Rückenwind für Traditionsbetrieb an der Schlei: Landgasthof Alt Sieseby wird mit Landeshilfe saniert.
Wirtschaftsstaatsekretär Dr. Frank Nägele übergibt zur Stunde einen Förderbescheid über knapp 66.000 Euro an die neue Inhaberin des Landgasthofs „Alt Sieseby“, Ruth-Maria von Randow. „Mit dieser Förderung unterstützen wir die Rettung und Modernisierung eines denkmalgeschützten Traditionsbetriebs in der wunderschönen Schlei-Region – und sorgen zugleich für die Entstehung von zwei neuen Dauerarbeitsplätzen“, sagte Nägele.
In seinem Grußwort erinnerte der Staatssekretär daran, dass Ruth-Maria von Randow bereits seit neun Jahren erfolgreich den „Rieseby Krog“ in Rieseby betreibe. Durch die Nähe zum neuen Standort sei ihr der Landgasthof „Alt Sieseby“ daher bestens bekannt. Nach mehreren Betreiberwechseln habe sie sich entschlossen, den denkmalgeschützten Bau zu kaufen und vollständig zu modernisieren.
Nach Angaben der Bauherrin wurde das Bestandsgebäude umfangreich entkernt und unter Berücksichtigung denkmalschutzrechtlicher Vorschriften sowie aktueller energetischer Standards zu einem modernen Drei-Sterne-Haus ausgebaut. Verbunden mit der Modernisierung sei auch die Schaffung von fünf Doppelzimmern und einer Suite.
Der Zuschuss des Landes in Höhe von 65.750,- Euro stammt aus Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft. „Mit dieser Förderung setzen wir einmal mehr ein Signal, für die Qualität im Tourismusgewerbe. Die Tourismusstrategie greift und das Modernisierungsprogramm des Landes wird von den kleinen und mittleren Beherbergungsbetrieben für nachhaltige Investitionen genutzt“, sagte Nägele
Und noch ein Stück geschafft: Albig dankt Baukonsortium und DEGES für 4. fertigen A-7-Abschnitt
Albig mit A-7-Verkehrskoordinator Christian Merl am freigegebenen Abschnitt – im Hintergrund der Lärmschutzwall nach neuesten technischen Standards
Gute Nachricht für alle A-7-Pendler sowie die Touristen im echten Norden und vor allem für die Wirtschaft: Ministerpräsident Torsten Albig hat am Nachmittag den knapp zehn Kilometer langen vierten Bauabschnitt der nunmehr sechsspurigen Autobahn zwischen der Anschlussstelle Kaltenkirchen und dem Bereich Barmstedt / nördliches Quickborn für den Verkehr freigegeben.
«Nahezu die Hälfte der Baustrecke ist heute geschafft. Auf gut 30 Kilometern ist die A7 jetzt sechsspurig ausgebaut», sagte Albig. Der vierte Abschnitt ist zehn Kilometer lang und verläuft zwischen der Anschlussstelle Kaltenkirchen und dem Bereich Barmstedt.
Albig sagte bei einem Ortstermin mit DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe in Moorkaten
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Der sechsspurige Ausbau der A7 auf insgesamt 65 Kilometern vom Bordesholmer Dreieck bis zum Autobahndreieck Hamburg Nordwest soll Ende 2018 fertig sein. Deutschlands aktuell größter Autobahnausbau liegt voll im Zeitplan, wie Albig sagte. Er bedeute für Pendler, Unternehmer und Touristen eine Entlastung. «Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Ziel der Fertigstellung Ende 2018 erreichen werden.»
Die A7 hat als transeuropäische Nord-Süd-Achse große Bedeutung für Wirtschaft, Tourismus und Pendler in der Region. «Wir befreien die A7 aus ihrer Rolle als Nadelöhr zwischen Hamburg und Dänemark. Das entlastet Hamburg und das Umland, das entlastet die Nerven aller Fahrer», sagte Albig. Das Bauvolumen beträgt 1,6 Milliarden Euro. Umgesetzt wird das Projekt vom Baukonsortium „Via Solutions Nord“ (VSN) unter der Leitung der gemeinsamen Infrastrukturgesellschaft von Bund und Ländern, der DEGES.
„Nahezu die Hälfte der Baustrecke ist heute geschafft. Auf gut 30 Kilometern ist die A7 jetzt sechsspurig ausgebaut. Das ist eine große Entlastung für alle Autofahrer, die Unternehmer, die Pendler und die Touristen“, sagte Albig. Der Regierungschef dankte allen Arbeitern, Konstrukteuren und Planern für ihre geleistete Arbeit.
Mit dem Ausbau der A7 sei das Land den Wünschen der Nordwirtschaft und der vielen Pendler gefolgt. „Wir befreien die A7 aus ihrer Rolle als Nadelöhr zwischen Hamburg und Dänemark. Das entlastet Hamburg und das Umland, das entlastet die Nerven aller Fahrer“, so der Ministerpräsident. Mit einem Bauvolumen von 1,6 Milliarden Euro, einem sechsstreifigen Ausbau auf 65 Kilometern und der Anpassung von 72 Brücken sei es die derzeit größte ÖPP-Maßnahme in Deutschland.
Priwall-Waterfront feiert Richtfest. Meyer: Weiteres Leuchtturm-Projekt am Tourismus-Standort SH.
Beim Richtfest des ersten Bauabschnitts des „Priwall Waterfront“, einer Ferienanlage mit 475 Wohneinheiten, hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer das Bauvorhaben heute als „riesigen Gewinn für Lübeck und das gesamte Land“ bezeichnet. Er dankte der deutsch- dänischen Unternehmensgruppe Planet Haus und deren Geschäftsführer Sven Hollesen für das hohe Engagement im echten Norden. Die 475 Ferieneinheiten des Waterfront entstehen in vier Passatvillen direkt an der Wasserkante. Zusätzlich werden 16 Promenadenvillen mit Blick auf die Marina sowie 32 Dünenvillen in einer Dünenland¬schaft gebaut. Hinzu kommen ein Tagungscenter mit Ferienwohnungen und Tagungsräumen.
Meyer sagte weiter
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„Travemünde ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie öffentliche und private Investitionen ineinander greifen“, sagte Meyer. Das Land unterstützt die Hansestadt Lübeck, die in die Aufwertung der öffentlichen Promenadenverbindung auf der Priwall-Seite investiert, mit rund sieben Millionen Euro für das Vorhaben. Dafür entsteht mit Gesamtkosten von rund zehn Millionen Euro eine attraktive Rundpromenade, die über die Auto- und die Fußgängerfähre beide Seiten der Trave miteinander verknüpft.
Meyer erinnerte in seinem Grußwort an die Richtfest-Gäste unter anderem an die Erfolge der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025: „Bei den Übernachtungen haben wir 2016 erstmals die Grenze von 28 Millionen geknackt, konnten also auf hohem Niveau weiter zulegen. Eine Steigerung seit 2012 um mehr als 15 Prozent. Beim touristischen Bruttoumsatz lagen wir 2015 bei 7,9 Milliarden Euro und sind gar nicht mehr so weit von unserem angestrebten Ziel neun Milliarden Euro Umsatz entfernt. Das Beste jedoch: Auch die Gästezufriedenheit steigt gemeinsam mit der Zahl der Urlauber, die immer wieder in den echten Norden kommen.“
Besser essen – Land unterstützt Lübecker Projekt „Fraunhofer Future Food“ mit 850.000 Euro
Meyer mit EMB-Chef Prof. Dr. Charli Kruse
Gesundheit und Ernährung sind Zukunftsfelder mit hoher Relevanz für Wirtschaft und Gesellschaft. Die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (EMB) baut deshalb mit dem Projekt „Fraunhofer Future Food“ ein neues Entwicklungszentrum für Lebensmittelforschung in Lübeck auf. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer übergab dazu heute einen Förderbescheid in Höhe von 847.422 Euro zur Unterstützung des zweijährigen Projektes an die Einrichtung.
Laut Meyer wurde an der Fraunhofer EMB in den letzten Jahren ein Technikum für angewandte Lebensmittelforschung aufgebaut, das Technologien für die Entwicklung neuer Lebensmittel erarbeitet und insbesondere neue Ressourcen aus dem Meer für einen nahrungsmitteltechnischen Einsatz erschließt. Hier konnten in Kooperation mit Industriebetrieben bereits Nahrungsmittel-Prototypen wie etwa Stabilisatoren, Antioxidantien sowie verschiedene Getränkegrundstoffe entwickelt werden.
Bei der Ernährungswirtschaft handelt es sich nach den Worten von Meyer in Schleswig-Holstein um einen bedeutenden Wirtschaftsbereich, der einem starken Konkurrenz- und Preisdruck unterliege. „Dem sind die Betriebe nur durch einen stetigen Ausbau ihrer Marktsegmente mit neuen, innovativen Produkten gewachsen“, sagt Meyer. Doch die deutsche Ernährungsindustrie sei traditionell mittelständisch geprägt, so dass die Entwicklung und Umsetzung von Innovationen langwierig und schwierig sein können. Zudem besäßen kleine Unternehmen in der Regel nicht die notwendige technische Ausstattung, um Produktinnovationen zu entwickeln und voranzutreiben.
Mit der Förderung des Landes ist es nun möglich, die Ausstattung zu optimieren. „Unser Ziel ist, die Ernährungswirtschaft im Land bei ihrem Innovationsmanagement sowie der Entwicklung und Einführung neuer Technologien, Produktionsverfahren und Produkte zu unterstützen. Die Zahl der Innovationen, vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen muss gesteigert werden“, so Meyer. An der Fraunhofer EMB werde zudem der Bereich Lebensmittelforschung personell erweitert.
Erste Orginal-Marschbahnwagen ab morgen wieder im Einsatz – Meyer bittet Pendler weiter um Geduld
Leichte Entspannung auf der Strecke Niebüll-Westerland kurz vor der Oster-Reisewelle: Der mit der Untersuchung der Kupplungsschäden an 90 Waggons beauftragte Gutachter vom „TÜV Süd Rail“ hat jetzt die ersten Wagen wieder für den befristeten Einsatz freigegeben. Das teilten Verkehrsminister Reinhard Meyer und DB-Regio-Vorstand Torsten Reh heute in Westerland auf Sylt mit.
Meyer sagte im Gespräch mit Sylt Radio bei der Pressekonferenz
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Laut Gutachten können geprüfte Kupplungen, die keine Risse haben, vorübergehend wieder eingesetzt werden. Drei Marschbahnzüge mit insgesamt 16 Reisezugwagen sollen bereits morgen (7. April) den Betrieb aufnehmen. Sie lösen laut Meyer die ersten Altfahrzeuge des Ersatzkonzeptes ab. Mittelfristig werden in einem Austauschverfahren weitere Wagen eingesetzt. „Ich freue mich, dass es endlich eine Perspektive für den Wiedereinsatz der Marschbahnwagen gibt und sich der Betrieb an der Westküste weiter stabilisiert. Wir wissen, dass die letzten Monate für die Fahrgäste eine sehr große Belastungsprobe waren. Umso wichtiger war es für uns, eine verlässliche Lösung für die Kupplungsproblematik zu finden. Leider wird es noch etwas dauern, bis der Betrieb wieder ganz wie geplant laufen kann“, sagte Meyer.
Ein weitere vorläufige Einschätzung des Gutachters: Die Kupplungen können wahrscheinlich für den dauerhaften Betrieb repariert werden. Eine endgültige Einschätzung des Gutachters wird im zweiten Teil des Gutachtens stehen, für das noch ausführliche Testfahrten nötig sind. Die Reparatur ist nach Erkenntnissen des Gutachters dann bei allen Kupplungen erforderlich – unabhängig davon, ob sie Risse haben oder nicht – damit sie den Belastungen während des Betriebs dauerhaft standhalten. Alternativ wäre auch der Neubau der Kupplungen noch denkbar, der den Wiedereinsatz der kompletten Wagenparks nach aktueller Einschätzung jedoch stärker verzögern würde. Die Reparatur-Lösung verfolgen Land, NAH.SH, Paribus, DB Regio, Nord-Ostsee-Bahn und der Kupplungshersteller Faively nun vordringlich.
Vorgespräch mit den Sylter Unternehmern in der Alten Westerländer PostBis Ende des Jahres könnte die gesamte Fahrzeugflotte aus insgesamt 90 Reisezugwagen auf der Marschbahn wieder zur Verfügung stehen. Bis dahin sollen schrittweise weitere Wagen eingesetzt werden, sobald sie verfügbar sind. Vorläufig eingesetzte Marschbahnwagen sollen dabei nach und nach durch Wagen mit bereits reparierten Kupplungen ersetzt werden.
Nach der Stilllegung der Fahrzeugflotte aus 90 Reisezugwagen am 11. November 2016 hatten Experten einen großen Teil der Kurzkupplungen demontiert und untersucht. Knapp 25 Prozent der untersuchten Kupplungen wies kleine, nur mit einem speziellen Untersuchungsverfahren erkennbare Risse auf.
Die Materialprüfung des damit beauftragten Gutachters DEKRA zeigte bereits, dass nicht Qualitätsmängel am Werkstoff der Kupplung oder ein Einzelereignis (z.B. ein Unfall) den Schaden verursacht hatten.
TÜV Süd Rail geht nach derzeitigem Stand davon aus, dass erhöhte Korrosionen an einzelnen Bestandteilen der Kupplung und ein fehlender sogenannter „Inbetriebnahme-Hub“ bei der letzten Hauptuntersuchung in den Jahren 2012/13 verantwortlich für die Schäden sind. Durch den Hub werden die erneuerten Kunststoff-Federelemente der Kupplung durch Krafteinwirkung aktiviert. Warum das nicht geschehen ist und wer dafür die Verantwortung zu tragen hat, ist noch unklar. Beide Faktoren zusammen haben nach Erkenntnis des Gutachters die Materialermüdung in den Kupplungen sehr stark beschleunigt.
Messfahrten der Fahrzeuge im Netz West sollen die bisherigen Untersuchungen noch weiter untermauern. Ein abschließender Bericht vom TÜV Süd soll in einigen Wochen vorliegen.
Informationen zu den Kupplungsproblemen auf der Marschbahn gibt es auf der Internetseite des Nahverkehrs unter Zur Info-Seite der NAH.SH
Meyer mit Pendler-Sprecher Achim Bonnichsen (rechts), Karl Max Hellner von den Sylter Unternehmern sowie DB-Regio-Chef Torsten Reh (links) vor der PresseUnd hier Meyers Beitrag im Rahmen der Pressekonferenz als Mitschnitt:
Meyer und NAH.SH stellen Gutachten zu Sylter Bahn-Waggons vor – heute 12 Uhr Westerland
Verkehrsminister Reinhard Meyer präsentiert heute (12.00 Uhr) in Westerland auf Sylt (Alte Post) erste Ergebnisse des Gutachtens zur Zukunft der stillgelegten Waggons auf der Strecke Hamburg-Westerland. Es soll Klarheit bringen, bis wann die wegen Problemen an den Kupplungen aus dem Verkehr gezogenen Wagen wieder fahren. Es gebe Hoffnung, dass die ersten Waggons auf der Marschbahn schon bald wieder rollen, sagte ein Sprecher des Nahverkehrsverbunds Nah.SH vor dem Treffen mit Bahn-Vertretern, Pendlern und Unternehmern. «Wir hoffen, der Minister kommt mit guten Nachrichten», hieß es vom Verein Sylter Unternehmer.
Insgesamt fehlen der Bahn bis zu 90 der aus Sicherheitsgründen noch von der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) stillgelegten Waggons. Die Bahn hatte den Betrieb auf die Insel im Dezember von der NOB übernommen. Die veralteten Ersatz-Waggons ärgern die Bahnfahrer und führen teils zu Ausfällen und Verspätungen. Seither versucht Meyer, zwischen Bahn sowie Pendlern und Unternehmern zu schlichten. Die Sylter Bürgermeister hatten bereits Brandbriefe veröffentlicht.
Nächste Etappe beim Ausbau der B 404: Baurecht für Abschnitt von Klein-Barkau bis Nettelsee.
Die B 404 in Höhe von Kiein Barkau – seit heute gibt es grünes Licht für den weiteren Ausbau zur vierspurigen A 21
Dem weiteren Ausbau der Bundesstraße 404 zur A 21 in Höhe des so genannten Barkauer Landes steht nichts mehr im Wege: Wie Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Kiel mitteilte, seien gegen den vom Land im Dezember 2016 erlassenen Planfeststellungsbeschluss für den Abschnitt zwischen Klein Barkau und Nettelsee keine Klagen eingereicht worden. „Nachdem letzte Nacht die Klagefrist abgelaufen ist, haben wir nunmehr Baurecht für einen weiteren Abschnitt dieser wichtigen Magistrale von der Landeshauptstadt Richtung Süden“, sagte der Minister.
Weiter sagte Meyer
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Ausschlaggebend dafür sei unter anderem eine Einigung zwischen dem Land und dem Kreis Plön sowie den Gemeinden Kleinbarkau, Kirchbarkau, Barmissen, Warnau und Nettelsee gewesen. Mit dem Ausbau des 6,2 Kilometer langen Abschnitts kann nach Fertigstellung des südlich von Nettelsee im Bau befindlichen Abschnitts begonnen werden. Dessen Fertigstellung ist für Mitte 2018 vorgesehen.
Um Klagen abzuwenden, hatte das Land unter anderem zugestimmt, die rund sechs Kilometer lange Ortsverbindungsstraße zwischen den Gemeinden im Barkauer Land um einen halben Meter auf sechs Meter zu verbreitern. Dazu ist noch ein Planergänzungsverfahren nötig. Die Verbreiterung ist nach den Worten von Meyer die Kompensation für den Wegfall des heute bestehenden Radwegs entlang der B 404 zwischen Klein Barkau und Nettelsee. Zudem werde von Kirchbarkau bis Nettelsee auf 3,6 Kilometern ein Geh- und Radweg als Spurplattenweg hergerichtet und teils neu gebaut.
Nach den Worten von Meyer liegen die Gesamtkosten für den Ausbau der B 404 zur A 21 auf diesem Abschnitt bei etwa 40 Millionen Euro. „Auch wenn die Planungsverfahren in den letzten Jahren durch Klagen und neue Rechtsprechungen zunehmend mühseliger geworden sind, so zeigt sich, dass wir im echten Norden Stück für Stück mit unserer Infrastruktur vorankommen“, sagte Meyer.
Brunsbüttel vor Technologie-Sprung: Niederländischer Konzern bereitet LNG-Terminal vor – 450 Millionen-Investition
Elbehafen Brunsbüttel: Von hier aus soll künftig die LNG-Versogung Norddeutschlands organisiert und umgesetzt werden
Nun ist es amtlich: Der niederländische Konzern Gasunie (Groningen) will in Brunsbüttel ein LNG-Terminal (Liquified Natural Gas) für den gesamten norddeutschen Raum entwickeln. Die endgültige Investitionsentscheidung für Deutschlands erste und bislang einzige LNG-Einrichtung wird zwar erst 2018 fallen, aber klar ist: Die Detailplanungen für die schätzungsweise 450 Millionen Euro schwere Investition laufen nun an, nachdem sich Brunsbüttel in einem harten Wettbewerb gegen andere Standorte durchgesetzt hat. Nach einer rund dreijährigen Bauzeit könnte das Terminal bereits Anfang der 2020er-Jahre ans Netz gehen.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig sprach von einer der größten und wichtigsten industriepolitischen Weichenstellungen seit Jahrzehnten. „Damit wird nicht nur die Westküste mit ihrem Industriezentrum Brunsbüttel gewaltig vorangetrieben, sondern absehbar kann die gesamte Wirtschaft im Land von dieser technologischen Weichenstellung profitieren“, sagte Albig. Brunsbüttel habe damit durchaus Chancen, künftig in einem Atemzug mit dem Welthafen Rotterdam genannt zu werden.
Wirtschaftsminister Meyer, dessen Mitarbeiter die monatelangen Verhandlungen eng begleitet hatte, sprach ebenfalls von einem industriepolitischen Meilenstein:
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Wie Meyer weiter sagte, solle gleichzeitig in Brunsbüttel die geplante und vom Land geförderte Multi-Purpose-Pier realisiert werden, über die künftig auch das LNG umgeschlagen werden wird. „Die Landesregierung ist überzeugt, dass über die Schwerlastpier und LNG hinaus noch weitere interessante wirtschaftliche Entwicklungen angestoßen werden können“, so Meyer.
Laut Meyer trage das geplante Terminal zur Versorgungssicherheit und Diversifizierung des Gas-Imports bei. LNG sei ein Energieträger der Zukunft: insbesondere als Treibstoff im Verkehrssektor für LKW und Schiffe sorge das verflüssigte Gas für bedeutende Senkungen sowohl beim Kohlendioxid-Ausstoss als auch bei weiteren Schadstoffen. Meyer: „LNG ist der ideale Brückenenergieträger und ein wichtiger Baustein der Energiewende. Ein LNG-Terminal passt also bestens zu Schleswig-Holstein als Vorreiterland der Energiewende.“
Für die Westküste werde das Terminal nach den Worten des Ministers ein Industrie-Leuchtturm werden, mit Ausstrahlung weit über den echten Norden hinaus: „Wir erwarten uns davon einen wirtschaftlichen Schub für die Region, sowohl in der Bauphase als auch später durch direkte und indirekte Ansiedlungen.“
Brunsbüttel habe sich aufgrund seiner perfekten Lage an der Elbemündung sowie der vorhandenen, erdgasverbrauchenden Industrie – unter anderem „Yara“, „Covestro“ und „Sasol“ – und sicherlich auch dank der intensiven politischen Unterstützung im Standortwettbewerb durchgesetzt, erklärte Meyer. Er machte zugleich klar, dass sich die Landesregierung auch in der nächsten Phase bis zur endgültigen Investitionsentscheidung dafür einsetzen werde, die Realisierung des Projekts zu gewährleisten. Ministerpräsident Albig: „Das LNG-Terminal in Verbindung mit der Multi-Purpose-Pier wird und muss das zentrale industriepolitische Projekt der nächsten Legislaturperiode werden.“
Albig und Meyer dankten vor allem dem Geschäftsführer von Brunsbüttel Ports, Frank Schnabel, für dessen seit Jahren andauernden unermüdlichen Einsatz für ein LNG-Terminal in Brunsbüttel. „Dieses hartnäckige Werben und Kämpfen hat sich gelohnt und verdient ebenso Respekt wie die Begleitung der mehrmonatigen Verhandlungen durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Industriereferat des Wirtschaftsministeriums“, sagte Albig.
SH legt beim Glasfaserausbau nochmal einen Zahn zu: Inzwischen fast 30 Prozent Versorgungsquote
Beim Ausbau des Glasfasernetzes hat Schleswig-Holstein weiter zugelegt: Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute beim 10. Breitbandforum in Neumünster sagte, könnten sich inzwischen 28 Prozent aller Haushalte im echten Norden ans Glasfasernetz anschließen lassen – drei Prozentpunkte mehr als noch im Herbst. „Damit bauen wir erneut unsere bundesweite Spitzenposition bei dieser Zukunftstechnologie aus. Und ich bin sicher, dass wir innerhalb der nächsten drei Jahre bereits eine Versorgungsquote von 50 Prozent haben und bis 2022 sogar zwei Drittel des Landes mit Glasfaser bedienen können“, sagte Meyer vor rund 250 Vertretern von Verbänden, Kommunen und Breitband-Firmen. Bundesweit liegt die Glasfaser-Versorgung derzeit bei sieben Prozent der anschließbaren Haushalte
Wie Meyer weiter sagte, hätten in Schleswig-Holstein inzwischen 20 Prozent aller Haushalte einen Anschluss gebucht. „Ich danke allen Beteiligten – Unternehmen, Kommunen, Verbänden und Beratern – denn ohne Ihre enge Kooperation wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, so Meyer.
Weiter sagte der Minister (Audiopfeil klicken)
„Die Kommunen wollen das leistungsfähigste Kommunikationsnetz Deutschlands schaffen, auch im ländlichen Raum“, ergänzte Jörg Bülow, Landesgeschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages für die kommunalen Landesverbände als Träger des Breitbandkompetenzzentrums. „Die enge Zusammenarbeit von Land, Kommunalverwaltungen, ehrenamtlichen Bürgermeistern, Stadtwerken und anderen privaten Unternehmen ist das Erfolgsrezept.“ Bülow betonte, der flächendeckende Glasfaserausbau sei die notwendige Basis auch für andere Techniken wie WLAN und die neueste Mobilfunkgeneration.
Bülow sagte beim Pressegespräch in Neümünster weiter (Audiopfeil klicken)
Der neue Mobilfunkstandard 5G wird laut Meyer und Bülow etwa ab 2020 verfügbar sein. Er biete erhebliche neue technologische Möglichkeiten, etwa deutlich höhere Bandbreiten, geringere Verzögerungszeiten oder industrielle Anwendungen. „Der 5G-Standard wird aber keinesfalls das Festnetz und schon gar nicht den Glasfaserausbau ersetzen, ganz im Gegenteil benötigt 5G für seine volle Leistungsfähigkeit Glasfaseranschlüsse“, so Meyer.
Mit Blick auf die Versorgung mit Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s zeigte sich Meyer mit der bisherigen Bilanz ebenfalls zufrieden: „Mit einer Abdeckungsquote von 73 Prozent belegen wir unter den Flächenländern ebenfalls Platz 1, der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 65 Prozent.“
Meyer stellte den Gästen des Breitbandforums auch die Anfang März von der Landesregierung verabschiedete Fortschreibung der Breitbandstrategie vor. „Unsere Zielsetzung und unsere Umsetzung der bisherigen Breitbandstrategie werden sowohl von dem vom Land beauftragten Gutachter-Gremium als auch von den Unternehmen und Verbänden klar unterstützt.“
Meyer nannte als wichtigste Maßnahmen der näheren Zukunft:
Das Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZSH) müsse personell weiter ausgebaut werden, um die vielfältigen Aufgaben der Beratung und Koordination leisten und die Projekte zum Erfolg führen zu können. Hierzu stehe man bereits in konstruktiven Verhandlungen mit den Kommunalen Landesverbänden als Träger des BKZSH.
Die Förderpolitik solle geschärft werden, insbesondere durch ein intelligentes Konzept zur Versorgung der letzten fünf bis zehn Prozent der Haushalte.
Wichtige Bausteine seien zudem:
ein Kommunikationskonzept zur Stimulierung der Nachfrage, das vom BKZSH weiter umgesetzt werde;
das Landesbackbone-Konzept, das auch im Zusammenhang mit dem Landesnetz Glasfaserlösungen für unversorgte Regionen schaffen solle und für das eine Machbarkeitsstudie bis zum Sommer 2017 laufe;
das WLAN-Konzept, das den Glasfaser- und Mobilfunkausbau flankieren solle und das durch die vom Ministerpräsidenten auf der CeBIT angekündigte Kooperation mit dem Sparkassen- und Giroverband wichtige Impulse bekommen habe.
Meyer betonte weiter, dass das Bundesförderprogramm Breitband von Schleswig-Holstein intensiv angenommen werde: „Wenn neben den bereits beschiedenen auch die beantragten Projekte bewilligt werden, kämen 120 Millionen Euro Fördermittel nach Schleswig-Holstein. Dies sind vier Prozent der Bundesmittel und damit trotz unserer schon guten Versorgung mehr als der Königsteiner Schlüssel von 3,4 Prozent. Wir fordern den Bund weiter auf, das Programm auch nach 2018 fortzuführen, aber nicht länger auf einer Basis von 50 Mbit/s, sondern auf einer zukunftsfähigen Glasfaserstrategie zu fundieren“, so der Minister.
Meyer präsentiert heute neue Zahlen zum Glasfaserausbau in Schleswig-Holstein.
Breitbandforum im letzten Jahr: Auch in diesem Jahr werden wiederum 250 Experten aus der Branche in der Stadthalle von Neumünster erwartet.
Zum 10. Mal treffen sich heute in Neumünster rund 250 Experten aus der Breitbandbranche, um über den Ausbau-Stand für das schnelle Internet in Schleswig-Holstein zu diskutieren. Dabei wird Wirtschaftsminister Reinhard Meyer auch neue Zahlen zum Glasfaser-Ausbau im Land vorlegen. Ein weiteres Thema ist das bevorstehende Mobil-Netz nach dem 5G-Standard.
Das vom Breitbandkompetenzzentrum Schleswig-Holstein (BKZSH) organisierte Forum findet in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in der Stadthalle von Neumünster statt (Kleinflecken 1).
Zuvor – ab 9.30 Uhr – findet ein kurzes Pressegespräch für Journalisten statt, bei dem Meyer zusammen mit dem Landesgeschäftsführer des SH-Gemeindetages, Jörg Bülow, über die Inhalte des Forum informieren wird.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus