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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Schleswig-Holstein und Hamburg investieren kräftig in alte und neue Brücken

Die meisten Brücken im echten Norden sind in einem befriedigenden Zustand

Die allermeisten Brücken in Schleswig-Holstein sind in einem eher mittelmäßigen Zustand. Von mehr als 1600 Brücken an Autobahnen und Bundesstraßen haben derzeit nach Angaben des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) gut 47 Prozent das Attribut «befriedigend». Rund 31 Prozent rangieren unter «ausreichend», 2,3 Prozent unter «nicht ausreichend». Auf ein «gut» kommen fast 14 Prozent, auf «sehr gut» knapp 5 Prozent. Bei den mehr als 900 Brücken an Landes- und Kreisstraßen fallen die Werte etwas besser aus. Die Zahlen erfassen auch kleinere Überführungen.

Für die Erhaltung der Brücken sind in diesem Jahr an Bundesfernstraßen 13 Millionen Euro vorgesehen und bei den Brücken des Landes 2,6 Millionen. Für die nächsten Jahre sind ähnliche Höhen geplant.

Von herausragender Bedeutung ist die Rader Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal im Zuge der A7. Die marode Brücke muss bis 2026 ersetzt werden. Der Bau einer neuen Brücke soll 2022 beginnen. Ebenfalls zu erneuern ist die Fehmarnsundbrücke, für die auch ein Ersatz oder eine grundlegende Sanierung vorgesehen sind.

Bereits gearbeitet wird an der Brunsbütteler Hochbrücke im Zuge der B5 über den Nord-Ostsee-Kanal und an der Travebrücke im Zuge der A1. Umfangreiche Instandsetzungsarbeiten sind auch geplant an der Kieler Kanalbrücke im Verlauf der B503. Künftig ersetzt werden muss auch die Brücke im Zuge der B404 über die A1 im Autobahnkreuz Bargteheide.

Auch in  Hamburg wird vor allem an Brücken gebaut. Die fast 400 Meter lange Langenfelder Brücke, über die die A7 verläuft, wird neu gebaut, die Köhlbrandbrücke saniert und auch die Kennedybrücke in der Innenstadt muss repariert werden. Rund 56 Millionen Euro geben die Stadt und der Bund nach Angaben von Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) in diesem Jahr für die Brücken in Hamburg aus. 

Nach Ansicht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) müssen Bund und Länder bei den Investitionen in die Infrastruktur aber noch deutlich nachlegen. Lastwagen, die im Stau stehen oder Umwege fahren müssen, verursachten zusätzliche Kosten, sagte der IW-Experte für öffentliche Finanzen, Tobias Hentze, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Das schade der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. «Es ist klar, dass man mittelfristig auch Arbeitsplätze gefährdet, wenn man zu wenig tut.»

Hentze berechnete auf Grundlage von Daten des Statistischen Bundesamts die Investitionsquoten der einzelnen Bundesländer im Jahr 2015. Demnach flossen in Ländern und Gemeinden knapp 12 Prozent der Ausgaben in Investitionen. Sie schnitten damit besser ab als der Bund (9 Prozent). Der Ökonom des arbeitgebernahen Instituts räumte ein, die Haushalte seien durch gesetzlich vorgeschriebene Sozialausgabe «teilweise festgezurrt». Es gebe aber Handlungsspielraum. «Länder wie Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg nutzen diesen Handlungsspielraum Richtung Investitionen mehr als andere Bundesländer.»

Sachsen kommt auf 16,5 Prozent Investitionsanteil, Bayern auf 15,7, Baden-Württemberg auf 14,6 Prozent. Am Ende der Liste rangieren Hessen mit 8,9 Prozent, das Saarland mit 7,9 Prozent und Berlin mit 7,4 Prozent. Auch Hamburg steht nach Hentzes Rechnung mit 9,2 Prozent unterdurchschnittlich da. Das ist gerade mal Platz 13, nach Schleswig-Holstein, Bremen und Niedersachsen.

Dabei hat die Hansestadt ihre jährlichen Ausgaben in die Verkehrsinfrastruktur zwischen 2012 und 2014 von rund 64 Millionen Euro auf 103 Millionen gesteigert. Im vergangenen Jahr sank dieser Betrag allerdings um gut 700 000 Euro. Die Summe soll nach Angaben der Verkehrsbehörde aber wieder leicht steigen. Erste Ergebnisse der Investitionen sind «erfahrbar». So können Autofahrer seit Mitte Juli die neue Rethebrücke im Hafen nutzen, Europas größte Klappbrücke. Schleswig-Holstein steht mit einer Investitionsquote von 9,9 Prozent (Platz 10) etwas besser da. 

Im übernächsten Jahr soll nach Angaben der Verkehrsbehörde auch die längste Brücke der Stadt zur Baustelle werden. Es geht um die «Hochstraße Elbmarsch». Nur wenige Autofahrer wissen, dass damit die vier Kilometer Autobahn südlich des Elbtunnels gemeint sind. Dort soll die A7 ab 2018 von sechs auf acht Spuren erweitert werden.

Nach vierjähriger Probephase: Bundesländer weiter uneinig über Zukunft der Lang-Lkw

Meyer zum Lang-Lkw-Feldversuch: Schleswig-Holstein bereit für den Regelbetrieb


Auch wenige Monate vor Ende des Feldversuchs mit Lang-Lkw herrscht in den Verkehrsministerien der Länder große Uneinigkeit über einen möglichen Regelbetrieb auf deutschen Straßen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das gilt auch für Schleswig-Holstein. «Aus fachlicher Sicht spricht alles dafür, den Feldversuch in den Regelbetrieb zu übernehmen», sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Politisch gäbe es darüber im nördlichsten Bundesland aber noch Abstimmungsbedarf.

Die gemeinsam mit SPD und SSW regierenden Grünen sind gegen das Projekt. «Der Koalitionsvertrag lehnt Lang-Lkw ab», sagte der Grünen-Verkehrspolitiker Andreas Tietze.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) hatte sich vor kurzem in der «Osnabrücker Zeitung» für den regulären Betrieb nach dem bis Ende des Jahres laufenden Test der 25 Meter langen Lastwagen ausgesprochen. Auch in Schwerin sieht man «derzeit keine Anhaltspunkte, eine Überführung in den Regelbetrieb abzulehnen». In Sachsen steht man den Lang-Lkw aufgeschlossen gegenüber, will sie aber nicht befördern. «Unser Ziel ist es, das steigende Verkehrsaufkommen im Güterverkehr möglichst ohne zusätzliche Lkw-Transporte abwickeln zu können», sagte Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD).

Seit 2012 rollen die bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen auf deutschen Straßen. Erst im Mai schloss sich Brandenburg dem Feldversuch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)an, damit läuft er in 13 von 16 Ländern. Berlin, Rheinland-Pfalz und das Saarland beteiligen sich nach wie vor nicht. 59 Firmen mit 156 Lkw machen mit. Ein Zwischenbericht des BASt im Jahr 2014 zeigte unter anderem, dass es Effizienzgewinne und Kraftstoffersparnisse zwischen 15 und 25 Prozent gebe, da zwei Lang-Lkw drei reguläre Lkw ersetzen könnten. Auch die Infrastruktur werde nicht stärker belastet.

Trotzdem formieren sich Widerstände: Die thüringische Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke) sagte: «Grundsätzlich bin ich skeptisch, was den Einsatz dieser Riesen-Laster betrifft.» Auch die neue schwarz-rot-grüne Landesregierung in Sachsen-Anhalt spricht sich genau wie der zuständige Senator in Bremen gegen Lang-Lkw aus.

In Düsseldorf will Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) nach wie vor nur die 17,80 Meter langen «Euro-Trailer», nicht aber die 25 Meter langen Lastwagen erlauben. Brandenburg, Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg und Hessen wollen die Ergebnisse des Feldversuchs abwarten und sich dann entscheiden. In Bayern gibt es eine Tendenz für einen Übergang zum Regelbetrieb. Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann CSU) betonte, die Erfahrungen seien überwiegend positiv.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sein Votum für einen Regelbetrieb nach 2016 schon gegeben: «Ich rechne weiter mit sehr positiven Ergebnissen und habe dem Gewerbe die Zusage gegeben, dass wir in diesem Fall mit dem Lang-Lkw in den Regelbetrieb gehen», sagte er erst jüngst in einem Interview. Allerdings kann Dobrindt nur über die Autobahnen entscheiden. Über die Zufahrten, die benutzt werden müssen, damit die Lastwagen überhaupt auf die Autobahn kommen, bestimmten aber die Länder, sagte eine Sprecherin im Verkehrsministerium in Stuttgart. Dort ist der Test nicht unumstritten.

Thüringens Verkehrsministerin sagte, der Einsatz der Gigaliner trage nicht zu einer Verkehrsentlastung auf der Straße bei. Die neue Regierung in Sachsen-Anhalt hat sogar im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass das Bundesland nicht an dem Test teilnehmen soll. Das Argument auch hier: Die verstärkte Zulassung der Gigaliner bringe mehr Güterverkehr auf die Straße – zum Nachteil von Schiene und Binnenwasserstraßen. Nur im Transitverkehr dürfen die Riesen-Laster auf zwei Autobahnen durch Sachsen-Anhalt rollen.

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Groschek ist anderer Ansicht: «Die steigenden Anforderungen an die Umweltbilanz könnten zu einer Neubewertung von Lang-Lkw führen. Beim Gütertransport auf langen Strecken ist und bleibt aber die Schiene unschlagbar.»

Überraschende Abstimmung im Landtag über Beitritt des Kreies Steinburg zum HVV

Überraschung im Landtag: Parlament beauftragt Landesregierung mit Bildung eines norddeutschen Tarifverbundes

HVV

Überraschende namentliche Abstimmung im Landtag: Nachdem Piraten und FDP und CDU vom Land Unterstützung für den Beitritt des Kreises Steinburg in den Hamburger Verkehrsverbund (HVV) forderten, stellte sich das Parlament – mit Stimmen aus der Opposition – am Abend geschlossen hinter den Plan der Landesregierung, die Einführung eines norddeutschen Tarifverbundes.

Zu der Entscheidung des Landtages sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (Audiopfeil klicken)

Kurz zuvor hatteMeyer er im Landtag in seiner Rede für einen neuen Taruifverbund geworben. Hier die Rede im Wortlaut

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Kreis Rendsburg und Land investieren über zwei Millionen Euro in vier Straßenprojekte

Land gibt grünes Licht für Sanierung von Kreisstraßen zwischen Wittensee und Schwansen

Ausgefahrene Seitenstreifen

Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute der Kreisverwaltung Rendsburg-Eckernförde mitgeteilt hat, wird sich das Land an vier Straßensanierungen, die ein Gesamtvolumen von rund 2,1 Millionen Euro haben, mit knapp einer Million Euro beteiligen. Dabei handelt es sich um folgende Einzelprojekte von zusammen über elf Kilometern Länge:

  • Sanierung der Kreisstraße 2 südlich des Wittensees von Bünsdorf bis an die Landesstraße 42. (Baulänge: 2,5 Kilometer)
  • Sanierung der Kreisstraße 9 inklusive Radweg nördlich des Nord-Ostsee-Kanals von Knoop in Richtung Kiel. (Baulänge: zwei Kilometer)
  • Kreisstraße 63 inklusive Radweg auf der Halbinsel Schwansen östlich der
    B 203 im Bereich von Karby bis Dörphop. (Baulänge: 3,2 Kilometer)
  • Kreisstraße 77 inklusive Radweg in Schwansen westlich der B 203 zwischen Winnemark und Karlsberg (Baulänge: 4,1 Kilometer)

Die teilweise bereits begonnene Sanierung umfasst in allen Fällen vor allem das Abfräsen der alten Fahrbahndecken und die Erneuerung der Deckschicht. Die Zuwendung des Landes erfolgt aus Mitteln des so genannten Finanzausgleichs­gesetzes (FAG) bzw. des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes Schleswig-Holstein (GVFG-SH).

Wie Meyer sagte, werde mit den Bauprojekten nicht nur die Sicherheit auf den jeweiligen Streckenabschnitten deutlich erhöht, sondern die Region auch für die örtliche Wirtschaft und den Tourismus attraktiv gehalten.

Land startet weitere Qualifizierungsoffensive in Zukunftsbranchen

Weiterbildungsträger aufgepasst! Land stellt 1,85 Millionen Euro für Ideenwettbewerb bereit

Schleswig-Holsteinische Seemannsschule in Travemünde

Arbeitsminister Reinhard Meyer hat heute in Kiel den Startschuss für eine weitere Qualifizierungsoffensive in den Bereichen Maritime Wirtschaft, Life Sciences, Ernährungswirtschaft, Digitale Wirtschaft, Erneuerbare Energien und Tourismus gegeben. „Zur Sicherung ihres Fachkräftebedarfs brauchen Unternehmen in diesen Bereichen gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Land fördert deshalb neue Projekte, die den speziellen Qualifizierungsbedarf decken. Nur so kann die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Unternehmen im Land erhalten bleiben“, sagte Meyer.

Der Aufruf richtet sich an die Einrichtungen der Weiterbildung, die so genannten Clustermanager, an die Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen sowie Wirtschaftsförder- und Technologiegesellschaften. Sie sollen für die Branchen neue und bisher unbekannte Weiterbildungsangebote entwickeln. Für die Projekte werden Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes in Höhe von rund 1,85 Millionen Euro im Rahmen des Landesprogramms Arbeit bereitgestellt. Mit diesem Geld werden Personal- und Sachkosten für  die Entwicklung neuer Qualifizierungsangebote vollständig übernommen; die spätere Erprobungsphase wird zu 50 Prozent bezuschusst.

Bestehende Qualifizierungsangebote werden nach den Worten von Meyer den Anforderungen der Unternehmen häufig nicht gerecht. Im Rahmen von Projekten solle deshalb die Entwicklung neuer Qualifizierungsmodule sowie die darauf basierende berufsbegleitende berufliche oder wissenschaftliche Weiterbildung von Beschäftigten in Unternehmen der besonderen Clusterbranchen gefördert werden. „Die passgenauen und zielgerichteten Angebote müssen dabei auf die Bedarfe der Branche zugeschnitten und betriebsnah angeboten  werden können“, sagte der Minister.

Interessierte Projektträger können sich mit einem Teilnahmeantrag um Fördermittel bewerben. Die Antragsfrist dazu endet am 23. September 2016. Weitere Informationen sowie der Antrag zur Teilnahme an diesem Ideenwettbewerb können bei der  Investitionsbank abgerufen oder telefonisch unter (0431) 9905-2737 angefordert werden.

Und noch ein Plus: Mai-Übernachtungen in SH um fünf Prozent gestiegen

SH-Tourismusbranche startet mit sattem Vorsaison-Plus in Sommersaison – Meyer sieht noch mehr Potenzial

Die Frühstückspension "Alte Landschule" in Langballig bietet hochwertige günstige Zimmer.

In den ersten fünf Monaten des Jahres kamen knapp 2,33 Millionen Gäste in das nördlichste Bundesland und damit 5,1 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum, berichtete das Statistikamt heute in Kiel. Die Zahl der Übernachtungen in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erhöhte sich um 5,0 Prozent auf fast 8,12 Millionen. Im Mai zählten die Hotels, Pensionen, Ferienanlagen und -wohnungen sowie Campingplätze 792 000 Übernachtungsgäste und damit 3,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen wuchs um 4,2 Prozent auf 2,84 Millionen.

«Das ist gewiss zu einem großen Teil das Ergebnis unserer Strategie, die Nebensaison-Monate besser zu erschließen, aber auch das Resultat großer Investitionen in die touristische Infrastruktur und qualitativ hochwertige Unterkünfte», kommentierte Tourismusminister Reinhard Meyer. Hier könne noch deutlich mehr Potenzial ausgeschöpft werden. Auch die weltpolitische Situation wirke sich aus: «In Krisenzeiten entscheiden sich die Urlauber im Zweifel für Inlands-Destinationen – aber auch hier sind wir klar über dem Bundesdurchschnitt», sagte Meyer.

