Mit 19,2 Millionen von Bund und Land: Helgoländer Binnenhafen steuert in die Zielgerade

Bürgermeister Singer und Minister Buchholz bei der Bescheidübergabe im Ministerium

Zehn Jahre nach dem ersten Ankauf von Land- und Wasserflächen durch die Gemeinde Helgoland geht der Bau des neuen Binnenhafens der Hochseeinsel in die Zielgerade: Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz übergab heute für die Verwirklichung des 34-Millionen-Projekts an Bürgermeister Jörg Singer einen Förderbescheid über acht Millionen Euro. «Parallel dazu ist es dem Bürgermeister in Zusammenarbeit mit meinem Haus gelungen, weitere 11,2 Millionen Euro beim Bund für die dringend nötige Beseitigung von Munitionsresten aus dem zweiten Weltkrieg einzuwerben», sagte Buchholz. Der Hafen soll bis zum Frühjahr nächsten Jahres fertigstellt werden. Sowohl Buchholz als auch Singer dankten auch dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, der sich für das Vorhaben in Berlin stark gemacht hatte.

Die Entdeckung der Kampfmittel und deren Beseitigung aus dem Hafen hatte die Kosten für den Ausbau zwar um das zehnfache gegenüber der ursprünglichen Planung steigen lassen – trotzdem ist das Geld aus Sicht von Buchholz richtig und gut angelegt. «Denn der Binnenhafen ist die Lebensader von Deutschlands einziger Hochseeinsel und sowohl für den Tourismus als auch für Helgoland als Offshore-Service-Standort sowie künftig als möglicher Wasserstoff-Umschlagplatz von elementarer Bedeutung», so Buchholz.

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Singer erinnerte daran, dass die Arbeiten bereits im vergangen Jahr durch den Rückbau des maroden Südostufers gestartet waren. Aktuell werde auf einer Länge von knapp 125 Metern eine mit Stahlbeton verkleidete Rohrspundwand eingebracht. Zudem werde die Kaje architektonisch aufgewertet, um auch touristisches Potenzial zu entfalten und Helgoland auf diese Weise erstmals eine Promenade zu geben.

Singer sagte weiter – Audio starten

«Mit der Sanierung des Südostufers wird ein wesentlicher Bestandteil der Infrastruktur der Insel erhalten und erneuert. Wir erhöhen die Sicherheit der Grundversorgung, stärken Helgoland als Forschungsstandort und als Tourismusdestination. Außerdem eröffnet das Projekt enorme Möglichkeiten im Bereich der Windparkversorgung», sagte Buchholz.

Bei den vom Bund gewährten 11,2 Millionen Euro handelt es sich vor allem um Kompensationszahlungen für die Mehrkosten bei der Hafenvertiefung infolge der Munitionsfunde. Allein diese Maßnahmen kosteten knapp 19 Millionen Euro. Zum Vergleich: Als die Gemeinde die Flächen vor zehn Jahren vom Bund gekauft hatte, ging man noch von Kosten in Höhe von drei Millionen Euro für die Sanierung aus. «Wir standen kurz davor, den Binnenhafen dem Bund wieder zurückzugeben. Umso mehr freuen wir uns, dass der Bund den Kaufvertrag von 2010 geprüft und dann nachgebessert hat», sagt Singer. «Ein zufriedenstellendes Ergebnis», findet auch der Maritime Koordinator Norbert Brackmann: «Auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass es hierfür keine zehn Jahre gebraucht hätte. Aber am Ende zählt, dass nun der Binnenhafen ertüchtigt und nutzbar gemacht wird. Davon profitieren Helgoland und alle Besucherinnen und Besucher gleichermaßen.»

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