Wenige Wochen vor Beschlussfassung des Bundeskabinetts zur Nationalen Hafenstrategie haben sich heute die Vertreter der fünf norddeutschen Küstenländer in Bremen über die Zukunft der Seehäfen ausgetauscht. Neben Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen unter anderem mit an Bord: Lübecks Hafenchef Sebastian Jürgens als Vize-Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe und der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Dieter Janecek.
«Leistungsstarke Häfen sind entscheidend für das Erreichen der energiepolitischen Ziele und dienen nicht nur als logistische Hubs, sondern auch als Anlandungspunkte und Produktionsstandorte für „grüne“ Energieträger und Technologien», sagte Janecek. Die Finanzierung und Planung der Häfen liege zwar in der Verantwortung der Länder, der Bund werde zukünftig aber deren Zusammenarbeit vertiefen.
Zu den größten Herausforderungen, darin waren sich alle einig, werde künftig der Umgang mit der Infrastruktur rund um die Häfen gehören. Dabei gehe es um marode Autobahnen und Brücken und um Baustellen auf Schienen, Straßen und Wasserstraßen. «Eine leistungsfähige Infrastruktur ist im Interesse der gesamten deutschen Volkswirtschaft und zudem auch von großer europäischer Bedeutung», sagte Madsen.
Und er machte die europäische Dimension der Hafenpolitik deutlich. Denn neben den aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Problemen sei diese die dritte große Herausforderung für die Hafenwirtschaft. «Mit dem europäische Green Deal der EU-Kommission und dem Maßnahmenpaket ,Fit for 55‘ sollen die ehrgeizigen europäischen Klimaschutzziele erreicht werden. Gesamtziel der Maßnahmen ist es, die verkehrsbedingten Emissionen bis zum Jahre 2050 um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken sowie die Verkehrssysteme in der EU durch digitale und intelligente Technologien sicherer, zugänglicher und widerstandsfähiger zu gestalten», so der CDU-Politiker. Es gehe künftig also vor allem auch um alternative Schiffsantriebe und die Nutzung erneuerbarer und kohlenstoffarmer Kraftstoffe im Seeverkehr.
Madsen: «Wir müssen Ökonomie und Ökologie auch im Seeverkehr versöhnen. Es gilt, die Emissionen konsequent zu senken. Und wir sehen uns hier natürlich auch in einem globalen Wettbewerb, wie das jüngst verkündete Drei-Milliarden-Dollar-Programm der USA zur Dekarbonisierung der Häfen verdeutlicht.»
Auch der Vize-Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe, Prof. Dr. Sebastian Jürgens, machte deutlich: «Die europäischen Seehäfen stehen untereinander in einem harten und intensiven Wettbewerb. Transformationsprozesse, Klimafreundlichkeit sowie neue Aufgaben auf dem Gebiet der Energieversorgung führen zu weiteren Herausforderungen. Um diese zu meistern, fordern wir vordringlich ein erhöhtes Engagement des Bundes, auch finanziell. Wir benötigen eine leistungsfähige Infrastruktur, insbesondere im Bahnbereich. Die entsprechenden Baumaßnahmen müssen unbedingt und verlässlich mit den Seehäfen abgestimmt werden», so Jürgens.
Und auch die Bundesländer seien in der Pflicht. Denn im Vergleich zu direkten Nachbarstaaten würden deutsche Unternehmen noch immer unter der bürokratischen und wettbewerbsschädigenden Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer leiden. Eine Neuordnung in den Finanzverwaltungen würde Unternehmen in ganz Deutschland enorm entlasten und die deutsche Logistikwirtschaft stärken, ohne einen Cent weniger Steuer einzunehmen.
TA.SH-Chefin Bettina Bunge (Mitte) freut sich mit Minister Madsen und Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens über das Qualitätssiegel
Das freut nicht nur den Tourismusminister, sondern auch Tourismus-Staatssekretärin Julia Carstens, zugleich Aufsichtsratsvorsitzende unserer Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH). Als erste Landestourismusorganisation Deutschlands ist die TA.SH jetzt als nachhaltiges Unternehmen nach dem Siegel TourCert zertifiziert. «Es ist überaus erfreulich, dass die TA.SH den nicht immer einfachen Weg zu mehr Nachhaltigkeit beschreitet. Damit ist das Unternehmen Vorreiter bei den Landesorganisationen und so wird die Leitmaxime Nachhaltigkeit, die über unserer Tourismusstrategie 2030 steht, sehr greifbar und erfolgreich umgesetzt», sagte Carstens heute in Kiel bei einer kleinen Feierstunde.
