Buchholz: August-Arbeitsmarkt in Sommerlaune und Wirtschaft weiter wetterfest

Schleswig-Holsteins Arbeitsmarkt zeigt sich aus Sicht von Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz in Sommerlaune und die Wirtschaft angesichts sinkender Firmenpleiten weiter wetterfest: So sank die Zahl der Arbeitslosen im August im Vergleich zum Juli um 4.100 Personen, 85.200 Menschen waren ohne festen Job. „Das waren 12.400 Arbeitslose weniger als im Vorjahresmonat und es gibt allen Grund zu Optimismus, dass sich dieser Trend im Herbst fortsetzen wird“, sagte Buchholz zu den heute vorgelegten Arbeitsmarktdaten der Bundesagentur. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Juli um 0,3 auf 5,4 Prozent. Die Zahl der Firmenpleiten ging gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 um 13 Prozent zurück

Als besonders erfreulich bezeichnete es Buchholz, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung auch Langzeitarbeitslosen wieder eine Perspektive am Arbeitsmarkt eröffne. So sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vormonatsvergleich um 1,4 Prozent auf 34.313 Betroffene . Ebenso sei die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen von aktuell 8.328 aufgrund des Ausbildungs-Starts deutlich zurückgegangen – und zwar um 8,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Zur Lage am Arbeitsmarkt und zur Situation der Betriebe im echten Norden sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Wie Buchholz sagte, habe das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in mehreren Studien die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Arbeitsmarkt untersucht. „Und je spezialisierter die Unternehmen in einer Region unterwegs sind und je höher die Beschäftigten qualifiziert sind, desto besser sind sie gegen Krisen gewappnet“, so der Minister. Er erinnerte daran, dass das Land Bildungsträger fördert, die zusammen mit kleinen und mittelständischen Betrieben berufliche Qualifizierungsmosdule entwickeln und erproben.

Als Beispiel nannte Buchholz Module zur Datenanalyse- und Interpretation, Lehr- und Lernhilfen für Auszubildende in der Branche der Erneuerbaren Energien sowie in der Informationstechnologie. Bildungsträger können bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (www.ib-sh.de) bis zum 30. September entsprechende Anträge stellen. Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt und der bevorstehenden „Digitalen Woche“ in Kiel vom 12. bis 19. September appellierte Buchholz auch an junge Menschen, weiter nach Ausbildungsplätzen zu schauen: „Neben einem Studium bietet auch eine betriebliche Ausbildung oder eine Kombination aus beidem beste Karrierechancen.“

Die Zahl der Firmenpleiten im Norden sank im ersten Halbjahr im Vorjahresvergleich um 13 Prozent auf 258. Verglichen mit der ersten Hälfte des Vor-Corona-Jahres 2019 waren das sogar 33 Prozent weniger, wie das Statistikamt Nord heute mitteilte. Derweil ist die Zahl der Verbraucherpleiten enorm gestiegen, und zwar «so stark, dass schon im ersten Halbjahr 2021 mit 2033 Fällen die Zahl für das gesamte Jahr 2020 um neun Prozent überschritten wurde».

Die absolut höchste Zahl an Firmen- und Privatinsolvenzen zählten die Statistiker in den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Pinneberg. Gemessen an der Zahl der Unternehmen beziehungsweise Einwohner «war jedoch jeweils die kreisfreie Stadt Neumünster am stärksten betroffen».

Das niedrige Niveau der Firmenpleiten erklären die Statistiker auch damit, dass erst seit dem 1. Mai wieder die volle Antragspflicht bei Insolvenz gilt. Normalerweise muss ein Insolvenzantrag spätestens drei Wochen nach Eintritt eines Insolvenzgrunds gestellt werden.

Wegen der Pandemie hatte die Bundesregierung im Frühjahr 2020 die Meldepflichten für Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit außer Kraft gesetzt. Für Zahlungsunfähigkeit galt die Antragspflicht seit Oktober wieder, für überschuldete Firmen blieb sie unter bestimmten Voraussetzungen bis Ende April ausgesetzt. «Ob damit die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen steigen wird, wird sich voraussichtlich im zweiten Halbjahr zeigen», so die Statistiker.

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