Rohlfs appelliert an Schul-Absolventen: „Vielleicht ist ein Meister manchmal die bessere Wahl als der Master“

Margit Haupt-Koopmann mit Arbeits-Staatssekretär Thilo Rohlfs

Im Zuge der Corona-Pandemie wollen in Schleswig-Holstein offenbar zunehmend weniger junge Menschen eine Ausbildung machen. Die Zahl der Bewerber sank im Zeitraum zwischen Oktober 2020 und Ende September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2.184 auf 14.782. Im Jahr 2018/19 – also vor der Pandemie – hatte es noch gut 18.000 Bewerber gegeben.

Schleswig-Holsteins Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs appellierte vor diesem Hintergrund heute an die jungen Menschen im Land: «Es wäre ein großer Fehler, seine Ausbildung und damit seine Zukunft wegen der Pandemie um ein Jahr zu verschieben.» Vor allem eine duale Ausbildung sei ein solides Fundament für einen guten Start in ein auskömmliches Berufsleben. «Und Manche oder Mancher sollte sich überlegen, ob ein Meister-Titel nicht die bessere Wahl sei als ein Master-Abschlus.»

Weiter sagte Rohlfs im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Auch die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann sieht in den Zahlen einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie: «Wir haben viele Jugendliche, die erst mal abwarten.» Einige von ihnen jobbten nach dem Schulabschluss erst einmal, andere warteten auf einen Studienplatz.

Rohlfs sagte weiter: «Die Corona-Pandemie hat es den Schülerinnen und Schülern im zweiten Jahr in Folge zweifellos nicht leicht gemacht.» Die Berufsorientierung sei weggefallen und auch Betriebspraktika hätten kaum stattgefunden. Die Zahl der Stellen sei im Norden im Vergleich zum Vorjahr mit 18.497 (minus 215) aber relativ stabil geblieben. Ende September suchten noch 1.834 junge Menschen einen Ausbildungsplatz, 136 weniger als im Vorjahreszeitraum. 2.310 Plätze sind noch unbesetzt, im Vorjahreszeitraum waren es 2001.. «Wir haben eigentlich querbeet noch offene Ausbildungsstellen», so Haupt-Koopmann. Gesucht würden beispielsweise auch Augenoptiker, IT-Kräfte sowie Zweirad-Mechaniker.

Die Beiträge von Haupt-Koopmann und Rohlfs im Pressegespräch gibt es hier:

Die meisten offenen Stellen gibt es für angehende Kaufleute im Einzelhandel (240), gefolgt von Verkäuferinnen und Verkäufern (135) sowie im Bereich Elektronik/Energie- und Gebäudetechnik (110). Gesucht werden auch Auszubildende im Bereich Anlagenmechanik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (96), im Handel (89), im Verkauf der Fleischereien (79) und Fleischer 68). Haupt-Koopmann sieht angesichts der hohen Zahl offener Stellen auch eine Chance für Hamburger Bewerber im Umland. In der Hansestadt kämen auf 1000 Bewerber aktuell nur noch 670 offene Stellen, sagte sie. Im angrenzenden Kreis Stormarn gebe es dagegen aktuell rechnerisch pro Bewerber noch vier offene Stellen, in Pinneberg seien es zwei. Landesweit kommen rechnerisch auf jeden Bewerber 1,3 offene Stellen.

Viele Betriebe suchten weiter Auszubildende, sagte Haupt-Koopmann. 1100 von ihnen hilft die Arbeitsagentur im Rahmen der sogenannten assistierten Ausbildung, Defizite auszugleichen. Diese Jugendlichen blieben den Unternehmen nach dem Abschluss ihrer Ausbildung oftmals treu.

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