Mit vereinten Kräften für mehr industrielle Arbeitsplätze in Schleswig-Holstein

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Ein Teil der Bündnispartner (v.l.): Dr. Katharina Volk (IG Metall), Marcus F. Hrach (BWE SH), Michael Thomas Fröhlich (UV Nord), Dr. Martin Kruse (IHK), Uwe Polkaehn (DGB), Dr. Fabian Faller (LEE SH), Dr. Bernd Buchholz und Dr. Jörg Mutschler (VDMA)

Klares Ziel, breiter Schulterschluss: In einem neuen „Bündnis für Industrie“ haben sich Landesregierung, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Kammern und Kommunen auf einen gemeinsamen Kurs verständigt. „Um die industrielle Entwicklung in Schleswig-Holstein von der Standspur zu holen brauchen wir mehr Industrie, mehr Flächen für Industrie und vor allem müssen wir gemeinsam die industriellen Chancen der Energiewende nutzen“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz bei der Vorstellung der Industrie-Strategie zusammen mit Uwe Polkaehn vom DGB Nord und Michael Thomas Fröhlich. Zwar verfüge das Land über gut entwickelte industrielle Regionen wie den Chemcoast Park Brunsbüttel, das Lübecker Ernährungswirtschafts-Netzwerk, die Bahntechnik in Kiel oder die Maritime Branche, doch hinke das Land bei Wirtschaftskraft und Wachstum im bundesweiten Vergleich seit Jahren hinterher.“

Hier ein Livestream-Mitschnitt des Pressegesprächs:

Darum hat sich das Bündnis nach den Worten von Buchholz sowohl auf messbare Ziele als auch auf Ansatzpunkte zur Verbesserung verständigt. Dazu zählen unter anderem:

  • mehr Technologietransfers durch Förderung von Forschung, die Etablierung von Kompetenzzentren oder Kooperationen zwischen Hochschulen sowie die Einrichtung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen.
  • mehr Unterstützung im Bereich der Digitalisierung durch Ausbau der Breitband-Netze und 5G-Technologie.
  • Erleichterung der Ausweisung von Industriegewerbeflächen durch Abstimmung mit Kommunen und Wirtschaftsförderungsgesellschaften.
  • Image-Stärkung von Schleswig-Holstein als Industriestandort durch eine Standortmarketingkampagne.
  • Umsetzung der Wasserstoffstrategie der norddeutschen Länder sowie Aufbau von Reallaboren im Rahmen des Bundes-Energieforschungsprogramms.
  • Reformierung des Rechtsrahmens im Energiebereich.

Wie Buchholz weiter sagte, sei eine gute industrielle Entwicklung zu einem bedeutenden Teil auch das Ergebnis sozialpartnerschaftlicher Aushandlungsprozesse zwischen Beschäftigten, Betriebsräten, Gewerkschaften sowie Unternehmensführungen und Arbeitgeberverbänden. „Die Erfolge der Sozialpartner sind damit nicht nur Voraussetzung für die Bedeutung der Industrie, sondern auch eine Voraussetzung für die Akzeptanz industrieller Produktion. Die Landesregierung wird darum sozialpartnerschaftliche Vereinbarungen mit den Mitteln der Landespolitik fördern“, sagte der Minister.

Im Gespräch mit Journalisten erläuterte der Minister weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB-Bezirk Nord, verdeutlichte: „Wir können hier im Norden zeigen, dass Wachstum, die Sicherung von Guter Arbeit und Beschäftigung sowie Klimaschutz keine Widersprüche sein müssen. Das Papier haben wir, jetzt müssen Taten folgen. So gilt es in den nächsten Monaten die Wertschöpfungsketten in den Erneuerbaren zu sichern und eine klare Perspektive aufzuzeigen.“

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Den Bereich der Erneuerbaren Energien sehen die Bündnispartner als einen der Schwerpunktbereiche der schleswig-holsteinischen Industrie. „Unser Land ist das Energiewendeland schlechthin und daraus ergeben sich große Möglichkeiten für eine industrielle Entwicklung, beispielsweise durch die Etablierung einer Wasserstoffwirtschaft“, sagte Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbandes Nord. Aber auch in klassischen und historisch gewachsenen Märkten gebe es für Schleswig-Holstein gute Chancen. Dazu gehöre etwa der Bereich der maritimen Wirtschaft, der Medizintechnik, des Maschinenbaus oder die Ernährungswirtschaft durch den Trend zur Produktion individualisierter Lebensmittel. „Das setzt voraus, dass genügend zusammenhängende Flächen mit passender Infrastruktur vorhanden sind, die ohne bürokratische Hürden vermarktet werden können“, so Fröhlich abschließend.

Hier das Industriepapier in der Langfassung

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