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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Irans Vize-Verkehrsminister empfängt Meyer und Horch – Großinvestitionen geplant

Meyer weiht Maschine bei Hell-Tochter im Iran ein – Gespräche unter Eindruck der US-Wahlen

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Mit der Einweihung einer Gravur-Maschine des Kieler Tiefdruck-Spezialisten Hell bei einem Hell-Tochterbetrieb in der Nähe von Teheran hat Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute seine gemeinsame Iran-Delegationsreise mit Hamburgs Senator Frank Horch fortgesetzt. Zuvor trafen Meyer und Horch den Iranischen Vizeminister für Verkehr und Städtebau,  Asghar Fakhrieh Kashan (Foto oben, mitte).

interviewIm Gespräch mit den NDR-Reportern Jan Frenzel und Kerstin von Stürmer sagte Meyer nach seinem Treffen mit Kashan
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Wie Meyer auch im Gespräch mit dem mitreisenden „Welt“-Reporter Olaf Preuß sagte, stehen die Gespräche im Iran immer wieder unter dem Eindruck der US-Wahlen von dieser Woche. Anfang 2016 wurden die internationalen Sanktionen gegen den Iran gelockert, nachdem die Staatengemeinschaft im Sommer 2015 ein Abkommen mit dem Land vereinbart hatte.

Iran verpflichtet sich, die Atomkraft nur zivil zu nutzen. Material und Anlagen, mit denen das Land Atomwaffen herstellen könnte, werden abgebaut. Unter internationaler Kontrolle des Abkommens sollen die Sanktionen in den kommenden Jahren schrittweise aufgehoben werden. Die USA jedoch, die mit Iran seit Ende der 1970er Jahre verfeindet sind, halten weiterhin auch eigene, strikte Handelsbeschränkungen in Kraft. „Unser Ziel ist es, ganz ohne Sanktionen mit dem Iran zusammen zu arbeiten“, sagt Meyer.

img_0309Allen Gesprächspartnern und Delegationsteilnehmern sei klar, so Meyer weiter, dass – wenn sich die USA querstellen – es mit der weiteren Öffnung der Islamischen Republik schwierig werde.  Über allem hänge der Regierungswechsel, den die Vereinigten Staaten am 20. Januar vollziehen werden. „Ich habe Bedenken, ob Europa weiterhin eigenständig agieren wird, wenn die USA etwas dagegen einwenden“, sagte Kashan. Meyer entgegnet mit Blick auf den Iranhandel: „Ein neuer US-Präsident Donald Trump gibt Europa auch die Chance, seine Rolle eigenständiger zu sehen.“

Kashan machte der Delegation deutlich, was Iran in den kommenden Jahren vorhabe: Irans Wirtschaft und Infrastruktur müssten in weiten Teilen neu aufgebaut oder erneuert werden. „In den kommenden acht bis zehn Jahren wollen wir 400 bis 500 Milliarden Dollar in die Verkehrsinfrastruktur und in den Städtebau investieren, rund 100 Milliarden Dollar davon in den Luftverkehr. Wir bauen allein 10.000 Kilometer neue Schienenwege und Hochgeschwindigkeitsstrecken, wir brauchen Tausende neue Lokomotiven und Waggons“, sagte Kashan.

Mehrere Zehntausend Kilometer Straßen sollen neu gebaut, 128.000 alte Lastwagen durch neue Modelle ersetzt werden. Unter anderem stehen rund 400 neue Flugzeuge von Airbus und Boeing auf der Wunschliste der Iraner, aber auch da könnte die künftige US-Regierung ein Veto einlegen. „Ich hoffe, dass der neue US-Präsident Trump hier keine Probleme verursachen wird“, so Kashan, „und ich hoffe, dass Europa an seinen Vereinbarungen mit Iran festhält.“

Zum Artikel in der „Welt“ von Olaf Preuß hier klicken

Und hier ein paar Video-Eindrücke vom heutigen Besuch bei der Firma „Hell Gravure Systems“

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Dieses Video existiert nicht

Zusammen mit dem Minister sind unter anderem zu sehen: Soheil Golestanian,Ulrich Busche Fa. Hell Gravure Systems, Mehdi Golestanian, Niloofar und Mehrshad Golestanian. s handelt sich um einen Familienbetrieb.

