DB Netz fürchtet keine Mehrbelastungen durch Güterverkehr für Herzogtum-Lauenburg – Meyer bleibt weiter skeptisch

Die im November getroffene Entscheidung des niedersächsischen Dialogforums „Schiene Nord“, auf den Bau der so genannten Y-Trasse zur künftigen Bewältigung der Seegüterverkehre aus Hamburg und Bremen zu verzichten, hat im Kreis-Herzogtum-Lauenburg und insbesondere im Raum Büchen große Besorgnis ausgelöst. So besteht unter anderem die Befürchtung, dass die vom Dialogforum favorisierte Alpha-E-Variante – die vor allem auf die Ertüchtigung bestehender Strecken in Niedersachsen setzt – zu einer Belastung von täglich über 100 Güterzügen auf der Strecke Hamburg-Büchen-Ludwigslust führen werde.
Meyer sagte im Anschluss an die Diskussionsrunde (Audiopfeil klicken):
Bei einer von Verkehrsminister Reinhard Meyer heute (21. Dezember) in Büchen einberufenen politischen Runde mit Kommunalpolitikern, Bundes- und Landtagsabgeordneten trat der Leiter „Vertrieb und Fahrplan“ der DB Netz AG, Michael Körber, den Befürchtungen im Kreis entgegen. Nach dem auf das Jahr 2030 ausgerichteten Verkehrsgutachten des Bundes, so Körber, habe die Strecke zwar ein Potenzial von täglich 149 Güterzügen, dennoch sei mit nur 54 Güterzügen täglich zu rechnen. „Das entspricht in der Summe den Verkehrszahlen, die wir schon heute auf der Strecke haben“, sagte Körber. Er machte allerdings auch klar, dass die DB Netz mögliche Trassenanmeldungen, die über die 54 Züge hinausgehen, nicht ablehnen könne.
Sowohl die Kommunalpolitiker als auch die Landtagsabgeordneten zeigten sich hinsichtlich der milden Prognosen skeptisch. Auch nach den Worten von Minister Meyer sei die Skepsis begründet: „Land und Region sollten wachsam bleiben – auch was bei steigenden Verkehrsmengen mögliche bauliche Änderungen auf der Strecke und damit verbundene Anmeldungen von Lärmschutzmaßnahmen anbelangt“, sagte Meyer. Er erinnerte daran, dass auf der bestehenden Strecke bislang klarer Vorrang für den Personenverkehr, aber kein rechtlicher Anspruch auf Lärmschutz bestehe. Zugleich kritisierte der Minister erneut, dass Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommen am Dialogforum Schiene Nord nicht beteiligt waren: „Das macht misstrauisch – und es kann nicht sein, dass hier am Ende möglicherweise ein Geschäft zu Lasten Dritter abgeschlossen wird.“
Nach den Worten von Meyer werden Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern das Thema gemeinsam mit dem Bund im Zusammenhang mit dem nächsten Bundesverkehrswegeplan erörtern. In einem weiteren Schritt müsse dann in einer transparenten Simulation deutlich gemacht werden, welche konkreten Verteilungsfunktionen die Alpha-E-Variante im norddeutschen Schienennetz auslösen werde. „Für eine Entwarnung an die Region ist es zu früh“, sagte Meyer.

Im Gespräch mit der NDR-1-Welle-Nord sagte Meyer unter anderem (Audiopfeil klicken):
Meyer erinnerte auch daran, dass es bei dem Vorhaben einige Rückschläge gab: So mussten – neben Streit um vereinzelte Baumängel – aufgrund der Insolvenz eines Bauunternehmens die Arbeiten des drittletzten Bauabschnitts im vergangenen Jahr nochmals komplett neu ausgeschrieben werden. „Dennoch haben wir unseren selbst gesteckten Fertigstellungstermin erreicht“, so der Minister.



In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 1993 im Jahresdurchschnitt auf weniger als 100 000 gesunken. «2015 war ein erfolgreiches Jahr auf dem Arbeitsmarkt», zog die Chefin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann, heute in Kiel eine positive Jahresbilanz. Im Jahresdurchschnitt seien 97 900 Arbeitslose registriert gewesen – 3100 weniger als im Vorjahr. Die hohe Arbeitskräftenachfrage und ein kräftiges, stetiges Beschäftigungswachstum seien die Hauptgründe. 2016 dürfte die Arbeitslosigkeit wegen der auf den Arbeitsmarkt drängenden Flüchtlinge aber wieder steigen – um 2,5 Prozent auf etwa 101 000.
Arbeitsminister Reinhard Meyer sagte im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto
Nägele sagte zur Arbeit