Alle Beiträge von WiMi.SH

Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

Groschek und Meyer: Halteverbot vor Schulen und sozialen Einrichtungen

Stau vor dem Schulhof und schlechte Sicht durch parkende Autos: Verkehrsminister fordern Tempo 30 und absolutes Halteverbot vor sozialen Einrichtungen

Schülerlotse, Verkehrshelfer Kind Kinder und Verkehr, Schulweg Schule, Sicherheit, Straße überqueren, Flensburg, Bildung, Hilfe, helfenGegen die Stimmen zweier Länder haben sich die Verkehrsminister soeben in Worms für ein generelles Tempo 30 vor Kitas, Schulen und Altenheimen ausgesprochen. Auch ein Vorstoß von Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Michael Groschek (SPD), darübver hinaus ein absolutes Halteverbot vor sozialen Einrichtungen zu erlassen, um zu verhindern, dass parkende Fahrzeuge die Sicht auf Kinder und Alte einschränken, fand eine entsprechende Mehrheit.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer, der den Tempo-30-Vorstoß vor knapp einem Jahr mit seinen Kollegen aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Hamburg auf den Weg gebracht hatte, hat die Initiative von Groschek unterstützt.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) im InterviewMeyer sagte soeben
in Worms am Rande der
Verkehrsministerkonferenz:

(Audiopfeil klicken)

Eine Beschlussvorlage für die Verkehrsministerkonferenz sieht vor, die Einrichtung von Tempo-30-Zonen in der Straßenverkehrsordnung zu erleichtern. Vor Kitas, Schulen, Kliniken und Altenheimen sei „in der Regel von einer besonderen Gefahrenlage auszugehen“. Auch soll auf Strecken mit hoher Fußgänger- und Radfahrerdichte künftig Tempo 30 gelten. Zudem soll die Verkehrsbehörde auf Streckenabschnitten zwischen zwei bereits beschränkten Abschnitten eine „angemessene Geschwindigkeitsbeschränkung anordnen“ können.

Klagen über Elterntaxis„Tempolimits sind aber allein nicht ausreichend“, sagte Groschek. Deshalb werde er der Verkehrsministerkonferenz zusätzlich den Vorschlag eines absoluten Halteverbots vor sozialen Einrichtungen machen. „Drei Viertel aller Grundschulen klagen über Probleme mit Elterntaxis vor den Schultoren.“ Viele Eltern führen ihre Kinder aus Angst vor Unfällen mit dem Auto zur Schule und gefährdeten die Schüler vor den Schulen im schlimmsten Fall selbst.Groschek sprach sich in der WAZ für die Ausweisung von „Hol- und Bringzonen“ einige hundert Meter entfernt von Schulen und Kitas aus, von denen aus Kinder eigenständig den Weg zur Einrichtung zurücklegen könnten. Damit ließen sich die „chaotischen Verkehrsverhältnisse vor den Schultoren entschärfen“.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verunglückten in Deutschland im Jahr 2014 insgesamt 23.000 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bei Verkehrsunfällen.Tempo-30-Zonen nur bei besonderer UnfallgefahrBisher können Tempo-30-Zonen auf Bundesstraßen – im Gegensatz zu Wohngebieten – nur unter bestimmten Bedingungen wie einer hohen Lärmbelastung oder bei besonderen Unfallgefahren ausgewiesen werden. Mit der Annahme der Beschlussempfehlung durch den Bund würde das Regel-Ausnahmeverhältnis bei der Prüfung besonderer Gefahrenlagen vor Kitas und Schulen umgekehrt.

Verkehrsminister debattieren Tempo 30 und Bundesfernstraßengesellschaft

 Unangekündigte Auto-Abgastests und mehr Tempo 30? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Verkehrsminister der Länder heute und morgen bei ihrer Konferenz in Worms. Nach dem VW-Abgasskandal hat der baden-württembergische Ressortchef Winfried Hermann (Grüne) eigene Messprogramme und unangekündigte Tests bei auf dem Markt verfügbaren Serienfahrzeugen angekündigt. Das bayerische Verkehrsministerium weist das als «reinen Aktionismus» zurück.

Zudem soll das Thema Tempo 30 an Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Altenheimen bei der Konferenz Fahrt aufnehmen. Die Initiative war Ende letzten Jahres von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer und seinen Nord-Kollegen angestoßen worden. Daneben wird der Bundesverkehrswegeplan 2015 und die Pläne zur Einrichtung einer Bundesfernstraßengesellschaft zum Thema. In Worms wird auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erwartet.

Zur Bundesfernstraßengesellschaft schreibt das Handeslsblatt: 

Meyer und seine Amtskollegen hatten sich schon bei ihrer Konferenz im April in Rostock einstimmig auf mehr Tempo-30-Zonen geeinigt. Dobrindt signalisierte Entgegenkommen. Für eine viel höhere Zahl von Tempo-30-Zonen an sensiblen Stellen müsste die Straßenverkehrsordnung geändert werden. Eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern soll klären, wie viele Straßen betroffen wären.

«Wir erwarten von ihr einen Zwischenbericht», sagt der rheinland-pfälzische Verkehrsminister und Konferenz-Gastgeber Roger Lewentz. «Wir bekommen unglaublich viele Tempo-30-Wünsche von Eltern, Kommunen und Verbänden.» Auch als Lärmschutz könne dieses Tempolimit oft sinnvoll sein. Bislang lasse sich das aber nur einführen, wenn ein deutliches Überschreiten der Grenzwerte nachgewiesen werde.

Lewentz zeigt sich auch für Tempo 30 als Regelfall in geschlossenen Ortschaften gesprächsbereit. «Das würde die Beweislast umkehren. Dann müsste etwa bei einer breiten oder vierspurigen Straße die Notwendigkeit von Tempo 50 begründet werden müssen.» Allerdings sei diese «große Lösung» nicht leicht umzusetzen. «Wir wollen nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir wollen weiterhin möglichst rasch von A nach B kommen.»

Der ADAC und der Deutsche Städte- und Gemeindebund haben sich gegen ein generelles Tempo 30 in geschlossenen Ortschaften ausgesprochen: Das sei zu viel Gängelung. Das Deutsche Kinderhilfswerk, der Verkehrsclub Deutschland und die Umweltorganisation Robin Wood hingegen sind dafür: Tempo 30 rette Leben. Das Flickwerk des jetzigen kleinteiligen Wechsels von Tempo 50 und 30 müsse eine Ende haben.

Beim Bundesverkehrswegeplan 2015 geht es um die neuen Investitionen des Bundes in Fernstraßen, Schienenwege und Bundeswasserstraßen. Der derzeit gültige Plan ist bereits zwölf Jahre alt.

Dänische Zeitung Ingeniøren: Belttunnel wird mehrere Milliarden Kronen billiger

Nach einem Bericht der dänischen Zeitung  „Ingeniøren“ wird die Beltquerung mehrere Milliarden Kronen billiger

IngenioremDas dänische Fachblatt berichtet in seiner Online-Ausgabe, dass dem dänischen Verkehrsministerium heute von Femern A/S in Kopenhagen die neuen Angebote für die Bauverträge für den Belttunnel vorgelegt wurden. Diese seien um rund neun Milliarden Kronen (etwa 1,2 Milliarden Euro) niedriger als die ursprünglichen. Die Verhandlungen werden aber fortgesetzt, der endgültige Beschluss über die Verträge wird im Mai 2016 erwartet.

Das Blatt zitiert den sozialdemokratischen verkehrspolitischen Sprecher Rasmus Prehn unter anderem mit den Worten: „Ich bin in meinem Glauben, dass das Projekt realistisch ist, gestärkt worden. Es sind einige gute Angebote vorgelegt worden, die um einige Milliarden Kronen niedriger liegen.“

Der Sprecher der „Radikalen“, Andreas Steenberg, lässt sich hingegen nicht so optimistisch zitieren: Er sehe noch viele Hindernisse, ehe das Projekt realisiert werden könne.

Für alle Dänisch-Kenner hier der Orginal-Bericht: zum Artikel

Flüchtlinge: Mobiles Einsatz-Team der Arbeitsagenturen geht an den Start

Arbeitsagentur geht in SH auf Flüchtlinge mit guter Bleiberechtsperspektive zu. Nägele: Riesenpotenzial für den Arbeitsmarkt

Nägele und Haupt-Koopmann beim Ortstermin

Vermittlungsexperten der Arbeitsagentur gehen in Schleswig-Holstein seit einigen Tagen direkt auf neu ankommende Flüchtlinge mit guter Bleiberechtsperspektive zu. «Zwei Drittel von ihnen sind unter 30 Jahren, das ist aus meiner Sicht ein Riesenpotenzial für den Arbeitsmarkt», sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann am Vormittag bei einem Ortstermin bei der Firma Dierck in Wattenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Die fünf Experten des mobilen Einsatzteams verfügten unter anderem über arabische Sprechkenntnisse und berieten die Flüchtlinge  bei Terminen vor Ort. Allein in Flensburg hätten sich 50 Asylbewerber bei ihnen über Jobperspektiven informiert.

Frank_NaegeleStaatssekretär Dr. Frank Nägele
aus dem Arbeitsministerium
sagte zu der neuen Offensive:
(Audiopfeil klicken)

Tageweise besucht das mobile Einsatz-Team (MET) die Arbeitsagenturen im Land und bietet dort Informationsveranstaltungen an. Die regionalen Veranstaltungstermine werden – gemeinsam von Arbeitsagenturen, Jobcentern und ihren regionalen Netzwerkpartner – offensiv beworben, um Flüchtlinge auf dieses Angebot aufmerksam zu machen.

„Für uns war es dabei ganz wichtig, ein Team aufzustellen, dessen Mitglieder aufgrund ihrer individuellen Vorbildung, ihrer beruflichen Werdegänge und ihrer Sprachkenntnissen unter Beweis gestellt haben, dass sie dieser anspruchsvollen interkulturellen Aufgabe gewachsen sind. Insbesondere die vielfältigen Sprachkenntnisse – u.a. Englisch, Arabisch, Persisch, Kurdisch und Französisch – werden dazu beitragen, dass die direkte Kommunikation mit den Flüchtlingen möglich ist und sich in vielen Fällen der Einsatz von Dolmetschern erübrigt.“

Nägele bezeichnete die Einrichtung des Einsatzteams als wichtigen Schritt, um eine zügige Kompetenzfeststellung der Flüchtlinge zu erreichen. „Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms muss diese Komponente nach Möglichkeit ausgebaut und idealerweise langfristig in den

Erstaufnahmeeinrichtungen angesiedelt werden“, so Nägele. Es müsse allen klar sein, dass eine vollständige Integration aller erwerbsfähigen Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt keine Frage weniger Monate sei.

Die Informationsveranstaltungen vor Ort haben ein feste Struktur: Sie beginnen mit einer Gruppeninformation, in der die Aufgaben der Arbeitsagenturen und Jobcenter vorgestellt, die

grundlegenden Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes sowie Sinn und Zweck der anschließenden individuellen Gespräche erläutert werden.

In diesen Einzelgesprächen wird ein erstes Bewerberprofil erstellt, in dem u.a. folgende Fragen behandelt werden:

  • Welche Schul- und Berufsausbildung und welche berufliche Erfahrung liegen vor?
  • Sind Zeugnisse vorhanden, die dies belegen?
  • Sind diese gültig oder müssen sie erst anerkannt werden?
  • Gibt es deutsche Sprachkenntnisse?

Dieses Gespräch wird durch einen Fragebogen unterstützt, er u.a. in Englisch und Arabisch vorliegt. Ein Ziel der Einzelgespräche ist es, die anschließende Integrationsarbeit der regionalen Arbeitsagenturen und Jobcenter vorzubereiten.

Haupt-Koopmann unterstrich abschließend „Wir wissen bereits jetzt, dass es sich in zahlreichen Fällen nicht um Fachkräfte von morgen, sondern um Fachkräfte von übermorgen handelt. Denn für die vielen jungen Flüchtlinge wird es notwendig – nach dem Erwerb deutscher Sprachkenntnisse – erst eine berufliche Ausbildung zu beginnen und sie schließlich erfolgreich zu beenden. Bei dieser insgesamt großen Herausforderung sind alle Arbeitsmarktpartner in besonderer Weise gefordert. Doch wir müssen die Chancen sehen, die sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des stetig zunehmenden Fachkräftebedarfs für das Land eröffnen.“

Flüchtlinge und Mittelstand: Heute Vormittag Ortstermin in Wattenbek

Heute Ortstermin mit Arbeits-Staatssekretär Nägele und Arbeitsagentur-Chefin Haupt-Koopmann bei Bordesholm. Thema: Flüchtlinge.

  Die vielen Flüchtlinge im Land beschäftigen auch die Arbeitsagenturen und Unternehmer in Schleswig-Holstein. Allein im September erreichten mehr als 10 000 Hilfesuchende Schleswig-Holstein.  

 Über Angebote, diese Menschen auch in den Arbeitsmarkt zu integrieren, informiert heute Vormittag in einem Betrieb in Wattenbek bei Bordesholm die Arbeitsagentur gemeinsam mit Arbeits-Staatssekretär Frank Nägele. Die Agentur stellt dabei ein mobiles Einsatzteam vor – außerdem berichtet der mittelständische Internehmer über seine bisherigen Erfahrungen und Erwartungen zum Thema Flüchtlinge.

Nachfolger von „Poseidon“ und „Meteor“ wird in Kiel stationiert

Poseidon1
Prof. Schulz von der DFG, Prof. Herzig und Minister Meyer bei der PK an Bord der „Poseidon“

Heimatkafen des Nachfolgers von „Poseidon“ und „Meteor“ wird ab 2020 Kiel – Meyer: Trotzdem an Finanzierung denken

Der Nachfolger für die beiden deutschen Forschungsschiffe «Poseidon» und «Meteor» wird am Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung stationiert. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig und der für das Geomar zuständige Wirtschaftsminister Reinhard Meyer begrüßten die Entscheidung: „Das ist ein deutliches Bekenntnis des Bundes zum Meeresforschungs-Standort Schleswig-Holstein und untermauert die weltweit führende Stellung des GEOMAR in seiner Disziplin“. Erfreulich sei aber vor allem, dass die Kieler Meeresforschung in nicht einmal fünf Jahren einen hochmodernen Ersatz für die alte „Poseidon“ erhalte. „Die technischen Möglichkeiten und Einsatzgebiete werden dann weit größer sein als bisher Das Land Schleswig-Holstein wird die Vorbereitungen zur technisch-wissenschaftlichen Konzeption und Ausstattung des neuen Schiffes nach Kräften begleiten und unterstützen“, sagte Albig.

Wie Meyer am Nachmittag in einem Pressegespräch an Bord der „Poseidon“ in Kiel sagte, müsse es in einem zweiten Schritt nun aber auch darum gehen, die künftige Finanzausstattung der Kieler Meeresforscher im Blick zu haben. „Die eingesparten Betriebskosten für den einst vertraglich vereinbarten und bereits geplanten 1:1-Nachfolgebau der ,Poseidon‘ sollten dem Forschungsstandort Schleswig-Holstein strukturell und dauerhaft zur Verfügung gestellt werden.“

eis_Meyer_Reinhard_020Im Gespräch mit dem
NDR Schleswig-Holstein-Magazin
(Beitrag heute Abend um
19.30 Uhr auf N 3)
sagte Meyer

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka hatte zuvor mit der Bekanntgabe des künftigen Heimathafens versichert, dass der Nachfolgebau die Möglichkeiten der beiden bisherigen Forschungsschiffe abdecke und die so eingesparten Betriebskosten für „zusätzliche Meeresforschungsprojekte sowie für die Datenauswertung“ zur Verfügung gestellt werden.

„Damit werden frühere Vereinbarungen mit dem Bund zur Entlastung des Landes um jährlich 25 Millionen Euro bereits zu einem Teil mit Leben erfüllt“, sagte Meyer. Hintergrund der Vereinbarungen vor fünf Jahren war die Umwandlung des GEOMAR von einer Leibniz-Einrichtung in ein Helmholtz-Zentrum zum 1.1.2012. Leibniz-Einrichtungen werden hälftig von Land und Bund finanziert, während ein Helmholtz-Zentrum zu 90 Prozent vom Bund getragen wird. Mit dieser Aktion war 2010 der Fortbestand der Mediziner-Ausbildung an der Universität Lübeck gesichert worden.  Poseidon3

Das gemeinsame Nachfolgeschiff für die „Meteor“ und die „Poseidon“ soll nach Angaben des Bundes etwa die Größe der jetzigen „Meteor“ haben und damit größer sein als die noch bis 2019 aktive „Poseidon“. Die genauen Kosten für das Schiff stehen bislang ebenso wenig fest wie der künftige Name oder die Zuständigkeiten für Einsatzplanung und Fahrtkoordinierung. Meyer: „Ich hoffe sehr, dass der Name des neuen Schiffes wieder ,Poseidon‘ lauten und so eine große Kieler Forschungstradition fortsetzen wird.“

Pressegespräch über Zukunft der „Poseidon“

 Wie ist es um die Zukunft der „Geomar“-Forschungsschiffe bestellt? Heute um 15.15 Uhr Pressegespräch auf MS „Poseidon“

Im vergangenen Jahr ist das neue Forschungsschiffs «Sonne» in Dienst gestellt worden. Auch andere Schiffe der Deutschen Forschungsflotte sollen nach und nach erneuert werden. Die Planungen dazu – unter anderem der Ersatz der Kieler „Poseidon“ und der Hamburger „Meteor“ durch nur noch ein gemeinsames Schiff – stellt heute um 15.15 Uhr in einem Pressegespräch an Bord der „Poseidon“ Prof. Peter Herzig vor, Direktor des Kieler Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung. Mit dabei: Der für das Helmholtz-Zentrum zuständige Kieler Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele.

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte bei der Indienststellung des High-Tech-Schiffes «Sonne» im November versprochen,  die Bundesregierung werde in den kommenden Jahren Milliarden investieren und vier weitere Forschungsschiffe erneuern. 

Meyer und Schmidt bekräftigen Fahrplan zur Beltquerung: Planfeststellung 2017 – Baurecht 2019

Meyer bei Amtskollegen Schmidt in Kopenhagen: Minister-Duo bekräftigt festen Fahrplan zur Beltquerung

Meyer_Schmidt2
Meyer und Schmidt während des Pressegesprächs

Trotz absehbarer Verzögerungen bei der Planung des 18 Kilometer langen Auto- und Eisenbahntunnels zwischen Rodby und Puttgarden haben Verkehrsminister Reinhard Meyer und sein dänischer Amtskollege Hans Christian Schmidt heute (2. Oktober) erneut die Entschlossenheit beider Regierungen zum Bau des Fehmarnbelt-Tunnels bekräftigt: „Ein transeuropäisches Projekt dieser Dimension kann man nur gemeinsam realisieren – und wir sind uns unmissverständlich einig, dass wir genau das wollen und auch tun werden“, sagte Meyer nach einem zweistündigen Treffen in Kopenhagen mit Schmidt und Abgeordneten des dänischen Parlaments. „Niemand, der auf beiden Seiten Verantwortung trägt, stellt den deutsch-dänischen Staatsvertrag zu diesem Projekt in Frage.“

Als Zeitplan auf deutscher Seite nannte Meyer als voraussichtlichen Termin für den Planfeststellungsbeschluss das Jahr 2017, erinnerte zugleich aber daran, dass mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit von Klagen auszugehen sei. „Das bedeutet, dass mit Baurecht für den Absenktunnel unter diesen Umständen nicht vor 2019 zu rechnen ist.“

Reinhard_MeyerMeyer sagte nach
dem Treffen im
Gespräch mit
der NDR 1 Welle Nord:

Wie Meyer weiter sagte, hätten die Mitglieder des dänischen Parlaments insbesondere zum deutschen Planungsrecht eine Menge Fragen gehabt: „Während man in Dänemark nahezu das gesamte Genehmigungsverfahren über ein Baugesetz regelt, haben wir in Deutschland deutlich langwierigere Verfahren und mehr Pflichten hinsichtlich der Öffentlichkeitsbeteiligung und der Klagewege. Außerdem haben wir gegen den deutschen Planungsabschnitt über 3100 Einwendungen, auf dänischer Seite etwas über 30.“

Schmidt4In der Pressekonferenz
sagte Meyer außerdem:

Audiopfeil klicken

Meyer warb bei den Dänen um Verständnis für die deutschen Verfahren: „Natürlich müssen wir in Deutschland eine Debatte darüber führen, wie man solche wichtigen Infrastrukturprojekte, die von einer schweigenden Mehrheit befürwortet werden, beschleunigen kann. Doch das hilft uns bei diesem konkreten Vorhaben nicht weiter. Wir richten deshalb momentan alle Energie darauf, die 3100 Einwendungen gemeinsam mit der dänischen Planungsgesellschaft Femern A/S mit größter Sorgfalt zu bearbeiten, um am Ende ein rechtssicheres Fundament zu haben.“

Für Mitte November haben Meyer und Schmidt ein weiteres Treffen vereinbart.

Ab Montag auf der EXPO REAL in München: SH zeigt Flagge mit 28 Ausstellern

Ab Montag zeigt Schleswig-Holstein mit Minister Meyer und 28 Ausstellern Flagge auf der Business-Messe EXPO REAL

wtsh-stand-2014
SH-Gemeinschaftsstand auf der EXPO REAL München

Auf Europas größter B2B-Fachmesse für Immobilien und Investitionen präsentieren sich insgesamt 28 Aussteller am schleswig-holsteinischen Gemeinschaftsstand, der auch in diesem Jahr von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH  (WTSH) organisiert wird. In Halle B2 an Stand 330 geben Wirtschaftsförderer, -entwickler und -regionen gemeinsam mit Maklern, Dienstleistern und Projektentwicklern drei Tage lang Auskunft über Immobilien, Flächen und aktuelle Projekte mit Perspektive. Am Montag  wird Wirtschaftsminister Reinhard Meyer ganztägig zu Gast auf der Messe sein.

expo2014-2
Meyer (rechts) bei seinem Besuch im letzten Jahr

„Durch seine außergewöhnliche Vielseitigkeit ist Schleswig-Holstein für Investoren und Projektentwickler besonders interessant“, sagt Dr. Bernd Bösche, Geschäftsführer der WTSH GmbH. „Neben attraktiven Flächen für Hotels und Ferienanlagen in boomenden Tourismusregionen, vielfältig nutzbaren Konversionsflächen und gut erschlossenen Gewerbegebieten sind dabei vor allem die Möglichkeiten für den Wohnungsbau in wassernahen und innerstädtischen Toplagen interessant.“

Ein Beispiel für zukunftsorientierte Bauprojekte in bester Innenstadtlage ist die „Alte Feuerwache“ in der Kieler Altstadt. Unter der Leitung der DSK | BIG BAU-Unternehmensgruppe, die unter anderem über Hauptsitze in Kiel und Hamburg verfügt, entstehen dort sechs Stadthäuser und eine Ladenfläche, 50 Studenten-Appartements und 68 Wohnungen.

eis_Meyer_Reinhard_020Meyer sagte vor seiner
Reise nach München
(Audiopfeil klicken)

In Lübeck hat die Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG mit dem „Schützenhof“ auf 35.000 m2 eines ehemaligen Nutzhofs ein generationenüber-greifendes Konzept zum Leben und Arbeiten realisiert. Das moderne urbane Quartier in unmittelbarer Nähe des Lübecker Hauptbahnhofs besteht aus Miet- und Eigentumswohnungen, Reihen- und Doppelhäusern sowie einem Pflegeheim, einem Bürogebäude und einem Parkhaus.

Für die Verknüpfung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit sind auch einige ehemalige Bundeswehrliegenschaften in der Region Schleswig-Flensburg bestens geeignet. Mit einer interaktiven Präsentation liefern die WiREG Wirtschaftsförderungs- und Regionalentwicklungsgesellschaft Flensburg/Schleswig GmbH umfassende Informationen rund um Standorte in der Stadt Flensburg, im Kreis Schleswig-Flensburg sowie im Kreis Nordfriesland.

Eine der begehrtesten Konversionsflächen Schleswig-Holsteins liegt im Norden der Landeshauptstadt Kiel. Am Gemeinschaftsstand stellt die KiWi Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH das rund 75 Hektar große MFG 5 Gelände ausführlich vor. Das bietet durch flexibel planbare Flächen, nutzbare Bestandsimmobilien und seine Lage direkt an der Kieler Förde unter anderem beste Voraussetzungen für Wohn- und Tourismusprojekte und Unternehmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien, der Gesundheitswirtschaft und anderer Zukunftsbranchen.

Ein besonderer Wachstumsraum im echten Norden ist die nördliche Metropolregion. Auf der EXPO REAL 2015 präsentieren die ansässigen Kreise erstmals als Verbund, welche wirtschaftlichen und logistischen Vorteile sich im Flächenland Schleswig-Holstein aus der unmittelbaren Nachbarschaft zur Metropole Hamburg ergeben – wie zum Beispiel ausgezeichnete Verkehrsanbindungen und direkter Zugang zu internationalen Märkten.

Im Zeichen der Gemeinsamkeit von Schleswig-Holstein und Hamburg steht auch die Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele 2024. „Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten wir schon heute sehr produktiv und vertrauensvoll zusammen“, sagt Reinhard Meyer, Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein. „Dabei entstehen schon heute zusätzliche Impulse zur langfristigen Stärkung des Wirtschaftsstandorts, zum Beispiel durch die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.“

Ab Dezember mehr Fernzüge im „echten Norden“

DB baut Fernverkehr von und nach SH aus. Von Dezember 2016 an wird Kiel über 15 Prozent mehr Verbindungen haben als jetzt

Meyer_Huber
Meyer und Huber beim Pressegespräch

Mit steigenden Reisendenzahlen wächst das Angebot: Die Bahn baut den Fernverkehr von und nach Schleswig-Holstein aus. Von Dezember 2016 an werde Kiel über 15 Prozent mehr Verbindungen haben als derzeit, sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Nachmittag nach einem Treffen mit Vertretern der DB AG, darunter DB-Verkehrsvorstand Berthold Huber. Dies sei ein gutes Zeichen im Blick auf die Hamburger Olympia-Bewerbung 2024. Huber begründete den Ausbau mit der Erwartung, dass die Fahrgastzahlen weiter steigen werden. Er kündigte für den Fahrplanwechsel im Dezember des laufenden Jahres auch mehr Verbindungen nach Sylt an. Hier gebe es ebenfalls eine wachsende Nachfrage und deshalb 20 000 statt 14 000 Fahrten im Jahr. Das erweiterte Sylt-Angebot gilt zunächst nur für den kommenden einjährigen Fahrplan, weil nach dem von Meyer harsch kritisierten Verfahren jedes Jahr 50 Prozent der Trassen neu vergeben werden müssen.
Reinhard_MeyerMeyer sagte nach
dem Treffen in
einer Pressekonferenz
(Audio-Pfeil klicken)

Huber sagte in
der Pressekonferenz
(Audiopfeil klicken)

Erschwernisse wird es von 2017 an im Dänemark-Verkehr geben. Grund sind mehrjährige Bauarbeiten. Dann werden die Züge von Hamburg nach Kopenhagen nicht über die Vogelfluglinie fahren, sondern über Flensburg. Das dauert 20 Minuten länger. Mit der geplanten Inbetriebnahme des Fehmarnbelt-Tunnels soll ab 2024 eine Ausweitung des Verkehrs bis hin zu einem Zwei-Stunden-Takt möglich werden.

ICE auf der Fehmarnsundbrücke

Ab Dezember 2016 will die Bahn ihr Fernverkehrsangebot für Kiel in Richtung Berlin, Frankfurt, München oder Karlsruhe auf 17 Verbindungen am Tag erweitern. «Mit diesen neuen Angeboten reagieren wir auf die wachsende Nachfrage nach schnellen, komfortablen ICE-Verbindungen in die Landeshauptstadt», sagte Huber. «Wir hätten unseren Kunden diese zusätzlichen ICE-Verbindungen gern bereits zum Dezember 2015 angeboten. Leider fehlen uns im nächsten Jahr hierfür die Fahrzeuge.»

Die Ankündigung der Bahn, zunächst ab Dezember die einzige ICE-Direktverbindung von Kiel nach Berlin für ein Jahr wegfallen zu lassen, hatte im Landtag massive Kritik auslöst. In dieser Zeit wird es nur eine umsteigefreie Direktverbindung von Kiel nach Berlin mit einem um 15 Minuten langsameren Eurocity geben. Das Angebot zwischen Lübeck und München soll zum Jahresende ausgeweitet werden.