 

Hamburg und Schleswig-Holstein loten Wirtschaftskontakte in den Iran aus

Meyer und Horch führen Wirtschaftsdelegation für eine Woche in den Iran

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Meyer und Horch beim Abflug

Zusammen mit rund 60 Vertretern aus Wirtschaft und Wissenschaft werden Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute  zu einer einwöchigen Delegationsreise in den Iran aufbrechen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Gespräche und Kontakte rund um die Themen Maritime Technologien und Erneuerbare Energien.  Meyer wird am Sonntag in Teheran unter anderem eine neue Industrieanlage der Kieler Maschinen- und Tiefdruckfabrik „Hell Gravure Systems“ in Betrieb nehmen.

„Hamburg und Schleswig-Holstein werden im Ausland als eine Region wahrge­nommen, so dass auch eine gemeinsame Delegationsreise sinnvoll ist“, sagte Meyer. „Uns haben viele Unternehmen deutlich gemacht, dass sie ein großes Interesse an einer Wiederbelebung der traditionell starken Wirtschaftsbeziehungen zum Iran haben und diese Chance nun nach dem Wegfall der Sanktionen auch schnell ergreifen wollen.“  Der Minister erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass ein Großteil der heutigen iranischen Industrie-Anlagen noch aus deutscher Produktion stamme und man allein schon deshalb viele Anknüpfungspunkte habe.

eis_Meyer_Reinhard_020Meyer sagte zu den Zielen der Reise

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Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch erinnerte daran, dass rund 500 Hamburger Firmen persisch geführt seien und die Hansestadt bereits seit 1858 Standort des Generalkonsulats der Islamischen Republik Iran sei. Noch vor Teheran gelte  Hamburg beispielsweise als der größte Teppichumschlagplatz der Welt.

Wie Meyer sagte, hätten beide norddeutschen Nachbarn  wirtschaftliche und technologische Kompetenzen, die für iranische Unternehmen hochinteressant seien – etwa im Bereich der Erneuerbaren Energien, der Maritimen Wirtschaft, im Maschinenbau und der Medizintechnik. So hatte sich 2015 bereits eine iranische Delegation in Brunsbüttel über moderne Abfallentsorgungssysteme informiert.

Die Delegation wird am 17. November in Hamburg zurückerwartet. Hier ein paar Schlüsseldaten zur wirtschaftlichen Situation des Iran: Wirtschaftsdaten Iran

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet heute so über die Reise: zum Welt-Artikel

Vertragsunterzeichnung: Ab 11. Dezember fährt die DB Regio auf dem Netz West

Ab Winter übernimmt die DB Regio das Eisenbahnnnetz-West – Meyer besiegelt Verträge

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Meyer (links) und Reh (rechts) bei der vertragsunterzeichnung in Itzehoe – im Hintergrund: Netz-West-Vertragsmanager Christoph Ströh

In der Ausschreibung des Landes Schleswig-Holstein für das Eisenbahnnetz West hat sich die DB Regio durchgesetzt. Sie übernimmt den Betrieb auf der Marschbahn zum Fahrplanwechsel von der Nord-Ostsee-Bahn. Die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme laufen auf Hochtouren. Heute haben Verkehrsminister Reinhard Meyer und Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG in Schleswig-Holstein, in Itzehoe den Verkehrsvertrag unterschrieben. Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 gilt das neue Angebot. Der Vertrag läuft über neun Jahre.

MeyerMeyer sagte weiter

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„Der Bahnverkehr zwischen Westerland und Hamburg hat eine große Bedeutung für Schleswig-Holstein. Mit der DB Regio übernimmt ein leistungsfähiger und erfahrener Anbieter die Strecken im Netz West“, so Verkehrsminister Reinhard Meyer. „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn wollen wir einen attraktiven und starken Nahverkehr bieten und den Inselverkehr für die Zukunft rüsten.“

Mit dem Betreiberwechsel greifen die durch das Land vorgegebenen Verbesserungen:

