Damit die Logistik auch in Zukunft brummt: Land, Verband und DRK starten Flüchtlings-Projekt

Übergabe
Rohlfs (rechts) bei der Übergabe des Förderbescheids an Björn Prüß (2.v.r.), Jürgen Hoffmeister und DRK-Landesvorstandssprecherin Anette Langner

Schulterschluss von Land, Unternehmensverband Logistik (UVL) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zur Linderung des Fachkräftemangels in der Logistikbranche: DRK-Geschäftsführer Jürgen Hoffmeister, UVL-Vorstandsmitglied Bernd Moser und Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs gaben heute beim Kieler Agrarhandelsunternehmen HaGe Nord AG zusammen mit DRK-Vorstandssprecherin Anette Langner den Startschuss für ein zweijähriges Pilotprojekt zur beruflichen Integration von Geflüchteten. „Damit setzten wir heute zugleich einen symbolischen Schlusspunkt hinter die bundesweite Aktionswoche ,Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen‘“, sagte Rohlfs. Ziel des schleswig-holsteinischen Projekts sei die Ausbildung junger Menschen in den Berufen der Logistikbranche – vom Berufskraftfahrer bis zur Fachkraft für Lagerlogistik oder Umzugsservice. In einer späteren Phase soll das Projekt auch auf andere Branchen ausgedehnt werden.

Rohlfs sagte im Gespräch mit Journalisten – Audio starten (im Browser anhören)

Das Land unterstützt das rund eine Million Euro teure Vorhaben mit 878.000 Euro, der UVL beteiligt sich mit rund fünf Prozent an den Kosten. Für die Landesförderung überreichte Rohlfs einen entsprechenden Förderbescheid an Björn Prühs vom „Mobilen Integrationsteam“ (MiT) der DRK Betreuungsdienste Region Kiel gGmbH. Das MiT vermittelt und begleitet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts. „Angesichts einer bis 2035 drohenden Lücke von bis zu 300.000 Fachkräften in Schleswig-Holstein sowie aktuell über 1.300 offenen Stellen in der schleswig-holsteinischen Verkehrs- und Logistikbranche ist dieser Vorstoß gut angelegtes Geld und ein wichtiger Baustein unserer Fachkräfte-Initiative Schleswig-Holstein, kurz FI.SH“, sagte Rohlfs. Das Projekt stehe allen Unternehmen der Logistikbranche offen, die sich in der Ausbildung von Flüchtlingen engagieren und zugleich ihrem Fachkräftemangel entgegenwirken wollen. Rohlfs dankte zugleich Dirk Westphal, Ausbildungsleiter der Hauptgenossenschaft Nord AG, für das Engagement innerhalb des Projekts.

Presse
v.l.: Bernd Moser (UVL), Anette Langner, Mostafa Sharifi, Jürgen Hoffmeister, Thilo Rohlfs und Björn Prüß während des Pressegesprächs bei der HaGe-Logistik in Schwentinental

Die Hauptgenossenschaft Nord, mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz eines der größten Agrarhandelsunternehmen Deutschlands, beschäftigt einen der ersten Teilnehmer des Projekts: Der 25-jährige Mostafa Sharifi war vor vier Jahren allein nach Deutschland geflohen – ein Jahr später kamen seine Mutter und seine Schwester nach. Mit seiner Ausbildung tritt er nun nach eigenen Worten in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters. „Ohne die Unterstützung des DRK wäre ich das Risiko, einen Flüchtling einzustellen, der nur sechs Jahre in Kabul zur Schule gegangen ist, vermutlich nicht eingegangen“, sagte Westphal. Da die Kenntnisse für eine Ausbildung nicht ausreichten, habe das DRK Sharifi zunächst einen Deutsch- und Mathekurs bei einem Bildungsträger vermittelt. Das Deutsche Rote Kreuz wird ihm und dem Ausbildungsbetrieb nun auch in der gesamten Ausbildungszeit zur Seite stehen.

bleib„Für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt und das Verhindern von Ausbildungsabbrüchen setzen wir auf eine individuelle und flexible Betreuung. Dabei arbeiten wir eng mit der IHK, den Jobcentern sowie den Agenturen für Arbeit, den Ausländerbehörden, den Berufsschulen und allen relevanten Trägern in ganz Schleswig-Holstein zusammen“, so MiT-Leiter Prühs. Anette Langner, Sprecherin des Vorstandes des DRK-Landesverbandes, dankte dem Land für die hohe Förderung: „Damit wird unser Integrationsprojekt und die wichtige Arbeit im DRK-Kreisverband Kiel auf eine stabile finanzielle Grundlage gestellt.“

rz-nur fishStaatssekretär Rohlfs erinnerte daran, dass unter dem Dach der 2012 gegründeten Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein das Land, die Arbeitsagentur sowie Kammern und Sozialpartner unter Beteiligung der Wirtschaft einzelne Branchen beraten und unterstützen, die besonders vom Fachkräftemangel bedroht sind. „Teil des Logistik-Pilotprojektes ist daher auch, zu prüfen, ob sich dieses Modell auf andere Bereiche wie etwa die Pflege oder den Hotel- und Gaststättenbereich übertragen lässt“, so Rohlfs.

Hier der gesamte Mitschnitt des Pressegesprächs

 

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