Weitere Türen im Reich der Mitte öffnen: SH-Delegation reist für eine Woche nach China

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther besucht ab morgen gemeinsam mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, Landtagspräsident Klaus Schlie und einer großen Wirtschaftsdelegation die schleswig-holsteinische Partnerprovinz Zhejiang in China.  Das Reich der Mitte ist mit einem Handelsvolumen von knapp vier Milliarden Euro nach Dänemerk zweitwichtigster Handelspartner des Nordens außerhalb der EU – gefolgt von den USA.

Bei der einwöchigen Reise will Günther mit der Delegation die Kooperation mit der Partnerregion ausbauen. Er wolle als Regierungschef in China für Unternehmen aus dem Norden Türen öffnen und Kontakte vermitteln, sagte Günther vor Start seiner einwöchigen Reise nach Hangzhou und Shanghai der Deutschen Presse-Agentur. «Denn diese Partnerschaft hat für unser Bundesland eine hohe Bedeutung.» Zwischen beiden Regionen gebe es Zusammenarbeit in vielen wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen. «Aus Sicht Schleswig-Holsteins hat die Bedeutung zugenommen.»

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Leuchtende Vorfreude der Chinesen auf die letzte SH-Delegation in Hangzhou

Buchholz besucht in China unter anderem Startups. «Hiesige Unternehmen könnten von den Chinesen gerade im Bereich digitaler Produkte viel lernen. Nach meinem Eindruck hat uns die chinesische Gründerszene vor allen eines voraus – nämlich Geschwindigkeit», sagte Buchholz. Dort habe man den Mut, auch Produkte auf den Markt zu bringen, die noch nicht vollständig ausgereift seien. «Denn ich China weiß man: lieber schnell und nicht ganz perfekt auf dem Markt als perfekt, aber dafür zu spät.»

Darüber hinaus trifft Buchholz zusammen mit der Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, auf chinesische Reiseveranstalter: «Denn auf diesem Feld wollen die Chinesen von uns etwas lernen, weil ihnen der Erfolg unserer Tourismus-Strategie keineswegs entgangen ist.»  Geplant ist zudem, dass Fach- und Führungskräfte aus der chinesischen Reisebranche im Frühjahr 2019 zu einer «Study-Week» nach Schleswig-Holstein kommen.

Laut der Wirtschafts- und Technologieförderung Schleswig-Holstein GmbH ((WTSH) stand China bei den Exporten hiesiger Firmen im ersten Halbjahr auf Platz acht. Das Schleswig-Holstein Business-Center (SHBC) in Hangzhou habe in den vergangenen Jahren mehr als 200 Firmen den Weg in den chinesischen Markt geebnet. Aktuell betreue das SHBC 23 Unternehmen, sagte Geschäftsführer Bernd Bösche.

Für den Ministerpräsidenten ist es nicht nur seine erste längere Auslandsreise als Regierungschef, sondern auch der Antrittsbesuch in der Partnerregion mit rund 55 Millionen Menschen. Neben der bei einem Besuch obligatorischen Fahrt auf dem Westsee trifft sich Günther am Montagabend in Hangzhou mit dem Parteisekretär Che Jun zu politischen Gesprächen. Anschließend ist ein gemeinsames Abendessen auf Einladung der Provinzregierung Zhejiang geplant.

Begleitet wird Günther von einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation mit rund 50 Teilnehmern. «China ist mittlerweile außerhalb der EU der zweitwichtigste Handelspartner des Nordens», sagte Günther. Das asiatische Land mit seinen 1,4 Milliarden Menschen strebe in verschiedenen Bereichen nach vorne. In vielen Bereichen gebe es Anknüpfungspunkte für Kooperationen beider Regionen.

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Entspannungsübungen der Chinesen am berühmten Westsee von Hangzhou

Erstes Ziel ist am Wochenende die Provinzhauptstadt Hangzhou. Die Beziehungen zwischen der chinesischen Provinz und dem nördlichsten Bundesland reichen bis ins Jahr 1986 zurück. Geplant sind unter anderem Besuche der in China dominierenden Online-Handelsplattform Alibaba (Börsenwert 420 Milliarden Dollar) und dem High-Tech-Zentrum Dream Town, in dem junge Chinesen in Startups dem Erfolg von Alibaba-Chef Jack Ma nacheifern. «Für uns ist es natürlich besonders spannend zu sehen, was dort im Bereich der Digitalisierung passiert», sagte Günther.

Ihre Aktivitäten im Fernen Osten wollen auch norddeutsche Hochschulen vorantreiben. Mehrere Institute aus Kiel planen Abkommen mit der Zhejiang Universität. Für Regierungschef Günther wäre die Reise bereits ein Erfolg, «wenn beide Seiten die Partnerschaft weiter mit einem positiven Gefühl betrachten». Beide Regionen können in wirtschaftlicher Hinsicht noch stärker voneinander profitieren.

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