  • Im so genannten „Sylter Sommer“ von April bis Oktober werden ab dem kommenden Jahr an den Wochenenden täglich in jede Richtung je zwei Sprinterzüge zwischen Hamburg und Westerland fahren. Diese Züge halten unterwegs nur in Husum, Niebüll, Klanxbüll, Keitum sowie Morsum und brauchen für die Strecke 2:35 Stunden.
  • Die Anschlüsse der RB-Linie 62 in Heide Richtung Westerland, Büsum und Neumünster und in Itzehoe Richtung Hamburg Hauptbahnhof werden verbessert.
  • In Glückstadt halten täglich insgesamt acht Züge der RE-Linie 6 Hamburg – Westerland. Im September sicherte das Land den Glückstädtern einen weiteren Halt zu und schließt damit eine Lücke im Fahrplanangebot: Der Zug, der um 18:40 Uhr in Hamburg-Altona startet, hält künftig um 19:11 Uhr in Glückstadt.
  • Zeitgleich zur Betriebsaufnahme auf der Schiene startet auch der Schnellbus Itzehoe – Brunsbüttel im Stundentakt. Zum Einsatz kommen moderne, komfortable Fahrzeuge mit WLAN. Das Land finanziert den Schnellbus im Verkehrsvertrag Netz West. Brunsbüttel war bislang das einzige Mittelzentrum in Schleswig-Holstein ohne schnelle ÖPNV-Anbindung.
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Üräsentierten heute in Itzehoe den neuen Schnellbus (v.l.): Michael Kirek (Aotokraft), Torsten Reh (DB Regio) und Bernhard Wewers (NAH.SH) mit Minister Meyer
  • Es gibt weiterhin Catering im Zug.„Wir freuen uns sehr, mit unserem guten Angebot das Land Schleswig-Holstein überzeugt zu haben. Für das in uns gesetzte Vertrauen bedanken wir uns. Seit Monaten sind wir in intensiven Vorbereitungen, um unseren Kunden ab Mitte Dezember ein attraktives Angebot zwischen Hamburg und Westerland anbieten zu können“, so Torsten Reh, Leiter der DB Regio AG in Schleswig-Holstein.

 

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Die Eckdaten der Ausschreibung im Netz West:

Das Land Schleswig-Holstein hatte die Ausschreibung des Netzes West Ende Oktober 2014 mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt offiziell gestartet. Die Angebote der drei Bieter Abellio, DB Regio und Nord-Ostsee-Bahn sind im März 2015 eingegangen. Im Juli 2015 erteilte das Land der DB Regio den Zuschlag.

Die Bahnstrecke Hamburg-Altona – Westerland ist 238 Kilometer lang. Durchschnittlich sind rund 19.000 Fahrgäste am Tag auf der Strecke unterwegs.

Die DB Regio AG wird auch künftig die bewährten Reisezugwagen einsetzen, die seit Dezember 2005 zwischen Hamburg und Westerland unterwegs sind. Das Land hatte für diese Wagen eine so genannte Wiedereinsatzgarantie ausgesprochen und bereits im Vorweg per Ausschreibung einen neuen Fahrzeugbereitsteller gesucht. Das Unternehmen Paribus aus Hamburg bekam im Januar 2014 den Zuschlag. Paribus hat die Reisezugwagen übernommen, neue Dieselloks des Herstellers Bombardier beschafft sowie Triebwagen vom Typ LINT 54 des Herstellers Alstom. Diese Fahrzeuge stehen der DB Regio nun zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Nahverkehr in Schleswig-Holstein finden Sie unter www.nah.sh

Bundesgericht gibt erneut grünes Licht für A 20

Meyer: Wieder ein guter Tag für die A 20 – Bundesverwaltungsgericht weist Klagen ab

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Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute die Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für den Neubau der Bundesautobahn A 20 (Abschnitt Drochtersen bis Landesgrenze Niedersachsen/Schleswig-Holstein) vom 30. März 2015 abgewiesen. Verkehrsminister Reinhard Meyer sprach von einem erneut guten Tag für das Autobahnprojekt, nachdem das Gericht bereits im April für den Schleswig-holsteinischen Teil grünes Licht gegeben hatte.

Reinhard_MeyerMeyer sagte im Gespräch mit Journalisten

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Die vom Gericht geforderte öffentliche Auslegung eines Beitrags zum Gewässerschutz soll laut Meyer Anfang nächsten Jahres abgeschlossen werden. Er erinnerte daran, dass der schleswig-holsteinische Abschnitt umfangreicher beklagt worden war und sich die Niedersachsen bereits nach dem BVG-Urteil zum schleswig-holsteinischen Abschnitt an die Arbeit gemacht hätten, Auflagen aus dem Leipziger Urteil zu berücksichtigen. „Das zeigt, wie gut die norddeutsche Zusammenarbeit in der Verkehrspolitik funktioniert“, sagte Meyer.

Der planfestgestellte Abschnitt gehört zur „Nord-West-Umfahrung Hamburg“, die bei Lübeck an die von Stettin kommende Ostseeautobahn anknüpft und in ihrem hier umstrittenen Teil die Elbe zwischen Drochtersen und Glückstadt mittels eines etwa 5,7 km langen Tunnels quert. Für die Planfeststellung wurde der Streckenabschnitt an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen in der Mitte der Elbe in zwei selbstständige Verfahren unterteilt.

Die gegen den niedersächsischen Abschnitt gerichteten Klagen des BUND Niedersachsen sowie der Betreiberin eines Windparks hatten keinen Erfolg. Dazu das Verwaltungsgericht in sener Presseerlärung:

Die Öffentlichkeitsbeteiligung war sowohl im Planfeststellungsverfahren als auch im vorausgegangenen Raumordnungsverfahren fehlerfrei. Zwar wurde eine Untersuchung, ob das Vorhaben die umliegenden Gewässer sowie das Grundwasser verschlechtert, ebenso wie im Planfeststellungsverfahren bzgl. der schleswig-holsteinischen Tunnelhälfte (vgl. hierzuPressemitteilung 35/2016vom 28. April 2016) erst nach der Öffentlichkeitsbeteiligung erstellt. Eine erneute Öffentlichkeitsbeteiligung war dennoch nicht erforderlich. Denn vorliegend ging die Prüfung in ihrer Komplexität und Ermittlungstiefe – anders als in Schleswig-Holstein – nicht wesentlich über das hinaus, was bereits in den zuvor ausgelegten Unterlagen behandelt worden war. Vielmehr beschränkte sie sich auf die Lösung der mit einem Autobahnbau üblicherweise verbundenen Entwässerungsprobleme. Die komplexen Fragen des Prozesswassers für den Tunnelvortrieb hingegen klammerte die Untersuchung zu Recht aus, da dieser von Schleswig-Holstein aus erfolgt und das hierfür benötigte Wasser dort entnommen und wieder eingeleitet werden muss. Insoweit hat die Beklagte den Planfeststellungsbeschluss unter den Vorbehalt gestellt, dass die mit dem Prozesswasser verbundenen wasserrechtlichen Probleme auf schleswig-holsteinischer Seite bewältigt und geregelt werden.

Auch mit den Anforderungen des Naturschutzes ist der angefochtene Planfeststellungsbeschluss vereinbar. Insbesondere werden die Schutzziele des FFH-Gebietes „Unterelbe“ und des gleichnamigen Vogelschutzgebietes ebenso wenig erheblich beeinträchtigt wie Belange des Artenschutzes.

Schließlich wurden auch die Interessen der Betreiberin eines Windparks ausreichend berück­sichtigt.

Der A-20-Planungsstand auf schleswig-holsteinischer Seite:

2016-11_a-20-planungsstand

Grafik zum download

Mit Spannung erwartet: Zweites BVG-Urteil zur Elbquerung

Verwaltungsgericht verkündet heute Urteil zum Niedersachsen-Abschnitt der A-20-Elbquerung

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wird heute Vormittag das Urteil zur Elbquerung der A20 auf niedersächsischer Seite verkünden. Gegen die Planungen haben der BUND und ein Windparkbetreiber geklagt. Sie wollen die Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses für den Bau des Autobahnabschnitts vom niedersächsischen Drochtersen bis zur Landesgrenze von Schleswig-Holstein erreichen. Das Projekt sei nicht finanzierbar, die Tunnelsicherheit nicht ausreichend. Zudem gebe es zahlreiche Verstöße gegen Naturschutzbelange.

Im April hatte das Bundesverwaltungsgericht schon über die Elbquerung der A20 auf schleswig-holsteinischer Seite geurteilt. Die Richter hatten die Planungen für rechtswidrig erklärt, gingen allerdings davon aus, dass bei der Tunnelsicherheit nachgebessert werden könne. Die dafür notwendige öffentliche Auslegung einer Expertise zum Gewässerschutz wird beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) derzeit vorbereitet.

