Für bislang nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler an den 35 Berufsbildenden Schulen im Land gibt es ab sofort auch Impf-Möglichkeiten durch mobile Teams. Den Auftakt machen heute das Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg und die Flensburger Wirtschaftsschule HLA, wo jeweils zwei Impfteams zum Einsatz kamen.
Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, seit Januar auch für die Berufsbildenden Schulen im Land zuständig, wird heute um 10.15 Uhr die Impfteams am Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg besuchen. Mehr dazu später hier…
Emissionsfrei sollen sie fahren und künftig auch autonom: In Schleswig werden Boote gebaut, die den Transport auf dem Wasser verändern sollen. Ein Start-up mit viel Erfahrung aus der Autobranche hat große Pläne.Heute fand in Schleswig in Anwesenheit von Wirtschafts- und Technologieminister Bernd Buchholz die Taufe eines Prototypen statt.
Unleash Future-Boats-Gründer-Ehepaar Engelhard (Mitte) mit Taufpatin Petra Nicolaisen (MdB) und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nach Taufe und „Stapelhub“ des Prototypen „Zero one“
Mit emissionsfreien kleinen Fähren sollen Ausflügler ab Frühjahr 2023 vom Stadthafen Schleswig zum Wikinger-Museum Haithabu fahren können. Die zwölf Meter langen «Schleiboote» werden mit Brennstoffzellen und grünem Wasserstoff elektrisch angetrieben. Die Erfinderfirma, das Start-up Unleash Future Boats, taufte den Prototyp auf «ZeroOne» und ließ das futuristisch erscheinende Boot zu Wasser.
Dazu sagte Buchholz unmittelbar nach der Taufe – Video starten:
Ab 2025/26 sollen «Schleiboote» auch autonom fahren. Entwickelt wurde der Hightech-Katamaran von den gebürtigen Bayern Stefanie (37) und Lars Holger (38) Engelhard, die früher in Autokonzernen arbeiteten. Nach ihren Angaben können mit der Antriebstechnik auch Binnenschiffe umgerüstet werden. Unter anderem das Land Schleswig-Holstein, der Bund und der Duisburger Hafen unterstützten ihr Start-up. Die Engelhards hatten eine ehemalige Schnapsfabrik zur Werft umgebaut. Die «Schleiboote» können ein Dutzend Fahrgäste, Fahrräder, Rollstühle und Kinderwagen befördern.
Die Katamarane werden digital vernetzt. In Zukunft sollen sie on demand verfügbar sein, also von Fahrgästen per Handy geordert werden können. Das Ehepaar Engelhard arbeitet nach eigenen Angaben mit Schiffbauingenieuren und Spezialisten für Künstliche Intelligenz zusammen. Ihr Ziel sei es, den Verkehrsweg Wasser nachhaltig zu verändern, weit über die Schlei hinaus. Angesichts des Potenzials für autonomes Fahren planen sie eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl von über 20 auf bis zu 300 in den nächsten Jahren. Da die Fertigung hochgradig automatisiert sei, könnten künftig einige hundert Boote im Jahr gebaut werden, sagte Lars Holger Engelhard.
Die Kleinfähren sind laut Engelhard niedrigwassertauglich und für den Einsatz in Städten mit vielen Wasserwegen geeignet. Die Technik könne für den Nahverkehr und touristische Fahrten ebenso eingesetzt werden wie für Haus- oder Fischerboote und den Güterverkehr.
Hier die Podcast-Folge „Echte Chancen“ von Wirtschaftsminister Buchholz mit dem Ehepaar Engelhard (Startpfeil klicken):
Und so berichtet das Handelsblatt in seiner Freitagausgabe über das StartUp:
Gerade einmal 3,20 Meter misst der Schiffsrumpf der „Zero One“. Doch die Taufe will am Samstag auch Schleswig-Holsteins Politprominenz sehen und reist an die Schlei. Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) wird erwartet, Flensburgs Bundestagsabgeordnete Petra Nicolaisen (CDU) wird als Patin eine vorsichtshalber präparierte Sektflasche gegen die Aluminium-Bordwand schleudern.
