Schleswig-Holstein wird in diesem Jahr erstmals gastronomische Betriebe oder Campingplatzbetreiber fördern, die in den Erhalt der biologischen Vielfalt investieren. «Fast die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten Schleswig-Holsteins stehen auf Roten Listen und gerade Campingplätze, aber auch andere touristisch genutzte Flächen sind für eine insektenfreundliche Umgestaltung von Grünanlagen bestens geeignet», sagte Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens der Deutschen Presse-Agentur. Für das laufende Jahr stelle das Land deshalb 150.000 Euro für «Biodiversität im Tourismus» bereit. Mitte August trete eine entsprechende Förderrichtlinie in Kraft. Neben Campingplätzen und anderen Beherbergungsbetrieben gilt das Angebot auch für lokale Tourismusorganisationen.
Julia Carstens
Förderfähig sind laut Carstens etwa so genannte Insektenhotels oder andere Nistmöglichkeiten für Insekten wie offene Sandbodenflächen sowie das Anbringen von Vogel- und Fledermausnistkästen als Bestandteil eines Gesamtprojekts. Auch der Austausch von herkömmlichen Außenbeleuchtungen gegen insekten- und fledermausverträglichere Lichter oder die Errichtung naturnaher Kleingewässer werde mit bis zu 80 Prozent gefördert. «Die hohe Förderquote ist als gezielter Anreiz gedacht, weil die Branche nach wie vor durch die Corona-Auswirkungen, die Energiekrise und den Fachkräftemangel gebeutelt ist», sagt die CDU-Politikerin.
Die neue Richtlinie sei aus der Biodiversitätsstrategie „Kurs Natur 2030“ des Landes Schleswig-Holstein abgeleitet, die der Landtag 2021 beschlossen hatte. Carstens: «Die Strategie ist breit angelegt und besteht aus vielen Bausteinen – von der Pflege des so genannten Straßenbegleitgrüns oder Bildungsinitiativen in Kitas und Schulen bis hin zur Umgestaltung von Kirchengrundstücken.»
Insektenbruthilfe
Mit der «Biodiversität im Tourismus» werde nun eine weitere Lücke geschlossen. Eine intakte und vielfältige Natur sei eine elementare Grundlage für den Tourismus in Schleswig-Holstein. «Und für die Mehrzahl der Gäste ist neben Strand und Baden das Erleben naturnaher Landschaften und deren Tier- und Pflanzenwelt ein immer wichtigerer Reisegrund», so die Staatssekretärin.
Auch in der „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2030“ werde deutlich gemacht, dass sich die Branche für eine nachhaltige ökologische Ausrichtung einsetzen und mit Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung auseinandersetzen müsse.
Aufatmen bei Pendlerinnen und Pendlern in der Schleiregion: Die zwischen Missunde (Schleswig-Flensburg) und Brodersby (Rendsburg-Eckernförde) verkehrende „Missunde II“ ist seit heute Nachmittag wieder in Betrieb. Sie bleibt allerdings für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Wie LKN-Geschäftsbereichsleiter Fabian Lücht mitteilte, konnte die defekte Klappe der Fähre in den letzten Tagen repariert und so verstärkt werden, dass ein Weiterbetrieb mit reduzierter Traglast möglich ist. «Das ist eine gute Nachricht für die gesamte Urlaubsregion», sagte Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens.
«Wir sind froh, dass es der ortsansässigen Metallbau-Firma so schnell gelungen ist, den verbogenen Bolzen der Klappe wieder zu richten», freute sich auch LKN-Bereichsleiter Lücht. Für den Aus- und Einbau der Klappe sei ein 50-Tonnen-Kran erforderlich gewesen. Die Traglast-Reduzierung von 16 auf maximal 7,5 Tonnen sei vor allem eine Vorsichtsmaßnahme wegen der bereits entstandenen Schäden an der Klappe. Wann die „Missunde II“ durch die neue vollelektrische Fähre „Missunde III“ ausgewechselt wird, ist nach den Worten von Lücht noch unklar.
Der ursprünglich für Juni eingeplante Neubau sitzt derzeit wegen Niedrigwassers in der Elbe fest. Sobald der Wasserstand der Elbe es zulässt, wird die neue vollelektrische Fähre „Missunde III“ von Derben (Sachsen-Anhalt) zur Schlei überführt.
Weitere Runde für das NAH.SH-Pilotprojekt RendsburgMobil (Remo), mit dem Menschen ohne Auto seit zwei Jahren per App ein Fahrzeug buchen können. Das Projekt war ursprünglich auf drei Jahre angelegt und soll nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide fortgeführt werden. «Langfristiges Ziel ist ein landesweites Angebot für Kleinbusse auf Abruf», so von der Heide. Wann dies in den nächsten Jahren erreicht sein wird, sei angesichts der finanziellen Lage des Landes offen.
Laut NAH.SH beförderten die fünf zur Verfügung stehenden Fahrzeuge seit August 2021 auf 11.000 Touren insgesamt 18.000 Fahrgäste. Durchschnittlich saßen 1,8 Personen im Fahrzeug. Im Schnitt wurden 5,7 Kilometer zurückgelegt. Wer mitfahren will, kann an 1300 virtuellen Haltestellen zusteigen.
«Das Projekt hat sich jetzt schon als zukunftssichere neue Mobilitätsform in Schleswig-Holstein bewährt», sagt von der Heide. Die Ausweitung auf das ganze Land sei ein folgerichtiger Schritt Richtung Verkehrswende. Eine 2022 gestartete Begleitforschung soll bis September 2024 laufen. Sie ermittelt, welche sozialen Gruppen das Angebot nutzen, wie es die Lebensqualität im ländlichen Raum verbessert und ob es regionale Gewerbestrukturen stabilisiert. On-Demand-Mobilität soll den öffentlichen Verkehr nicht ersetzen, sondern ergänzen. Zur Nahshuttle-App geht es hier: http://dpaq.de/1jyB0
Während die meisten jungen Menschen derzeit den Start in die Sommerferien genießen, beginnt für 40 angehende Fachleute unseres „Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein“ (LBV.SH) mit dem Start ins Ausbildungsjahr ein neuer Lebensabschnitt. Um das Kennenlernen etwas zu erleichtern, Deula in Rendsburg ein Azubitag statt. Mit dabei: Verkehrs- und Arbeitsstaatssekretär Tobias von der Heide: «Sie haben alle eine gute Wahl getroffen, denn beim Land gibt es gute Aufstiegschancen und vielfältige Optionen – für die Karriere ebenso wie für die Familie.»
Weiter sagte von der Heide – Video starten…
Und LBV.SH-Direktor Torsten Conradt ergänzte: «Sie haben mit dem Landesbetrieb nicht nur einen sehr vielseitigen Arbeitgeber gewählt, sondern sich auch für eine besonders wichtige Aufgabe der Daseinsvorsorge entschieden. Denn wir halten das Land am Laufen.» Und er warb für weitere Bewerbungen: Das LBV.SH-Team freue sich über aussagekräftige Inititativbewerbungen – auch für Praktika: Fachkräfte sind genauso willkommen wie Quer- und Wiedereinsteiger oder Schülerinnen und Schüler. Mehr unter http://www.schleswig-holstein.de/lbvsh-karriere
In Schleswig-Holstein wurden mittlerweile rund 110.000 Deutschlandtickets verkauft. Für das Land ein Erfolg und Indiz dafür, dass immer mehr Menschen vom Auto auf den Zug umsatteln. Doch sinkende Pünktlichkeitswerte und andere Probleme drohen der Mobilitätswende den Schwung zu nehmen. Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide (CDU) sieht die Schuld aber nicht nur bei den Verkehrsunternehmen. Er plädiert für eine rasche Trennung von Netz und Betrieb bei der DB AG.
Von der Heide (rechts) mit Erixx-Technik-Chef Rainer Blüm (links) und NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck
Angesichts sinkender Pünktlichkeit der Züge im Land sorgt sich Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide um den Schwung der Mobilitätswende: «Wir erleben aktuell einen Ansturm auf das Deutschlandticket und dürfen diesen Drang zum Umstieg vom Auto auf den ÖPNV nicht verspielen», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb investiere das Land bis 2027 unter anderem einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in fast 100 neue und komfortable Züge.
Fahren ab 2027 auf den SH-Netzen: Die neuen Züge des Herstellers ALSTOM
Laut von der Heide sind 2022 nur 87,6 Prozent aller Züge pünktlich gewesen, deutlich weniger als im Corona-Jahr 2021 mit einer Quote von 91,2 Prozent. Ein besonderes Negativ-Beispiel in diesem Jahr sei das von DB-Regio betriebene Netz Mitte mit den Bahnverbindungen von Kiel und Flensburg nach Hamburg. Hier liege die Pünktlichkeit bei 77,8 Prozent. «Und auch die von Erixx betriebene Strecke Kiel-Lübeck und die Marschbahn bleiben Sorgenkinder“, sagt von der Heide. Er verweist auf massive Strafzahlungen – allein 2022 hätten die Verkehrsunternehmen über vier Millionen Euro Malus-Zahlungen leisten müssen. «Wir werden die Spitzen der Verkehrsunternehmen bei Problemen künftig schneller einbestellen.»
Von der Heide sagte zur Situation der Bahn und des ÖPNV in Schleswig-Holstein weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Die Ursachen der Probleme sieht von der Heide keineswegs allein in Management-Fehlern der Bahnunternehmen, sondern vor allem in der seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahrenen DB-Infrastruktur. «Wenn selbst DB-Netz-Chef Nagel seiner Infrastruktur in Schleswig-Holstein die bundesweit schlechteste Zustandsnote 3,15 gibt, dann ist das schon bezeichnend», sagt er. Mit der jetzigen Qualität könne nicht einmal das heutige Angebot verlässlich gefahren werden, die hochgesteckten Wachstumsziele oder die angestrebte Verkehrswende seien so nicht zu erreichen.
Die von Bundesverkehrsminister Wissing (FDP) auf den Weg gebrachte gemeinwohlorientierte Bahngesellschaft «InfraGO» enthalte zwar erste gute Ansätze, langfristig helfe aber nur eine rasche und klare Trennung von Netz und Betrieb. «Und dann muss die Steigerung der Qualität und der Kapazität des Netzes oberste Priorität haben», sagte von der Heide. Alles andere sei ansonsten «nicht mehr als ein Reförmchen». Das Land sei auch durchaus bereit, künftig selbst stärkere Verantwortung für die Infrastruktur zu übernehmen, so der Verkehrs-Experte.
Unterdessen warnt heute in der „Süddeutschen Zeitung“ der Verband der Bahnindustrie davor, dass die Sanierung des Streckennetzes der Deutschen Bahn an fehlenden Milliarden scheitern könnte. Auch dessen Chefin Sarah Stark sieht deshalb in der „InfraGO“ und den Vorschlägen der Monopolkommission zur Aufspaltung der DB einen möglichen Ausweg.
Stormarns Landrat Dr. Henning Görtz (rechts) mit Staatssekretär von der Heide vor dem Kreishaus in Bad Oldesloe
Vor einer Woche traf er auf den neuen ostholsteinischen Landrat Timo Gaarz, heute auf dessen altgedienten Kollegen Henning Görtz aus dem Kreis Stormarn. Ein gemeinsames Thema aller drei CDU-Politiker: Die Chancen des derzeit entstehenden Fehmarnbelttunnels für die Regionen sowie für Schleswig-Holstein insgesamt. „Wir waren uns einig, dass wir im Schulterschluss bei den Themen Gewerbeflächen und Siedlungsentwicklung Angebote schaffen müssen, damit Stormarn nach Fertigstellung des Tunnels zwischen Dänemark und Deutschland nicht nur ein Transitkreis für die Verkehre zwischen Hamburg und Kopenhagen wird“, sagte von der Heide nach dem zweistündigen Gespräch im Kreishaus von Bad Oldesloe.
Ein weiteres Thema, das Görtz dem Verkehrs-Staatssekretär mit auf den Weg nach Kiel gab: Der künftige Lärmschutz an der Strecke Hamburg-Lübeck angesichts zunehmender Schienenverkehre. „Aber abseits der Schienen-Themen ging es bei unserem ersten Arbeitstreffen natürlich auch darum, im Straßen- und Radwegebau Planungshemmnisse abzubauen“, sagte Görtz. Denn nur so sei die Mobilitätswende zu schaffen. Zudem gelte es Anreize zu schaffen, damit immer mehr Menschen vom Auto auf den ÖPNV oder das Fahrrad umsatteln.
Verkehrs-Staatssekretär von der Heide (rechts) und NAH.SH-Chef Arne Beck
Ab kommender Woche ist es so weit: Junge Menschen, die an einem Freiwilligen Sozialen oder Ökologischen Jahr oder am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen, können ab dem 1. August vom Land Schleswig-Holstein einen extra Zuschuss zum Deutschland-Jobticket bekommen. „Wir investieren rund 580.000 Euro in die Anerkennung der freiwilligen Arbeit durch den Landeszuschuss von jeweils 16,55 Euro pro Monat“, sagt Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide. Dann sparen Freiwillige dreifach: Durch den Arbeitgeberzuschuss, den Rabatt von NAH.SH und den zusätzlichen Zuschuss des Landes Schleswig-Holstein kostet das Deutschland-Jobticket dann maximal 15 Euro, je nach Arbeitgeber-Zuschuss sogar keinen einzigen Euro. Von der Heide: „Damit setzt die Landesregierung eine Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag um. Und wir sind froh, dass wir in dieser Form den für unsere Gesellschaft so wichtigen Freiwilligendienst stärken und uns zugleich für den Einsatz der jungen Menschen bedanken können.“
Anspruchsberechtigt sind alle Freiwilligendienstleistenden im Sinne von § 2 Jugendfreiwilligendienstegesetz und § 2 Bundesfreiwilligendienstgesetz, die an Einsatzstellen in Schleswig-Holstein tätig sind. Weitere Voraussetzung: Der Träger oder die Einsatzstelle schließen einen Rahmenvertrag für das Jobticket von NAH.SH ab.
Staatssekretär von der Heide mit LBV.SH-Erhaltungschef Christoph Köster
Absehbares Ende einer langen Geduldsprobe: Die Reparaturen an der durch eine Frachter-Kollision schwer beschädigten Holtenauer Olympiabrücke sollen noch im August abgeschlossen werden und zeitgleich die Sanierung der benachbarten Prinz-Heinrich-Brücke starten. „Damit wird die Olympiabrücke ab September bei Tempo 50 auf drei Spuren befahrbar sein, vor allem aber entfallen die Umleitungen für den Schwerverkehr“, sagte heute (27. Juli) Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide. Zusammen mit Christoph Köster, Erhaltungs-Chef des LBV.SH, zeigte er sich optimistisch, dass im Spätherbst beide Brücken wieder voll befahrbar sind. „Und ich bin zuversichtlich, dass sich die Einschränkungen für den Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal in Grenzen halten werden“, so von der Heide.
Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte von der Heide weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Seit dem Zusammenstoß eines finnischen Frachters mit beiden Holtenauer Brücken im vergangenen November fließt der komplette Straßenverkehr – nach anfänglicher Vollsperrung – für Fahrzeuge bis zwölf Tonnen zweispurig über die Prinz-Heinrich-Brücke. „Das wird sich zwischen Ende August und Anfang September dann schrittweise umkehren“, sagte Köster. An der Olympiabrücke laufen aktuell noch die letzten Stahlbauarbeiten.
Da auch die Sanierung der Prinz-Heinrich-Brücke nur unter Vollsperrung machbar ist, stehen in den kommenden Wochen noch größere straßenbauliche Vorarbeiten an, um den Verkehr auf die Olympiabrücke überzuleiten. Ähnlich wie bei der Olympiabrücke werden danach umfangreiche Stahlbauarbeiten im Inneren der Brücke erforderlich. Köster: „Vor allem muss das stark geschädigte Bodenblech durch Stahllamellen an der Brückenunterseite verstärkt werden. Das macht auch hier wieder den Einsatz eines fahrbaren Gerüsts erforderlich.“ Auch der neue Auftrag sei bereits an die Stahlbaufirma Adolf Cornels GmbH aus Brunsbüttel erteilt worden.
Wie ein Riesen-Pflaster aus Stahl: Der reparierte Unterboden der Olympiabrücke
Laut von der Heide und Köster ist folgender grober Zeitplan für die weiteren Schritte vorgesehen:
15. August: Startder Vorbereitungen für die Sanierung der Prinz-Heinrich-Brücke sowie Umbau der Verkehrssicherung. In dieser Zeit sind aus Gründen des Arbeitsschutzes jeweils nur einspurige Verkehrsführungen möglich. Die genauen Einschränkungszeiten werden noch rechtzeitig bekannt gegeben.
28. August bis 2. September: Zur Herstellung der Mittelstreifenüberfahrten wird eine Fahrspur in Fahrtrichtung Nord über die Olympiabrücke und eine Fahrspur in Richtung Süden (begrenzt auf zwölf Tonnen) über die Prinz-Heinrich-Brücke geführt.
Ab 4. September: Dreistreifige Verkehrsführung zwischen Holsteinknoten über die Olympiabrücke hinweg bis zur Anschlussstelle Holtenau. Dann fließt der Verkehr mit zwei Fahrstreifen in Richtung Norden und ein Fahrstreifen führt in Richtung Süden (von Altenholz in Richtung A 215). Auch Fahrzeuge ab zwölf Tonnen dürfen neben dem ÖPNV dann die Olympiabrücke nutzen. Auch ist die Auffahrt aus Kiel-Wik auf die B 503 in Richtung Norden dann wieder möglich.
Bis 15. September: Der ÖPNV-Linienverkehr aus Holtenau in Richtung Wik wird vorübergehend noch über die Prinz-Heinrich-Brücke geführt, weil in dieser Zeit die Überleitung in die Abfahrt aus Norden kommend in Richtung Wik hergestellt wird. Die Abfahrt muss hierzu temporär gesperrt werden. Anschließend ist die Prinz-Heinrich-Brücke für die Sanierungsarbeiten voll gesperrt, nur Rettungsfahrzeuge können im Einsatzfall passieren.
Ende November: Uneingeschränkte Freigabe beider Brücken und Abschluss der Sanierung der Bundesstraße B 503. Einziger Wermutstropfen: Die Auffahrt von Holtenau auf die B 503 in Richtung A 215 muss bis zum Abschluss der Sanierung gesperrt bleiben.
Angesichts der im September ohnehin nötigen Überleitung des Verkehrs auf die Olympiabrücke nutzt der LBV.SH diese Phase, um die Bundesstraße B 503 in Fahrtrichtung Innenstadt zwischen Prinz-Heinrich-Brücke (Abfahrt Wik) und dem Projensdorfer Tunnel zu sanieren. Hierzu läuft derzeit das Ausschreibungsverfahren. Da in diesem Zuge auch die marode Auffahrt aus Kiel-Wik Richtung A 215 saniert werden soll, muss für die Dauer der Arbeiten die Auffahrt gesperrt werden. Ebenfalls saniert werden die Auf- und Abfahrt zur Projensdorfer Straße. Auch sie müssen für die Dauer der Arbeiten gesperrt werden.
Mit Blick auf die Gesamtkosten der Brückensanierung von knapp sechs Millionen Euro erinnerte von der Heide daran, dass die Kosten zunächst vom Bund getragen, später aber gegen den Verursacher der Brückenkollision geltend gemacht werden. Zur Schuldfrage bleiben die Ergebnisse der Ermittlungsverfahren abzuwarten.
Ferienzeit ist Baustellenzeit: Das gilt auch für die Sanierung der B 76 zwischen Middelburg und Haffkrug im Kreis Ostholstein. Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide machte sich heute vor Ort ein Bild – und zog zufrieden Bilanz: „Die Sanierung kommt gut voran. Die Hälfte ist geschafft und im Spätherbst – sofern das Wetter mitspielt – sollten wir fertig sein. Das ist ein sehr gutes Zeichen für die Region“, betonte von der Heide.
Wie von der Heide weiter sagte, sei die B 76 sei eine der touristischen Hauptrouten entlang der Ostseebäder in der Lübecker Bucht. Bei seinem Baustellenbesuch in Süsel wurde der CDU-Politiker vom Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, begleitet.
Bei dem Besuch sagte von der Heide – Video starten:
Auch Conradt hob die Bedeutung der Sanierungsmaßnahme hervor: „Die B 76 hat in Ostholstein eine ganz maßgebliche Verbindungsfunktion. An einem durchschnittlichen Tag nutzen die Strecke zwischen Stawedder und Süsel 10.400 Fahrzeuge. Das zeigt deutlich, wie wichtig diese Bundesstraße für die Anwohnenden, Pendlerinnen und Pendler und für die gesamte Region ist.“
Die Gesamtbaumaßnahme umfasst die Fahrbahnerneuerung der B 76 zwischen Haffkrug und Middelburg auf einer Länge von 5,4 Kilometern einschließlich der Erneuerung des fahrbahnbegleitenden Radweges und der Deckenerneuerungen in den Anschlussstellen Stawedder und Süsel. Darüber hinaus werden Schutzeinrichtungen für Fahrzeuge, die von der Fahrbahn abkommen, sowie Entwässerungsanlagen teilweise erneuert und Brücken instandgesetzt. Die Erneuerung der Fahrbahn erfolgt unter Vollsperrung in drei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt umfasste eine Deckenerneuerung zwischen der Einmündung der K 45 (Bäderstraße) und der Einmündung Bormwiese bei Haffkrug und wurde bereits im Frühjahr fertiggestellt.
Die Sanierung des zweiten Bauabschnitts (Einmündung Bormwiese bis zur Anschlussstelle Süsel) läuft seit dem 12. Mai 2023. Die Fertigstellung ist zum 13. September 2023 vorgesehen. Im dritten Bauabschnitt von der Anschlussstelle Süsel bis kurz hinter der Anschlussstelle Middelburg beginnen die Arbeiten am 13. September und sollen Ende Oktober abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten von rund sieben Millionen Euro trägt der Bund.
Sperriger Name, starke Perspektive: Die „DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH“ mit ihrem Werk an der Kieler Straße gehört seit über 150 Jahren zum Stadtbild von Neumünster. Früher hieß es „Ausbesserungswerk“. Nun wird alles noch eine Spur breiter und kraftvoller: Wie die DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck heute bei einem Ortstermin Verkehrsstaatssekretär Tobias von der Heide erläuterte, investiert die DB rund 320 Millionen Euro in den Ausbau des Werks. Ab 2029 sollen hier die neuen ICE-Züge repariert und gewartet werden. Doch die 600 Frauen und Männer starke Belegschaft plagen auch Sorgen.
DB-Konzernbevollmächtigte Ute Plambeck im Gespräch mit Tobias von der Heide
Für den neuen Interims-Werkleiter Marcus Wendt, einst Flugzeugbauer bei Airbus, ist der Zeitplan ambitioniert, aber machbar: Mit dem Bau der neuen Halle soll 2027 begonnen und schon 2029 die ersten Züge des Typs ICE L in der neuen 450-Meter-Halle mitten auf dem 100.000-Quadratmeter-Gelände flottgemacht werden. Dafür hatte Neumünster eine bahn-interne Ausschreibung gewonnen. Nun läuft die europaweite Ausschreibung für die einzelnen Baulose. Der ICE L des spanischen Herstellers Talgo wird ab Oktober 2024 die ICE-Familie in Deutschland verstärken. Neue und modernere Züge sollen künftig für mehr Qualität und Komfort sorgen. Besonders stolz sind Plambeck und Wendt auf ihr dafür eingerichtetes „Kompetenzzentrum für Klimaanlagen“ und seit einem Monat hat das Werk auch eine Lizenz für den 3-D-Kunststoff-Druck.
Mit Interims-Werkleiter Marcus Wendt
Im Neumünsteraner Werk, das fast ein Fünftel des gesamten Auftragsvolumens der bundesweit tätigen „DB-Fahrzeuginstandhaltung GmbH“ stemmt, arbeiten rund 600 Menschen – darunter 100 Schwerbehinderte und fast 50 Auszubildende. «Hier wird Inklusion nicht propagiert, sondern still und pragmatisch gelebt», zeigte sich von der Heide beeindruckt. Das Ausbildungsspektrum für Frauen und Männer reiche vom Mechatroniker über Schlosser und Elektriker bis zum Logistik-Fachmann. «Und wir sind zugleich ein bunter, multikultureller Haufen mit einer sehr offenen Fehlerkultur», wirbt Werkleiter Wendt nicht ohne Stolz für frische Fachkräfte.
Und hier noch ein paar bewegte Impressionen des Besuchs als Instagram-Reel:
Aktuell werden im Werk IC-Reisezugwagen und ICE-1-Mittelwagen der Deutschen Bahn, Nahverkehrswagen und elektrische Triebzüge von DB Regio sowie externer teilweise internationaler Eisenbahnunternehmen untersucht, überarbeitet und modernisiert. Auch die DB Fernverkehr AG und die DB Regio AG lassen dort die Drehgestelle und Achsen der Reisezugwagen aufarbeiten. Seit 2020 wird im Werk Neumünster auch die ICE-1-Lebensdauerverlängerung abgewickelt. «Wir verlängern hier 30 Jahre alten Fahrzeugen nochmal um 15 Jahre ihr Leben», sagt Wendt.
Werksrundgang (v.l.): Werkleiter Wendt, Betriebsratschef Pätzel, Staatssekretär von der Heide, Schwerbehinderten-Beauftragter Uwe Lindholz, Betriebsrat Huß und Konzernbevollmächtigte Plambeck
Der Betriebsratsvorsitzende Heiko Pätzel und seine Kollegen Uwe Lindholz und Kristian Huß gaben dem Staatssekretär allerdings auch ein Sorgen-Päckchen mit auf den Weg nach Kiel: So gestalte sich bei der Einstellung von Schwerbehinderten zunehmend die Zusammenarbeit mit dem Integrationsamt Kiel als schwierig. Teilweise hätten Konflikte auch schon juristisch ausgetragen werden müssen. Zum anderen erschwere die wachsende Aggression innerhalb und außerhalb der Züge den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zunehmend das Leben. „Gerade in den Frühzügen spielen sich oft geradezu dramatische Szenen ab – sei es aufgrund von Alkohol oder Drogen – oder weil Kolleginnen und Kollegen als DB-Miarbeiter erkannt werden», sagt Huß. Von der Heide – zugleich Arbeits-Staatssekretär – versprach, das Thema mit nach Kiel zu nehmen und unter anderem mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, Michaela Pries, zu erörtern.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus