
Der von der Landesregierung ins Leben gerufene Mittelstandsbeirat will neben weniger Bürokratie vor allem mehr Frauen in Führungspositionen der schleswig-holsteinischen Wirtschaft sehen: „Wir müssen gemeinsam noch viel mehr tun, um Frauen zu Gründerinnen von Unternehmen zu machen oder sie dazu zu bewegen, Betriebe zu übernehmen“, sagte die Präsidentin der Industrie und Handelskammer Schleswig-Holstein, Friederike Kühn. Zusammen mit Handwerkskammer-Präsident Günther Stapelfeldt wurde sie heute bei der zweiten Sitzung des Mittelstandsbeirats zur Sprecherin des Gremiums gewählt.
Im Anschluss an die heutige Sitzung zogen Kühn, Stapelfeldt und Buchholz das folgende Fazit (Vodeo starten):
Nach den Worten von Handwerkskammer-Präsident Stapelfeldt würden sich Frauen in der Wirtschaft noch viel zu häufig unterschätzen: „Dabei ist unsere Erfahrung, dass gerade Frauen, die sich im Handwerk selbständig machen, besonders zielorientiert und leistungsstark sind.“ Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sieht vor diesem Hintergrund auch für das Land Ansatzpunkte, Frauen stärker als bislang den Weg in die Selbständigkeit zu bahnen: „Viele unserer Förderinstrumente für Gründungen zielen bislang stark auf Technik und Naturwissenschaft ab und sprechen somit potenziell eher Männer an.“ Für Gründerinnen und Gründer hingegen, die sich beispielsweise in Pflegeberufen selbständig machen wollen, sei das Angebot noch zu dünn.
Buchholz und Kühn erinnerten daran, dass es im Land – unter anderem von der IHK zu Lübeck oder dem Jackstaedt-Kompetenzzentrum – bereits zahlreiche Hilfestellungen gebe. „Aber wir müssen ganz offensichtlich noch mehr Impulse geben, um das Gründungsgeschehen in Schleswig-Holstein – nicht nur für Frauen – weiter voran zu treiben: von Beratung über Mentoring bis hin zu finanzieller Unterstützung“, so Kühn.
Mit Blick auf das Thema Unternehmensnachfolge erinnerte Buchholz an eine aktuelle Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW). Demnach sind 46 Prozent der Inhaber von Betrieben in Schleswig-Holstein 55 Jahre und älter. „Mit anderen Worten: In den nächsten zehn Jahren wird in Schleswig-Holstein fast jeder zweite Unternehmer in den Ruhestand gehen. Hier geeignete Nachfolgerinnen oder Nachfolger zu finden, ist eine unserer zentralen Herausforderungen, die wir gemeinsam mit dem Mittelstand in unserem Land stemmen müssen“, so Buchholz.






Die Nahverkehrsgesellschaft NAH.SH GmbH hat jetzt im Auftrag des Landes die Ausschreibung des so genannten „Elektronetzes Ost“ gestartet. Die entsprechenden Unterlagen sind heute an die EU versandt worden. Angebote für die insgesamt 175 Kilometer langen Strecken Lübeck-Travemünde – Lübeck Hbf (RB 86), Lübeck Hbf – Hamburg Hbf (RE 8/80) und Lübeck Hbf – Puttgarden (RB 85) sollen bis zum 7. September 2018 eingehen, der neue Betreiber soll dann bis Anfang 2019 feststehen. Der neue Verkehrsvertrag soll vom Dezember 2022 bis zum Dezember 2035 gelten. Die Regionalbahnlinie RB 81 Bad Oldesloe – Hamburg ist nicht Teil dieser Ausschreibung.