Auch Minister Madsen hatte TA.SH-Chefin Bettina Bunge bereits anlässlich der Präsentation der Tourismus-Rekordzahlen am Montag zu dem Qualitätssiegel beglückwünscht. „TourCert“ ist eine deutsche Zertifizierungs- und Beratungsorganisation, die seit 2009 auf dem internationalen Tourismusmarkt tätig ist. Sie berät und zertifiziert Unternehmen sowie Destinationen im Bereich Nachhaltigkeit und Sozialer Verantwortung. Das Zertifikat ist zunächst auf zwei Jahre begrenzt.
Große Freude entsprechend auch bei TA.SH-Chefin Bettina Bunge: «Wir haben gemeinsam intensiv daran gearbeitet, die Anforderungen für die Zertifizierung zu erfüllen, und sind stolz darauf, als Vorreiter zu fungieren, aber zukünftig auch andere Tourismusstrukturen unterstützen zu können. Die Zertifizierung nach nachprüfbaren Nachhaltigkeitskriterien ist ein Meilenstein für uns auf dem Weg zu einer langfristigen nachhaltigen Ausrichtung. Dies ist dem Engagement der Mitarbeitenden, allen voran unserer Nachhaltigkeitsmanagerin Anna Tenger, zu verdanken, die maßgeblich am Zertifizierungsprozess beteiligt waren.»
Staatssekretärin Carstens (links) beim Innovationsforum mit mit Dørte Pardo-Lopez von der EU-Kommission und Holger Zervas von der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG)
Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens hat an die Betriebe im Norden appelliert, auch in konjunkturell schwierigen Phasen Mut zu Innovationen und Gründungen an den Tag zu legen: «Wir wollen ein klimaneutrales Industrieland werden – da dürfen wir Innovationen jetzt nicht etwa wegen fehlendem Risikokapital abwürgen. Im Gegenteil: Wir müssen sie gerade jetzt befeuern», sagte Carstens beim heutigen 6. Innovations- und Technologieforums im Wissenschaftszentrum Kiel. An dem Expertentreffen nahmen über 160 Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft teil.
Nach den Worten von Carstens sei es im Interesse des Landes, wenn es darum gehe, das Wissen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen schneller in praxistaugliche Technologien zu verwandeln. „Der Wissenschaftsrat hat uns in seinem Gutachten einige Aufgaben gegeben, die wir umsetzen sollten, wie zum Beispiel eine Transferstrategie. Schon jetzt bieten wir ganz praktische Hilfen wie unseren Transfer- und unseren High-Tech-Bonus an“, sagte Carstens.
Das neue Angebot beinhalte auch die Förderung von jungen Unternehmen und Startups. Dafür stelle das Land allein in diesem Jahr acht Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereit. „Und ich hoffe, dass die Einstiegsförderung dazu beiträgt, die oft hohen Hemmschwellen mittelständischer Betriebe zur Zusammenarbeit mit Hochschul- und Forschungseinrichtungen zu reduzieren oder junge Menschen zur Gründung eines Start-ups zu animieren“, sagte Carstens. Zudem stelle das Land in seinem 2023 aufgelegten Innovationsfonds 50 Millionen Euro bereit, um KMU und Start-ups mit Beteiligungskapital zu unterstützen. 20 Millionen Euro davon kommen aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung.
Ein Thema des Innovations- und Technologieforums ist die Steigerung der Anstrengungen kleiner Unternehmen bei der Digitalisierung. Carstens: „Die bisherigen Antragszahlen machen deutlich, dass wir hier einen Nerv bei den Unternehmen getroffen haben. Viele sind dabei, sich endgültig vom Papierkram zu verabschieden und ins digitale Zeitalter zu starten.“ Seit der Öffnung des sechs Millionen Euro umfassenden Förderprogramms vergangenen Sommer hätten 65 Unternehmen einen Antrag gestellt. Dabei handelt es sich pro Betrieb um eine Förderung mit einem Höchstzuschuss von bis zu 200.000 Euro.
Auch wenn es ein Jo-Jo-Sommer war: Schleswig-Holsteins Küsten, Seen und Städte waren auch 2023 wieder Tourismusmagnete und bescherten der Branche ein weiteres Rekordjahr. Aber es gibt auch noch offene Baustellen.
Nach wie vor Spitzenreiter: Ostsee- und Nordseeküste (hier Sylt) zogen 2023 85 Prozent aller Gäste in den echten Norden
Es lief und läuft weiterhin gut beim Tourismus in Schleswig-Holstein: Im vergangenen Jahr verbuchte der echte Norden einmal mehr Rekorde bei Ankünften und Übernachtungen. Gut 9,3 Millionen Gäste sorgten für mehr als 38 Millionen Übernachtungen – davon gingen 83 Prozent auf das Konto von Nord- und Ostseeküste. Camping-Urlaub und der Tagungstourismus erzielten ebenso Top-Werte. Das teilte die Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Bettina Bunge, heute in Kiel gemeinsam mit Tourismusminister Claus Ruhe Madsen mit. Alles in allem wurden 5,5 Prozent mehr Ankünfte und 1,3 Prozent mehr Übernachtungen als 2022 registriert. Für das laufende Jahr erwartet Bunge Zahlen auf einem ähnlichen Niveau. «Die aktuelle Buchungsabfrage sieht sehr gut aus.»
Der Tourismus habe sich in allen Teilen des Landes positiv entwickelt, sagte Madsen bei der TA.SH-Jahrespressekonferenz. Gäste seien verstärkt auch in der Nebensaison nach Schleswig-Holstein gekommen. Nachdenklich mache aber, dass die Dynamik im zweiten Halbjahr nachgelassen habe, sagte Madsen. Das müsse man genau analysieren. Er forderte die Unternehmen zu Investitionen auf. «Wir stehen wie immer vor großen Herausforderungen.» Madsen sagte weiter – Video starten
Knapp 95 Prozent der Übernachtungen waren Gästen aus dem Inland zuzurechnen. Bunge sieht daher bei Touristen aus dem Ausland noch große Möglichkeiten. «Vor allem in den skandinavischen Nachbarmärkten und weiteren Nahmärkten liegt noch viel Potenzial, kaufkräftige Gäste für unser attraktives Reiseland zu begeistern.»
Im Vergleich der Bundesländer liegt Schleswig-Holstein bei den Übernachtungszahlen weiterhin auf dem fünften Platz hinter Niedersachsen und vor Hessen. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Corona, ist das Wachstum im nördlichsten Bundesland mit 5,7 Prozent am größten. Das mit Abstand größte Tourismusland Bayern verzeichnet im Vergleich zu 2019 immer noch ein Minus von 0,6 Prozent. Nach Bunges Angaben holen die anderen Länder aber auf.
Hier die Präsentation der Einzel-Daten des Jahres 2023 durch TA.SH-Chefin Bettina Bunge:
So liegt Schleswig-Holstein mit seinem Wachstum von 1,3 Prozent im Vergleich zu 2022 nur an vorletzter Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern mit 1,2 Prozent. Das größte Wachstum gab es in Nordrhein-Westfalen mit 12,8 Prozent. Der schleswig-holsteinische Anteil am bundesweiten Tourismus (Übernachtungen) ist mit 7,8 Prozent deutlich überproportional zur Landesgröße. Die Bevölkerung im Norden mache nur 3,4 der deutschen Bevölkerung aus, sagte Bunge. Besonders ausgeprägt ist der Camping-Tourismus in Schleswig-Holstein.
Campingplatz Schönberg an der Ostsee
Hier liegt der Norden bundesweit auf dem dritten Platz hinter Niedersachsen und knapp vor Mecklenburg-Vorpommern. Nur in Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil an den Übernachtungen mit 17 Prozent höher als in Schleswig-Holstein mit 14 Prozent.
Die Gäste in Schleswig-Holstein bleiben im Durchschnitt 4,1 Tage und damit länger als in anderen Ländern. Nur Mecklenburg-Vorpommern kommt mit 4,2 Tagen auf einen höheren Wert. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 2,7 Tagen. Das hat nach Bunges Angaben auch mit dem stärkeren Städtetourismus sowie dem Messe- und Tagungsgeschäft in anderen Ländern zu tun.
Mit 18,9 Millionen Übernachtungen tragen die Reiseziele an der Ostsee den größten Beitrag zum Schleswig-Holstein-Tourismus bei. Es folgt die Nordsee mit 12,9 Millionen Übernachtungen. Das übrige Binnenland (5,4 Millionen) und die Holsteinische Schweiz (1,0 Millionen) sind weit weniger stark, holen nach Bunges Angaben aber langsam auf.
Schleswig-Holstein hatte im Juli des vergangenen Jahres 3616 geöffnete Beherbergungsbetriebe mit gut 245 000 Betten. Die Auslastung betrug im Gesamtjahr 36 Prozent und lag damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die stärkste Einzelgemeinde war 2023 Sylt mit mehr knapp 3,03 Millionen Übernachtungen vor Lübeck (gut 2,2 Millionen), St. Peter-Ording (gut 1,74 Millionen) und Timmendorfer Strand (knapp 1,38 Millionen).
Familienfoto mit Minister: Senior-Chef Fritz GRadert (links) mit seiner Tochter Imke Hüttmann und seinem Sohn Marc
Mit knapp 560.000 Euro unterstützt das Land eine Innovation des Schenefelder Familienunternehmens Fritz Gradert Maschinenbau GmbH. Der 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter starke Betrieb plant die Entwicklung einer neuen Walzentechnologie – die sogenannte Kalandertechnik – für die Herstellung von Batteriefolien als Baustein einer effizienten Produktionsanlage. „Mit dieser 1,6 Millionen Euro umfassenden Investition stärkt das Unternehmen nicht nur seine Marktposition, sondern auch seine Rolle als verlässlicher Arbeitgeber und Innovationstreiber in der Region“, sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen heute bei der Übergabe des Förderbescheids an die Inhaber Fritz und Marc Gradert. Durch die Entwicklung und Konstruktion einer Kalanderlinie leiste das Unternehmen zudem einen maßgeblichen Beitrag zur Energiewende.
Wie der Minister weiter sagte, seien neue Produktionsmethoden auf dem Gebiet der Batterietechnologie von entscheidender Bedeutung für den Abschied von fossilen Brennstoffen. „Sie dienen der Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz, der Elektrifizierung des Verkehrssektors und der Schaffung energieeffizienter Industrieprozesse“, so Madsen. Das Fördergeld stamme aus Landes- und Bundesmitteln. Wie Firmenchef Fritz Gradert erläuterte, sei das Unternehmen aktuell gut ausgelastet und bediene weltweit unterschiedliche Maschinenbausparten. Probleme würden nur – wie in der gesamten Branche – der Fachkräftemangel und die hohen Energiekosten bereiten.
„Insbesondere die gestiegenen Netzentgelte bei der Stromversorgung und deren ungleiche regionale Verteilung im Bundesgebiet stellen für uns einen erheblichen Wettbewerbsnachteil dar“, sagte Gradert. Das ursprünglich auf Präzisionswalzen spezialisierte Unternehmen war von ihm 1971 gegründet worden. Gestartet mit 70 Quadratmetern Produktionsfläche ist der Betrieb in den letzten 50 Jahren ständig gewachsen und produziert in Schenefeld heute auf über 12.000 Quadratmetern.
Nach der endgültigen Ansiedlungs-Entscheidung des schwedischen Batterieherstellers Northvolt für die Region Heide ist das Interesse der Wirtschaft an der geplanten Gigafabrik gewaltig. Fast 500 Vertreterinnen und Vertreter von regionalen wie überregionalen Betrieben waren am Abend der Einladung der Schweden, der IHK Flensburg, der Entwicklungsagentur Heide, des Unternehmensverbands Unterelbe-Westküste und der Kreishandwerkerschaft ins Dithmarscher Berufsbildungszentrum (BBZ) gefolgt.
Northvolt-Chef Haux mit Madsen und Thomas Bultjer von der IHK Dithmarschen
Während im nicht einmal vier Kilometer entfernten Lohe Rickelshof bereits seit Wochen die Bagger auf der Northvolt-Baustelle zwischen Bundesstraße B 5 und A 23 rotieren, verbreiteten Northvolts Deutschland-Chef Christofer Haux und Dithmarschens IHK-Chef Thomas Bultjer im BBZ einen Hauch von Goldgräberstimmung. «Die Chancen für Sie sind da und sie sind einfach riesig», sagte Haux und warb für eine frühzeitige Bewerbung um Aufträge. Seit heute können sich Betriebe auf einer Online-Plattform registrieren und für Dutzende von Gewerken Interessensbekundungen abgeben. Northvolt werde dies sichten, sortieren und dann den Kontakt suchen, hieß es.
Auch Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen zeigte sich von der hohen Präsenz der Wirtschaft und dem Interesse begeistert. Er betonte das riesige wirtschaftliche Potenzial für die Region Heide, aber auch für die gesamte Westküste und das Land. Northvolt möchte in der Fabrik ab 2026 Batteriezellen für E-Autos herstellen. Durch die 4,5 Milliarden Euro teure Investition sollen 3.000 Arbeitsplätze entstehen. «Und zwar 3.000 direkte Arbeitsplätze mit der Option auf langfristig 12.000 Arbeitsplätze durch weitere Ansiedlungen entlang der Wertschöpfungskette», so Madsen.
Weiter sagte Madsen am Rande der Veranstaltung – Video starten
Das gesamte Wertschöpfungspotenzial bei voll laufender Produktion bezifferte der Lübecker Gutachter und Unternehmensberater Uwe Mantik ab 2029 auf knapp eine Milliarde Euro pro Jahr. «Hinzu kommt ein jährliches Potenzial von 20 Millionen Euro an Gewerbesteuern, sechs Millionen Euro an Lohnsteuern und zwei Millionen Euro an Grundsteuern für die Region Heide», so Mantik. Das Unternehmen hat laut Haux in das Bauvorhaben bereits rund 100 Millionen Euro an eigenen Mitteln investiert. Parallel zur eigentlichen Fabrik soll eine Anlage zum Recycling von Altbatterien ausrangierter E-Autos entstehen.
Trotz massiver Sparzwänge sowie dem anhaltenden Druck auf die Bauwirtschaft durch den Mangel an Fachkräften setzen Land und Bund ihre Investitionsoffensive in das norddeutsche Verkehrsnetz ungebremst fort: „Unser Landesbetrieb hat letztes Jahr in Bundes-, Landes- und Kreisstraßen rund 255 Millionen Euro gesteckt, rund ein Viertel mehr als im Vorjahr“, sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute in Kiel.
Präsentierten heute das Bauprogramm 2024 (v.l.): Benedikt Zierke (DEGES), Minister Madsen, LBV.SH-Direktor Frank Quirmbach und Carsten Butenschön, Leiter der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH des Bundes
In die Autobahnen im norddeutschen Raum seien 2023 rund 215 Millionen Euro und damit ein Drittel mehr als noch 2022 investiert worden. „Und ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dieses Jahr einen Rekord-Betrag von über 400 Millionen Euro in Modernisierung und Erhalt unseres Verkehrsnetzes stecken werden – den Ersatzbau der Rader Hochbrücke nicht einmal mitgerechnet“, so Madsen. Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Madsen am Rande der Pressekonferenz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Allein in die Landesstraßen und das schleswig-holsteinische Radwegenetz sollen dieses Jahr 98 Millionen Euro und in Bundesstraßen rund 96 Millionen Euro investiert werden. Für Erhalt und Ausbau des norddeutschen Autobahnnetzes in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen hat die Autobahngesellschaft des Bundes für 2024 gut 220 Millionen Euro veranschlagt. Die Eckpunkte des 2024er Bauprogramms (siehe Anlage) stellte Madsen zusammen Frank Quirmbach (Direktor Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, LBV.SH), Dr. Benedikt Zierke (DEGES-Projektleiter) und Carsten Butenschön (Niederlassungsdirektor Nord der Autobahn GmbH des Bundes) vor.
Als erfreulich bezeichnete es Madsen, dass es trotz der Kürzungen im Landeshaushalt und beim LBV.SH geglückt sei, das Investitionsvolumen weitgehend auf dem hohen Niveau der Vorjahre zu halten: „Allein mit den 80 Millionen Euro für die Reparatur von Landesstraßen und 18 Millionen Euro für den Radwegebau investieren wir teils viermal so viel wie noch Anfang der 2000er Jahre.“ Hinzu kämen 20 Millionen Euro für die Sanierung von Kreisstraßen sowie 96 Millionen Euro Bundesmittel für den Neubau und die Erhaltung von Bundesstraßen. Madsen: „Damit liegt allein die Investitionssumme unseres Landesbetriebs bei rund 214 Millionen Euro.“
Hier ein Livestream-Mitschnitt der Pressekonferenz:
Für Carsten Butenschön von der Autobahn GmbH des Bundes liegt der Fokus in diesem Jahr auf dem weiteren Ausbau der Bundesstraße B 404 zur Autobahn A 21, der mit großen Schritten vorangehe. So wurden die für die langsamen Verkehre notwendigen Straßen im nachgeordneten Netz bereits in Betrieb genommen. An der Fertigstellung der A 21 zwischen Klein Barkau und Stolpe in 2026 halte er fest. Zudem erwarte die Niederlassung Nord zwei Planfeststellungsbeschlüsse für die A 20 in Niedersachsen.
Butenschön: „Wir erhoffen uns Ende 2024, Anfang 2025 Baurecht, insbesondere für das Kreuz Kehdingen, das wie der Abschnitt 7 in Schleswig-Holstein Voraussetzung für den Bau des Tunnels bei Glückstadt ist. Daneben investieren wir nach einem Winter, der uns massive Fahrbahnschäden beschert hat, prioritär in die Erhaltung.“ Dazu zählen neben den Investitionen in Fahrbahnen auch die eng getakteten Prüfungen des bestehenden Brückenbauwerks Rader Hochbrücke, wie notwendigen Sanierungen und Ersatzneubauvorhaben bei den Bestandsbrücken, wie beispielsweise in Reinfeld, Owschlag, Bordesholm, Seeretz oder dem Autobahnkreuz Bargteheide. Butenschön: „Neben Sanierung und Neubau investieren wir in die Zukunft der Mobilität und treiben die Planungen für die flächendeckende Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen in diesem Jahr bis zur Umsetzung in 2025 voran.“
Herausragende Vorhaben der von Autobahn GmbH und Land beauftragten Projektmanagementgesellschaft DEGES sind nach den Worten von Projektleiter Dr. Benedikt Zierke auch 2024 vor allem der Neubau der Rader Hochbrücke, der Ausbau der Bundesstraße B 207 auf Fehmarn sowie die weitere Planung der Autobahn A 20. Zierke erinnerte daran, dass vor gut einem Jahr der Planfeststellungsbeschluss für den Elb-Abschnitt der Autobahn erlassen wurde. Im April werde das Bundesverwaltungsgericht über zwei Klagen gegen den Abschnitt verhandeln. Für die Abschnitte 3 (Bad Segeberg) und 7 (Kreis Steinburg) werden laut Zierke in diesem Jahr ebenfalls die Planfeststellungsbeschlüsse erwartet. „Ich bin deshalb zuversichtlich, dass wir Anfang 2025 an der A 20 loslegen können, so die betreffenden Beschlüsse nicht erneut beklagt werden“, sagte Zierke.
