Mit Hilfe des Landes gehen Helmholtz-Forscher der Qualität des Elbwassers auf den Grund

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Buchholz (Mitte) lässt sich von Sina Bold und Hendrik Rust, Wissenschaftler im HZG-Institut für Küstenforschung die Funktionsweise der Messbox erläutern

Rückenwind des Landes für eine neue Forschungsplattform des Helmholtz-Zentrums Geesthacht an der Elbe. Die Plattform gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine kontinuierliche Analyse des Wassers der Elbe. Bei einem Ortstermin überreichte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute an Professor Matthias Rehahn vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung (HZG), einen Förderbescheid über 552.000 Euro. Die Mittel stammen aus dem Landesprogramm Wirtschaft und wurden im Auftrag des Landes von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) bewilligt.

Wie Buchholz sagte, sei die Unterelbe zwischen Geesthacht und der Nordsee von großer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung – unter anderem als Lebens- und Wirtschaftsraum, als zentraler Transportweg zum Hamburger Hafen und als beliebte Tourismusregion. Allerdings sei dieses Fluss-Meer System ständigen Veränderungen unterworfen und werde stark durch menschliche Aktivitäten und die Auswirkungen des Klimawandels beeinflusst. Wesentliche Veränderungen sind zum Beispiel die Menge und Zusammensetzung von Schwebstoffen, die die Messung der schiffbaren Tiefe beeinflussen oder die zu einem Sauerstoffmangel und infolgedessen zu Fischsterben führen können. „Um diese und weitere Veränderungen vorauszusehen und frühzeitig reagieren zu können, müssen Wissenschaftler die Funktionsweise von Fluss-Meer Systemen besser verstehen – dazu dient dieses Projekt und darum sind die 552.000 Euro gut angelegtes Geld“, sagte Buchholz.

HZG_Schaube_7T4A0348Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter

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Nach den Worten von Professor Rehahn, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des HZG, sei die Datenlage im Übergangsbereich von der Mittelelbe zu der Tideelbe bisher noch lückenhaft. Um untersuchen zu können, was in die Tideelbe eingetragen wird, wollen die Wissenschaftler die Forschungsplattform in Tesperhude bauen – denn genau an diesem Übergangsbereich fehlen bislang kontinuierliche und hochaufgelöste Messungen. „Auf der Forschungsplattform werden moderne Messsysteme installiert, die Daten verschiedener Gewässerbestandteile liefern – und das rund um die Uhr“, so Rehahn.

Buchholz erinnerte daran, dass die Anlage auch kleinen und mittleren Unternehmen der Maritimen Wirtschaft zur Verfügung stehe, um aquatische Technologien oder Dienstleistungen in diesem speziellen Umfeld zu testen und weiterzuentwickeln. „Die WTSH hat mit Bewilligung dieses Projektes wieder einmal den Technologie- und Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft gestärkt“, so der Minister.

Rehahn betonte: „Die Unterstützung durch die WTSH und das Wirtschaftsministerium sowie zahlreicher schleswig-holsteinischer Unternehmen zeigt, dass die Forschungsplattform wichtig für die Wissenschaft und für die hier ansässige Wirtschaft ist. Unserem Leitsatz „Wissen schafft Nutzen“ folgend, kann die Forschungsplattform beispielsweise auch von Unternehmen genutzt werden. Gemeinsam mit unserer Küstenforschung können hier neue Methoden und Technologien im Gelände getestet und weiterentwickelt werden.“

Sina Bold, Projektleiterin im HZG-Institut für Küstenforschung, stellte die konkreten Pläne vor: „Wir untersuchen hier Stoffe, die von der Mittelelbe in die Tideelbe eingetragen werden, zum Beispiel Schadstoffe, Nährstoffe und Mikroalgen. Diese bestimmen die Stoffumsätze im Hamburger Hafen und weiter stromabwärts bis in die angrenzende Nordsee. Die gesammelten Daten sind deshalb auch für den Hamburger Hafen und den Nationalpark Wattenmeer von Interesse, um vorausschauend planen und handeln zu können. Ich freue mich sehr, dass die Europäische Union und das Land Schleswig-Holstein diese Forschungsplattform finanzieren.“

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Gruppenbild mit Bürgermeister v.l.: Olaf Schulze, Sina Bold, Bernd Buchholz, Matthias Rehahn. Fotos: HZG/Jan-Timo Schaube

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