Der Rummel ist nicht unbegründet. Getauft wird in Schleswig das weltweit erste Boot, das völlig autonom und dazu noch emissionsfrei übers Wasser steuert. Seine Konstrukteure: das aus Bayern stammende Ehepaar Stefanie und Lars Engelhard, 36 und 37 Jahre alt.
Die Schiffstaufe signalisiert eine Zeitenwende in der Schifffahrt, deren CO2-Ausstoß zwischen 2012 und 2018 noch um 9,6 Prozent anstieg, wie die vierte „GHG Study 2020“ der Uno-nahen Schifffahrtsorganisation IMO errechnete. „Über den Schadstoffausstoß von Autos wird viel geredet“, sagt Stefanie Engelhard. „Dass aber die Schifffahrt für fast drei Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, wird übersehen.“
Hinzu kämen Dieselreste und Schmierstoffe, die Flüsse und Meere verschmutzen, sagt sie, ebenso wie eine hohe Lärmbelästigung. Das wolle sie nun ändern. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat Stefanie Engelhard deshalb im vergangenen November die Unleash Future Boats GmbH gegründet und eine ehemalige Schnapsfabrik an der Schlei in eine kleine Werft verwandelt.
21,3 Millionen Euro für die Expansion sind bereits fest eingeplant, zwei Grundstücke für weitere Werkshallen und einen Servicehafen an der Schlei per Vorvertrag gesichert. Auf der Liste der Förderer stehen das Fraunhofer-Institut, der Bund und die Uno. Auch vom Start-up-Accelerator „Gateway49“, einem landeseigenen Technikzentrum in Lübeck, profitieren die Gründer.
Hilfe kommt zudem vom Duisburger Hafen. Schon in naher Zukunft, das jedenfalls hofft dessen scheidender Vorstandschef Erich Staake, könnten die autonomen Batterieboote umzuladende Frachtcontainer emissionsfrei quer durch Europas größten Binnenhafen transportieren. Duisport steht damit ganz oben auf der Liste potenzieller Kunden.
Die wertvollsten Assets der jungen Werft sind die jeweils zwölf internationalen Patente, die beide Gründer in ihre Firma eingebracht haben. Ohne sie, versichert Lars Engelhard, würde keines der geplanten Boote sicher das Ufer erreichen.
Mit dem autonomen Fahren beschäftigte sich das Ehepaar bereits, als es noch in der Automobilforschung arbeitete. Lars Engelhard, der einen Master in Business Administration besitzt, war im VW-Konzern verantwortlich für die Online-Konnektivität von Millionen Autos. Die Diplom-Ingenieurin Stefanie Engelhard trieb bei Audi die Entwicklung des autonomen vernetzten Fahrens voran.
Bei einem gemeinsamen Segeltörn auf der Ostsee kam den beiden die Idee, die mit Künstlicher Intelligenz gefütterte Technik auf die Schifffahrt zu übertragen. Was sich dann aber keineswegs als trivial herausstellen sollte. „Das Wasser ist blau, der Himmel ist blau. Es ist einfach die Hölle“, entfährt es Lars Engelhard. Anhaltspunkte wie im Straßenverkehr, etwa Mittelstreifen, Schilder oder Bäume, fallen für die Sensoren als Referenz auf dem Wasser aus. Hinzu kommt, dass Schiffe schwanken – sich also zeitgleich auf zwei Achsen bewegen, während sie die Wellen von unten nach oben heben. So dauerte es bis August 2020, einen Sensor zu konstruieren, der die eigene Bewegung beim Errechnen der Navigationsstrecke vollständig berücksichtigt.
Anderen Tüftlern gelang dies bislang offenbar nur mäßig. Seit 2017 sind in Norwegen der Düngemittelhersteller Yara und der Schiffsbauer Kongsberg damit beschäftigt, mit der „Yara Birkeland“ ein ähnliches Schiff zu konstruieren. Dessen Start ist jetzt auf Ende 2021 festgelegt. Das Andocken und Ablegen werde sich dann vollautomatisch vollziehen, kündigten die beteiligten Firmen vor Kurzem an. Verräterisch aber bleibt: Geplant sind von den Norwegern drei Kommandozentralen, die das Schiff fernsteuern sollen.
