DB zieht bilanz der Marschbahn-Sanierung – Buchholz lobt, sieht aber Luft nach oben

DB-Konzernbevollmächtigte Manuela Herbort mit Staatssekretär Ferlemann (rechts), Verkehrsminister Buchholz und Michael Körber von der DB Netz AG bei ihrem Treffen in Husum

Die Sanierung der Marschbahnstrecke ist auf gutem Weg. Die Deutsche Bahn zieht eine positive Zwischenbilanz. Dem Kieler Verkehrsminister reicht das nicht. Buchholz hat weitergehende Pläne für die Sylt-Züge.

Die Grundsanierung der maroden Bahnstrecke nach Sylt kommt nach Angaben der Deutschen Bahn wie vorgesehen voran. Die Umsetzung der im Sommer 2019 gestarteten Investitionsoffensive liege leicht vor dem geplanten Stand, teilte der Konzern heute in in Husum mit. Demnach wurden bis Ende September auf 64,5 Kilometern die Gleise erneuert, auf 23,5 Kilometern der Untergrund verbessert und sieben Weichen erneuert. Die Regionalbevollmächtigte Manuela Herbort (Foto) sagte weiter – Audio starten

Herbort und ihre Mitarbeiter informierten in Husum den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, und Landesverkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) über den Stand der Arbeiten.

Buchholz sagte zum Stand der Sanierung und zur weiteren Ausbauplanung im Gespräch mit Journalisten – Audio starten

In den vergangenen Jahren gab es wegen defekten Zugmaterials, Personalmangels und der schlechten Infrastruktur immer wieder Probleme auf der Strecke zwischen Hamburg-Altona und Westerland. Pendler und Urlauber klagten über Verspätungen. Das Land verhängte wiederholt Sonderstrafzahlungen gegen die Bahn, weil die vereinbarte Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent weit verfehlt wurde.

Für die Erneuerung der Gleisanlagen bis 2022 will die Deutsche Bahn 140 Millionen Euro ausgeben. Darüber hinaus fließen 20 Millionen Euro in die Modernisierung von Bahnübergängen, Signaltechnik und Brücken. Insgesamt sollen rund 200 Kilometer Gleise und mehr als 30 Weichen erneuert werden.

Die derzeit anstehenden Arbeiten sollen laut Deutscher Bahn so ablaufen, dass die An- und Abreise von Urlaubern während der Herbstferien sichergestellt ist. Obwohl lärmgedämmte Geräte und Maschinen eingesetzt würden, seien Belästigungen durch Lärm und Staub auch nachts und an Wochenenden nicht vollständig zu vermeiden, hieß es. Die sogenannte Marschbahn wird auf ihrem letzten Teilstück vom Festland nach Sylt täglich auch von vielen tausend Pendlern genutzt. Sie können nur so zu ihrem Arbeitsplatz auf der Insel gelangen.

Buchholz plädierte dafür, jetzt zügig eine mögliche Elektrifizierung der Marschbahnstrecke ins Visier zu nehmen. Bis Jahresende solle dazu eine Machbarkeitsstudie vorliegen. «Wir müssen auch mit anderen Zügen auf der Strecke fahren», sagte der Minister. Mögliche Probleme wie Auswirkungen auf den Nationalpark Wattenmeer müssten genau untersucht werden. Auch gewährleisteten die jetzt eingesetzten doppelstöckigen Autozüge nicht den notwendigen Abstand zu einem Fahrdraht, so dass Züge mit einer Art Fahrzeugdach benötigt würden. «Aber vom Grundsatz her sieht es so aus, als ob es machbar ist», sagte Buchholz im Blick auf eine Elektrifizierung. Er verwies aber auch auf Zweifel beim Bund besonders im Hinblick auf den Hindenburgdamm.

Staatssekretär Ferlemann lobte das Engagement der jetzigen Jamaika-Landesregierung für den Straßen- und Bahnverkehr. Die Vorgänger-Regierung – gebildet von SPD, Grünen und SSW – habe viel geredet und wenig gemacht.

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