Hafen Kiel: Mit Landstrom zu einer besseren Ökobilanz und einer höheren Kundenakzeptanz

Die AIDA cara liegt im Kieler Hafen
Erkennungszeichen Kussmund: Ein Kreuzfahrtschiff der AIDA-Flotte im Kieler Hafen

Ein Landstrom-Anschluss im Kieler Hafen soll die Umweltbilanz der Kreuzfahrtschifffahrt von und nach Schleswig-Holstein verbessern. Spitzenvertreter von Land, Stadt, Hafen und der Reederei Aida Cruises unterzeichneten heute eine entsprechende Absichtserklärung.  Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, der «ökologische Fußabdruck der Schiffe wird zunehmend auch das Buchungsverhalten der Gäste beeinflussen». Und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ergänzte: «Für die Akzeptanz der Kreuzfahrtschiffe in Kiel ist es wichtig, dass sich auch andere Reedereien noch stärker den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit widmen.»

Die Kosten für die Landstromanlage betragen neun bis zehn Millionen Euro. Die Landesregierung aus CDU, Grünen und FDP will das Projekt unterstützen. «Wir wollen als Land unseren Beitrag leisten», sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Die Regierung habe angesichts der Bedeutung des Kreuzfahrttourismus für den Norden «großes Interesse, dass das Projekt erfolgreich wird».

Nach Ansicht von Buchholz kommt der Reederei Aida-Cruises dabei eine Vorreiterrolle zu. Deren Neubauten wie die «Aidaprima», die im kommenden Jahr auch Kiel anlaufen soll, verfügen bereits über Flüssiggas-betriebene Stromerzeuger.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Buchholz weiter (Video starten)

Bereits im kommenden Jahr sollen die beiden Schiffe «Aidabella» und «Aidaluna» während der Liegezeiten im Kieler Hafen von Land aus mit Strom versorgt werden. Sie erhalten Landstrom-Anschlüsse. «Ich bin der festen Überzeugung, dass diese Form der Zusammenarbeit auch auf andere Häfen in Deutschland und Europa eine Signalwirkung haben wird», sagte der Chef der Costa Gruppe & Carnival Asia, Michael Thamm, zu der auch die Reederei Aida Cruises gehört. Die Umrüstungskosten bezifferte Thamm mit zwei Millionen Euro pro Schiff. Der Landstrom sei mehr als doppelt so teuer wie die Versorgung mit Hilfe der Schiffsdiesel.

Seehafen-Chef Dirk Claus sagte, «Aida Cruises wird die Landstrom-Anlage in Kiel mit etwa 40 Anläufen im Jahr nutzen». Nach derzeitigem Anmeldestand seien im kommenden Jahr fast 50 Prozent aller Anläufe im Kieler Hafen emissionsfrei (Landstrom) beziehungsweise fast emissionsfrei (Flüssiggas).

In der bereits gestarteten Saison werden 32 verschiedene Kreuzfahrtschiffe den Kieler Hafen 166 mal anfahren und etwa 600 000 Passagiere an Bord haben. Dies wären 17 Prozent mehr als im vergangenen Jahr (514 000). Auch Hamburg setzt auf Landstrom. In Hamburg-Altona arbeitet seit dem vergangenen Jahr eine Landstrom-Anlage im Regelbetrieb.

Hamer
Buchholz (links) und Ministerpräsident Daniel Günther (rechts) mit Hafenchef Dirk Claus (Mitte) und Reederei-Chefs bei der Pressekonferenz an Bord der AIDA-luna

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