Doch auch bei der Engelhard-Werft änderten sich die ursprünglich angekündigten Pläne. So hatte Unleash Future Boats zunächst versprochen, ein zwölf Meter langes Wasser-Taxi zu konstruieren. Es sollte ab Frühjahr 2023 autonom gesteuert einen Schiffsanleger in Schleswig mit dem Wikingermuseum in Haithabu verbinden.
Ihr Projekt stellte die Werft zugunsten des nun präsentierten Katamarans zurück. „Den Prototyp haben wir deutlich kleiner gebaut, damit er auf einen Anhänger passt“, erklärt Lars Engelhard den Sinneswandel. Mit dem Vorzeigeboot will er in den nächsten Wochen Kunden für größere Aufträge gewinnen.
„Wir können Boote mit einer Länge von bis zu 45 Metern bauen“, sagt der Jungunternehmer. Bis zu sechs Seecontainer fänden darauf Platz. Zudem verbinden sich drei solcher Batterieschiffe bei Bedarf zu einem Platoon, wodurch sich etwa ein Rhein-Schlepper ersetzen ließe.
Konzept für mehr Reichweite
Bislang treiben die eingebauten Akkubatterien die Boote lediglich 42 Kilometer weit an. Um die Reichweite der emissionsfreien Schiffe zu erhöhen, hat Unleash Future Boats jedoch ein ausgeklügeltes Konzept erarbeitet. An den jeweiligen Flussetappen sollen austauschbare Wasserstoff-Brennstoffzellen an Bord geladen werden, die auf der Weiterfahrt wie mobile Ladesäulen funktionieren. Aus ihnen werden die fest eingebauten Akkubatterien mit dem nötigen Strom gespeist – und nach Gebrauch wieder von Bord geladen.
20 Mitarbeiter haben die Engelhards bereits eingestellt, 50 könnten es werden. „Wir wollen künftig 100 Boote pro Jahr produzieren“, sagt der Firmenchef. Wegen der automatisierten Produktion ließe sich das Volumen sogar noch vergrößern. Mit drei Speditionskonzernen, die möglicherweise zu Kunden werden, ist er nach eigener Aussage dazu in Gesprächen. Veröffentlicht sehen will er die Namen freilich noch nicht.
Der Klimawandel hilft dabei gleich doppelt als Verkaufsargument. Denn er sorgte dafür, dass die Binnenschifffahrt in den vergangenen Sommern immer wieder mit Niedrigwasserständen zu kämpfen hatte. „Unsere Boote haben kaum Tiefgang und sind damit Niedrigwasser-geeignet“, versichert Lars Engelhard.
Ein weiteres Ziel: Zukünftig sollen sich auch Binnenschiffe mit dem Wasserstoff-Antrieb nachrüsten lassen. An einem Patent allerdings hat der junge Werftbesitzer, der schon als Student seine erste Erfindung vor zwölf Jahren anmeldete, noch zu arbeiten: dem Kapitäns-Patent.
Die Pandemie hat den Bedarf noch einmal deutlich gemacht: viele kleine und mittelständische Betriebe im Land hinken beim Thema Digitalisierung deutlich hinterher.
Nach dem Digibonus I für Kleinstinvestitionen steuert die Landesregierung deshalb nun noch einmal nach: Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern können jetzt über ein neues Programm Fördermittel für Digitalisierungsaktivitäten beantragen. «Unternehmen sollen ihre Produkte, Dienstleistungen und Prozesse digital transformieren und ihre IT-Sicherheit verbessern, um wirtschaftliche Chancen durch die Digitalisierung besser nutzen zu können», sagt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Seine „Meldung der Woche“. Video starten.
NAH.SH-Chef Arne Beck mit Kreispräsidentin Juliane Rumpf und Verkehrsminister Bernd Buchholz nach Enthüllung eines der remo-Fahrzeuge
In einem Pilotprojekt können Menschen in Rendsburg und Umgebung ab sofort zum ÖPNV-Tarif per Telefon oder App Hybrid- und E-Autos buchen. Diese holen sie unabhängig von Fahrplänen an Haltestellen ab oder auch anderswo. Die Fahrzeuge sind freitags, sonnabends und sonntags abends und nachts im Einsatz. Das Projekt namens «remo» ist zunächst auf drei Jahre angelegt, die Gesamtkosten von gut zwei Millionen Euro teilen sich Kreis und Land.
«Moderne Mobilität funktioniert auch außerhalb der großen Städte», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute zur Auftakt-Veranstaltung auf dem Rendsburger Schiffbrückenplatz. «Wir brauchen landesweit mehr von solchen Projekten.» Die Verkehrswende werde nur gelingen, wenn eingetretene Pfade verlassen und der öffentlichen Verkehr insgesamt verbessert werden. Insgesamt fünf Fahrzeuge werden für «remo» unterwegs sein.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken
Insgesamt fünf Fahrzeuge werden für remo unterwegs sein. Besonders auffällig sind dabei die zwei „London Cabbies“ mit Hybridantrieb. Daneben werden zwei Mercedes eVito mit rein elektrischem Antrieb und ein MAN TGE EURO 6 mit herkömmlichem Dieselantrieb eingesetzt. Die Fahrzeuge sind alle barrierefrei. Vertragspartner des Kreises für remo ist die Transdev Nord GmbH, die ihrerseits das Taxiunternehmen Storm Taxi mit dem Betrieb beauftragt hat. Um die Erfahrungen mit dem Projekt landesweit nutzen zu können, begleitet ein Forschungsteam der Universität Hamburg remo.
Hier die Reden von Beck und Buchholz als LIVESTREAM
NAH.SH-Geschäftsführer Dr. Arne Beck: „Wir wollen von den Erfolgen hier in der Region Rendsburg profitieren, aber natürlich auch aus den Fehlern lernen. Ich bin sicher, dass die Menschen das neue Angebot gut annehmen – und dass wir noch viele weitere remos im Land haben werden.“ Passend zu remo startet auch die neue App NAH.SHUTTLE, mit der die Buchung zum Kinderspiel wird. Die App ist ab sofort in den üblichen Stores verfügbar. Alle Informationen zu remo gibt es außerdem im Internet unter www.nahshuttle.de.
Buchungen sind auch telefonisch möglich unter 0431-66019-93.
remo im Überblick:
Betriebszeiten:
freitags: 21 bis 3 Uhr, samstags: 21 bis 3 Uhr, sonntags: 21 bis 0 Uhr
Bediengebiet:
Region Rendsburg (ca. 140 km²) mit einer Einwohner*innenzahl von ca. 70.000 (Rendsburg, Büdelsdorf, Borgstedt, Fockbek, Nübbel, Schülp, Westerrönfeld, Osterrönfeld, Schülldorf, Schacht-Audorf und Rickert)
Haltestellen:
900 virtuelle Haltestellen, werden in der App angezeigt
Buchung, Tarif und Bezahlung:
über die App oder per Telefon
SH-Tarif ohne Komfortzuschlag
Bar, Kreditkarte, SEPA-Lastschrift, PayPal (ab Q1 2022 auch Google Pay & Apple Pay)
5 Fahrzeuge:
2 LEVC TX Shuttle (Hybrid, Rollstuhlgeeignet), 2 Mercedes eVito Tourer (rollstuhlgeeignet, ab Sept. 2021), 1 MAN TGE EURO 6 (Diesel, Elektrorollstuhlgeeignet)
Fahrzeugausstattung:
W-LAN, USB-Stecker, Rollstuhlrampen (4 Fahrzeuge für normale Rollstühle und 1 MAN TGE für Elektrorollstühle ausgestattet)
App-Sprachen:
Deutsch als Standard, Englisch, Arabisch (ab Feb. 2022)
Auftraggeber:
Land Schleswig-Holstein und Kreis Rendsburg-Eckernförde
Es liegt scheinbar in der Natur der Branche, dass sich Werften so gut wie nie in wirklich ruhigen Fahrwassern befinden. Der Strukturwandel krempelt Traditionsbetriebe im Norden – ob Nobiskrug, Kröger, Lindenau, Hugo Peters, FSG oder Sietas – immer wieder um. Und immer wieder erfinden sich diese Unternehmen neu und sind in Nischen erfolgreich. Auch in dieser Woche lagen Freud und Leid der Schiffbauer nah beieinander. Für Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten
Geschäftsführer und Gesellschafter mit Minister (v.l.): Hitzler-Chef Marek Klimenko, Minister Buchholz, Walaby-Gründer Harald Hübner, Wallaby-Gesellschaftter Achim Fölster und Benjamin Schmoll sowie Wallaby-Geschäftsführer Eike-Christian Höper und Hitzler-„Juniorchef“ Kay Klimenko
Es könnte für manchen Passagier das Ende von Seekrankheit bedeuten, doch der eigentliche Zweck greift viel tiefer: In einer Kooperation zweier maritimer Betriebe entsteht in den kommenden Monaten in Schleswig-Holstein das weltweit erste mit einer Federung ausgestattete Arbeitsschiff zur Wartung von Offshore-Windkraftanlagen. Die neu gegründete Schiffsbau-GmbH „Wallaby Boats“ aus Kappeln hat sich mit der traditionsreichen Lauenburger Hitzler-Werft zum Bau des so genannten Crew Transfer Vessel (CTV) zusammengetan. Das Schiff soll künftig auch bei höherem Seegang gefahrlos Service-Techniker an ihren Einsatzort in den Offshore-Windparks bringen. Heute wurde die Kooperation in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz in Lauenburg formell besiegelt.
Das aus Australien stammende Prinzip der Wallaby Boats ist nach Angaben der Konstrukteure ebenso einfach wie verblüffend effektiv: Die Rümpfe des Katamarans sind vom Deck der Kommandobrücke getrennt und stattdessen über vier Federbeinkonstruktionen mit ihm verbunden. Vorbild für die Konstruktion waren Offroadfahrzeuge der Automobilindustrie. Dank dieser Technik ist es möglich, den Einfluss des Seegangs auf die Personen an Bord um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, was den Überstieg der Techniker auf Offshore-Windkraftanlagen oder der Lotsen auf Frachter erheblich sicherer macht und den Transportkomfort für Passagiere deutlich verbessert und darüber hinaus auch die Gefahr der Seekrankheit erheblich reduziert. Willkommener Nebeneffekt: Eine deutliche Reduzierung der benötigten Ressourcen beim Bau und im Betrieb der relativ kleinen Fahrzeuge, was den Weg zum angestrebten klimaneutralen „net zero ship“ ebnet.
Den Kooperationsvertrag unterzeichneten die Geschäftsführer Eike Kristian Höper, Wallaby Boats GmbH und Harald Hübner, sowie Marek und Kai Klimenko für die Hitzler Werft. Buchholz sagte im Anschluss an seinen Werft-Besuch – Audio starten, Pfeil klicken…
Marek Klimenko hat die Hitzler Werft vor wenigen Monaten zusammen mit seinem Sohn und Geschäftspartner Kai übernommen. Zuvor hatte der erfahrene Ingenieur über 30 Jahre lang bei der Hitzler Werft gearbeitet, zuletzt als Konstruktionsleiter. Neu-Geschäftsführer Marek Klimenko sieht die Kooperation der beiden schleswig-holsteinischen Unternehmen als vielversprechenden Schritt, die Innovationskraft im Norden weiter zu stärken: „Unsere Ziele sind die Fortführung des Kerngeschäftes der Hitzler Werft sowie die Erweiterung durch innovative Projekte und alternative Antriebe. Wir freuen uns, von der Wallaby Boats GmbH als Bauwerft ausgewählt worden zu sein. Das Projekt und die Philosophie des Unternehmens passen sehr gut zu unserem Betrieb und unseren Zielen.“
Wallaby-Gesellschafter Achim Fölster, zugleich Mitglied bei den Startup-Förderern „Baltic Business Angels“, sagte: „Ich freue mich, dass ich einen Beitrag dazu leisten kann, dieses innovative Schiffbauprojekt in Schleswig-Holstein umzusetzen und es im internationalen Markt zu platzieren.“ Die Entwicklungsgeschichte des Projekts könne als Beispiel für eine gelungene, zielgerichtete Förderung in Zusammenarbeit mit öffentlichen Instrumenten und Industriepartnern dienen. Das Land Schleswig-Holstein habe einen großen Beitrag zum Erfolg geleistet.
Die Zahlen sind ermutigend: Mit 2,8 Millionen Übernachtungen im Mai hat der SH-Tourismus eine deutliche Steigerung gegenüber dem Corona-Mai 2020 hingelegt. Nämlich ein Plus von über 85 Prozent bei den Übernachtungen. Aber immer noch ein Rückgang um 15 Prozent gegenüber der Zeit vor der Corona-Pandemie.
Vor diesem Hintergrund umtreiben Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz vor allem zwei Sorgen: Zum einen der Mangel an Fachkräften – gepaart mit der Zurückhaltung angehender Azubis in diesem Jahr. Zum anderen die zunehmende Blockade-Haltung gegenüber touristischen Investitionen… seine „Meldung der Woche“, Video starten
Buchholz mit Landrat Stefan Mohrdieck, Kreispräsidentin Ute Bohrwieck-Dethlefs sowie Architekt Andreas Heller vor dem Museum
Nicht nur das Dithmarscher Landesmuseum gibt es schon bald 150 Jahre, auch die Gebäude stammen teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert. Um das Museum sowohl touristisch als auch energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, wird es umfassend umgebaut. Das Land fördert die Umgestaltung mit insgesamt über 3,3 Millionen Euro. Hierfür übergab Wirtschafts- und Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute gleich zwei Förderbescheide an Landrat Stefan Mohrdieck. „Das Landesmuseum hat Strahlkraft weit über die Region hinaus und ist ein wichtiger Baustein, um den Tourismus weiter anzukurbeln. Das Geld ist hier bestens angelegt“, sagte Buchholz.
Weiter meinte der Minister – Audio starten – Pfeil klicken
Im Zuge der Umbauarbeiten wird das Ausstellungsprogramm neugeordnet, die Präsentation der Dauer- und Sonderausstellungen wird neu konzipiert und mit digitalen Elementen ergänzt. Viel Wert wird auch auf die Barrierefreiheit gelegt. Künftig werden nicht nur der Zugang und die Gebäude des Museums barrierefrei sein, auch die Ausstellung selbst soll für Menschen mit Beeinträchtigungen erlebbar werden. „Nur ein für alle zugängliches und modernes Museum spricht dauerhaft Besucherinnen und Besucher an“, betonte der Minister.
Mit der Neukonzipierung etabliere sich das Museum außerdem weiter als attraktives Ganzjahres-Angebot. „Das entspricht genau unserer Tourismusstrategie“, so Buchholz. Für die Umgestaltung steuert das Land 2,7 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln bei. Einen weiteren Förderbescheid über 611.000 Euro gab es für die energetische Sanierung der alten Museumsgebäude, unter anderem für neue Fenster und Elektro-, Heizungs- und Lüftungsanlagen. Buchholz: „Das leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und schont langfristig den Geldbeutel.“ Auch diese Förderung stammt aus EFRE-Mitteln des Landesprogramms Wirtschaft.
Firmenchef Sager (links) zeigt Buchholz und dem Chef des Clusters Life Science Nord, Hinrich Habeck, die Masken-Produktion im neuen Werk in Grube
Mit knapp 950.000 Euro aus einem EU-Fonds unterstützt das Land Schleswig-Holstein die Produktion von Atemschutzmasken bei der Firma „F&F Lasertechnik“ in Ostholstein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) überreichte den Förderbescheid heute den Geschäftsführern Jens Sager und Andreas Babbe. Das Unternehmen aus Neustadt, das ansonsten in der Metall- und Blechverarbeitung aktiv ist, war im vorigen Jahr mit einem neuen Werk in Grube in die Maskenproduktion eingestiegen. Dort fertigt es laut Sager 200.000 Masken pro Woche. 80 Prozent davon gingen an die Bundesländer, der Rest an Industrie und Handel. Exportmöglichkeiten würden ausgelotet.
F&F Lasertechnik trage maßgeblich dazu bei, die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung innerhalb Deutschlands sicherzustellen, erklärte Buchholz. «Gleichzeitig werden neue Wirtschaftsbereiche erschlossen; das unterstützen wir gerne.» Das Unternehmen hat auch eine FFP-Maske für schwere Einsätze und höchste Schutzansprüche entwickelt. Am Anfang der Pandemie sei der Ruf nach heimischen Masken laut geworden, erläuterte Geschäftsführer Sager. «Einer Abhängigkeit von Schutzprodukten aus Asien wollten wir entgegentreten.» Der Produktionsaufbau ist mit rund 40 neuen Arbeitsplätzen verbunden.
