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Kammer-Umfrage: Immer weniger Unternehmerkinder übernehmen Familienbetrieb

Immer weniger Kinder von Familienunternehmern sind bereit, den Betrieb zu übernehmen. Wie eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein ergab, kommen derzeit nur noch 40 Prozent der Nachfolger aus der eigenen Familie. Vor fünf Jahren seien es noch 60 Prozent gewesen, sagte IHK-Präsidentin Frederike C. Kühn heute in Kiel. Die Grundeinstellung zum Leben und Arbeiten habe sich im Laufe der Zeit verändert, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Er warb gemeinsam mit Kühn und Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeldt bei den Unternehmern dafür, sich rechtzeitig um eine Betriebsnachfolge zu kümmern
Hintergrund: In den kommenden fünf Jahren stehen in Schleswig-Holstein rund 5.400 Unternehmen zur Übergabe an. Etwa 83.000 Beschäftigte im Land sind davon direkt betroffen. Wie Kühn und Stapelfeldt erläuterten, befragen ihre Kammern seit 1998 im Fünf-Jahres-Turnus Unternehmen zur Nachfolgesituation, deren Geschäftsführer oder Inhaber mindestens 55 Jahre alt sind. Die drei IHKs erhoben diesmal Daten von insgesamt 12.900 und die beiden Handwerkskammern von zusammen rund 8.000 Unternehmen. Rund 22 Prozent der Befragten gaben dabei an, die Beratungs-Angebote der IHKs zum Thema Nachfolge zu nutzen – fünf Jahre zuvor waren es nur sechs Prozent. Die Handwerkskammern erreichen sogar ein Wert von 35 Prozent (2013: 25 Prozent).
„Je länger ein Unternehmer oder eine Unternehmerin damit wartet, sich mit dem Thema Nachfolge auseinanderzusetzen, desto mehr ist der Fortbestand der Firma gefährdet“, sagte Handwerkskammer-Präsident Stapelfeldt. Mit zunehmendem Alter steige die Tendenz der Inhaber deutlich an, ihren Betrieb lieber zu schließen als zu übergeben. So plane aktuell ein Drittel der Inhaber, die über 75 Jahre alt, die Abwicklung ihrer Firmen. „Hinzu kommen noch diejenigen, die heute noch nicht wissen, ob sie ihr Unternehmen übergeben oder schließen wollen“, so Stapelfeldt.
Im Gespräch mit Sven Brosda von NDR 1 Welle Nord sagte Buchholz am Rande der Pressekonferenz (Audio starten – „im Browser anhören“)
Die Umfrage belegt weiter: Je kleiner das Unternehmen ist, umso weniger wird das Thema Nachfolge beachtet und vorbereitet. „Von den Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten gaben 71 Prozent an, dass sie Schritte zur Übergabe geplant hätten, bei den Firmen mit bis zu fünf Beschäftigten sind es dagegen nur 47 Prozent“, sagte IHK-Präsidentin Kühn. Dies erlaube aus ihrer Sicht zwei Schlussfolgerungen: Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern seien tendenziell leichter zu übergeben. Und Unternehmer mit mehr als zehn Mitarbeitern hätten ein sehr stark ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für ihre Mitarbeiter und deren Familien.
Nach den Worten von Stapelfeldt werde der Übergabeprozess häufig durch finanzielle Probleme erschwert. Allein der mögliche Verkaufserlös reiche in vielen Fällen nicht aus, um den Ruhestand des Altinhabers zu finanzieren. So gaben viele Unternehmer an, mehrere Bausteine für die Altersvorsorge zu nutzen – unter anderem selbstgenutzte oder vermietete Immobilien. Etwa die Hälfte der Inhaber von Handwerksbetrieben zahle Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung, nur ein Drittel leiste freiwillige Beiträge. Jeder neunte Unternehmer habe angegeben, gar keine Vorsorge getroffen zu haben. Von den befragten IHK-Mitgliedern haben sieben Prozent keine Vorsorge getroffen.
Laut IHK-Chefin Kühn würden die Befragten die Nachfolge-Problematik zwar grundsätzlich als dringend einstufen, doch fehlten in den meisten Fällen geeignete Nachfolge-Kandidaten: Während die Nachfolger vor fünf Jahren noch zu rund 60 Prozent aus den eigenen Familie kamen, sind es 2018 nur noch 40 Prozent. Ein Fünftel der Befragten gab an, dass möglichst ein bislang angestellter Mitarbeiter das Unternehmen fortführen solle. Rund 28 Prozent planen, das Unternehmen an eine betriebsfremde Person weiterzugeben und knapp 21 Prozent ziehen einen Verkauf an einen Mitbewerber in Betracht.
Wie eine Nachfolge gelingen kann, schilderte Jan Thomsen, der mit Unterstützung der Handwerkskammer das Heizungs,- Sanitär- und Klima Unternehmen Wolfgang Petersen in Preetz (Kreis Plön) übernommen hat. Mit seiner Idee, sich selbstständig zu machen, fand er durch Vermittlung der Kammer ein geeignetes Unternehmen, das zur Nachfolge anstand. „Entscheidend waren für mich die Unterstützung der Handwerkskammer und dass die Chemie zwischen Herrn Petersen und mir auf Anhieb stimmte“, sagte Thomsen.
Eine weiteres Erfolgs-Beispiel: Die Fortführung des Kieler Unternehmens Hygiene-Service-Schulz durch Janine Kordes. Sie übernahm 2014 das Unternehmen nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters. „Die Kunst des Könnens liegt im Wollen“, so Kordes. Die zündende Idee kam der 41-Jährigen durch ein Missgeschick. Bei der Arbeit war ihr ein Ring in ein Plastikfass mit Reinigungsmittel gefallen. Nach dem ersten Schrecken zeigte sich: Das Ergebnis war im wahrsten Sinne brillant, der Ring strahlte wie neu. Und so machte sich Kordes an die Entwicklung eines Schmuckreinigers, der für alle Edelmetalle, viele Steinarten und auch für Modeschmuck einsetzbar ist. Das Resultat war ein Schmuckschaum – das erste Produkt ihrer Unternehmensneugründung „Kieler Seifen“.
Für Wirtschaftsminister Buchholz zeigen diese Beispiele, dass sich der Sprung ins kalte Wasser lohnt – trotz aller Risiken. Er appelliert dabei vor allem an Frauen: „Nicht zögern, nicht zweifeln – einfach machen! Denn selbst Scheitern ist wahrlich keine Schande.“
Ist der SH-Mittelstand fit für den Generationswechsel? Kammern legen Umfrage vor
Alle fünf Jahre befragen die IHK und die Handwerkskammern in Schleswig-Holstein mehrere tausend Mitgliedsunternehmen, deren Chefs und Inhaber älter als 55 Jahre sind. Es geht um die Zukunft der Betriebe und den absehbaren Generationenwechsel. In den letzten Wochen war es wieder soweit. Ein Ergebnisder Erhebung: es stehen bis 2022 rund 5400 Firmen zur Übergabe an. Doch stehen auch genug Nachfolgerinnen und Nachfolger bereit?
Diese und andere Fragen beleuchtet heute ab 13.30 Uhr im Wirtschaftsministerium Minister Buchholz zusammen mit IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn und Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeldt.
Buchholz zum Berliner Diesel-Kompromiss: Die große Chance auf mehr Marktdruck vertan
Besitzer älterer Diesel können auf neue Angebote zum Schutz vor Fahrverboten in deutschen Städten hoffen – für umstrittene Motor-Nachrüstungen fehlen aber grundlegende Zusagen der Autobauer. Die Bundesregierung macht deswegen Druck auf die Konzerne, die vollen Kosten dafür zu übernehmen. Solche Umbauten gehören wie neue Kaufprämien für sauberere Wagen zu einem Paket mit zusätzlichen Maßnahmen für Regionen mit besonders schmutziger Luft, auf das sich die große Koalition nach langem Streit in der vergangenen Nacht verständigt hat. Davon sollen vorerst Besitzer von bis zu 1,4 Millionen Diesel-Pkw profitieren.
Während Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heute von einem «Riesenschritt» sprach, sieht Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz vor allem die „vertane Chance“, die Autofahrer selbst in die Lage zu versetzen, Druck auf die Hersteller auszuüben. Zudem müsse sich erst zeigen, ob die Autoindustrie das Paket überhaupt annehmen werde.
Buchholz sagte (Audio starten – „im Browser anhören“)
Vorgesehen sind neue Angebote bezogen auf 14 besonders betroffene Städte mit hohen Grenzwertüberschreitungen bei der Luftbelastung mit Stickstoffdioxid (NO2): München, Stuttgart, Köln, Reutlingen, Düren, Hamburg, Limburg an der Lahn, Düsseldorf, Kiel, Heilbronn, Backnang, Darmstadt, Bochum und Ludwigsburg. Darüber hinaus kommen Städte in Betracht, in denen demnächst Fahrverbote kommen könnten – dies betrifft unter anderem Frankfurt am Main. Einbezogen werden sollen auch Bewohner der angrenzenden Landkreise und beliebig entfernt wohnende Pendler, die in der Stadt arbeiten. Ebenso Selbstständige mit Firmensitz in der Stadt und Fahrzeughalter mit besonderen Härten.
Damit mehr schmutzige ältere Diesel von den Straßen kommen, sollen neue Kaufanreize kommen. Laut Bundesregierung haben die deutschen Hersteller zugesagt, für Besitzer von Wagen der Abgasnormen Euro 4 und Euro 5 «ein Tauschprogramm mit attraktiven Umstiegsprämien oder Rabatten» anzubieten. BMW will bis zu 6000 Euro zahlen, Daimler laut Scheuer bis zu 5000 Euro, VW 4000 bis 8000 Euro. Damit solle der «besondere Wertverlust, den Diesel-Fahrzeuge durch die Debatte um deren Schadstoffausstoß erlitten haben, ausgeglichen werden», betont die Koalition. Gekauft werden können Neuwagen und auch Gebrauchte. Auch von den ausländischen Herstellern werden Prämien erwartet.

Für Euro-5-Diesel in den stark belasteten Regionen soll als zweite Möglichkeit der Einbau zusätzlicher Abgasreinigungstechnik am Motor ermöglicht werden. Wenn Besitzer eine solche Hardware-Nachrüstung wollen und Systeme verfügbar sind, erwartet der Bund «vom jeweiligen Automobilhersteller, dass er die Kosten hierfür einschließlich des Einbaus übernimmt», wie es in dem Koalitionsbeschluss heißt. Die Haftung sollen die Nachrüstfirmen übernehmen.
Scheuer sagte, dass mit den Autobauern auch zu finanziellen Fragen aber noch Gespräche zu führen seien. BMW wolle keine Nachrüstungen, Daimler habe erklärt, sich dies überlegen zu können, wolle sich aber auf neue Prämien konzentrieren. Volkswagen sei bereit, wolle jedoch nicht die kompletten Kosten tragen. Dies hatte die Bundesregierung aber verlangt. Schulze betonte, die gesamte Regierung bis hin zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich eindeutig gegenüber der Branche positioniert. Sie glaube, dass das Signal angekommen sei.
Volkswagen erklärte, man gehe davon aus, «dass die Bundesregierung sicherstellt, dass sich alle Hersteller an den entsprechenden Maßnahmen beteiligen». Die Umsetzung hänge von Lösungen von Nachrüsterfirmen ab, die vorliegen, zugelassen und dauerhaft haltbar sein müssten. Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh begrüßte, dass ein einseitiger Weg mit pauschalen Hardware-Nachrüstungen vom Tisch sei. «Das ist eine gute Nachricht für die Sicherheit unserer Arbeitsplätze.» BMW teilte mit, Nachrüstungen dauerten zu lange. Sie könnten Gewicht, Leistung, Verbrauch und CO2-Ausstoß verschlechtern.
Der Autofahrerclub ADAC forderte, die Hersteller müssten nun liefern. «Erst wenn deren Angebote verbindlich auf dem Tisch liegen, wissen die Verbraucher, was die Beschlüsse der Koalition wert sind.» Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, sagte, leider blieben wichtige Fragen offen. Ein Paket aus technischen Nachrüstungen und Rabatten könne sinnvoll sein. «Aber wenn die Autohersteller nicht mitziehen, haben Verbraucher nichts gewonnen.» Der Chef der Deutschen Umwelthilfe, Jürgen Resch, sagte, es sei ein «Mäuschen» geboren worden. «Die Umtauschprämie ist ohne Effekt für die Luftreinhaltung, und die Nachrüstung ist ein frommer Wunsch.»
Hintergrund für die neuen Maßnahmen ist zu schmutzige Luft in vielen deutschen Städten. Diesel-Abgase sind ein Hauptverursacher dafür. Daher drohen Fahrverbote für ältere Diesel. In Hamburg sind schon zwei Straßenabschnitte für sie gesperrt. In Stuttgart ist 2019 ein großflächiges Einfahrverbot geplant. Kürzlich hatte ein Gericht auch Fahrverbote für die Innenstadt der Pendlermetropole Frankfurt am Main ab 2019 angeordnet. Die EU-Kommission macht ebenfalls Druck und will Deutschland per Klage beim Europäischen Gerichtshof zur Einhaltung der Grenzwerte zwingen, die schon seit 2010 verbindlich sind.
Um mögliche Fahrverbotszonen organisieren und kontrollieren zu können, will der Bund für besonders stark betroffene Städte einheitliche Rechtsregeln schaffen. Eine besondere Kennzeichnung etwa mit einer blauen Plakette sei dafür nicht erforderlich.
Weltweit erster emissionsfreier Zug auf der Teststrecke Neumünster-Kiel unterwegs

Weiter sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten während der Testfahrt
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Buchholz würdigte das Engagement, durch ein neues Antriebskonzept zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und des Energieverbrauchs beizutragen. „Moderne Verkehrspolitik heißt, technologische Neuerungen, ökologische Anforderungen und wirtschaftliche Interessen in Einklang zu bringen“, so Buchholz. Er verwies auf die derzeit laufende Ausschreibung von über 50 Schienenfahrzeugen mit innovativem Antrieb. Das Land Schleswig-Holstein sei bundesweit damit das erste Land, das in einem so großen Umfang innovative Fahrzeuge beschafft. Buchholz weiter: „Die Technologieoffenheit ermöglicht einen offenen Wettbewerb der verschiedenen Antriebskonzepte. Die hohe Bieterresonanz bestätigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben.“
AKN-Geschäftsführer Wolfgang Seyb hatte die Idee, das Fahrzeug in Schleswig-Holstein vorzustellen: „Alternative Antriebstechnologien sind die Zukunft im Nahverkehr, wenn man wie die AKN Umweltschutz ernst nimmt. Wir freuen uns daher sehr, dass wir dem Land heute mit dem Coradia iLint eine der neuen, innovativen Antriebsarten vorstellen können.“ Seyb warf einen Blick in die Zukunft: „Langfristig ist es unser Ziel, den Korridor Norderstedt – Neumünster mit besseren Zugverbindungen zu stärken, und unsere Infrastruktur würde sich für neue Antriebstechnologien hervorragend eignen.“ Die AKN hat ein Konzept für eine Verbesserung des Zugangebots zwischen Norderstedt und Neumünster erarbeitet, bei der beide Städte umsteigefrei und schneller miteinander verbunden wären. Die AKN geht davon aus, dass intelligente Lösungen wie neue Fahrzeug- und Antriebskonzepte hierbei eine höhere Akzeptanz erfahren und deshalb auf regionalen SPNV-Strecken zeitnäher umzusetzen sind als umfangreiche Infrastrukturausbauten wie z.B. Oberleitungen oder Stromschienen.
„Wir freuen uns besonders über das Interesse an unserer emissionsfreien Mobilitätslösung hier im echten Norden. Der Coradia iLint von Alstom bewährt sich bereits heute in der Praxis und lässt sich durch den engagierten Ausbau der dezentralen Windenergie in Schleswig-Holstein zuverlässig in die vorhandene Infrastruktur integrieren“, sagt Dr. Jörg Nikutta, Geschäftsführer von Alstom in Deutschland & Österreich.
„Als regionales Unternehmen unterstützen wir die ökonomische Nutzung Erneuerbarer Energien und sind insbesondere überzeugt von den Möglichkeiten, die Wasserstoff als Speichermedium und Zukunftsantrieb ausmachen. Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit mit Alstom als Lieferant grünen Wasserstoffs für eine emissionsfreie Mobilität in Schleswig-Holstein“, sagt Dirk Burmeister, Entwicklungsagentur Region Heide.
Der Coradia iLint ist weltweit der erste Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Dieser komplett emissionsfreie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab. Der Coradia iLint zeichnet sich durch mehrere verschiedene Innovationen aus: saubere Energieumwandlung, flexible Energiespeicherung in Batterien sowie intelligentes Management von Antriebskraft und verfügbarer Energie. Gezielt entwickelt für den Einsatz auf nichtelektrifizierten Strecken, ermöglicht er einen sauberen, nachhaltigen Zugbetrieb unter Beibehaltung einer hohen Leistung. Der Coradia iLint wurde in Salzgitter, dem Kompetenzzentrum für Regionalzüge und größten Produktionswerk von Alstom, entwickelt und gebaut.
Und so berichtet der sh:z in seiner Dienstagausgabe:
Autofahrer, Eltern und Kinder aufgepasst: Die dunkle Jahreszeit beginnt
Verkehrsminister Buchholz hat diese Woche nicht nur an der Friedrichsorter Grundschule die Verkehrs-Fibeln „Das kleine Zebra im Straßenverkehr“ verteilt, sondern zugleich die Aktion „Lichttest 2018“ von Landesverkehrswacht und KfZ-Verband gestartet. Im Rahmen dieser Aktion können sich Kfz-Führer für die schlechteren Sichtverhältnisse in den Herbst- und Wintermonaten rüsten und im Oktober in den Werkstätten des Kfz-Gewerbes, wie auch bei Überwachungsorganisationen und einigen Automobilclubs, die Beleuchtungsanlage kostenlos prüfen lassen.
Nach den Worten von Buchholz zeigt sich bei den Überprüfungen Jahr für Jahr, dass die Lichter der Wagen eben nicht wartungsfrei sind: Durchschnittlich jedes dritte der untersuchten Fahrzeuge wies in der Vergangenheit Mängel im Bereich der Scheinwerfer oder bei der rückwärtigen Beleuchtung auf.
„Dunkelmänner“, „Blender“ oder „Einäugige“ im Straßenverkehr gefährden so sich und andere. Für Buchholz Grund genug, dieses Thema zu seiner „Meldung der Woche“ zu machen.
Schleswiger „Laromed“ lässt Matratzen sprechen und gewinnt unser StartUp-Camp 2018

Eine Woche lang haben über 30 Jungunternehmerinnen und -unternehmer mit Profis an ihren Geschäftsideen getüftelt und gefeilt – dann hatte am späten Abend die Jury das Wort: Das Schleswiger Unternehmen LAROMED GmbH ist Gewinner des diesjährigen StartUp-Wettbewerbs der schleswig-holsteinischen Landesregierung.
„Die beiden Gründer Clemens Winter und Günter Nieuwenhuis haben über ein elektronisches Verfahren eine Art intelligente Matratze entwickelt, die rund um die Uhr Druckpunkte messen und auswerten kann. Damit liefert das Konzept wichtige therapeutische Ansätze und könnte einen gewaltigen Qualitätsschub in der medizinischen Pflege auslösen“, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bei der Preisverleihung in Lübeck. Das habe sowohl ihn als auch die anderen Jury-Mitglieder überzeugt.
„Wir haben nicht wirklich daran geglaubt, dass wir bei diesem guten Bewerber-Umfeld so weit kommen – umso glücklicher sind wir über den Preis und packen nun entschlossen die nächsten Schritte unserer Unternehmensgründung an“, sagte Winter. Der 34-jährige Maschinenbauingenieur stammt wie sein Geschäftspartner Nieuwenhuis aus Schleswig und führt in der Schleistadt bereits eine weitere Firma. Mehr zu Laromed: hier

Den zweiten Platz belegte das aus Wedel im Kreis Pinneberg stammende Unternehmen „elbWalker“ mit der Entwicklung eines erweiterten E-Commerce-Tracking, mit dem etwa Daten für Marketing-Kampagnen online besser überwacht und gesteuert werden können. Mehr zum Unternehmen hier

Den dritten Preis erhielt das Kieler Jung-Unternehmen „Instrument of Things“, dessen Gründer neuartige Interaktionsmöglichkeiten zwischen Musik-Künstlern und deren Publikum entwickeln. Mit seinem Produkt möchte das Unternehmen das Steuern von Musikinstrumenten mithilfe von unterschiedlichen Sensordaten ermöglichen. So können Künstler neuartige Performances durch die Symbiose von Bewegung und Klang entwickeln. Desweiteren kann das Publikum eingebunden und somit eine interaktive Performance geschaffen werden. Ihr Produkt soll planmäßig im Mai 2019 fertiggestellt werden und auf den Markt kommen. Mehr zu dem Kieler Startup: hier
„Alles in allem waren alle neun vorgestellten Konzepte durchweg gut und förderungswürdig“, sagte Wirtschaftsminister Buchholz. Aber die Jury habe sich nun einmal auf drei Sieger festlegen müssen.

Partner und Sponsoren des StartUp-Camps sind neben dem Lübecker Medizin-Technik-Konzern Dräger die internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, der Lübecker Software-Hersteller Mach AG, die Lübecker „tec.tous UG“, die Hamburger Firma „Digital Hub Logistics“ sowie die Patent-Verwertungsagentur Schleswig-Holstein. Die Preise sind mit 1.300 bis 3.000 Euro dotiert – zusätzlich erhalten die Gewinner umfangreiche Beratungspakete. Den Sonderpreis, einen einwöchigen Aufenthalt in Dubai und Singapur inklusive des Besuch von dortigen StartUps, erhielt ebenfalls das Kieler Unternehmen „Instrument of Things“.

Wie Buchholz vor den rund 150 Zuschauern des Abschluss-Wettbewerbs beim Dräger-Konzern sagte, hatten in dem einwöchigen Camp insgesamt neun junge Unternehmen zwischen Flensburg und München die Chance genutzt, um mit Profis an ihrer Geschäftsidee zu feilen. „Auch wenn wir uns mit jährlich knapp über 12.000 Firmen-Gründungen in Schleswig-Holstein sicher nicht nicht mit Berlin oder München vergleichen können, so liegen wir bei der Gründungsintensität unter den Flächenländern nach Hessen und Nordrhein-Westfalen bundesweit immerhin an dritter Stelle“, so Buchholz.
Zu den Gründen des Landes für das StartUp-Camp 2018 sagte der Minister am Rande der Preisverleihung… (Audio starten – „im Browser anhören“)
Draeger-Vorstandsmitglied Anton Schrofner zeigte sich von den Geschäftsideen der Teilnehmer ebenfalls begeistert: „Es ist uns deshalb wichtig, eine tolle Initiative wie das Startup-Camp zu unterstützen, denn auch Dräger als technologiegetriebenes Unternehmen profitiert davon, wenn gute Ideen zu ausgereiften Lösungen werden.“ Vernetzung und Know-how-Transfer sowohl
innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens sei ein wichtiger Faktor, wenn auch Dräger als innovatives Unternehmen fortbestehen wolle. „Von Startups wie den heutigen Preisträgern, können wir lernen, Dinge aus neuen Blickwinkeln zu betrachten und mit Begeisterung an den Lösungen von morgen zu arbeiten“, so Schrofner.
Ein wichtiger Zukunftsbaustein, so Wirtschaftsminister Buchholz, sei auch die Förderung und Begleitung des Netzwerks „StartUp Schleswig-Holstein“ mit insgesamt 6,8 Millionen Euro bis zum Jahr 2021 durch das Land. In dem Netzwerk seien mittlerweile 18 Unternehmen, Hochschulen und hochschulnahe Einrichtungen zusammengeschlossen. „Wenn wir die Herausforderungen der Zukunft wie etwa die Digitalisierung meistern wollen, dannn brauchen wir eine Gründerkultur im Land, die dazu führt, dass unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft keine einzige gute Idee verloren geht“, so Buchholz. Sämtliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer des StartUp-Camps hätten dabei eindrucksvoll belegt, dass dies möglich sei.

Unterdessen hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC eine Studie vorgelegt, wonach die Landeshauptstadt Kiel mit ihrem Umland bundesweit den höchsten Anteil an Existenzgründern verzeichnet, die für 2018 ein Umsatzwachstum erwarten. Für das laufende Jahr erwarten den PwC-Zahlen zufolge 82 Prozent der jungen Unternehmen im Kieler Raum ein Umsatzplus – und zwar durchschnittlich um acht Prozent.
Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt liegt die Quote der Unternehmen auf Wachstumskurs lediglich bei 67 Prozent. Auch personell wollen die Gründer im Raum Kiel in den kommenden zwölf Monaten spürbar wachsen: Zwei Drittel planen, ihre Belegschaft aufzustocken, im Schnitt um neun Prozent – auch diese Werte liegen über Bundesdurchschnitt von 61 und acht Prozent. Bundesweit wurden für die Studie 1000 Start-ups befragt, darunter 50 aus dem Raum Kiel.
Trotz der positiven Zahlen sei es enorm wichtig, „dass Wirtschaft und Politik sich weiter aktiv für die Standortattraktivität im Norden einsetzen“, sagt Andreas Focke, Leiter des PwC-Standorts in der Landeshauptstadt. Zwar verzeichne die Region Kiel seit Jahren eine zunehmende Ansiedlung von Unternehemensgründern. „Doch nach wie vor“, so Focke, „ist die Gefahr groß, dass erfolgreiche Gründer in Metropolen wie Berlin oder Hamburg abwandern – dorthin also, wo die Dichte an Tech-Talenten, Investoren und anderen Unternehmen zum Wissenstransfer höher ist.“

Erstmals seit 26 Jahren weniger als 80.000 Arbeitslose in SH – Buchholz dankt der Wirtschaft

Herbstaufschwung am schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen sank im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,9 Prozent (- 9.751) und um 6,0 Prozent (- 5.064) gegenüber dem Vormonat. „Mit 79.815 arbeitslosen Menschen liegt Schleswig-Holstein erstmal seit 1992 wieder unter der Marke von 80.000 Arbeitslosen in einem September“, freute sich heute Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz. „Der deutliche Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit und der Langzeitarbeitslosigkeit zeigt, dass unsere mittelständische Wirtschaft ihre Verantwortung wahrnimmt und alle beteiligten Akteure die richtigen Impulse setzen.“ Die Arbeitslosenquote liegt laut Bundesagentur für Arbeit aktuell bei 5,1 Prozent.
In der Gruppe der Älteren ging die Zahl der Arbeitslosen sowohl gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,4 Prozent (- 2.395) als auch gegenüber dem Vormonat um 4,2 Prozent (- 1.135) zurück. Die Zahl der arbeitslosen Ausländer ging ebenfalls gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,4 Prozent (- 1.983) und um 5,5 Prozent (- 1.000) auf 17.086 zurück. „In den nächsten Monaten rechne ich mit einem Anstieg in der Gruppe der arbeitslosen Ausländer, da zum Ende August viele Sprach- und Integrationskurse endeten“, sagte Buchholz.
Mit Blick auf die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gestern veröffentliche regionale Arbeitsmarktprognose blickt der Minister optimistisch auf die Entwicklung im kommenden Jahr: „Nach der jüngsten Herbstprognose des IAB können wir für 2019 bei der Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein einen etwas stärkeren Rückgang als im Bundesdurchschnitt erwarten.“ So soll nach der Prognose die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt in Schleswig-Holstein um 5,8 Prozent, in Deutschland insgesamt um 5,2 Prozent zurückgehen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten soll im Jahresdurchschnitt um 1,8 Prozent, ebenso in Deutschland insgesamt, zulegen.
Rohlfs mahnt auf WindEnergy: Großkunden müssen Windstrom künftig direkt vermarkten

Schleswig-Holsteins Technologie-Staatssekretär Thilo Rohlfs hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, so schnell wie möglich die Voraussetzungen für eine Direktvermarktung von Windstrom zu schaffen. „Nur wenn Öko-Strom vom Produzenten direkt in Richtung Großverbraucher oder Industriekunden vermarktet werden kann, werden wir langfristig ohne Subventionen nach dem EEG auskommen“, sagte Rohlfs heute (27. September) beim Besuch der WindEnergy in Hamburg.
Als Beispiel nannte Rohlfs den holländischen Windpark im Wieringermeer, der derzeit vom Anlagenhersteller Nordex im Auftrag von Vattenfall aufgebaut werde. Statt über Fördergelder habe der schwedische Vattenfall-Konzern als günstigster Anbieter den Zuschlag für das 200-Millionen-Projekt über Ausschreibungen erhalten. Wenn der Park kommendes Jahr ans Netz gehe, werde der gesamte Strom per Direktabnahme-Vertrag an Microsoft geliefert. „Das ist der richtige Weg in die von der Branche ersehnte Unabhängigkeit von Subventionen“, sagte Rohlfs.
Am Rande der WindEnergy sagte Rohlfs weiter
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Vor diesem Hintergrund mahnte der FDP-Politiker auch eine Verbesserung des Innovationsklimas für die Windbranche Schleswig-Holsteins an: „Um das Innovationspotenzial künftig besser auszuschöpfen brauchen wir unter anderem eine schnelle Umsetzung der im Koalitionsvertrag des Bundes vorgesehenen Sonderausschreibungen für Onshore-Windenergie und für den so genannten Zusatzbeitrag für Offshore-Windenergie.“
Minister Buchholz appelliert an Eltern: Schulweg mit den Erstklässlern unbedingt intensiv üben

Hoher Besuch in der Fritz-Reuter-Schule in Kiel-Friedrichsort: Verkehrsminister Bernd Buchholz übergab der Klasse 1 d heute symbolisch für alle rund 24.000 Schulanfängerinnen und -anfänger im Land das Arbeitsheft zur Verkehrserziehung „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“. Schulleiter Cay Tonner und Klassenlehrerin Anne Christina Faß bekamen zudem für alle Klassen der Schule ein Plüsch-Zebra und eine Zebra-Handpuppe, die die Klassen durch den Verkehrsunterricht begleiten soll.
„Trotz aller Gefahren im Straßenverkehr ist es wichtig, dass Kinder lernen, den Weg zur Schule oder auch nachmittags zu Freunden allein zu bewältigen. Denn jeder selbst gemeisterte Weg fördert die Entwicklung des Kindes und schult das richtige Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr“, sagte Buchholz. In Richtung der Eltern appellierte er: „Um Gefahren vorzubeugen, sollten Sie den Schulweg mit Ihren Kindern üben. So helfen Sie auch, das Verkehrschaos durch „Elterntaxis“ zu vermeiden“.
Das „kleine Zebra“ hat eine Frischekur hinter sich: die seit vielen Jahren in den ersten Klassen eingesetzten Materialien „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ wurden grundlegend überarbeitet und modernisiert. Schon in den letzten Wochen im Straßenbild zu sehen waren die neuen Plakate „Schulanfänger = Verkehrsanfänger“, die wie die Bilder im Arbeitsheft von dem Illustrator Wolfgang Slawski liebevoll gezeichnet wurden.
Die Landesverkehrswacht verteilt das Übungsheft mit finanzieller Unterstützung des Verkehrsministeriums und der Sparkassen seit über einem Jahrzehnt an alle Kinder, die in die Schule kommen. „Auch in der Schule sollen die Kinder gleich von Anfang an das sichere Verhalten im Straßenverkehr lernen. Mit geeigneten Materialien und unter Anleitung der Lehrkräfte ist die Verkehrserziehung ein wichtiger Baustein für die Sicherheit im Straßenverkehr“, betont Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Dafür hat die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ entwickelt.
Seit vielen Jahren sind die Sparkassen ein verlässlicher Partner der Landesverkehrswacht. „‘Das kleine Zebra auf dem Schulweg‘ vermittelt den Erstklässlern spielerisch, wie sie sich richtig kleiden, wie sie gefahrlos die Straße überqueren und sich richtig im Auto oder Schulbus verhalten. Das wird von den Kindern gut angenommen und trägt wesentlich zur Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr bei. Jeder Euro, den wir in die Sicherheit unserer Jüngsten investieren, ist ein gut investierter Euro“, begründet Reinhardt Hassenstein vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein das langjährige Engagement der Sparkassen.
Als Hilfestellung dient die Elternbroschüre „Weil Kinder keine Bremse haben“. Eltern können so die Verkehrserziehung mit Blick auf den eigenen Schulweg ergänzen. Um gerade auch zugewanderten Familien die Möglichkeit zu geben, verkehrsgerechtes Verhalten zu verstehen und dieses an ihre Kinder weiterzugeben und den Schulweg mit Ihren Kindern einzuüben, hat die Landesverkehrswacht reagiert: Erstmalig gibt es das Elternheft in diesem Jahr 5-sprachig. Mit deutsch, englisch, französisch, arabisch und farsi dürfte ein Großteil der Geflüchteten mit diesem Heft umgehen können.
Die Überarbeitung und Neugestaltung des „Kleinen Zebras“ sowie die Entwicklung des neuen Schulwegplakats war nur durch das zusätzliche finanzielle Engagement der Sparkassen und des Verkehrsministeriums in Höhe von insgesamt 70.000 Euro möglich.
Jährlich wiederkehrend wendet die Landesverkehrswacht für die Aktion „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ rund 40.000 Euro auf, die von den Sparkassen mit 20.000 Euro und vom Verkehrsministerium im Rahmen der Landeskampagne „Sicher kommt an!“ mit 10.000 Euro getragen werden.
