Nord-Startups trotzen der Corona-Krise – Buchholz: Gründergeist ungebrochen

Corona-Welle und Konjunktur-Delle zum Trotz: Schleswig-Holsteins StartUp-Szene kommt nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bislang eher gestärkt als geschwächt durch das Krisenjahr 2020. «Sowohl der jüngste Deutsche Startup-Monitor als auch die Zahlen der Bankengruppe KfW belegen, dass Gründerinnen und Gründer zwar von den aktuellen wirtschaftlichen Einschränkungen hart getroffen werden, aber weitaus optimistischer sind, als die etablierte Wirtschaft», sagte Buchholz im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur in Kiel.

Schleswig-Holstein bietet nach den Worten des FDP-Politikers nicht zuletzt wegen seiner zahlreichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein ideales Gründungsklima.  Am Montag kommt ein weiterer Baustein der Gründer-Landschaft hinzu. Das Land fördert an der Fachhochschule Kiel ein so genanntes «CrossOverLab» mit knapp einer halben Million Euro. «Es geht darum, Studierende auf dem Weg ins Unternehmertum noch gezielter zu begleiten», sagt Buchholz. Unter Beteiligung von schleswig-holsteinischen Mittelstands-Unternehmen sollen unter anderem die auf dem FH-Campus bereits bestehenden Labore und Fertigungsmöglichkeiten den Gründungsinteressierten zugänglich gemacht werden.

   Von bundesweit knapp 5000 befragten Gründerinnen und Gründern kamen beim Deutschen Startup-Monitor (DSM) in diesem Jahr erstmals knapp 200 aus Schleswig-Holstein. «Das belegt die wachsenden Gründungsaktivitäten ebenso wie die steigende Zahl von Beratungsgesprächen innerhalb unseres landesweiten Netzwerks Startup.SH», sagte Buchholz. Der Gründergeist sei ungebrochen. Allein im Raum Lübeck habe es bislang 111 Beratungsgespräche und damit einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von über 40 Prozent gegeben. «Corona wirkt offenbar wie ein Katalysator, eine bestehende Gründungsidee auch tatsächlich anzugehen», so der FDP-Politiker.

   Startups, die sich von anderen Gründungen vor allem durch Innovationen unterscheiden, bislang weder bundes- noch landesweit statistisch gesondert erfasst. Ihre Zahl wird in Schleswig-Holstein auf aktuell einige Hundert geschätzt. «Startups schaffen im Durchschnitt 14 neue Arbeitsplätze», sagt Buchholz. Personalabbau als Reaktion auf die Corona-Krise spiele kaum eine Rolle. Im Gegenteil: Laut DSM wollen die jungen Unternehmen 2021 durchschnittlich sechs neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen.

   Eine tragende Säule der positiven Entwicklung ist laut Buchholz neben dem Mut der Gründerinnen und Gründer das breite Beratungsangebot im Land. So habe der vom Land geförderte Verein «StartUp.SH» aktuell 26 Partner aus Hochschulen, Wirtschaftsförderung und Wirtschaft. Zudem unterhalte das Land zusammen mit Hamburg eine Kooperation mit dem Silicon Valley in San Franzisco, wo jährlich über Wettbewerbe bis zu 10 Gründerinnen und Gründer aus Schleswig-Holstein mit Profis an ihren Geschäftsmodellen feilen können.

   «Aber die Startups brauchen nicht nur uns, wir brauchen auch die Startups, die uns die nötigen Geistesblitze und Innovationen für die Weiterentwicklung unserer Wirtschaft liefern», sagte Buchholz. Das gelte für den Bereich der Digitalisierung und der Informationstechnologien ebenso wie für die Bereiche Gesundheits- oder Ernährungswirtschaft.     

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