Letzte Sitzung des Mittelstandsbeirats: Russland-Handel und Cybersicherheit dominieren

Kieler Ostuferhafen: lange Zeit ein Umschlagplatz fuer Holz aus Russland.

Die Auswirkungen des russischen Überfalls auf die Ukraine dominierten heute die vorerst letzte Sitzung des vor fünf Jahren gegründeten Mittelstands-Beirats von Regierung und Wirtschaft. Während sich die Experten beider Seiten einig sind, dass Schleswig-Holstein durch den Krieg ökonomisch bisher noch nicht nennenswert betroffen ist, soll der Schutz der Unternehmen vor Cyber-Angriffen aber dringend forciert werden. Wirtschaftsminister und Gastgeber Bernd Buchholz rief die Betriebe auf, ihre IT-Sicherheit zu überprüfen. Es sei zu befürchten, dass die kritische Infrastruktur des Landes und die von Unternehmen auf digitalem Weg angegriffen werden.

Von dem Konflikt sind nach Angaben von IHK und Buchholz rund 250 schleswig-holsteinische Unternehmen betroffen. Viele stünden vor der Frage, inwieweit sich die Sanktionen gegen Russland unmittelbar auf sie auswirken und Exportverbote für sie gelten. Dies herauszufinden, sei für kleine und mittlere Unternehmen nicht leicht.

Über die Auswirkungen des bisherigen Kriegsverlaufs auf den Mittelstand mit seinen rund 123.000 Betrieben sagte Buchholz weiter – Video starten

Schleswig-Holsteins Handelsvolumen mit Russland lang im vergangenen Jahr bei 674 Millionen Euro. Das sind 1,33 Prozent vom Gesamtvolumen und Platz 19 in der Länderliste. 260 Millionen Euro entfielen auf Einfuhren und 414 Millionen auf Ausfuhren.

Hinsichtlich von Cyber-Attacken hatten Land und Wirtschaft über den Mittelstandsbeirat bereits 2019 eine Sicherheitspartnerschaft vereinbart. Sie beinhaltet unter anderem eine Ansprechstelle beim Landeskriminalamt zur Cyberkriminalität und eine Beratungsstelle der Wirtschaft für Internetkriminalität. Die Experten sind hier zu erreichen: Servicepoint Cybersecurity – im Rahmen der Sicherheitspartnerschaft Schleswig-Holstein (servicepoint-cybersecurity.de)

Murmann

Der Präsident der Unternehmensverbände Nord, Philipp Murmann, erinnerte daran, dass «gerade in Krisen die Abstimmung zwischen Wirtschaft und Politik wichtig  ist». Als akute Themen hob er die hohen Energiepreise, die angestrebte Klimaneutralität und Fachkräftemangel hervor. Die Folgen des Ukraine-Konflikts für die hiesige Wirtschaft würde er angesichts des geringen Handelsvolumens mit Russland nach heutigem Stand «nicht dramatisieren».

Der Mittelstandsbeirat war 2017 zum Start der Jamaika-Koalition in Schleswig-Holstein gebildet worden. Außer dem Minister gehören ihm Experten und Praktiker aus Industrie, Handel, Handwerk, Wirtschaftsförderung, Freien Berufen und Wissenschaft an. Buchholz kündigte an, die Einrichtung im Falle einer FDP-Beteiligung an der künftigen Landesregierung nach der Landtagswahl im Mai auf jeden Fall fortbestehen zu lassen.

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