Auch von der Rader Hochbrücke gibt es gute Nachrichten. Laut Zierke sollen nach Ostern von der Nordseite die ersten Stahlteile in Richtung Borgstedter Enge geschoben werden. Auf der Baustelle habe sich in den vergangenen Monaten viel getan – trotz teilweise äußerst widriger Wetterbedingungen seien im gesamten zukünftigen Brückenverlauf die Pfeilergrundierungen fast komplett abgeschlossen worden. Zierke: „Auf dem Südufer des Kanals sind Widerlager und Taktschiebekeller im Werden und aus der Luft bereits deutlich zu erkennen, auf der Rader Insel gehen die Arbeiten ebenfalls gut voran.“
Entlang der B 207 auf Fehmarn hat die DEGES inselseitig die Böschung links und rechts der Strecke freigemacht. Bereits abgeschlossen wurden die archäologischen Arbeiten in Avendorf, die Baufeldfreimachung im Bereich Puttgarden, das Anlegen von Drainagen sowie die Vorbereitungen für die Errichtung der Brücke, die die Kreisstraße K 49 über die zukünftige B 207 führen soll. „In diesem Jahr folgen die sichtbaren Arbeiten von Avendorf bis Puttgarden inklusive der ersten Bauwerke“, sagte Zierke.
Die Kernpunkte des Arbeitsprogramms des LBV.SH liegen nach den Worten von Direktor Frank Quirmbach auf der Erhaltung des knapp 3.700 Kilometer langen Landesstraßennetzes sowie beim weiteren Ausbau der Bundesstraßen B 5, B 404 und Ortsumgehung B 209. „Doch bei allen Sparzwängen: Die umfängliche Aufarbeitung des jahrzehntelangen Sanierungsstaus an unseren Landesstraßen ist ja noch nicht abgeschlossen. Und gerade ein solcher Winter wie der derzeitige setzt allen Straßen massiv zu. Die zahlreichen Schlaglochpisten zeigen uns, dass das Engagement hier keinesfalls nachlassen darf“, so Quirmbach.
Mit Blick auf die überbordende Bürokratie und das schwerfällige deutsche Planungsrecht, das den Start von Neubauvorhaben oft über Jahre verzögere, erinnerte Madsen an eine von ihm angestoßene Bundesratsinitiative. „Durch Änderung und Ergänzung von 18 Bundes- und Landesgesetzen könnten Ausbauprojekte im Bereich der Energieversorgung und des Küstenschutzes sowie der Straßen-, Hafen und Schieneninfrastruktur künftig deutlich schneller geplant und umgesetzt werden“, sagte er. Nun sollen die von seinem Haus erarbeiteten Vorschläge konkretisiert, mit dem Bund abgestimmt und rasch umgesetzt werden. Bund und Länder hätten zudem im November einen „Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung“ angeschoben. „Er soll dazu beitragen, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt“, so Madsen. Erste Ergebnisse dazu sollen im Laufe des Frühjahrs vorliegen.
Früh übt sich – das gilt auch und insbesondere für die Startup-Szene im echten Norden: Unter der Regie der Fachhochschule Kiel trafen am Freitag die Sieger-Teams von 14 Regionalen Bildungs- und Berufsbildungszentren bei der „StartUp Challenge SH“ aufeinander. Ein Gründungswettbewerb, der sich an Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen richtet. In Teams entwickelten die jungen Leute seit April letzten Jahres Geschäftsideen und werden dabei auch von Partnern aus der lokalen Wirtschaft unterstützt. Mitglied der Jury: Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens (im Bild oben mit dem Team „Sensor Hero“ des RBZ Kiel).
Das Sieger-Team von „Swipe Eat“
Den mit 3.000 Euro dotierten ersten Rang belegte das Team „Swipe ´n Eat“. Als „Tinder für die Speisekarte“ beschreibt Marvin Schlott das Prinzip der App: Die Nutzer öffnen beim Restaurantbesuch über einen QR-Code eine personalisierte Speisekarte. Die berücksichtigt alle im Profil gespeicherten Vorlieben, Allergien oder Unverträglichkeiten, zeigt ein Foto des Gerichts sowie Informationen über dessen Zutaten und Inhaltsstoffe.
Ein weiteres Beispiel: Wie lässt sich aus Wasserwellen über spezielle Sensoren Strom erzeugen – ein Projekt unter dem Namen „Piezo Revolution“ der Neumünsteraner Walther-Lehmkuhl-Schule, das am Ende den zweiten Platz und damit 2.000 Euro Preisgeld ergatterte.
Nicht nur Carstens zeigte sich von der Bandbreite der Ideen der 60 Schülerinnen und Schüler beeindruckt. Das Spektrum reiche von Wärmegewinnung aus Misthaufen über ein UV-Strahlung messendes Armband bis zur Kinderwagenmatratze mit Kühl- und Wärmfunktion. Gastgeber Prof. Björn Christensen, Präsident der FH, sagte: „Wir haben das Finale der StartUp Challenge SH bereits zum dritten Mal bei uns ausgerichtet, und ich bin immer wieder fasziniert von dem Einfallsreichtum und der Ernsthaftigkeit der Teams.“
Carstens mit FH-Präsident Christensen (2.v.r) bei der Präsentation der Geschäftsideen.
Und Carstens ist sich sicher: „Der Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein kann von der verborgenen Kreativität und Innovationskraft der Schülerinnen und Schüler profitieren. Es liegt mir am Herzen, junge Menschen frühzeitig dazu zu ermutigen, kreativ und unternehmerisch zu denken. Die StartUp Challenge SH bietet dafür eine ausgezeichnete Gelegenheit.“ Der Wettbewerb schlage zudem eine Brücke zwischen beruflichen Schulen und regionalen Gründungszentren. Seit 2021 wird der Wettbewerb von der Fachhochschule Kiel und dem Schleswig-Holsteinischen Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) landesweit für alle berufsbildenden Schulen angeboten.
Seitdem ist die Zahl der teilnehmenden Schulen deutlich gestiegen: „Wir fördern unternehmerisches Denken und Handeln und somit Kompetenzen, die gerade für die Herausforderungen der Zukunft wie Klimawandel, Fachkräftemangel und Unternehmensnachfolge in unserer regional geprägten Wirtschaft immer notwendiger werden,“ sagt Jörn Krüger, Direktor des SHIBB, das seit seiner Gründung 2021 für die gesamte Berufliche Bildung in Schleswig-Holstein zuständig ist und den Wettbewerb finanziell und personell gemeinsam mit der FH Kiel trägt. „Vor 16 Jahren ist die StartUp Challenge SH als Schulprojekt in Steinburg gestartet. Heute ist sie ein landesweiter Wettbewerb mit mittlerweile 14 teilnehmenden Schulen. Ich finde das großartig“, so Krüger.
Vom Zufalls-Prinzip zum Masterplan: Erhalt und Ausbau des rund 4.300 Kilometer langen Radverkehrsnetzes in Schleswig-Holstein folgen künftig nicht mehr der Regel „wer zuerst kommt, der mahlt zuerst“, sondern einem strategisch angelegten Bauprogramm. Basis dafür ist die jetzt von der Landesregierung vorgelegte Konzeption eines „Landesweiten Radverkehrsnetzes“ (LRVN).
Minister Madsen (2.v.r.) mit Ministeriums-Kollegen bei seiner Radwegs-Erkundung im letzten Sommer
Über 40 Projekte aus dem Masterplan werden laut Madsen bereits in diesem Jahr angepackt: „Und wir planen, in den kommenden zehn Monaten die bisher einmalige Rekordsumme von über 38 Millionen Euro in den Radwegebau zu stecken – darunter in diesem Jahr ein einmaliger Zuschuss an die Kreise und Gemeinden in Höhe von 20 Millionen Euro“, sagte er. [Großes Bild oben: Die LRNV-Projekte für 2024 im südlichen Landesteil. Bild hier: Die 2024er LRVN-Projekte aus dem Norden:]
Die diesjährigen LRVN-Projekte aus dem nördlichen Landesteil
Zum Vergleich: in den vier Jahren zwischen 2020 und 2023, waren rund 25 Millionen Euro in den Radverkehr geflossen. Die größten Vorhaben in diesem Jahr werden unter anderem auf Föhr (Radweg Nieblum-Wyk), in Flensburg (Marienallee und Schützenkuhle) sowie in Dagebüll, Niebüll und Husum und in den Kreisen Pinneberg, Ostholstein und Stormarn in Angriff genommen.
Hier ein Überblick über die größten Radverkehrsprojekte dieses Jahres:
Das Kabinett hatte Madsen bei seiner jüngsten Sitzung den Auftrag erteilt, das LRVN als Schlüsselprojekt der Radstrategie umzusetzen und ein Bauprogramm für Radwege aufzustellen. „Parallel zu den jetzt startenden ersten Bauarbeiten werden wir bis Ende des Jahres einen Priorisierungs-Katalog vorlegen, der zugleich die Leitplanken für künftige Bauprogramme festlegt“, so der Minister. Der LRVN-Masterplan sei zudem ab sofort auch das maßgebliche Kriterium bei der der Förderung von kommunalen Straßenbauvorhaben sowie bei Projekten aus dem Landes-Förderprogramm „Ab-aufs-Rad“.
Der Gesamtüberblick über die LRVN-Baustellen in 2024:
Wie Madsen weiter sagte, sei die Hälfte der in Deutschland zurückgelegten Fahrstrecken kürzer als fünf Kilometer und zu knapp 70 Prozent kürzer als zehn Kilometer. „Auch, wenn Radfahrerinnen und Radfahrer in einem rauen Küstenland wie Schleswig-Holstein vor besonderen Herausforderungen stehen, so belegen diese Zahlen aus dem Verkehrsbericht des Bundes doch eindrucksvoll, dass das Fahrrad unser tägliches Mobilitätsbedürfnis zu einem Großteil erfüllen und obendrein dem Klima dienlich sein könnte“, so der Minister. Er sei deshalb zuversichtlich, mit der Radstrategie und dem LRVN die Ursachen dafür zu beseitigen, dass immer noch zu viele Menschen lieber ins Auto statt auf’s Rad steigen. Madsen: „Hauptgründe sind eine fehlende oder mangelhafte Infrastruktur sowie das individuelle Gefühl einer unzureichenden Verkehrssicherheit.“
Hier die Landtagsrede des Ministers zu dem Radverkehrs-Thema:
Die auf ein Gutachten der „team red Deutschland GmbH“ gestützte Strategie des Landes beinhaltet zwei Ebenen innerhalb des Radverkehrsnetzes. In die erste Ebene werden alle Städte und größeren Gemeinden einbezogen. In Netzebene 2 werden um diese Orte sowie um Schulen, Bahnhöfe oder ZOBs gedanklich Kreise von rund fünf Kilometern gezogen und auf diese Weise in die Netzplanung integriert. „Wir sehen also auf einen Blick, welche Radwege wir wo haben, wo Lücken an Landesstraßen sind und welche wir schließen wollen. Aber auch, wo wir in Zukunft Schwerpunkte für Sanierung und Ausbau legen wollen“, sagte Madsen. Zugleich hätten damit auch Kommunen einen Plan, wo übergeordnete Radwegenetze verlaufen und wie sie mit lokalen Radwegen ergänzt werden können.
Trotz massiver Sparzwänge von Land, Kreisen und Kommunen ist es geglückt, die Hamburger Randkreise für die Mitfinanzierung der geplanten länderübergreifenden Innovationsagentur zu gewinnen. Damit wird Schleswig-Holstein sich – entgegen eines ursprünglichen Sparbeschlusses – nun doch an der Startphase des Projekts beteiligen, wie Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens am Abend in Kiel sagte. Sie sei sehr dankbar über das frühzeitige Entgegenkommen der Kreise.
Hintergrund der geplanten Agentur ist eine Studie der OECD, die eine entsprechende Einrichtung für die Metropolregion um Hamburg mit ihren fast 5,5 Millionen Menschen empfohlen hatte. Wie nach der zweijährigen Pilotphase die weitere Finanzierung gestaltet werden könne, müsse auch mit möglichen weiteren Partnern – etwa aus der Wirtschaft – besprochen werden, sagte Carstens. Unter anderem der Unternehmensverband UV Nord hatte massiv für den Aufbau einer Innovationsagentur plädiert. Die jährlichen Anlauf-Kosten von 250.000 Euro während der zweijährigen Startphase tragen nun zu einem Fünftel Hamburgs Randkreise.
Carstens machte am Abend in einer Sitzung des gemeinsamen Länderausschusses mit Abgeordneten aus Schleswig-Holstein und des Hamburger Senats noch einmal deutlich, dass die Landesregierung zu keiner Zeit an der Sinnhaftigkeit eines solchen Projektes gezweifelt habe.
Sie sagte weiter – Audio starten…
Die Metropolregion umfasst neben Hamburg 20 Kreise und kreisfreie Städte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Vor vier Jahren hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) den norddeutschen Ländern bescheinigt, dem internationalen Wettbewerb zu wenig gewachsen zu sein. In einem umfangreichen Gutachten wurden die Stärken und Schwächen der Metropolregion Hamburg benannt und Empfehlungen gegeben, die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der Region zu stärken.
UV Nord-Präsident Philipp Murmann begrüßte die Beteiligung Schleswig-Holsteins an der Innovationsagentur als ein sehr positives Zeichen für die Metropolregion Hamburg. «Unabhängig davon, dass die Landesregierung, insbesondere das Wirtschaftsministerium sich unseren Argumenten pro Innovationsagentur aufgeschlossen zeigte, ist dies ein positives Signal nicht nur für die norddeutsche Zusammenarbeit, sondern vor allem für die Bündelung der Innovationskraft der starken norddeutschen Länder», sagte Murmann.
Für die Startphase der Agentur plant die Landesregierung unter anderem die Einrichtung von zunächst einer zusätzlichen Stelle bei der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer GmbH Schleswig-Holstein (WT.SH).
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus