Kieler IfW hebt Wachstumsprognose an – und fürchtet eine Überhitzung der Konjunktur

Die deutsche Wirtschaft läuft auf Hochtouren und wird nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) durch die Politik der neuen Bundesregierung weiter angeheizt. Das IfW erhöhte heute seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr um 0,1 Punkte auf 2,3 Prozent und warnte vor einer Überhitzung der Konjunktur. Für das laufende Jahr ließen die Kieler Wirtschaftsforscher ihre Vorhersage von 2,5 Prozent Wachstum unverändert. «Die Frage ist derzeit weniger, wo sieht man Anzeichen einer Überhitzung in der Wirtschaft, sondern eher, wo sieht man noch keine», sagte der Leiter des Prognosezentrums des Instituts, Prof. Stefan Kooths.

Sowohl die Binnen- wie auch die Außenwirtschaft blieben treibende Kräfte des Wachstums, heißt es. Angesichts der sich weiter verbessernden Lage am Arbeitsmarkt und der geplanten Abgabensenkungen und zusätzlichen Leistungen werde der private Konsum im kommenden Jahr um beachtliche 2,2 Prozent wachsen, dem höchsten Wert seit 1999. Dazu tragen bei die geplante Absenkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung, die Mütterrente II, das Baukindergeld sowie diverse Investitions- und Förderprogramme.

Weitere Zuwächse der Wirtschaftsleistung würden immer mehr durch Kapazitätsengpässe begrenzt. Die Kapazitäten der Industrieunternehmen seien mehr als ausgelastet; sie nehmen mehr Aufträge an, als sie bewältigen können. Im Dienstleistungsbereich sei die Knappheit an Arbeitskräften der bedeutendste Hemmschuh. Auch andere Branchen litten an einem Mangel an geeignetem Personal. Das führe zu höheren Beschäftigtenzahlen und die Löhne und Gehälter steigen wie lange nicht mehr. Das IfW rechnet mit einem Zuwachs von 5,0 Prozent in diesem und 4,7 Prozent im nächsten Jahr. Ähnliche Steigerungen habe es zuletzt im Jahr 1992 gegeben.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigen die Stimmungsbarometer in der Wirtschaft in Schleswig-Holstein weiterhin deutlich aufwärts.  „Unabhängig von der Frage einer drohenden Überhitzung sind wir gut beraten, die die gute Konjunktur dafür zu nutzen, sich für die großen Herausforderungen der kommenden Jahre gut aufzustellen“, so der Minister mit Blick auf die Themenbereiche Energiewende, Digitalisierung und Fachkräftesicherung.

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