Viele Weichenstellungen: Buchholz will große Lösung für Bahnknoten Elmshorn

Buchholz vor der Bürger-Initiative in Tornesch

Wichtige Weichenstellungen im schleswig-holsteinischen Schienennetz: Nachdem das Land erst gestern angekündigt hatte, bei der Elektrifizierung und dem Ausbau der Marschbahn nach Sylt in Vorleistung zu gehen, sprangen heute weitere Signale auf grün: Auch für eine große Lösung am Bahnknoten Elmshorn will das Land laut Verkehrsminister Bernd Buchholz in Vorleistung gehen. Außerdem liegt seit heute die Baugenehmigung für den Ausbau der AKN-Linie S 21 zwischen Hamburg und Kaltenkirchen vor. Und auf der Bahnstrecke von Kiel nach Hamburg sollen ab 2027 Elektrozüge rollen. Schleswig-Holstein hat das Bahnnetz neu ausgeschrieben. Der künftige Anbieter soll voraussichtlich im Juli 2023 den Zuschlag erhalten, die Elektrozüge ab Dezember 2027 fahren.

Gisela Hüllmann (Mitte) mit ihrer Bürgerinitiative und Minister Buchholz

«Moderne Fahrzeuge und vor allem genug Kapazität für die Fahrgäste sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg unseres neuen Nahverkehrsplans und der Mobilitätswende», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP). Auch Wartung und Unterhaltung der neuen Züge seien ausgeschrieben. «Wir dürfen die Hersteller hier nicht aus der Verantwortung entlassen, denn natürlich müssen die Züge dann auch jeden Tag funktionieren.»

Ein weiteres Thema beschäftigte heute Abend die Bürger in Tornesch – der seit Jahren geplante Ausbau der so genannten S4-West zwischen Pinneberg und Elmshorn. Gegenüber der Bürgerinitiative kündigte Buchholz an, an einer großen Lösung mit vier Fernverkehrs-Gleisen für den Knotenpunkt Elmshorn festzuhalten: „Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie und um in diese Richtung auch rasch voranzukommen, sind wir bereit, als Land die Mehrkosten vorerst selbst zu schultern“, sagte er bei einer Info-Veranstaltung in der Klaus-Groth-Schule von Tornesch. „Denn mit einem nachhaltigen Umbau des Bahnhofs Elmshorn bleiben für die Bahnstrecke Pinneberg-Elmshorn weiterhin alle Ausbauvarianten im Spiel“, so Buchholz.

Weiter sagte der Minister am Rande der Bürgerveranstaltung – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Minister erinnerte weiter daran, dass im Bundesverkehrswegeplan für den Großknoten Hamburg verschiedene Maßnahmen zur Steigerung der Kapazität und der Betriebsqualität vorgesehen seien – unter anderem auch ein drittes Bahnsteiggleis in Elmshorn. Dabei hätten am Ende noch zwei Varianten zur Auswahl gestanden. Die so genannte Variante „V5opt“, die einen zusätzlichen Außenbahnsteig westlich der Bestandsanlagen Elmshorn sowie eine Optimierung der Überholgleise für den Güterverkehr vorsieht. Und die Variante „V6“, eine grundlegende Neustrukturierung des Knotens Elmshorn mit zwei Mittelbahnsteigen. Das Bundesverkehrsministerium präferiert bisher die günstigere Variante V5opt. „Damit die Bahn aber die wesentlich bessere Variante V6 weiterplanen kann, werden wir die zusätzlichen Planungskosten von rund einer halben Million Euro komplett übernehmen“, kündigte Buchholz an.

Grund: Die Autoren der Machbarkeitsstudie hätten festgestellt, dass ein Ausbau der Bahnstrecke mit zwei zusätzlichen Fernbahngleisen wesentlich größere betriebliche Vorteile gegenüber der bisher favorisierten Variante mit ein bis zwei zusätzlichen S-Bahngleisen habe. Vor einer endgültigen Entscheidung, welche Ausbauvariante am Ende zum Zuge kommt, müsse in einem nächsten Schritt aber noch eine Gesamtabwägung der Infrastrukturvarianten durch den Nahverkehrsverbund NAH.SH erfolgen.

Hier ein Mitschnitt von Buchholz‘ Rede aus dem Streaming der Bürgerveranstaltung durch das „Quickborner Tageblatt“ des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) – Video starten…

2 Kommentare zu „Viele Weichenstellungen: Buchholz will große Lösung für Bahnknoten Elmshorn“

  1. Großartiger und mitreißender Vortrag von einem genialen Minister !
    Wir Schleswig-Holsteiner können uns nur dazu gratulieren, dass endlich jemand an der Spitze visionär denkt und handelt und den wahrscheinlich reichlich vorhandenen Bedenkenträgern sagt :
    Überlegt bitte, wie geht es dennoch !
    Man wünscht sich, nicht nur Ihre Rede hören und sehen zu können, Herr Minister, sondern auch die nachfolgenden Beiträge der Fachplaner.

    Sehr geehrter Herr Dr. Buchholz, Sie sind dabei, in Elmshorn mit vier Fernbahngleisen hoch attraktive Umsteigemöglichkeiten zeit- und bahnsteiggleich zu schaffen.
    Wieso lassen sie es zu, dass in Ahrensburg der Bahnhof mit vorhandenen zwei Mittelbahnsteigen und mit vier Fernbahngleisen kastriert werden soll ?
    Auch dort könnte man zeit- und bahnsteiggleich zwischen RE und S4 umsteigen.
    Im Idealfall würden dann die RE’s von NMS/IZ nach HL durchgebunden…

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  2. Ein großartiger und mitreißender Vortrag von einem genialen Minister !
    Wie Schleswig-Holsteiner können uns nur dazu gratulieren, dass endlich jemand an der Spitze visionär denkt und handelt und den wahrscheinlich reichlich vorhanden gewesenen Bedenkenträgern erfolgreich zugerufen hat :
    Überlegt bitte, wie geht es dennoch !
    Man wünscht sich Herr Minister, nicht nur Ihre Rede hören und sehen zu können, sondern auch die nachfolgenden Beiträge der Fachplaner.

    Sehr geehrter Herr Dr. Buchholz, Sie sind dabei, in Elmshorn mit vier Fernbahngleisen hochattraktive zeit- und bahnsteiggleiche Umsteigemöglichkeiten zu realisieren.
    Wieso lassen Sie es zu, dass in Ahrensburg der bestehende Bahnhof mit zwei Mittelgleisen und vier Fernbahngleisen kastriert werden soll ?
    Auch dort könnte man zukünftig -bei Modifikation der S4-Planung- zeit- und bahnsteiggleich zwischen RE und S4 umsteigen.
    Im Idealfall würden dann sogar die RE’s von NMS/IZ nach HL durchgebunden werden können.

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