbeit mit norwegischen Firmen produzieren. Die Verträge sollen 2019 unterzeichnet und die Boote zwischen 2025 und 2030 ausgeliefert werden. Medienberichten zufolge sollen die U-Boote – je nach Ausstattung – bis zu 560 Millionen Euro pro Stück kosten, was einem Auftragswert von insgesamt rund drei Milliarden Euro entspricht.

Wie Buchholz weiter sagte, gelte die Technologie der U-Boote von tkMS als weltweit führend, da keine anderen konventionellen U-Boote so lange abgetaucht und damit unbemerkt operieren können.

Für den Marinestützpunkt Eckernförde hatte von der Leyen am Vormittag eine Aufstockung der Dienstposten von derzeit mehr als 3000 um zusätzliche 400 Stellen angekündigt. In den nächsten fünf bis sieben Jahren werde die Bundeswehr 260 Millionen Euro investieren, insbesondere in die Hafenanlage und die modernisierungsbedürftigen Unterkünfte. «Dieser Standort hat Zukunft», erklärte die Ministerin.

Abbinder
tkms-Vorstandsmitglied Burmester erläutert der Ministerin Einzelheiten des U-Boot-Baus

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