Deutschlands erster geplanter LNG-Terminal rückt wieder ein Stück weiter an Brunsbüttel ran

Profiteur eines LNG-Terminals: ChemCoast-Park Brunsbüttel

Weiterer Meilenstein für das geplante Importterminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) am Standort Brunsbüttel. Die drei potenziellen Investoren haben heute ein Verfahren gestartet, um das Marktinteresse zu wecken und den Kundenbedarf zu entwickeln. Das teilte die German LNG Terminal GmbH heute in Hamburg mit. In den nächsten drei Monaten sollen mögliche Kunden angesprochen und erste Verträge vorbereitet werden. Die Investoren wollen im März 2019 eine endgültige Investitionsentscheidung treffen und bis dahin verbindliche Verträge mit Gashändlern abschließen, die das Terminal nutzen wollen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu der Entscheidung (Audio starten – „im Browser anhören“)

Das Importterminal mit einer Kapazität von 220 000 Kubikmetern soll LNG von Tankern aufnehmen, zum Beispiel aus Katar. Das flüssige, 160 Grad kalte Erdgas werde dann entweder wieder in den gasförmigen Zustand umgewandelt und in das allgemeine Gasnetz eingespeist, direkt als Treibstoff an Schiffe und schwere Lkw vermarktet oder mit Binnenschiffen, Kesselwagen und Tanklastern weitertransportiert und verteilt. Hinter dem Plan stehen die Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking. Sie wollen nicht selbst mit LNG handeln, sondern stellen den Lagerraum und Dienstleistungen für den Umschlag bereit. Der Kundenkreis wären große Gasunternehmen und Händler.

Sollte das Terminal gebaut werden, würde es Ende 2022 in Betrieb gehen. LNG gilt in der Schifffahrt als Treibstoff der Zukunft und könnte auch die gesamte Gasversorgung Deutschlands unabhängiger von Lieferungen aus Russland machen. Auch andere Standorte an der Nordseeküste bemühen sich um ein LNG-Importterminal, zum Beispiel Wilhelmshaven. Brunsbüttel gilt vor allem wegen seiner Nähe zum Hamburger Hafen, der ortsansässigen Industrie und der Lage am Nord-Ostsee-Kanal mit Exportmöglichkeit in die skandinavischen und baltischen Länder als attraktiver Standort für ein LNG-Terminal.

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