Hitziger Austausch beim zweiten Marschbahn-Gipfel des Kreises Nordfriesland

Obensicht
Volle Ränge: Die Aula der Friedrich-Paulsen-Schule ist bis auf den letzten Platz besetzt
Bohrende Fragen, verzweifelte Klagen, leidenschaftliche Appelle, hitzige Zwischenrufe, immer wieder verständnisloses Kopfschütteln – und dennoch: eine sachliche und gut strukturierte Diskussion. Rund 350 Bahnkunden löchern zur Stunde im Friedrich-Paulsen-Gymnasium in Niebüll Verantwortliche der DB AG und machen auf Einladung des Kreises Nordfriesland nebenbei ihrem Frust über die seit über einem Jahr andauernde Pannenserie auf der Syltstrecke Luft.

Das Themenspektrum: Wann und wie wird die Infrastruktur ausgebaut? Wie sieht der Zustand der Fahrzeuge aus, wie steht es um Personal und und Betriebsqualität?

Schon in den ersten Minuten wurde klar: Eine schnelle Lösung hat niemand. Doch immerhin – wie bereits bei den letzten Bahngipfeln: DB-Regio-Chef Torsten Reh und der Chef des Kundenmanagements, Michael Körber, hörten geduldig zu und äußerten großes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Pendler. Und sie bekräftigten einmal mehr, die Probleme anzugehen.

Podium
Das Podium (von links): Achim Bonnichsen (Pendlerinitiative), Moritz Luft (Sylt-Marketing), Landrat Harssen, Hugo Gratza (BMVI), Burkhard Schulze (NAH.SH), Torsten Reh (DB Regio), Michael Körber (Leiter Kundenmanagement DB) und Volker Simmering (Paribus)
Verkehrsminister Bernd Buchholz setzt unterdessen vor allem Hoffnungen auf ein Spitzengespräch zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, den er vor wenigen Tagen traf, und der Spitze des DB-Konzerns in Berlin. Dass das Sylt-Problem inzwischen ganz offensichtlich auch beim Bund und im Bahn-Tower angekommen ist, war auch daran zu erkennen: Bei der Diskussion in Niebüll saß erstmals auch der neue Abteilungsleiter im Bundesverkehrsministerium, Hugo Gratza (zuständig für Eisenbahnverkehre), mit auf dem Podium.

Mit Blick auf den nötigen Infrastrukturausbau machte Buchholz deutlich, dass die von der Deutschen Bahn angekündigten rund 160 Millionen Euro für die Grundsanierung der Bahnstrecke Elmshorn-Sylt nicht ausreichen, um die Probleme auf der Strecke zu lösen. «Wir brauchen die Zweigleisigkeit», sagte er. Die Eingleisigkeit und die hohe Zugdichte führten zu einem täglich wiederkehrenden chaotischen Fahrplan mit vielen Ausfällen und Verspätungen.

Auf der Strecke, die täglich von vielen Tausend Pendlern genutzt wird, gibt es seit langer Zeit Probleme. In Berlin müsse endlich begriffen werden, dass die Strecke als «vordringlicher Bedarf» in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden müsse, sagte Buchholz weiter. Er erwarte bald eine Entscheidung, betonte er in Richtung von Gratza.

Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen betonte, die Bahnstrecke sei die einzige Verbindung auf die Insel, es gebe keine Alternative. Er erwarte ebenfalls, dass die Zweigleisigkeit komme. «Sonst kommen wir alle nach Berlin», sagte er unter dem Applaus der rund 350 Zuschauer.

Minister Bernd Buchholz (FDP)

Im Anschluss an die Diskussion zog Buchholz im Gespräch mit Journalisten folgendes Fazit (Audio starten)

Einen Eindruck von der Diskussion vermitteln zwei Live-Streams auf unserer Facebook-Seite www.facebook.com/Wirtschaftsministerium.aktuell

Zu den wichtigsten Fragen über die Situation auf der Marschbahn berichtet der sh:z so:


Und so die „Kieler Nachrichten“:


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