Erfolg für den Norden: Ausbau der Strecke Niebüll-Klanxbüll hat für den Bund Top-Priorität

Großer Durchbruch für die künftigen Sylt-Verkehre: Der Bund will die Bahnstrecke auf die Ferieninsel zweigleisig ausbauen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stufte den Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit einer gesicherten Finanzierung hoch. Dies geht aus einer heute in Berlin vorgestellten Liste hervor. «Wir wollen die Marschbahn zweigleisig ausbauen und damit die die Verbindung nach Sylt schneller und zuverlässiger machen», sagte Scheuer. Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau auf der Nordseeinsel selbst zwischen Morsum und Tinnum inklusive der Autoverladung.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von einem großen Erfolg der Landesregierung und der Sylter Pendlerinitiative. „Auch wenn die Planung, für die wir bereits in Vorleistung gegangen sind, noch lange dauern wird und auch der Bau des 221-Millionen-Vorhabens nicht im Handumdrehen zu bewerkstelligen sein wird, so ist zumindest ab heute maximaler Druck auf diesem Projekt“, so Buchholz. Erfreulich sei insbesondere auch, dass der Plan des Bundes zudem den zweigleisigen Ausbau auf der Insel selbst – nämlich zwischen Tinnum und Morsum vorsehe und dabei auch die künftige Autoverladung auf der Insel planerisch integriere.

Buchholz sagte zum Ausbau der Strecke auf Sylt und der Priorisierung des Bundes weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Weitere Projekte, die der Bund auf Drängen des Landes beschleunigen wird: Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Itzehoe-Wilster, das vierte Bahnsteiggleis in Elmshorn, der Ausbau der S 4 Ost zur Entlastung des Knotens Hamburg und die Ausbaustrecke Lübeck-Schwerin-Büchen-Lüneburg.

Die 61 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Strecke Itzehoe über Wilster in einen neuen Übergabebahnhof außerhalb des Werksgeländes des Hafens Brunsbüttel beszeichnete Buchholz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als  «ein gutes Signal für die Westküste». Gerade für die Entwicklung des Industriegebiets sei die Entscheidung wichtig.

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Enak Ferlemann

Nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann soll der zweigleisige Ausbau «spätestens» 2030 fertig sein. «Je eher, umso besser. Die Bahn kann die Planung aufnehmen», sagte Ferlemann. Notwendig seien aber auch Maßnahmen auf Sylt. «Auch hier können wir uns einen zweigleisigen Ausbau vorstellen – und vor allem die Autoverladung würden wir gerne umlegen.» Zur Forderung von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP), den Ausbau der Marschbahn in einem «Legalverfahren» statt einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren zu realisieren, meinte Ferlemann: «Wir suchen fünf Projekte in Deutschland, wo wir das machen. (…) Wir müssen dafür erst die rechtlichen Möglichkeiten schaffen.»

Bonnich
Bonnichsen

Die Pendlerinitiative und die Sylter Unternehmer freuten sich über die Entscheidung der Bundesregierung. «Es ist geschafft, endlich kommt das was schon jahrelang gefordert wurde», sagte der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen, der dpa. Der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer, Karl Max Hellner, sagte, «wir sind natürlich begeistert, dass unsere jahrelangen Bemühungen endlich Früchte getragen haben». Die Topurlaubsdestination Sylt bekomme endlich die Anbindung, die sie verdiene. Auf der Insel selbst müssten nun die «Schularbeiten» gemacht werden. Diskutiert werden müsse etwa, die Autoverladung raus aus Westerland zu verlagern.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter hier klicken

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie «potenzieller Bedarf». Nun steigen viele Vorhaben in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf, weil eine «positive gesamtwirtschaftliche Bewertung» vorliege. Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Und hier zum Kurzbericht des Bundes   und zur Präsentation von Scheuer

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