Wirtschaftsminister Meyer im Landtag

Meyer im Landtag zum Ceta-Abkommen: „Absenkung der Standards wird es nicht geben“

Trotz des geplanten Ausstiegs der Briten setzt Schleswig-Holsteins Landtag weiter auf die europäische Integration. Bei den geplanten Freihandelsabkommen TTIP mit den USA und Ceta gehen die Meinungen dagegen auseinander. CDU und FDP machen sich dafür stark, die SPD rechnet mit einem Scheitern, die Grünen sind dagegen. Einig sind sich aber alle, dass europäische Standards nicht für Freihandelsabkommen geopfert werden sollen. «Eine Absenkung von Standards wird es nicht geben», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer . Gelinge eine Einigung nicht mehr in diesem Jahr, liege TTIP aber wohl «auf Eis».

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD)Meyers Rede im Wortlaut hier:

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Auch für den Parlamentarischen Geschäftsführer der FDP, Heiner Garg, ist Freihandel ein Garant für Wohlstand und Freiheit. «Viele vermeintliche Kritiker von TTIP und Ceta sind in Wahrheit keine Kritiker dieser Freihandelsabkommen, sondern sie sind Gegner von Freihandel, von Wohlstand und Marktwirtschaft», sagte er. Den Gegnern warf er Panikmache und Populismus vor.

Der CDU-Wirtschaftspolitiker Johannes Callsen forderte einen zügigen Abschluss der Verhandlungen. «Ziel ist es, die hohen europäischen Standards aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den Zugang zum US-Markt zu vereinfachen.» Wer die Verhandlungen bereits für gescheitert erkläre, schwäche die europäische Handlungsposition.

Für SPD-Fraktionschef Ralf Stegner steht dagegen fest: «TTIP ist politisch praktisch tot.» Noch deutlicher wurde der Grünen-Europa-Politiker Bernd Voß. «Wir lehnen das Abkommen in seiner jetzigen Form ab.» Die SSW-Abgeordnete Jette Waldinger-Thiering rechnet mit einem «bundesweiten Proteststurm». Die Verhandlungen seien an Intransparenz nicht zu unterbieten.

Zuvor hatten die Abgeordneten über die Zukunft Europas debattiert. Nach dem Brexit-Votum stelle sich die Frage «wo, Europa, willst Du eigentlich hin?», sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). Nun müssten Antworten auf diese Fragen gegeben werden. «Wollen wir mehr Europa oder weniger, mehr Freizügigkeit oder mehr?»

Es sei aber «viel zu früh, um zu sagen, wie genau die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen» ausfielen, sagte Albig. Schleswig-Holstein sei in seinem Wohlstand ohne Europa aber unmittelbar gefährdet. Er sprach von der «größten zivilisatorischen Idee, die dieser Kontinent in seiner Geschichte erfahren hat». Der europäische Gedanke werde aber nicht mehr von allen verstanden. «Wir haben uns gewöhnt an die Wohlfahrten unseres Europas.»

CDU-Fraktionschef Daniel Günther forderte mehr Engagement für die europäische Idee. «Unsere Aufgabe ist jetzt, dass wir wieder Begeisterung für Europa verbreiten.» Englands Votum sei eine Fehlentscheidung. Für FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki steht trotz des Brexit-Votums fest: «Europa ist nicht auseinandergefallen.» In der Jugend aller Länder gebe es eine hohe Zustimmung zu Europa. Die Briten hätten sich aber «dezidiert gegen Quotenflüchtlinge ausgesprochen». Es herrsche in anderen Ländern der Eindruck, Deutschland wolle Europa dominieren.

Weiteres Thema:

Die Piraten fordern vom Verkehrsministerium, dass mehr Brücken-Baustellen in die Datensätze von Navigationsinstrumenten eingepflegt werden. Dazu sagte Meyer:

 

Ende des Wettbewerbs um die besten Ideen für die Westküste: Acht Sieger-Konzepte gekürt

Acht Konzepte mit 81 Projekten sollen über 130 Millionen Euro Investitionen an der Westküste auslösen

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Die führenden Köpfe des Ideenwettbewerbs – zusammen mit Staatssekretär und Landräten. Von links: Staatssekretär Frank Nägele, Frank Timpe (Amrum), Jörg Singer (Helgoland), Martina Hummel-Manzau (Region Brunsbüttel-Westküste), Olaf Raffel (Büsum), Landrat Dieter Harrsen (Nordfriesland), Julia Seelig (ITI-Scout), Paul Raffelhüschen (Föhr), Reiner Schütt (NES-Trail), Oliver Meik (Kultourwert), Landrat Jörn Klimant (Dithmarschen) und Gerd Meurs-Scher (Naturwert)

Schluss-Pfiff im Rennen und Ringen um die besten Ideen für mehr Wachstum und Wohlstand an der Westküste: In der gemeinsamen Sitzung des vom Land vor drei Jahren ins Leben gerufenen Westküsten-Beirats und des so genannten ITI-Gremiums in Husum wurden heute im Husumer Congress-Centrum die Sieger eines im September 2014 ausgerufenen Ideenwettbewerbs gekürt. Hintergrund ist das speziell auf Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg und Helgoland  zugeschnittene 30 Millionen Euro umfassende EU-Sonder­programm ITI Westküste (Integrierte Territoriale Investitionen „Tourismus- und Energiekompe­tenz­region Westküste“). Das ITI-Programm wird gespeist aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).

NaegeleStaatssekretär Nägele sagte zu dem Abschluss der  zweiten Wettbewerbsphase

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Wie Nägele gemeinsam mit Nordfrieslands Land­rat Dieter Harrsen und Dithmarschens Landrat Dr. Jörn Klimant weiter bekanntgab, seien vom ITI-Gremium auch zum Abschluss der zweiten Wettbewerbsphase acht von ehemals zwölf Konzepten als zukunftsträchtig eingestuft  worden (siehe Anlage). Die acht Sieger-Konzepte umfassen insgesamt 81 Einzelprojekte mit Investitionsvolumina zwischen 1,4 und 15,7 Millionen Euro. „Wir gratulieren allen Konzeptverantwortlichen und sind sehr zuversichtlich, dass die Projekte nun auch zügig gefördert werden können“, sagte Nägele.

NSG Amrumer Dünen

Wie der Staatssekretär weiter erläuterte, stehen bei dem ITI-Sonderprogramm vor allem Aspekte der Erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz und eines ressourcen­schon­en­den Tourismus im Vordergrund. Er appellierte an die Konzeptverantwortlichen, ihre Projekte nun rasch antragsreif zu konkretisieren und zusammen mit der Inves­titions­bank Schleswig-Holstein und der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) die letzten fördertechnischen Fragen zu klären. „Danach bin ich sehr zuversichtlich, dass wir mit dem Ideen-Feuerwerk, dass in den einzelnen Vorhaben steckt, für die Westküste in den nächsten drei bis fünf Jahren Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe auslösen werden,“ so Nägele.

Und hier ein Überblick über die einzelnen acht Projekte: zur Projekt-Übersicht

Meyer verspricht Qualitätssprung im Öffentlichen Personen-Nahverkehr in SH

Land reaktiviert Bahnstrecken Wrist-Kellinghusen und Geesthacht Nettelnburg – weitere Qualitätsverbesserungen geplant

ohne Überschrift

Mit mehr als einer halben Milliarde Euro zusätzlich bis 2031 soll der öffentliche Nahverkehr in Schleswig-Holstein deutlich attraktiver werden. Verkehrsminister Reinhard Meyer kündigte heute in Kiel einen großen Qualitätssprung an. Der Landesanteil aus dem 8,2-Milliarden-Euro-Topf des Bundes für sogenannte Regionalisierungsmittel solle für den Ausbau und die Wiederbelebung von Bahnstrecken ebenso genutzt werden wie für mehr Pünktlichkeit, bessere Informationen für Fahrgäste, WLAN in Zügen und Barrierefreiheit an weiteren Bahnhöfen. Er strebe auch einen einheitlichen Tarif in Schleswig-Holstein, Hamburg und im nördlichen Niedersachsen an, sagte Meyer.

Reinhard_MeyerMeyer sagte im Gespräch mit Journalisten unter anderem

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Wie Meyer weiter sagte, sei er sich sicher, dass es mit dieser Strategie gelingen werde, dauerhaft mehr Menschen davon zu überzeugen, dass Bahn und Bus eine gute Alternative zum eigenen Auto seien.

Als dringliche Qualitätsverbesserungen nannte er unter anderem eine größere Pünktlichkeit der Züge, verbesserte Fahrgastinformationen und mehr Komfort – etwa durch WLAN oder elektronische Buchungs- und Zahlungssysteme. Erste WLAN-Pilotprojekte könnten noch in diesem Jahr starten. Ein weiteres Ziel sei zudem, die Energiewende stärker als bislang auch im Nahverkehr umzusetzen, beispielsweise durch umweltfreundlichere Antriebsformen als Dieselmotoren.

Als größte Investitions-Projekte der nächsten Jahre nannte Meyer neben der bereits beschlossenen Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberger Strand die beiden geplanten Schienenprojekte „S 21“ (Hamburg-Kaltenkirchen) und „S 4 Ost“ (Hamburg-Bad Oldesloe) sowie den Ausbau der Strecke Wrist-Kellinghusen. Darüber hinaus steht auch die Reaktivierung der Strecke Geesthacht-Nettelnburg auf dem Plan.

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An der Westküste soll zudem künftig ein Schnellbus zwischen Itzehoe und Brunsbüttel verkehren.

Als ein Beispiel für eine Angebotsverbes­­serung auf bestehenden Strecken nannte der Minister den heutigen stündliche Regionalexpress zwischen Kiel und Lübeck, der künftig durch eine noch schnellere Regionalbahn ergänzt werden soll, so dass es zwischen beiden Städten in etwa einen Halbstundentakt geben werde. Im besonders stark nachgefragten Abschnitt zwischen Kiel und Preetz werde zudem eine zusätzliche stündliche Regionalbahn eingeführt, die einige neue Haltepunkte bedienen könne.

Wichtig für einen leistungsfähigen ÖPNV der Zukunft ist nach den Worten von Meyer auch die Barrierefreiheit von Bahnhöfen. Deshalb werde das 2001 begonnene Bahnhofs-Stationsprogramms fortgesetzt. Dabei stehen unter anderem die Modernisierung der Bahnhöfe von Pinneberg, Tönning oder Gettorf auf dem Programm.

„Unter Barrierefreiheit verstehe ich aber auch den reibungslosen Zugang  zu Informationen und die  bargeldlose Abwicklung von Buchungen“, sagte Meyer. Deshalb sei es das Ziel von Land und dem landesweiten Verkehrsverbund „NAH.SH“, auch neue Vertriebswege zu schaffen. „Wir werden Systeme für mobile Tickets ebenso auf den Weg bringen wie kundenfreundliche Gesamt-Angebote“, so der Minister.

Mit Blick auf die künftige Tarifgestaltung im Norden sagte Meyer: „Zwar gilt der SH-Tarif schon seit 2005 im ganzen Land und bis nach Hamburg, Fahrgäste nehmen aber immer noch Tarifgrenzen wahr. Gemeinsam mit den Regierungen in Niedersachen und Hamburg wollen und werden wir deshalb einen gemeinsamen norddeutschen Tarif gestalten.“  Außerdem sind nach den Worten des Ministers weitere zielgruppengerechte Angebote nötig. Dazu gehöre unter anderem eine so genannte „9-Uhr-Zeitkarte“ und landesweites Semesterticket.

Die im kommenden Jahr auslaufende Finanzierungsverordnung mit den Kommunen zur Organisation der Busverkehre wird – so Meyer – ab 2018 ebenfalls finanziell besser ausgestattet.

Meyers vollständigen Beitrag in der heutigen Pressekonferenz hören Sie hier: