Industriebetriebe im Norden mit Corona-Umsatzdelle – SH im Bundesvergleich auf Platz 3

Vom Lockdown schwer getroffen: Raffinerie in Hemmingstedt bei Heide

Corona-Dämpfer für die größeren Industriebetriebe in Schleswig-Holstein: Die Umsätze der Branche sind im vergangenen Jahr um 5,5 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro gesunken. Dies war im Zuge der Corona-Krise das niedrigste Jahresvolumen seit 2010 (28,8 Mrd), wie das Statistikamt Nord heute mitteilte. Während die Einbußen im ersten (minus 1,1 Prozent) und letzten Quartal (minus 1,8 Prozent) moderat ausfielen, ging der Umsatz im zweiten (minus 9,7 Prozent) und im dritten Quartal (minus 9,5 Prozent) deutlich zurück.

Nach den Worten von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz landet Schleswig-Holstein zusammen mit Brandenburg trotz dieser Delle immerhin auf dem dritten Platz bundesweit hinter Berlin (+ 2,7 %) und Mecklenburg-Vorpommern V (+2,2 %). «Das deutliche Umsatzminus ist aus meiner Sicht aber keineswegs überraschend, weil beispielsweise gerade die mineralölverarbeitenden Betriebe durch die allgemein heruntergefahrene Mobilität leiden. Aber auch Rückgänge bei der Herstellung elektrischer Ausrüstungen schlagen sich hier nieder», so Buchholz. Positiv stimme ihn, dass die schleswig-holsteinische Industrie im vierten Quartal wieder zugelegt und die Erholung vergleichsweise schnell eingesetzt habe. „Das zeigt Robustheit wie Resilienz unserer mittelständischen Betriebe», so der Minister.

Die verbesserte Lage im vierten Quartal führte das Statistikamt auf das wieder anziehende Auslandsgeschäft mit Ländern außerhalb der Euro-Zone zurück. Die Exportquote lag mit 41 Prozent leicht über dem Vorjahreswert (40 Prozent). Die Statistik erfasste 551 Betriebe mit jeweils mindestens 50 Beschäftigten.

Den stärksten Umsatzverlust unter den führenden Branchen hatte mit minus 39,4 Prozent die Mineralölverarbeitung. Auch in der Elektro- (minus 27,3 Prozent) und Metallindustrie (minus 13,6 Prozent) sanken die Umsätze überdurchschnittlich stark. Medizintechnik und Schiffbau legten dagegen zu.

Die weitere Entwicklung der Industrie-Umsätze im Norden wird nach Einschätzung von Buchholz auch weiterhin vom Verlauf der Pandemie bestimmt. «Je disziplinierter und umsichtiger wir Öffnungsschritte wagen, umso schneller kann die Wirtschaft wieder Tritt fassen.» Er appellierte an die Betriebe, ihre Fachkräfte zu halten. Die Auswirkungen der Umsatz-Delle in der Industrie auf die Beschäftigung sei Dank der Kurzarbeit derzeit noch gering.

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