Buchholz: Nord-Ostsee-Kanal weiter stärken und technisch zukunftsfähig machen

Die Havarie der „Else“ im August – aus Sicht von Buchholz ein beleg dafür, dass eine weitere technische Aufrüstung des NOK unerlässlich ist (Foto: WSV)

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat weitere Stärkungen des Nord-Ostsee-Kanals gefordert. «Der Kanal muss für die Schifffahrt attraktiv und wirtschaftlich sein», sagte Buchholz heute der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiele nannte er ein Rabattsystem für umweltfreundliche Schiffe und eine Befreiung von der Befahrensabgabe bis Ende 2021. Im Juli hatte der Bund diese zunächst bis Jahresende ausgesetzt, um den Kanal zu stützen. Nun erwägt er laut Verkehrsministerium in Kiel – unter anderem auf Vorschlag der Küstenländer – eine Verlängerung bis Ende 2021. «Um Skagen zu fahren, darf nicht zur ernsthaften Option werden», sagte Buchholz. Dies hätte negative Folgen für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein und auch für den Hamburger Hafen.

Zugleich appellierte der Minister an den Bund, seine Bemühungen zur technischen Aufrüstung des Kanals – insbesondere hinsichtlich aller Digitalisierungsmöglichkeiten – weiter zu verstärken. «Die wegen der Corona-Krise derzeit ausgesetzte Befahrensabgabe darf kein Grund sein, nicht weiter in die Zukunft zu investieren», so der Nord-Liberale.

Angesichts des Millionenschadens durch die Havarie des mit Ammoniumnitrat beladenen Frachters «Else» am 29. August in Kiel forderte Buchholz eine Überarbeitung des Gefahrenmanagements. «Den Unfall der «Else» sollten wir als Warnschuss nehmen – das hätte leicht ins Auge gehen können – zum Glück gab es nur ein kaputtes Tor», sagte er. Nötig seien möglicherweise auch für Massengutschiffe besondere Auflagen wie eine ausgeweitete Lotspflicht, eine zusätzliche Meldepflicht oder sogar Befahrensverbote.

In den kommenden Jahren steckt der Bund nach Angaben von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) 2,6 Milliarden Euro in den Ausbau und Erhalt des Kanals. Der rund 100 Kilometer lange Kanal zwischen Kiel und Brunsbüttel gilt als die weltweit meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße.

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