„Autobahn“-Bundeschef Stephan Krenz (Mitte) zeigt Minister Buchholz den informativen Ausblick vom „Ostseeblick“. Rechts der Chef der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH, Klaus Franke.
Wer hier rastet, sieht von einem Aussichtspunkt die Ostsee, die Fehmarnsundbrücke und natürlich die Insel Fehmarn selbst. Das Display des dort aufgestellten Fernrohrs zeigt an, was genau zu sehen ist. Urlauber erfahren beispielsweise, dass sie für die 186 Kilometer bis Kopenhagen etwa zwei Stunden, vierzig Minuten brauchen. Der frisch renovierte Rastplatz «Ostseeblick» an der Autobahn 1 bei Heiligenhafen bietet mehr Service in Form von Wlan, Frischwasser für Urlauber, einen Spielplatz für die Kleinen und Schnelladestationen für E-Autos.
Heute nahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) – der per Video zugeschaltet wurde – und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Bernd Buchholz die Pilotanlage offiziell in Betrieb. Der neue Rastplatz kann zum Vorbild werden. Rund zwei Millionen Euro hat die Autobahn GmbH des Bundes für die Neugestaltung der Pilotanlage im Norden ausgegeben.
Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten bei dem Termin – Audio starten, Pfeil klicken
Mit Blick auf den Namen «Ostseeblick» sprach Scheuer von «Idylle pur». «Unbewirtschaftete Rastanlagen verbinden viele eher mit Benzingeruch statt mit Brise.» Das Verweilen an den Rastplätzen entlang der Autobahnen solle sich verbessern. Im Norden gebe es erstmals auf einer unbewirtschafteten Rastanlage nicht nur Sanitäreinrichtungen und Sitzgruppen fürs Picknick – sondern Spielgeräte für die Kinder, einen umzäunten Auslauf für Hunde, Outdoor-Fitnessgeräte und vieles mehr.
An der Ladestation können vier Autos gleichzeitig geladen werden. «Laden muss einfach sein», sagte Scheuer. Künftig solle es an den Autobahnen «alle zehn Minuten, alle 15 bis 30 Kilometer» Ladesstationen geben. Das seien ehrgeizigere Pläne als auf EU-Ebene, die alle 60 Kilometer eine Ladestation vorsähen. Deutschland plant dagegen 1000 neue Schnellladestationen, davon 200 an unbewirtschafteten Rastplätzen. «Bis zum Jahr 2025 stehen hierfür 500 Millionen Euro zur Verfügung», sagte Scheuer.
Das moderne Kernstück der Rastanlage – das WC-Haus. Im Vordergrund die überall installierten Solaranlagen zur Stromversorgung des gesamten Rastplatzes.
Auf dem Rastplatz «Ostseeblick» gibt es auch Wlan, digitale Infotafeln informieren über die Verkehrslage und touristische Projekte. Autofahrer können über eine App die Sauberkeit der WC-Anlagen bewerten. Ihr Müll landet in getrennten Behältern mit solarbetriebener Kompressionsmechanik. Der Rastplatz hat energiesparsame Lampen, Zapfstellen für Frischwasser sowie einen Spielplatz und Outdoor-Fitness-Geräte. Urlauber können ihre Hunde in einer abgezäunten Hundezone laufen lassen.
Die Landesregierung hatte Schleswig-Holsteins Autobahnnetz Anfang 2020 an den Bund übergeben – «und damit früher als andere Länder», sagte Verkehrsminister Buchholz. Dabei sei auch das Pilotprojekt entwickelt worden. «Was für den Norden gut und wegweisend ist, kann auch für den Süden nur gut und wegweisend sein.»
Hier die Rede von Buchholz bei der offiziellen Feier:
Für Scheuer spielt Nachhaltigkeit bei der Sanierung von Rastplätzen eine große Rolle. Auf dem WC-Dach und an der Lärmschutzwand sind Solarzellen installiert. «Ich bin überzeugt: Das ist der nutzerfreundliche Rastplatz der Zukunft», sagte Scheuer. Das gelte für Urlauber, Pendler und Trucker. Für den Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, soll die Pilotanlage zeigen, «dass wir den Nutzer und die Nutzerin ins Zentrum stellen».
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus