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Madsen bei Fehmarnsund-Konferenz: Wir brauchen maximalen Schub bei Planung und Bau

DB-Konzernbevollmächtichtige Ute Plambeck (Mitte) zusammen mit ihrer Kollegin Jutta Heine Seele und Minister Madsen während der Konferenz in der Inselschule in Burg auf Fehmarn

Nach Ankündigung der Deutschen Bahn, in einem Monat mit ersten Arbeiten an der Bahnstrecke zum Fehmarnbelttunnel zu beginnen, hat Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen von allen Beteiligten „maximales Planungs- und Bautempo für das derzeit größte deutsche Infrastrukturvorhaben“ eingefordert. „In sechs Jahren werden unsere dänischen Nachbarn den Tunnel zwischen Rødby und Puttgarden fertig haben – spätestens dann müssen nicht nur unsere ausgebaute B 207 und die Schienentrasse startklar sein, sondern vor allem der Tunnel unter dem Fehmarnsund“, sagte Madsen heute in Burg auf Fehmarn. Der Minister hatte zum zweiten Mal zusammen mit der DB Netz AG und der Straßen-Infrastrukturgesellschaft DEGES zu einer Kommunalkonferenz auf die Insel eingeladen.

Wie Madsen sagte, gehe es in den kommenden sechs Jahren vor allem darum, einerseits die Auswirkungen der massiven Bauarbeiten auf der Insel für Bewohnerinnen und Bewohner wie Gäste so gering wie möglich zu halten. „Andererseits muss es durch geschickte Parallelplanung und gesetzliche wie organisatorische Booster möglich gemacht werden, Risiken und Zeitverluste zu minimieren“, so der Minister. Ein Zweig dorthin sei beim Bau des Fehmarnsund-Tunnels das so genannte Partnerschaftsmodell Schiene, bei dem durch frühzeitige Einbindung aller relevanten Firmen als so genannte Allianzpartner eine optimierte Projektabwicklung hinsichtlich Qualität, Kosten und Terminen ermöglicht wird. „Auch die vom Bund gerade auf den Weg gebrachten Beschleunigungsgesetze werden wir nutzen“, sagte Madsen.      

Und so sollen künftig die Zufahrten zum Sundtunnel aussehen – Video der DB AG …

Der Zeitplan für die voll elektrisierte 88 Kilometer lange Schienentrasse zwischen Lübeck und Puttgarden sieht laut DB-Konzernbevollmächtigter Ute Plambeck so aus: Nach den Anfang Oktober gestarteten Vorarbeiten soll Mitte 2024 bei Puttgarden die Bau-Hauptmaßnahme auf Fehmarn starten. Die gesamte Strecke umfasst 55 Kilometer Neubaustrecke und 30 Kilometer Ausbau der Bestandstrasse. Geplant sind für Schiene und Straße außerdem 80 Brücken, sechs Haltepunkte und fünf Autobahnanschlüsse. Dafür müssen von Bahn und DEGES rund 6,5 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt werden.

Für den Sundtunnel will die DB AG Ende 2024 die Genehmigungsunterlagen beim zuständigen Eisenbahnbundesamt einreichen. Der Baustart ist für das erste Quartal 2026 geplant. Die 12 Tunnelelemente werden in einem Trockendock im Bereich des zukünftigen Tunnelportals auf dem Festland errichtet. Das Dock wird dann später wieder zurückgebaut, um anschließend das Tunnelportal zu errichten. Nach den Worten von Plambeck bestehe schon jetzt reges Interesse von Baufirmen an dem Großprojekt. Im Januar werde im Zuge des Partnerschaftsmodells der erste so genannte Marktdialog für die Sundquerung stattfinden. Plambeck: „Darüber kommen wir erstmals mit potenziellen Auftragnehmern ins Gespräch, die sich dann in einer sehr frühen Phase des Projekts bereits bewerben können.“

DEGES-Projektleiter für den Ausbau der Bundesstraße 207 zwischen Heiligenhafen und Puttgarden: Dr. Benedikt Zierke

An der Bundesstraße 207, die künftig autobahnähnlich Richtung Tunnel und Dänemark führen wird, wird nach Angaben von Projektleiter Dr. Benedikt Zierke seit Anfang des Jahres gearbeitet. In den kommenden Monaten werde zunächst die Brücke im Verlauf der Kreisstraße K 49 über die spätere B 207 errichtet. „Die Leitungskoordinierung in Puttgarden haben wir inzwischen abgeschlossen, der Leitungsbau an der Gemeindestraße nach Presen und die archäologischen Vorarbeiten laufen weiter“, sagt Zierke. 2024 werde das Baufeld im Lauf der künftigen Trasse auf der Insel weiter freigemacht, dazu stehen unter anderem der Bau von Drainagen und Leitungsverlegungen an. Für 2025 stehe dann die Fertigstellung des Anschlusses Puttgarden auf dem Plan, danach beginnen die Arbeiten im Bereich der künftigen Anschlussstelle Avendorf. Auf dem Festland von Heiligenhafen bis Großenbrode geht es laut Zierke mit vorbereitenden Maßnahmen erst Ende 2025 los, mit dem eigentlichen Streckenausbau 2028.

Und hier ein Mitschnitt des abschließenden Pressegesprächs nach der Konferenz – Video starten

Madsen und Biercher erfreut über sanften Herbst-Aufschwung am SH-Arbeitsmarkt

Der Herbst belebt den Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein. Das ist typisch für einen Oktober. Doch im Jahresvergleich zeigen sich auch Probleme.

Leicht gesunkene Arbeitslosenzahl dank Herbstbelebung in Schleswig-Holstein: Im Oktober waren im Norden 86.000 Menschen arbeitslos. Das waren etwa 800 oder 0,9 Prozent weniger als im September des laufenden Jahres. Im Vergleich zum Oktober vergangenen Jahres erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen aber um 4.600 oder 5,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im Oktober 5,4 Prozent, ebenso wie im September 2023. «Der Arbeitsmarkt profitiert im Oktober weiterhin von der saisonal typischen Herbstbelebung. So sind im Vergleich zum Vormonat die Arbeitslosenzahlen nahezu aller Alters- und Personengruppen – ob Männer oder Frauen, unter 25, langzeitarbeitslos oder Ausländer – gesunken», teilte der Chef der Regionaldirektion Nord, Markus Biercher, mit. Stichtag für die Datenerhebung war der 12. Oktober.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen hob die Gruppe der Jüngeren hervor. «Die Herbstbelebung sorgt dafür, dass vor allem die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahre weiter zurückgegangen ist», sagte der CDU-Politiker. Auch Biercher nannte diesen Aspekt besonders erfreulich. Im Vormonatsvergleich hätten 440 Frauen und Männer aus dieser Altersgruppe ihre Arbeitslosigkeit beenden können, betonte er.

Sorge bereitet Madsen die Zahl der Langzeitarbeitslosen und der älteren Arbeitslosen. Hier verzeichnet die Bundesagentur nur leichte Rückgänge oder stagniere im Vormonatsvergleich. Madsen: «Dabei sehe ich vor allem bei der Beschäftigung älterer Menschen noch Luft nach oben, weil sie als ausgebildete Arbeits- und Fachkräfte direkt in Unternehmen eingesetzt werden und für junge Beschäftigte wertvolle Wissens- und Erfahrungsträger sein können.» Diesen Schatz gelte es besser zu nutzen und Vorurteile gegenüber älteren Beschäftigten abzubauen.«Wir müssen eine möglichst lange, gesunde Erwerbstätigkeit in den Vordergrund stellen», so der Minister. Er sehe mit Sorge, dass psychische und physische Erkrankungen zunähmen und dadurch Arbeitskraft oft vorzeitig verloren ginge. „Arbeit darf nicht krankmachen“, so Madsen. Hier seien die Unternehmen, aber auch der öffentliche Dienst in der Pflicht – beispielsweise durch ein betriebliches Gesundheitsmanagement.

Erfreulich ist nach den Worten von Madsen und Biercher der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. «Nach den bislang vorliegenden Zahlen bis einschließlich August sind in konjunkturunabhängigeren Branchen wie dem Gesundheits- und Sozialwesen weitere Arbeitsplätze entstanden.» Im Handel sowie bei den sonstigen Dienstleistungen gingen hingegen Arbeitsplätze verloren.

Mit Blick auf die in diesem Monat in Kraft tretenden Änderungen durch das Fachkräfte-Einwanderungsgesetz erinnerte Madsen daran, dass Fachkräfte mit Meister-Abschlüssen und einigen Fachakademie-Abschlüssen aus Drittstaaten nun eine „Blaue Karte EU“ beantragen können. Durch niedrigere Gehaltsgrenzen würde der Erwerb der Karte für weitere Personen erleichtert, um die dringend benötigen Fachkräfte ins Land zu holen.

Die Personalnachfrage in Schleswig-Holstein liegt laut BA insgesamt unter dem Niveau des Vorjahres. Aktuell hätten die Arbeitsagenturen 27.200 sozialversicherungspflichtige Stellen im Bestand. Das sei ein Minus von 2800 oder 9,2 Prozent im Vergleich zu den im Oktober 2022 gemeldeten Stellen. «Speziell in der Verkehrs- und Logistikbranche und in der Fertigung werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht», unterstrich Biercher.

Betriebe suchen Nachfolger – Julia Carstens: „Pro Jahr über 1300 große Chancen“

«Ich gebe nicht auf – ich gebe weiter.» Dieses Motto könnte angesichts von jährlich 1.300 zur Übergabe anstehenden Unternehmen im Norden für Betriebsinhaberinnen oder -inhaber Leitmotiv sein. Heute startete dazu eine landesweite Initiative

Vor allem Frauen wollen diese beiden Frauen Mut zur Unternehmensübernahme machen: Frederike Holdhof von EDUR-Pumpen in Kiel und Staatssekretärin Julia Carstens

«Denn die Zahl der Betriebe, die ihre Nachfolge noch nicht vorbereitet haben, ist auf mittlerweile fast 60 Prozent gestiegen», sagt Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens. Es gehe also um nicht weniger als den Erhalt der mittelständischen Wirtschaft und vieler Arbeitsplätze. Heute gab Carstens gemeinsam mit IHK-Präsident Hagen Goldbeck und Lübecks Handwerkskammer-Chef Andreas Katschke den Startschuss für eine gemeinsame landesweite Nachfolge-Initiative. Gastgeberin war eine junge Unternehmensnachfolgerin: Frederike Holdhof – Geschäftsführerin der Kieler Pumpenfabrik EDUR.

«Für die Initiative haben wir uns neben den Kammern auch mit Förderbanken, Vereinen und Verbänden zusammengetan», sagt Carstens. Mehr Mut und Weitblick beim Thema Nachfolge – das sei das Ziel der Initiative. „Wir wollen informieren, motivieren und dabei besonders Frauen als potenzielle Nachfolgerinnen in den Fokus nehmen“, betonte Carstens. Und weiter – Video starten:

Die Zahl der Unternehmerinnen und Unternehmer in Schleswig-Holstein, die ihre Nachfolge noch nicht geregelt haben, ist seit 2018 deutlich gestiegen. Das ging aus einer gemeinsamen Umfrage der IHK und Handwerkskammern in Schleswig-Holstein hervor. Dort gab jeweils mehr als die Hälfte der knapp 25.000 befragten Chefinnen und Chefs an, noch nicht aktiv geworden zu sein. „Wir raten den Unternehmerinnen und Unternehmern dringend, sich frühzeitig mit der Nachfolgeregelung zu beschäftigen. Ab einem Alter von 55 Jahren ist es sinnvoll, sich auf dieses Thema vorzubereiten“, sagte die Staatssekretärin.

„Dieser Anstieg ist zwar noch nicht besorgniserregend. Da ein Übergabeprozess aber mehrere Jahre dauern kann, wird es für viele jetzt höchste Zeit, tätig zu werden“, betonte Goldbeck. „In den Handwerksbetrieben stieg der Anteil der Chefs über 55 Jahre innerhalb der vergangenen zehn Jahre von 25 Prozent auf 45 Prozent, von etwas mehr als 8.000 auf 15.000. Diese höhere Anzahl ist aber auch eine Chance für alle gründungswilligen Frauen und Männer, denn es stehen genug Angebote zur Verfügung“, ergänzte Katschke.

Die Umfrage belege das hohe Verantwortungsbewusstsein der Betriebsinhaber im Handwerk, die ihren Betrieb an einen geeigneten Nachfolger übergeben möchten. Viele Betriebsinhaber setzten sich jedoch erst spät mit dem Thema auseinander, so Katschke weiter. Dadurch steige allerdings das Risiko, keinen Interessenten zu finden und den Betrieb schließen zu müssen. Das wiederum würde den Erhalt von Wertschöpfung, Know-how und Arbeitsplätzen am Standort Schleswig-Holstein gefährden.

Laut Goldbeck stellt sich die Situation in den IHK-Unternehmen ähnlich dar. 47 Prozent der Befragten antworteten in der Umfrage: „Ich habe noch keinen Nachfolger gefunden“. Vor fünf Jahren waren es noch 35 Prozent. Auch die Nachfolge in der eigenen Familie geht in den IHK-Unternehmen deutlich zurück. 2013 kamen noch rund 60 Prozent der Nachfolger aus der eigenen Familie. Jetzt sind es der aktuellen Umfrage zufolge nur noch 36 Prozent.

„Das bedeutet, dass sich der Anteil der zum Verkauf stehenden Unternehmen immer mehr erhöht“, betonte Goldbeck. „Unternehmer müssen außer einer familieninternen Regelung auch andere Nachfolgeformen aktiv prüfen und in den Prozess integrieren. Somit kommt der Suche nach einem Nachfolger im eigenen Unternehmen oder von extern eine immer größer werdende Bedeutung zu.“

Ein Unternehmen, das zeigt, wie es funktionieren kann, ist die EDUR-Pumpenfabrik in Kiel-Wellsee. Frederike Holdhof hat die Geschäftsführung des Familienbetriebs 2021 gemeinsam mit Thomas Naß, einem langjährigen Mitarbeiter, von ihren Eltern übernommen. „Unternehmensnachfolge bedeutet nicht nur das Vergangene weiterzuführen, sondern auch Erfolgsmodelle unter veränderten Rahmenbedingungen immer wieder neu zu gestalten und in die Zukunft zu transformieren“, betonte sie. Weiter sagte Holdhof bei der heutigen Auftakt-Veranstaltung – Audio starten

Die Vertreter der Kammern stellten gemeinsam heraus, dass frühzeitiges Kümmern die Erfolgsaussichten steigere. Beide Kammern bieten ihren Mitgliedern hierzu Beratungsleistungen an. Die neue Nachfolgeinitiative will diese und weitere Beratungs- und Informationsangebote bekannter machen. Dazu gibt es ab sofort ein Nachfolgeportal.

„Es ist entscheidend, dass deutlich mehr Unternehmen bei diesem wichtigen Thema Beratungs- und Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen und somit ihr Lebenswerk erfolgreich in jüngere Hände geben. Dafür müssen wir werben,“ sagte Carstens. Zugleich betonte sie, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, für das Unternehmertum und damit auch für Übernahmen zu werben. „Wir müssen weiterhin Unternehmerinnen und Unternehmer sensibilisieren, die Übergabe rechtzeitig zu planen und geeignete Kandidatinnen und Kandidaten in der Belegschaft oder im Umfeld als mögliche Nachfolgende zu identifizieren und zu gewinnen.“

Neue Akkuzüge im Linienbetrieb: Madsen sieht Schleswig-Holstein als weltweites Vorbild 

In Schleswig-Holstein ist die weltweit erste batterieelektrische Zugflotte im regelmäßigen Linienbetrieb unterwegs. Damit hat das Bundesland den zweithöchsten Elektrifizierungsanteil unter den Flächenländern Deutschlands: 68 Prozent aller Strecken werden nun elektrisch befahren. Die batterieelektrischen Triebzüge ersetzen auf den Strecken zwischen Kiel – Lübeck und Lüneburg die bislang üblichen Dieselzüge. Der ökologische Vorteil: Rund 10,4 Millionen Zug-Kilometer werden „entdieselt“. Jährlich werden so 10 Millionen Liter Diesel und rund 26.000 Tonnen CO2 eingespart.

Schleswig-Holsteines Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen: „Wir machen einen riesigen Schritt hin zum emissionsfreien Nahverkehr mit den 55 Akkuzügen, die bis Mitte nächsten Jahres auf elf Bahnlinien im Land unterwegs sein werden. Auf unsere Vorreiterrolle können wir wirklich stolz sein.“

erixx Holstein betreibt die batterieelektrischen Triebzüge vom Typ FLIRT Akku vom Hersteller Stadler nun auch auf der Strecke Kiel – Lübeck – Lüneburg sowie zwischen Kiel und Kiel-Oppendorf und läutet damit ein neues Kapitel im Nahverkehr im echten Norden ein. Die Freude über den Start der Züge im Linienbetrieb teilte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen mit zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft, die sich heute an der Seite des Ministers bei einer Zugfahrt Richtung Lübeck ein Bild von den neuen Fahrzeugen machten.

Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen: „Wir beginnen heute damit, die Früchte zu ernten, deren Saat 2015 mit einer großen Idee für die Zukunft des Nahverkehrs in Schleswig-Holstein ausgebracht wurde!“

Weiter sagte Madsen – Video starten:

Die neuen Akkufahrzeuge verfügen über Batterien, die auf dem Dach und unter dem Fahrzeug montiert sind. Damit sind sie im Fahrgastbetrieb mindestens 80 Kilometer ohne eine erneute Ladung unterwegs. Die Batterien werden dann an den Oberleitungen in Bahnhöfen oder an den bereits vorhandenen Oberleitungen auf einigen Strecken aufgeladen. Die Fahrpläne in den Akkunetzen sind so gestaltet, dass die Ladezeiten ausreichend sind und jeweils genug Fahrzeit zur nächsten Oberleitung besteht. Störungsfälle oder Probleme im Betrieb, wie längere außerplanmäßige Standzeiten, können mit einem Akkupuffer aufgefangen werden. An einigen Orten wurden neue Oberleitungsabschnitte gebaut: insgesamt elf Kilometer.

Das Beste zum Schluss: Madsen bringt 545.000 Euro für neues Radkonzept nach Büchen

Madsen und Möller neben dem fast fertigen Radweg an der L 205

Meistens kommen Förderbescheide am Anfang eines Projekts – manchmal aber auch erst zum Schluss: Morgen wird der Radweg von Büchen nach Büchen Dorf entlang der L 205 im Herzogtum Lauenburg feierlich freigegeben, jetzt nutzte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen noch rasch die Gelegenheit, Bürgermeister Uwe Möller auch offiziell den Förderbescheid zu überbringen. „Dabei umfasst die Fördersumme von 545.000 Euro nicht nur den Radweg selbst, sondern vor allem das zugrundeliegende Ausbau-Konzept», sagte Madsen bei der Stip-Visite. Das Geld stammt aus dem Sonderprogramm Stadt und Land des Bundes.

«Das Konzept ist eine runde Sache», lobte Madsen. Neben den Hauptverkehrsachsen lägen unter anderem auch solche Wege im Fokus, die im Tourismus genutzt würden. «Auch der Ausbau des Radwegs an der L 205 entspricht genau unserer Landesstraßenstrategie. Begleitende Radwege werden immer mitsaniert, wenn es nötig ist», so der Minister. Der Radweg wird auf einer Länge von 1,5 Kilometern ausgebaut gleichzeitig mit der Sanierung der L 205. Außerdem wird er noch stärker von der Straße getrennt, um noch mehr Sicherheit zu schaffen.

Weiter sagte Madsen – Video starten…

Bürgermeister Möller sagte: «Ich freue mich sehr, dass durch die Förderung die Verbesserung und der Ausbau unseres Radwegenetzes so stark unterstützt wird. Wir sehen uns damit als Teil der landesweit geplanten Verbesserung des Radwegenetzes. Der Ausbau des Radweges entlang der L205 zwischen Büchen und Büchen-Dorf ist ebenso Bestandteil des Büchener Radwegekonzeptes. Dankeschön an das Land für die Unterstützung. Wir freuen uns ebenfalls über die finanzielle Unterstützung des Landes für den Radweg nach Schulendorf.»“, betonte Bürgermeister Möller.

Autonome Förde-Schifffahrt fest im Blick: Staatssekretärin testet Katamaran-Labor

Julia Carstens mit CAPTN-Sprecher Dirk Nowotka

Fünf Partner, zwei Rümpfe, ein Ziel: Der Forschungskatamaran «Wavelab» soll den Weg zur autonomen Schifffahrt auf der Kieler Förde ebnen. Acht Monate nach der feierlichen Taufzeremonie bei der Gebrüder Friedrich Werft ist das ungewöhnliche Vehikel inzwischen regelmäßig zwischen Friedrichsort und Düsternbrook zu bestaunen. Heute verschaffte sich auch Technologie-Staatssekretärin Julia Carstens einen eigenen Eindruck von dem Projekt. Betrieben wird das 21 Meter lange und 8 Meter breite Schiff vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel. Dem Konsortium gehören fünf Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft an.

Carstens lobte das Vorhaben bei ihrer Stipvisite als ein Aushängeschild für das Land: «Integrierte und umweltschonende Verkehre sind notwendig, und wir hoffen auf rasche Ergebnisse, um die Verkehrswende weiter voranzutreiben», sagte Carstens. Neben dem Bund habe auch das Land die hinter dem Projekt stehende Initiative CAPTN (Clean Autonomous Public Transport Network) bereits mit 700.000 Euro unterstützt und werde absehbar noch einmal nachlegen.

Weiter sagten Carstens und der wissenschaftliche Sprecher von CAPTN, Dirk Nowotka – Video starten…

Mit dem Projekt sollen Grundlagen dafür geschaffen werden, dass Schiffe auf der Kieler Förde, zum Beispiel Fähren, irgendwann autonom ohne Personal fahren können. Der 3,5 Millionen Euro teure Katamaran verfügt über einen elektrischen Antrieb, der aus Akkus und einer Brennstoffzelle gespeist werden soll.

Die Forschungsinitiative setzt sich nach eigenen Angaben für einer Mobilitätskette aus autonomen, sauberen Verkehrsträgern zu Wasser und an Land ein. CAPTN wird vom Bundesverkehrsministerium mit mehreren Millionen Euro gefördert.

Sanierung der B 503 vor den Holtenauer Brücken geht in den Schluss-Spurt

Es geht voran an einem der wichtigsten Pendlerabschnitte in Kiel. Dank neuer Bauweise kann die Sanierung der B 503 zwischen Kiel-Wik und Projensdorf um fast drei Wochen verkürzt werden. Das gaben heute bei einem Ortstermin Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide und LBV.SH-Vizechef Frank Quirmbach bekannt. .

LBV.SH-Unterhaltungschef Christoph Köster (links) erläutert von der Heide die neue Bauweise

Der Einbau einer Asphaltfundationsschicht ist eine in 2020 neu eingeführte Bauweise, die bei der B 503 erstmalig in Schleswig-Holstein zum Einsatz kommt. „Baustellen sind notwendig, um die Infrastruktur wieder auf Vordermann zu bringen. Es muss dabei immer unser Ziel sein, Baustellen so schnell wie möglich auch wieder zu beenden. Neue Bauweisen sind dabei eine große Hilfe. Es ist gut, dass wir die Synergien nutzen und so eine weitere Vollsperrung in den kommenden Jahren vermeiden“, sagte von der Heide.

Der LBV.SH hatte die Sanierung der beschädigten Bundesstraße B 503 extra vorgezogen, um die ohnehin bestehenden Sperrungen der Holtenauer Hochbrücken zeitlich zu nutzen. Derzeit laufen die Asphaltierungsarbeiten von der Prinz-Heinrich-Brücke bis zum Projensdorfer Tunnel auf Hochtouren. Sie sollen bis Mitte November 2023 abgeschlossen sein, sofern die Witterungsverhältnisse mitspielen.

Bei dem heutigen Baustellenbesuch sagte Staatssekretär Tobias von der Heide weiter – Video starten…

Seit den Olympischen Spielen 1972 hatte es es auf dem Bundesstraßenabschnitt keine größeren Sanierungsmaßnahmen gegeben. In den vergangenen Jahren verschlechterte sich der Zustand dann aber zusehends. „Und nun nutzt unser Landesbetrieb die Zwangspause auf den Brückenzufahrten, um alles wieder auf Vordermann zu bringen“, so von der Heide. Die Erneuerung der rund 1,2 Kilometer langen Baustrecke erfolgte in zwei Bauabschnitten. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 3,6 Millionen Euro, die der Bund trägt.

Gute Nachrichten auch für die Reparaturarbeiten an den Holtenauer Hochbrücken: „Wir gehen derzeit davon aus, dass wir wie vor einem Jahr geplant Ende November/Anfang Dezember wieder beide Brücken vollumfänglich für den Verkehr freigeben können“, sagt LBV-Vize Quirmbach. Die laufende Sanierung der Prinz-Heinrich-Brücke ist Mitte September gestartet und soll wie geplant Ende November fertiggestellt werden. Derzeit laufen die Stahlbauarbeiten an der Brückenunterseite.

Madsen besucht Hitzler-Werft und staunt über High-Tech-Schiffbau an der Niederelbe

Nachdem Ende letzter Woche mit dem Besuch von Investor Lars Windhorst die Zukunft der Werften Nobiskrug in Rendsburg und FSG in Flensburg den Terminkalender des Ministers dominierten, startete diese Woche mit einem weiteren Werften-Thema: Claus Ruhe Madsen besuchte erstmals die Hitzler-Werft in Lauenburg.

Madsen mit den neuen Hitzler-Werft-Eignern Kai Klimenko (rechts) und seinem Sohn Marek (links)

Nach vielen Höhen und Tiefen in der 137-jährigen Geschichte des Unternehmens stehen seit Anfang 2021 Vater und Sohn auf der Kommndobrücke: Kai Klimenko, der vor der Übernahme der Werft fast 30 Jahre dort beschäftigt war, und sein Sohn Marek. Der Senior als Techniker, der Junior als Kaufmann. «Und in dieser Kombination ergänzen wir uns hervorragend», versicherten beide dem Minister. Ein Glücksfall, denn beinahe wäre die Unternehmens-Übernahme schief gegangen.

«Um die Werft von den Eignern zu übernehmen haben wir nach Gold und Öl gegraben, um das Geld aufzubringen – aber wir haben nichts gefunden und von den Banken reihenweise Absagen kassiert», erinnert sich Junior-Chef Marek Klimenko. Am Ende war es die Lauenburger Volks- und Raiffeisenbank, die den Mut aufbrachte, den Deal ermöglichte und damit der Werft und ihren rund 120 Beschäftigten eine Zukunftsperspektive gab.

Mittlerweile brummt es auf der kleinen Werft am malerischen Elbufer: «Hier entstehen momentan zwei absolute Hightech-Schiffe», zeigte sich Madsen nach dem Rundgang und einer Schlepper-Ausfahrt begeistert. Das Forschungsschiff „Coriolis“ für das Hereon-Forschungszentrum der Helmholtz-Gesellschaft und mit dem Katamaran „Wallaby“ der Prototyp eines so genannten Crew-Tender-Vessels (CTV).

Madsen zeigte sich nach dem Rundgang und einer Schlepper-Ausfahrt begeistert – Video starten:

Die knapp 30 Meter lange und acht Meter breite „Coriolis“ wird für interdisziplinäre Forschung sorgen. Bereits bei der Planung haben die Institute des Hereon zusammengearbeitet. An Bord werden neben Küstenforschern auch Werkstoffforscher, Membrantechniker und Wasserstoffforscher arbeiten. Die Einheit bekommt eine Brennstoffzelle, deren Antrieb aus einem beim Hereon entwickelten Wasserstoffspeicher kommt.

Für die „Wallaby Boasts GmbH“ aus Kappeln fertig die Werft ebenfalls ein Spezialschiff. Der Aluminium-Katamaran bekommt ein Federungssystem, das es ermöglicht, die beiden Rümpfe unabhängig voneinander so auszugleichen, dass die Wellenkräfte kompensiert werden. «Die Wellen werden sozusagen geschluckt», sagt Kai Klimenko. Monteure kommen so ohne seekrank zu werden an ihrem Arbeitsplatz an und können auf die Aufstiegsleiter umsteigen. Der Prototyp soll zunächst in Ostsee-Windparks erprobt werden.

Marek Klimenko geht davon aus, dass pro neuem Gigawatt Offshorestrom sechs solcher Spezialschiffe benötigt werden. Bis 2040 sei daher Bedarf für 320 Einheiten vorhanden. „Wären wir keine Optimisten, hätten wir die Werft vor zweieinhalb Jahren nicht übernommen“, sagt der Junior-Chef. Wirtschaftsminister Madsen gab er vor allem eine Botschaft mit auf den Weg nach Kiel: «Unser eigenes Beispiel zeigt, wie enorm wichtig die Unterstützung von Werften bei der Finanzierung großer Aufträge ist. Und vor allem sollte sich die Politik klar machen, dass zwar Neubau-Projekte zunehmend ins günstigere Ausland abwandern – Reparaturen aber immer vor Ort stattfinden werden müssen.»

Investor Windhorst bedauert Probleme bei FSG und Nobiskrug – und übt sich in Zuversicht

Ein nachdenklicher Lars Windhorst bei seinem heutigen Besuch in Rendsburg und Flensburg – hier neben dem IG-Metall-Bevollmächtigten Schmidt. Fotos: Michael Staudt

Finanzinvestor Lars Windhorst hat seinen Werften FSG in Flensburg und Nobiskrug in Rendsburg trotz schwieriger Lage eine positive Zukunft bescheinigt. Bisher habe die FSG-Nobiskrug keinen großen Erfolg, aber dies liege nicht daran, dass die Qualität nicht stimme oder die Marke beschädigt sei, betonte Windhorst heute nach Betriebsversammlungen an den Standorten Rendsburg und Flensburg.

Auf Vorschlag der IG Metall soll zeitnah ein Runden Tisch eingerichtet werden, an dem Windhorst, Vertreter der zuständigen Landes- und Bundesministerien und Vertreter der Gewerkschaft teilnehmen sollen. «Dann muss offen und ehrlich auch darüber gesprochen werden, wie können Dinge wie Finanzierungen stattfinden, wie können Bürgschaften arrangiert werden und wie kann man öffentliche Aufträge bekommen», sagte der Bevollmächtigte der IG Metall Flensburg, Michael Schmidt.

In den vergangenen Monaten hatten die Werften negative Schlagzeilen etwa wegen zu spät gezahlter Gehälter gemacht. Auch Windhorst persönlich wurde für sein Verhalten und mangelnde Kommunikation kritisiert. Bemängelt wurde auch, dass vor Ort kein Geschäftsführer mehr sei.

Windhorst sagte, auf den Betriebsversammlungen seien alle kritischen Punkte besprochen worden. Er bedaure, wenn sich Dinge oder Zahlungen verzögerten. «Aber ich hab bisher immer geliefert, seitdem ich Inhaber der Werft bin.» Er habe fast 300 Millionen Euro in die Werften gesteckt, ein Vielfaches der geplanten Summe. «Die Herausforderungen, die wir haben, sind einfach viel größer gewesen als ich mir das bei meinem Einstieg vorstellen konnte.» Deswegen habe man die letzten 12 bis 18 Monate improvisieren müssen und habe nicht «wie gewünscht und wie erhofft» aus dem Vollen schöpfen können.

Um den Vertrauensverlust wieder gut zu machen, sei vereinbart worden die Kommunikation zu verbessern, sagte Windhorst. Es soll auch vor Ort wieder einen Geschäftsführer geben. Ein konkretes Datum nannte er dafür nicht. Die Situation der Werft war am Freitag auch Thema im Landtag.

Unterdessen beschäftigte sich heute auch der Landtag mit der Situation des Unternehmens. Die Abgeordneten aller Parteien legten dabei ein klares Bekenntnis zu den Werften ab. Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen erinnerte daran, dass beide Werften vor gut drei Jahren allein durch das Engagement von Windhorst vor dem Aus bewahrt werden konnten. «Und ich habe keinen Zweifel, dass Herr Windhorst weiterhin zu seinem Engagement steht», so Madsen. Er machte allerdings auch klar, dass es deutliche Erwartungen an den Investor gebe, der zugleich alleiniger Geschäftsführer der FSG ist. Vor allem müsse für die Zukunft sichergestellt werden, dass der Betrieb durch eine auskömmliche Eigenkapitalausstattung den Status „Unternehmen in Schwierigkeiten“ los werde. «Das ist unter anderem eine Bedingung für die Gewährung möglicher Landesbürgschaften», sagte Madsen.

Weiter sagte der Minister im Plenum – Video starten…

Madsen und Länderkollegen mahnen Bund: Wasserstraßen nicht kaputtsparen

Madsen bei der Verkehrsminister-Konferenz in Köln, hier mit seiner Kollegin und seinem Kollegen aus Thüringen

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat den Bund vor einer Vernachlässigung von wichtigen Wasserstraßen wie dem Nord-Ostsee-Kanal gewarnt. Dafür bekam der CDU-Politiker heute in Köln die einstimmige Rückendeckung seiner Länderkolleginnen und -kollegen. «Die Verkehrsministerkonferenz teilt meine Auffassung, dass die bisherigen und auch die geplanten Finanzmittel sowie die vorhandene Personalausstattung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes bei Weitem nicht die Bedarfe abbildet», sagte Madsen zu dem einstimmigen Beschluss.

Zwar habe der Bund in den letzten zehn Jahren einen Kurswechsel eingeleitet und erstmals wieder mehr in seine natürlichen und künstlichen Wasserstraßen investiert. Doch bleibe das zuständige Verkehrsministerium nun auf halbem Wege stehen, so Madsen. So sei beispielsweise für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) ein millionenschweres Ausbaupaket auf den Weg gebracht worden, aber trotz steigender Baukosten habe Verkehrsminister Wissing die Investitionen in diesem Jahr nicht angehoben, sondern reduziert. Madsen erinnerte zudem daran, dass die diesjährigen Haushaltskürzungen von 909 auf 594 Millionen Euro auch alle anderen Bundeswasserstraßen betreffen.

Madsen erinnerte allerdings an die herausgehobene Bedeutung des NOK, durch den Schiffe im Schnitt 14 Stunden an Zeit und 250 Seemeilen Wegstrecke einsparen. Auch die daraus resultierende Einsparung an Schiffsemissionen sei nicht zu vernachlässigen. Madsen: «Zu einem weiteren Zeitverlust für die Schiffe führen seit einem Jahr leider die Böschungsunterspülungen im westlichen Teil der Strecke und die damit verbundenen Geschwindigkeitsbeschränkungen.»

Für den Haushalt 2024 und die folgenden Jahre hat das Bundesverkehrsministerium laut Madsen zwar steigende Mittel für die Bundeswasserstraßen zugesagt, jedoch werden diese nicht annähernd ausreichen, um dringend nötige und seit Jahren geplante Ersatz-, Ausbau- und Instandsetzungsmaßnahmen umzusetzen. «Hierfür wäre schon allein wegen der rasant steigenden Kosten eine wesentlich steiler steigende Finanzlinie notwendig», so Madsen. Zusätzlich sei eine wesentlich bessere Personalausstattung der WSV notwendig.