Das Energiewende-Projekt NEW 4.0 gewinnt an Fahrt – und ist seit heute in Kiel zu besichtigen

NEW 4.0 Konsortialtreffen in Kiel
Seit heute im Kieler Landeshaus zu besichtigen: Ein Modell des Energiewendeprojekts NEW 4.0. – hier mit Umweltminister Habeck, NEW-4-0-Manager Werner Beba, Minister Buchholz und dem Hamburger  Unternehmer und Ehrenbürger Michael Otto               Fotos: Daniel Reinhardt/HAW
Anderthalb Jahre nach Projektstart des ländergreifenden Projekts „Norddeutsche Energiewende“ ist NEW 4.0 erkennbar auf Erfolgskurs und mitten in der Umsetzungsphase: Es gehen immer mehr Demonstratoren in Betrieb, mit denen in Norddeutschland innovative Ansätze für eine zukunftsfähige Energieversorgung erprobt werden. So wurde erst kürzlich im schleswig-holsteinischen Jardelund Europas größter Batteriespeicher EnSpireMe eingeweiht. Das Hamburger Aluminiumwerk Trimet wird im Juli mit der Testphase für die Lastverschiebung bei der Aluminiumelektrolyse starten, um den industriellen Verbrauch besser an die Stromerzeugung anpassen zu können. Schon seit November letzten Jahres erproben die Stadtwerke Flensburg, wie sich dem teuren Einspeisemanagement, mit dem die Stromnetze stabilisiert werden, durch die Abnahme von überschüssigem Windstrom für die Wärmeerzeugung begegnen lässt.

NEW 4.0 Konsortialtreffen in KielWirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte zu dem Projekt und dem heutigen Treffen

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Für das Vorankommen der Energiewende sind solche Projekterfolge unerlässlich: „Die Dringlichkeit des Klimaschutzes erfordert einen klaren Fokus auf die Sektorenkopplung: Neben dem Stromsektor müssen auch der Wärmemarkt und der Mobilitätssektor weitgehend aus erneuerbarer Energie gespeist werden, denn sie haben einen großen Anteil an dem weltweiten CO2-Ausstoß. NEW 4.0 erprobt deshalb den Transformationspfad von Windstrom für alle Sektoren“, erläuterte Projektkoordinator Prof. Dr. Werner Beba heute vor über 100 Teilnehmern im Rahmen des NEW 4.0-Konsortialtreffens im Kieler Landtag.

Für Hamburg und Schleswig-Holstein ist NEW 4.0 ein wichtiger Innovationstreiber und erhält deshalb viel Unterstützung von beiden Landesregierungen. Erst jüngst haben beide Bundesländer bei einer gemeinsamen Kabinettsitzung die Wichtigkeit des Projekts bekräftigt. „NEW 4.0 ist für den Norden eine große Chance: Durch die enge Zusammenarbeit über die Ländergrenzen hinweg können sich Hamburg und Schleswig-Holstein gemeinsam als starker Standort für Zukunftstechnologien z.B. aus dem Bereich Power-to-X positionieren. NEW 4.0 wird damit ganz direkt zur Wertschöpfung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen“, betont Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz anlässlich des Konsortialtreffens.

„Um die Energiewende weiter voranzutreiben und das Klima zu schützen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, wird NEW 4.0 entscheidende Impulse geben. Es ist ein Glücksfall für den Norden, dass hier 60 ganz unterschiedliche Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammengekommen sind, die gemeinsam Lösungen für die Kernherausforderungen unserer zukünftigen Energieversorgung entwickeln“, bekräftigt Schleswig-Holsteins Umweltminister Dr. Robert Habeck.

New_neuMit NEW 4.0 und den beteiligten Partnern kann die „Energiewende made in Norddeutschland“ letztlich zu einem Exportschlager werden: Das Projekt, das im Rahmen des Förderprogramms „Schaufenster Intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende“ noch bis Ende 2020 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird, kann als großes Reallabor für Deutschland und Europa wichtige Ergebnisse generieren, die sich auf andere Regionen übertragen lassen. Ein gutes Beispiel dafür ist die von ARGE Netz und Schleswig-Holstein Netz entwickelte ENKO-Plattform, die einen norddeutschen Marktplatz für Flexibilitäten eröffnet: In Kürze wird hier der erste NEW 4.0-Demonstrator eingebunden, der bei Bedarf überschüssigen Windstrom abnehmen und so die Netze entlasten kann. Aus den gewonnenen Erfahrungen sollen schließlich Vorschläge an die Bundesregierung für die Gestaltung von bundesweiten Flexibilitätsmärkten abgeleitet werden.

Neben technologischen Innovationen und rechtlichen Rahmenbedingungen geht es in dem Verbundprojekt aber auch um gesellschaftliche Faktoren wie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften und die Steigerung der gesellschaftlichen Akzeptanz für die Energiewende. Dazu ist noch bis Projektende die NEW 4.0-Roadshow auf Tour, die die Bevölkerung dazu einlädt, das Energiesystem der Zukunft spielerisch über ein Augmented-Reality-Modell kennenzulernen. Es ist am 21. Juni von 10-18 Uhr im Kieler Landtag zu besichtigen und vom 22. Juni bis zum 31. Juli im Technischen Service-Center der Stadtwerke Norderstedt.

Und so berichtet der sh:z

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