Schleswig-Holstein setzt weiter auf Glasfasertechnnologie beim Breitband-Ausbau

Gutachter bestätigen: SH mit Breitbandstrategie 2030 und klarem Kurs auf Glasfaser  goldrichtig

Arbeiten am Glasfasernetz

Rückendeckung für Schleswig-Holsteins Breitbandstrategie: Gutachter haben jetzt im Rahmen einer Evaluierung erneut bestätigt, dass das Land mit seiner 2013 eingeleiteten Strategie, bis 2030 einen flächendeckenden Glasfaserausbau zu erreichen, auf dem richtigen Kurs ist. „Wir sehen uns damit einmal mehr bestätigt und werden weiterhin einen glasklaren Kurs auf die einzig zukunftssichere Breitbandtechnologie halten“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute in Kiel im Vorfeld des 7. Runden Tisches Breitband bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein, auf dem das Thema mit den wichtigsten Breitbandexperten des Landes diskutiert werden soll. Das Landeskabinett hatte zuvor die Fortschreibung der Breitbandstrategie beschlossen, mit der Schleswig-Holstein bundesweit Vorreiter ist.

meyer_ottoIm Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto sagte Minister Meyer 

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Meyer machte erneut deutlich, dass Bandbreitenziele wie etwa die des Bundes, in denen Übertragungsgeschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde definiert werden, nicht sinnvoll seien: „Dadurch wird man den weiter wachsenden Bandbreitenbedarfen technisch ständig hinterherlaufen und das Risiko eingehen, binnen kurzer Zeit mehrfach investieren zu müssen.“ Deshalb werde in Schleswig-Holstein, wo immer es möglich ist, von vorn herein in Glasfaserleitungen bis in die Gebäude und Wohnungen hinein investiert. Meyer: „Und wo dies vor allem aus wirtschaftlichen Gründen zunächst nicht möglich ist, werden andere Technologien zum Einsatz kommen, aber immer verknüpft mit einem Ausbauplan für eine Glasfaserlösung.“

Mit einer Glasfaser-Abdeckung von rund 25 Prozent liegt Schleswig-Holstein im bundesvergleich bereits schon heute weit vorn –  der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa sieben Prozent. „Und der Ausbau geht kontinuierlich weiter: Wenn alle derzeit in der Pipeline befindlichen Projekte realisiert werden, dürften wir 2020 bereits bei 50 Prozent liegen, bis 2022 bei zwei Drittel“, sagt Meyer.

Die von der Berliner Beratungsfirma „ateneKOM“ erstellte Evaluation der Breitbandstrategie hat nach den Worten des Ministers die Zielsetzung und die Maßnahmen zur Umsetzung in hohem Maße bestätigt. Vor allem die große Zustimmung der Akteure im Lande zum Glasfaserziel sei äußerst erfreulich: „Schleswig-Holstein befindet sich geradezu im Glasfaserfieber“, so Meyer.  Die Zielrichtung der Breitbandstrategie werde daher beibehalten, allerdings durch das Ziel einer flächendeckenden WLAN-Versorgung und durch die zügige Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5 G ergänzt. Zudem habe die externe Bewertung wichtige Hinweise zur Schärfung des Instrumentenkastens geliefert. Die Gutachter empfehlen unter anderem,

  • dass der Lenkungsausschuss Breitbandstrategie als politisches Steuerungsgremium noch intensiver die Umsetzungshindernisse identifizieren und beseitigen soll
  • dass das Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein, das bereits heute enorm wichtige Koordinierungs- und Beratungsarbeit leiste, in Abstimmung mit den Kommunalen Landesverbänden weiter personell gestärkt werden soll
  • dass das angelaufene Kommunikationskonzept Breitband zur Stimulierung der Breitbandnachfrage weiter ausgebaut werden soll.

Als bedeutendste neue Maßnahme der weiteren Strategie bezeichnete Meyer das Landesbackbone-Konzept: Hierdurch solle in noch nicht versorgten Regionen ein öffentliches Glasfasernetz entstehen, das sowohl dem Breitbandausbau als auch dem Ausbau der öffentlichen Verwaltungsnetze einschließlich der Schulen diene. Das Land habe dazu gerade eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Meyer erinnerte daran, dass die Förderpolitik von Bund und Land bei einem geschätzten Glasfaserinvestitionsvolumen in Schleswig-Holstein in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro nur eine flankierende Maßnahme sein könne. „Aber diese Hilfen sind wichtig, um auch anfangs unwirtschaftlichen Projekten auf die Sprünge zu helfen“, sagte er.

Die Fortschreibung der Breitbandstrategie werde jetzt in eine schriftliche Anhörung der wichtigsten Verbände und Unternehmen gehen. Meyer: „Wir werden diese Stellungnahmen systematisch auswerten und die Strategie auf dieser Basis weiter optimieren.“ Im März 2017 soll dann die endgültige Fortschreibung der Strategie vom Kabinett beschlossen werden. „Wir sind uns sicher, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Und wir hoffen, dass auch der Bund bald eine langfristige, auf Glasfaser basierende Breitbandstrategie beschließt, so wie es der Bundeswirtschaftsminister vor kurzem vorgeschlagen hat“, sagte Meyer. Das Land brauche den Bund zudem auch bei der Bereitstellung von Fördermitteln über das jetzige Bundesprogramm hinaus.

Hier zwei Übersichten zum Breitbandausbau in SH:

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Industrie im Norden holt kräftig auf: Betriebe legen Investitions-Plus von vier Prozent vor

Industrie in Schleswig-Holstein krempelt die Ärmel auf: Vier Prozent  mehr Investitionen

Rheinmetall Defence - Fertigung in Kiel-Suchsdorf
Ebenfalls im Aufwind: Industrieproduktion beim Rüstungskonzern Rheinmetall

Die Industriebetriebe in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr mehr Geld investiert. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Investitionen um vier Prozent auf 907 Millionen Euro. Nach Mitteilung des Statistikamtes Nord entfiel mit 775 Millionen Euro der Großteil auf Maschinen, Anlagen und die Betriebsausstattung. Den Rest steckten die Unternehmer in Gebäude und Grundstücke. Nur sechs Prozent der Unternehmen investierten nicht.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden: „Nach einer vorübergehend schwächelnden Phase zeigt dieses Ergebnis, dass die Branche die Innvestitionsnotwendigkeiten erkannt und wieder auf Wachstumskurs eingeschwenkt hat.“ Als weiteren stabilisierenden Faktor für die Zukunft erinnnerte Meyer an das von der Landesregierung ins Leben gerufene „Bündnis für Industrie“, das in einigen Wochen erstmals Handlungsempfehlungen vorlegen werde.

Im Gegensatz zu Schleswig-Holstein haben sich Hamburgs Industriebetriebe im vergangenen Jahr mit Investitionen etwas zurückgehalten. Nach vier Jahren deutlicher Zuwächse investierten sie 2015 zusammen gut eine Milliarde Euro. Das waren neun Prozent weniger als im Vorjahr. Knapp 950 Millionen Euro entfielen im vergangenen Jahr auf Ausrüstungsgüter, 75 Millionen Euro auf Immobilien. Sieben Prozent der Betriebe investierten nicht.

Meyer vergibt Preise für die besten „Geistesblitze“ aus dem echten Norden

„Leuchten der Tiefsee“: Innovationspreis des Landes für zwei GEOMAR-Forscher 

Preisverleihung Ideenwettbewerb Schlesig-Holstein 2016
Preisträger Jan Stickulus (2.v.r) und Tom Kwasnitschka (2.v.l.) mit IB-Chef Westermann-Lammers (links) und Innnovationspreis-Schirmherr Meyer

Bereits zum siebten Mal wurden im Rahmen des Ideenwettbewerbs Schleswig-Holstein herausragende Ideen mit wirtschaftlichem Potenzial aus dem echten Norden ausgezeichnet. Der erste Platz ging an Dipl.-Ing. Jan Sticklus und Geologe Dr. Tom Kwasnitschka vom GEOMAR Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung Kiel. Ihre innovative Konstruktionsmethode für leistungsstarke, leichte und günstige Unterwasserleuchten für den Einsatz in der Tiefsee belohnte die Jury mit einem Preisgeld von 5.000 Euro.

Auch die folgenden Plätze gingen an Ideen aus dem marinen Umfeld: Als Zweitplatzierter freute sich Rafael Meichßner, Student der Meeresbiologie an der CAU, über ein Preisgeld von 3.000 Euro für eine schnellere und räumlich flexible Anbaumethode des Blasentangs, dessen Inhaltsstoffe für Kosmetikprodukte und Nahrungsergänzungsmittel genutzt werden. Den dritten Platz belegten die Brüder Frederik und Raffael Rimpf mit „Fischalarm“, einer digitalen Marktplattform, mit der regionale Fischer ihren fangfrischen Fisch direkt vom Kutter an Endverbraucher vertreiben können. Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 12.500 Euro vergeben. Die Preisgelder für die drei Hauptpreise werden traditionell von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein (MBG) und den Nordzentren gestiftet.

In diesem Jahr organisieren die Fachhochschule Kiel und die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) den Ideenwettbewerb. Gesucht wurden helle Köpfe mit außergewöhnlichen und zukunftsweisenden Ideen für Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren aus schleswig-holsteinischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die am Markt erfolgreich umgesetzt werden können. Eine mit erfahrenen und hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft und Forschung, Wirtschaft und Fördereinrichtungen besetzte Expertenjury bewertete unter anderem die Einzigartigkeit, den Kundennutzen und das Marktpotenzial der jeweiligen Idee sowie deren Bedeutung für Schleswig-Holstein. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, Schirmherr des Ideenwettbewerbs, beglückwünschte die Gewinner zu ihrem Erfolg: „Wir wollen im echten Norden die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen, damit sich außergewöhnliche Ideen entwickeln können und zu Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen reifen, die sich am Markt durchsetzen.“ Dabei sei es eine der zentralen Aufgaben des Landes, potenzielle Gründer, Gründungshelfer und Fördereinrichtungen auf möglichst direktem Weg zusammenzubringen. „In diesem Zusammenhang hat der Ideenwettbewerb nicht nur eine wichtige Netzwerkfunktion“, sagte Meyer. „Er ist auch eine zentrale Plattform, um immer wieder auf die große Bedeutung des Technologietransfers über Gründung aufmerksam zu machen.“

In der Fachhochschule Kiel werden gründungsinteressierte Studierende durch Informationsveranstaltungen, Kooperationen mit dem regionalen Netzwerk und Raumangebote unterstützt. „Regelmäßig sind unsere interdisziplinären Veranstaltungen zu Gründungsthemen ausgebucht und das StartUp Office steht allen Studierenden für Gespräche mit Vorbildern oder Förderern zur Verfügung. Die Ausrichtung des Ideenwettbewerbs in diesem Jahr gibt zusätzlichen Schub für die Entwicklung einer offenen Gründungskultur auf unserem Campus“, sagte Dr. Gerd Küchmeister, der Transferbeauftragte der Fachhochschule Kiel.

Breitbandversorgung im „echten Norden“ beschäftigt heute das Landeskabinett

Breitbandstrategie für SH: Meyer präsentiert heute in Kiel Ergebnisse der Evaluation

Schleswig-Holstein war 2013 das erste Bundesland, das eine umfassende Breitbandstrategie vorgelegt hat – und zwar mit klarer Ausrichtung auf einen flächendeckenden Glasfaserausbau bis zum Jahr 2030. Nun haben Gutachter den bisherigen Erfolg der Strategie unter die Lupe genommen. 

Die Ergebnisse präsentiert Wirtschaftsminister Reinhard Meyer heute in Kiel zunächst dem Landeskabinett und um 13.30 Uhr der Landespressekonferenz (Raum 395 Landeshaus)

Diskussion um neue Autobahn-Abfahrt zwischen Schnelsen und Quickborn geht weiter

Zusätzliche A-7-Abfahrt zwischen Schnelsen und Quickborn: Meyer spricht mit Gemeinden

Nach ersten Gesprächen mit den Kreisen Pinneberg und Segeberg über eine mögliche zusätzliche A-7-Abfahrt zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn, traf sich Verkehrsminister Reinhard Meyer heute mit den betroffenen Gemeinden selbst.

eis_Meyer_Reinhard_020Er sagte nach dem Treffen

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