Bundes-Förderprogramm sorgt für Rückenwind beim Ausbau des Radverkehrs im echten Norden

Weiterer Schub für den Ausbau des Radverkehrs im echten Norden: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz diese Woche mitteilte, können Kommunen ab sofort beim Land auch Fördergelder für Radinfrastruktur-Projekte im Rahmen des Bundes-Sonderprogramms „Stadt und Land“ beantragen.

Nach den Worten von Buchholz werden auch Radwege an Landesstraßen aus dem Sonderprogramm gefördert. Dafür erhält Schleswig-Holstein 6,7 Millionen Euro vom Bund, die in zwei Radwegeprojekte fließen. Für insgesamt 5,15 Millionen Euro soll innerhalb der kommenden zwei Jahre die 5,3 Kilometer lange Lücke im Radweg an der L 231 zwischen Grube und Rüting in der Lübecker Bucht geschlossen werden. Die ebenfalls knapp fünf Kilometer lange Radweglücke an der L 306 zwischen Glasau und Barghorst im Kreis Segeberg wird vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) ebenfalls bis 2023 geschlossen. Hier liegt die Gesamt-Investition bei 3,2 Millionen Euro, die Förderquote bei beiden Maßnahmen liegt bei 80 Prozent. Insgesamt stellt der Bund Schleswig-Holstein bis 2023 rund 27 Millionen Euro für Investitionen in die Weiterentwicklung des Radverkehrs zur Verfügung.  

Gefördert werden können im Rahmen des Sonderprogramms „Stadt & Land“:

  • Neu-, Um- und Ausbau flächendeckender Radverkehrsnetze,
  • eigenständige Radwege,
  • Fahrradstraßen,
  • Radwegebrücken oder -unterführungen (inkl. Beleuchtung und Wegweisung),
  • Abstellanlagen und Fahrradparkhäuser,
  • Maßnahmen zur Optimierung des Verkehrsflusses für den Radverkehr wie getrennte Ampelphasen (Grünphasen),
  • die Erstellung von erforderlichen Radverkehrskonzepten zur Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger.

Weitere Projekte für Radwegs-Lückenschlüsse an Landesstraßen, die zu einer Erhöhung des Radverkehrsanteils am Gesamtverkehr beitragen, werden künftig mit bis zu 75 Prozent aus Landesmitteln gefördert. Angesichts der bereits hohen Quote von Radwegen im Land werde der Neubau von Strecken nach den Worten von Buchholz künftig aber eher die Ausnahme bleiben. Der Schwerpunkt liege nach wie vor auf der Sanierung der vorhandenen Strecken.

In Schleswig-Holstein verlaufen aktuell 5.200 Kilometer Radwege an so genannten klassifizierten Straßen. Landesweit sind 77 Prozent aller Bundesstraßen, 64 Prozent der Landesstraßen und rund 41 Prozent aller Kreisstraßen mit Radwegen ausgestattet. Hinzu kommen Radwege an Gemeindestraßen. Zudem sind insgesamt 13 touristische Radfernwege mit 3.000 Kilometern Länge in Schleswig-Holstein ausgewiesen. „Dieses Netz wird von vielen attraktiven Themenrouten ergänzt“, sagte Buchholz.

Der Minister erinnerte in dem Zusammenhang an die im September letzten Jahres aufgelegte Radstrategie „Ab aufs Rad im echten Norden“. Darin hat die Landesregierung mit Politik und Verbänden Zielmarken für die kommenden zehn Jahre abgesteckt. Hintergrund ist der seit 2008 leicht gesunkene Radverkehrsanteil in Schleswig-Holstein und das damit verbundene Absinken im Ranking der Flächenländer vom ersten auf den dritten Platz bundesweit.

Buchholz: „Bis zum Jahr 2030 wollen wir den Radverkehrsanteil in Schleswig-Holstein von derzeit 13 auf 30 Prozent erhöhen, die Unfallzahlen um 50 Prozent verringern und von mehr als 40 Prozent unserer Gäste hören: Die Radfahrmöglichkeiten waren für mich ein triftiger Grund, im echten Norden Urlaub zu machen.“ Dazu werde das neue Bundes-Förderprogramm erheblich beitragen.

Die Richtlinie samt Antragsformular sind über https://www.schleswig-holstein.de/radverkehr abrufbar.

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