Im echten Norden sorgten 2018 über 130 neue Betriebe für knapp 2000 neue Arbeitsplätze

Die Zahl der neu angesiedelten Unternehmen in Schleswig-Holstein geht leicht zurück, dafür entstehen mehr Arbeitsplätze. Und noch eine Veränderung gibt es: Unter den zugezogenen Firmen aus dem Ausland ist China nicht mehr Spitzenreiter.

IMG_0983
Präsentierten heute die Ansiedlungsbilanz 2018: WT.SH-Chef Bösche, Minister Buchholz und Detlev Hinselmann von der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS)

Insgesamt 132 neue Unternehmen haben sich mit Hilfe der Wirtschaftsförderung im vergangenen Jahr in Schleswig-Holstein angesiedelt und schaffen so voraussichtlich mehr als 1900 zusätzliche Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) nannte das bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz heute in Kiel ein «solides Ergebnis». Es gebe aber noch einen «Entwicklungsspielraum nach oben». 2017 hatten sich mit 153 Unternehmen noch mehr Firmen im Land neu angesiedelt, die zusammen allerdings weniger Arbeitsplätze geschaffen hatten – nämlich rund 1700.

Die meisten Arbeitsplätze entstehen demnach im Tourismus, in der Logistik und in der digitalen Wirtschaft. So schafft etwa die Ansiedlung von zehn neuen Hotels mehr als 400 Arbeitsplätze. Im Logistikbereich sollen rund 370 neue Jobs entstehen und in der digitalen Wirtschaft 220. Es sei nicht zu verhehlen, dass die Zahl der ins Land geholten Unternehmen und die damit einhergehenden Arbeitsplätze schon einmal höher gewesen sei, betonte Buchholz. 2011 waren beispielsweise noch mehr als 3200 neue Stellen geschaffen worden. Es gebe mehrere Faktoren, die man im Blick haben müsse, erklärte der Minister. So müsse etwa die Infrastruktur – zum Beispiel das Glasfasernetz – gut ausgebaut sein, um für Firmen attraktiv zu sein. Außerdem müssten in gefragten Regionen genug Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt werden.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, Bernd Bösche, resümierte: «Es gibt viel Licht, aber es gibt natürlich auch Schatten.» Für die Zukunft wünscht er sich etwa mehr Standort-Marketing. Ins laufende Jahr blicke er aber zuversichtlich: Man habe derzeit «mehrere größere Unternehmen in der Pipeline».

Geringfügig zurückgegangen ist die Zahl der Ansiedlungen aus dem Ausland. Insgesamt 15 ausländische Unternehmen kamen 2018 nach Schleswig-Holstein, im Jahr zuvor waren es 17 gewesen. Nachdem jahrelang China die Liste der zugezogenen Firmen angeführt hatte, nahm dieses Mal Dänemark mit sechs Unternehmen die Spitzenposition ein.

«Das zeigt auch, dass Schleswig-Holstein als Brückenkopfland nach Skandinavien eine wichtige Rolle spielt», sagte Buchholz. Bislang «keinerlei spürbare Auswirkungen» habe es durch den anstehenden Brexit gegeben. Bei der Ansiedlungsbilanz handelt es sich um keine vollständige Statistik. Es werden lediglich die Unternehmen gelistet, die mit Hilfe der Wirtschaftsförderung ins Land geholt wurden. Die Bilanz erfasst auch nicht, wie viele Unternehmen abgewandert sind.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s