Land und Landesbetrieb im Vorwärtsgang bei der Sanierung der knapp 3600 Kilometer Landesstraßen

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LBV.SH-Direktor Torsten Conradt (rechts) mit seinem Kollegen Christoph Köster (links), der Minister Buchholz den Sanierung- und Investitionspfad erläutert

Mehr Geld, mehr Personal, mehr Baustellen: Die vor einem Jahr gestartete Sanierungsoffensive für das 3.541 Kilometer umfassende Landesstraßennetz in Schleswig-Holstein wird weiter ausgedehnt. Aktuell sind über 950 Kilometer Landesstraßen dringend sanierungsbedürftig, rund 900 Kilometer davon sollen in den kommenden vier Jahren wieder flottgemacht werden. Hinzu kommen Sanierungen von über 400 Kilometer Radwegen und über 50 Brücken. Dafür stellt die Landesregierung allein bis 2022 rund 360 Millionen Euro zur Verfügung. Parallel dazu soll das bereits auf 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgestockte Personal in diesem Bereich mittelfristig nochmals deutlich erweitert werden.

„Um den in Jahrzehnten aufgebauten gesamten Sanierungsstau von über einer Milliarde Euro zu beseitigen, haben wir in unserer Erhaltungsstrategie jährliche Investitionen von insgesamt 90 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 festgeschrieben“, sagte heute Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Zusammen mit dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt, stellte Buchholz sowohl die Entwicklungsstrategie als auch den mittlerweile zweiten Zustandsbericht für das Landesstraßennetz vor. Erstmals wurde im Jahr 2014 ein Landestraßen-Zustandsbericht vorgelegt.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz in der Pressekonferenz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Nach der jüngsten Analyse hat sich die Qualität der Landesstraßen in den letzten vier Jahren nur marginal verbessert: von 31 Prozent schlechter Straßen (Zustandsnote unter 3,5, siehe ausführlicher Bericht) auf nunmehr 27 Prozent. Für Buchholz und LBV.SH-Chef Conradt besteht damit weiterhin akuter Handlungsbedarf: „Der jahrzehntelange Sanierungsstau hat der Substanz erheblich geschadet und beträgt fast 1,2 Milliarden Euro“, so Conradt. LBV.SH-Straßenbauexperte Christoph Köster ergänzt: „Wir müssen bis 2022 insgesamt knapp 900 Kilometer sanieren, um die Landesstraßen bis 2030 auf Normalnull zu bringen.“ Daher sei eine Trendwende unumgänglich. Und auch die gut 660 landeseigenen Brücken seien laut Zustandsbericht in ihrer Altersstruktur so weit fortgeschritten, dass sie in den nächsten Jahren dringend eine Verjüngungskur benötigten, so Köster.

Laut Buchholz wurden für die mittelfristige Erhaltungsstrategie bis 2022 zudem 190 Einzelmaßnahmen identifiziert, die vom LBV.SH vordringlich umgesetzt werden müssen. „Von über 3500 Kilometern Landestraßen kann natürlich nicht jede Strecke allerhöchste Priorität haben. Darum haben wir eine faktenbasierte Dringlichkeitsbewertung vorgenommen. Das bedeutet: Jede schlechte Straße kommt dran, aber in einem Ranking nach objektiven Kriterien.“ Darüber hinaus erinnerte der Minister daran, dass die Landesregierung die Erhaltungsinvestitionen für die Landesstraßen im Vergleich zur letzten Legislaturperiode mehr als verdoppelt habe. Wurden zwischen 2013 und 2016 im Jahresdurchschnitt 23,7 Millionen Euro in die Landesstraßenerhaltung investiert, waren es in den vergangenen beiden Jahren im Durchschnitt 62 Millionen Euro. „Wenn wir und künftige Landesregierungen diesen Kurs beibehalten, dann werden unsere Landesstraßen im Jahr 2030 wieder nahezu flächendeckend in Ordnung sein“, so Buchholz.Sanierungslängen

Zu den größten Einzelvorhaben in den kommenden drei Jahren zählen unter anderem die Landesstraße L 173 zwischen Barlt und Brunsbüttel mit 16 Kilometer Sanierungslänge sowie die L 28 im Kreis Nordfriesland zwischen Bredstedt und Viöl (14,6 Kilometer) oder die L 57 zwischen Eutin und Schönwalde im Kreis Ostholstein (14,1 Kilometer).

LBV-Chef Conradt dankte der Landeregierung für die großangelegte Sanierungsoffensive: „Doch es wird auch eine Mammutaufgabe, die wir nicht alleine stemmen können. Wir sind nicht nur auf das Verständnis und die Unterstützung der Bauwirtschaft, der Logistiker, der Berufspendler und Anlieger angewiesen. Wir sind auf die Akzeptanz der Bürgerinnen und Bürger angewiesen, um die Verkehrswege wieder in den Zustand zu bringen, den sie alle verdienen.“

Hier geht es zum gesamten Landesstraßen-Bericht

Und hier zur Liste der Einzelmaßnahmen

Auch Buchholz appellierte in dem Zusammenhang noch einmal an die Autofahrerinnen und Autofahrer: „Uns ist klar, dass wir vor allem der Wirtschaft und den Pendlern mit der Vielzahl der Baustellen in den nächsten Jahren eine harte Geduldsprobe zumuten. Doch mit jeder Baustelle, die wir heute nicht einrichten, vergrößern wir das Problem und müssen künftig noch mehr und noch länger sanieren. Bringen Sie der Arbeit unserer Kollegen auf den Baustellen also bitte die nötige Rücksicht und Wertschätzung entgegen.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass der Landesbetrieb zur Bewältigung der Mammutaufgabe nach wie vor dringend auf gute Fachkräfte angewiesen sei. Die Landesregierung habe dafür bereits an der Fachhochschule Kiel extra einen neuen Ingenieurs-Studiengang ins Leben gerufen, der allerdings erst in einigen Jahren erste Absolventen ins Berufsleben schicken wird. Buchholz: „Unser Landesbetrieb mit seinen Niederlassungen in Kiel, Flensburg, Lübeck, Itzehoe und Rendsburg bietet nicht nur sichere, sondern vor allem auch abwechslungsreiche Arbeitsplätze samt guter Aufstiegschancen. Und das in einem der schönsten Urlaubsländer Deutschlands. Wir freuen uns über jede Bewerbung.“

Hier zum Livestream der PK

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