Archiv der Kategorie: Allgemein

Madsen appelliert bei Glasfaser-Forum an den Bund: „Klassenprimus nicht abstrafen und abhängen“

Schleswig-Holstein hält beim Glasfaser-Ausbau seine bundesweite Spitzenposition: „Mit aktuell fast zwei Drittel anschlussfähiger Hausadressen erreichen wir das in unserer Breitbandstrategie festgelegte Ziel für dieses Jahr. Das verdanken wir unseren Förderprojekten und auch der zunehmend eigenwirtschaftlichen Realisierung von Glasfaserausbauprojekten“, sagte Wirtschafts- und Technologieminister Claus Ruhe Madsen heute (1. Dezember) vor 150 Gästen des 14. Glasfaserforums in Neumünster. „Ein toller Erfolg, den wir trotz der plötzlich ausbleibenden Bundesförderung im 4. Quartal dieses Jahres erreicht haben“, so der Minister.

Madsen mit BKZ.SH-Chef Lüneberg

Nach den aktuellen Daten des von den kommunalen Landesverbänden getragenen Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZSH) können inzwischen in Schleswig-Holstein 62 Prozent aller Hausadressen mit Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen[1] versorgt werden. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 26 Prozent. BKZSH-Geschäftsführer Johannes Lüneberg freute sich über die Zwischenzielerreichung und auch die hohe Take-up-Rate: „Von den heute mit Glasfaser erreichbaren Haushalten haben gut 72 Prozent bereits einen Anschluss gebucht. Die Nachfrage ist also hoch und wir freuen uns über 45 Prozent angeschlossener Haushalte in Schleswig-Holstein.“

Wie der Minister weiter erläuterte, habe sich Schleswig-Holstein als erstes Bundesland ein klares Infrastrukturziel gesetzt: den weitgehend flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser bis 2025. „Wir setzen damit auf die einzig zukunftssichere Infrastruktur“, so Madsen. „Und wir haben mit der Weiße-Flecken-Förderung die breite Basis geschaffen, um den Glasfaserausbau im Land weit voran zu bringen. Die anstehenden Graue-Flecken-Fördergebiete schaffen einen weiteren Lückenschluss, der eng verzahnt mit dem eigenwirtschaftlichen Ausbau von grauen und schwarzen Flecken erfolgen wird.“

Weiße Flecken gelten als besonders unterversorgt, weil kein Anbieter eine Internetversorgung mit einer Bandbreite von mindestens 30 Mbit/s anbieten kann. Bei den Grauen Flecken handelt es sich um Gebiete, in denen nur ein Internetzugang mit mindestens 100 Mbit/s im Download verfügbar ist, aber kein Gigabit-Anschluss. Für beide ist eine Förderung des Gigabitausbaus mit öffentlichen Mitteln möglich. In schwarzen Flecken gibt es sogar mehr als einen Breitbandanbieter – ein Ausbau mit Glasfaser kann in solchen Regionen nicht öffentlich gefördert werden.

Hier ein Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs

Die flankierenden Landesmittel stünden laut Madsen in ausreichender Höhe zur Verfügung, es mangele aktuell jedoch an Bundesmitteln und an einer Perspektive für die Förderpraxis durch den Bund. Der unerwartete Antragsstopp im Oktober 2022 habe die Verantwortlichen in Kommunen und Zweckverbänden aufhorchen lassen. Madsen: „Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, dass die Bundesförderung ab 2023 wieder in einem geregelten Verfahren und verlässlich auch nach Schleswig-Holstein fließt.“ Überlegungen des Bundes, Fördermittel zu priorisieren und überwiegend in „weiße Flecken“ zu steuern, erteilte er eine klare Absage. „Es kann nicht sein, dass wir – die als erstes gestartet sind und absoluter Vorreiter im Glasfaserausbau sind – nun für unseren Mut und die guten Entscheidungen der Vergangenheit bestraft werden.“

Deutlich stärker als in der Vergangenheit setzt das Land inzwischen aber auch auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen, wo dieser auch ohne Förderung rentabel ist. Insbesondere in Städten wie etwa Kiel habe sich laut Madsen inzwischen ein Wettbewerb um die Kunden entwickelt, der zu erheblichen Investitionen in die Glasfaserinfrastruktur führe. „Mit der Förderung sind wir weitestgehend durch – die Vorbereitungen für die letzten Anträge der Graue-Flecken-Förderung sind gestartet.“ Nun gelte es, das Potenzial des eigenwirtschaftlichen Ausbaus zu fördern – bestenfalls im Verbund mit Insellagen, die im Rahmen der Förderung nicht mit erschlossen wurden.

Mit Blick auf die aktuell noch nicht mit Glasfaser erschlossenen Haushalte, die sich überwiegend in Städten befinden, sagte Madsen: „Wir sehen zunehmend Aktivitäten der privatwirtschaftlich agierenden Telekommunikationsunternehmen, die eigenwirtschaftlich und wettbewerblich in den Städten aktiv werden. Dieses Engagement der Privatwirtschaft begrüßen wir ausdrücklich! Wir begleiten den Ausbau eng und setzen darauf, dass die knappen Ausbauressourcen klug gesteuert werden und Überbau von Bestandsinfrastrukturen vermieden wird. Denn Überbau bindet knappe Planungs- und Baukapazitäten in Gemeinden, die schon mit Glasfaser erschlossen sind, während andernorts die Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen noch auf einen Glasfaseranschluss warten. Das ist für die Landespolitik ein schwer erträglicher Missstand.“


[1] Fiber to the Building/FTTB bzw. Fiber to the Home/FTTH

Carsten Behnk wird der „Kümmerer“ für die Belt-Baustellen im Kreis Ostholstein

Verkehrsminister Madsen gratuliert Behnk zum neuen Amt

Für die Arbeiten am Fehmarnsund und die Baustellen zur Anbindung des Fehmarnbelttunnels gibt es jetzt einen zentralen Ansprechpartner. Die Aufgabe übernimmt der Unternehmens- und Kommunalberater Carsten Behnk (55), als Ex-Bürgermeister der ostholsteinischen Kreisstadt Eutin bestens mit der Region vertraut. Bei seiner heutigen Vorstellung titulierte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen Behnk als idealen Mediator für die Baustellen. Damit werde eine Forderung aus der Region erfüllt.

«Carsten Behnk wird den Menschen in Ostholstein vor allem für ihre Sorgen und Fragen rund um den Ausbau der Schienenverbindung zwischen Lübeck und Puttgarden, dem vierspurigen Ausbau der B207 sowie dem anstehenden Neubau der 380-Kilovolt-Stromtrasse des Energienetz-Betreibers Tennet zur Verfügung stehen», erläuterte Madsen.

Hier ein Mitschnitt des heutigen Pressegesprächs

Behnk wird sich angesichts zahlreicher Baustellen – Straße, Schiene, Stromtrasse – um viele Probleme kümmern müssen: So sorgen sich Betriebe um bestelltes Material und Bürger angesichts von Verkehrsbeschränkungen darum, ob Feuerwehr und Notärzte rechtzeitig kommen. «Das wird eine große Herausforderung», sagte Behnk. Es gehe um mehrere Mammutprojekte bis an die Lübecker Stadtgrenze heran.

Madsen war es wichtig, alle wichtigen Akteure im Boot zu haben. Das Land steuert zur Koordinierungsstelle jährlich 30 000 Euro bei und stellt Software bereit. Auch die Deutsche Bahn, Tennet und die Planungsgesellschaft Deges sind jeweils mit 30 000 Euro dabei, das Fehrmarnbelt-Dialoforum mit 5000 Euro. Der Kreis stellt das Büro.

Neben der laufenden Sanierung der Fehmarnsundbrücke steht 2023 der Beginn des vierstreifigen Ausbaus der B207 an der Anschlussstelle Puttgarden an. Der 18 Kilometer lange Straßen-und Eisenbahntunnel unter dem Fehmarnbelt soll 2029 fertig sein. Umweltschützer kritisieren das Vorhaben wegen hoher Kosten und befürchteter Schäden an der Umwelt. Der Tunnel wird von Dänemark gebaut. Deutschland ist nur für die Hinterlandanbindung auf seinem Territorium zuständig.

Madsen hält SH-Arbeitsmarkt trotz leichtem „November-Knick“ für roibust und aufnahmefähiger Verfassung

Madsen mit RD-Nord-Chef Markus Biercher

Trotz eines leichten Anstiegs der Erwerbslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat sieht Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt weiterhin in robuster und vor allem aufnahmefähiger Verfassung: „Vor allem der Anstieg der Arbeitslosenzahlen gegenüber November 2021 ist der konjunkturellen Gesamtlage und dem Zuzug von Geflüchteten – vorwiegend aus der Ukraine – geschuldet“, sagte Madsen heute (30. November) in Kiel. Nach wie vor entstünden neue Arbeitsplätze und auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten steige kontinuierlich an.

Auch der Chef der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, Markus Biercher, sieht den Arbeitsmarkt im Land weiterhin „rosbust und positiv“. Der Stichtag für die aktuellen Zahlen war der 14. November.

Nach den jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein im November im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent (+1.280), im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,1 Prozent (+4.786) auf 82.643 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,2 Prozent. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hingegen stieg nach Werten von September 2022 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent (+15.900) auf knapp über eine Million. Madsen: „Insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im Gastgewerbe sowie im Bereich der sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen sind neue Arbeitsplätze entstanden. Nur in der Arbeitnehmerüberlassung, in der Finanz- und Versicherungswirtschaft gingen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren.“

Den erzielten Kompromiss beim Bürgergeld begrüßt Madsen: „Die höheren Hinzuverdienste, eine bessere Qualifizierung, aber auch Sanktionsmöglichkeiten beim Bürgergeld setzen die richtigen Impulse, um Menschen in Arbeit zu bekommen.“ Gerade das Thema Qualifizierung werde immer wichtiger, wie eine neue Langfristprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu den Auswirkungen des Strukturwandels für die Bundesländer aufzeige.

„Bis zum Jahr 2040 gehen das Arbeitskräfteangebot und der Arbeitskräftebedarf in fast allen Bundesländern, auch in Schleswig-Holstein vor allem demografiebedingt und durch die zunehmende Digitalisierung zurück“, so Madsen. Dennoch gebe es Branchen wie das Gesundheitswesen oder IT-Dienstleistungen, die kontinuierlichen Bedarf an Personal haben werden, sodass sich hier gerade für Berufsanfänger oder Berufswechsler, die sich qualifizieren, echte Perspektiven ergeben“, so der Minister.

Die Langfristprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) findet sich HIER

2,3 Millionen für Sanierung der Velo-Routen: Bund und Land bringen Kieler Radwege in Schuss

Bund und Land bringen den Radverkehr in Kiel weiter auf die Überholspur: Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen überreichte heute am Rande einer Radverkehrs-Fachtagung in Kiel an Oberbürgermeister Ulf Kämpfer Förderbescheide für drei Sanierungs-Großprojekte im Wert von knapp 2,3 Millionen Euro. Mit dem Geld sollen die Velorouten der Landeshauptstadt in drei Abschnitten auf knapp 15 Kilometern grundlegend saniert werden. Insgesamt werden knapp drei Millionen Euro investiert. Das Geld stammt zum größten Teil aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“.

Holte sich den Förderbescheid auf dem Rad ab: Kiels OB Ulf Kämpfer vor der Wunderino-Arena mit Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen

„Mit der Förderung helfen wir der Landeshauptstadt – die nach Lübeck bislang beste Kundin des Bundesprogramms ist – den Radverkehrsanteil von derzeit rund 22 Prozent auf 25 Prozent im Jahr 2025 anzuheben“, sagte Madsen. Oberbürgermeister Kämpfer bedankte sich für die Bescheide und sagte: „Die geplante Steigerung auf 25 Prozent ist ein ehrgeiziges Ziel für Kiel.  Wir haben schon mit der Veloroute 10 und vielen anderen Fahrradstraßen gezeigt, dass wir dabei auf einem sehr guten Weg sind. Mit den Fördergeldern aus dem Land können wir nun auch den asphaltierten Radwegebestand verbessern. Lastenräder, Fahrräder mit Anhängern und Pedelecs brauchen breitere Radwege mit einem besseren Untergrund. Dafür setzen wir die Mittel aus dem Land ein und sorgen so dafür, dass noch mehr Kielerinnen und Kieler vom Auto aufs Rad umsteigen. Unsere Mobilitätswende ist wiederum ein wichtiger Beitrag für unseren ‚Masterplan Klimaschutz 100 Prozent für die Landeshauptstadt Kiel’“, so Kämpfer.

Foto: Frank Molter

Weiter sagte Madsen – Audio starten, Pfeil klicken…

Wie Madsen und Kämpfer weiter erläuterten, gehe es vor allem darum, parallel zu zahlreichen Neubauvorhaben den asphaltierten Radwegebestand der Landeshauptstadt zu verbessern. Der Radverkehr in Kiel sei durch eine sichtlich zunehmende Anzahl von Lastenrädern, Fahrrädern mit Anhängern sowie Pedelecs mit neuen Sicherheits- und Fahrkomfortansprüchen konfrontiert: „Radwegebreiten, die Beschaffenheit des Untergrundes und Kurvenradien sind dabei zentral“, so Madsen.

Bei den drei geförderten Vorhaben handelt es sich um:

  • Velorouten-Sanierung auf insgesamt fünf Kilometern Länge im Bereich Koppelberg, Schünemannredder, Prinz-Heinrich-Str. Nord, Prinz-Heinrich-Str. West, Holtenauer Straße, Schützenwall, Ostring und Konrad-Adenauer-Damm. Gesamtinvestitionen 973.000 Euro, Förderung 836.000 Euro.
  • Velorouten-Sanierung auf 4,8 Kilometern im Bereich Friedrichsruher Weg, Fördestraße Süd, Steenbeker Weg, Tröndelweg, Preetzer Chaussee, Wellseedamm. Gesamtinvestitionen 935.500 Euro, Förderung 737.500 Euro.
  • Velorouten-Sanierung auf 4,6 Kilometern im Bereich Fördestraße Nord, Prinz-Heinrich-Straße Ost, Westring, Esmarchstraße, Skandinaviendamm, Klausdorfer Weg. Gesamtinvestition 846.600 Euro, Förderung: 698.000 Euro.

Bei der Radverkehrstagung in der Kieler Wunderino-Arena erinnerte Madsen heute vor rund 150 Fachleuten aus Kommunalpolitik und Verbänden daran, dass die Landesregierung ihre Radstrategie 2030 in diesem Jahr erstmals einer Wirkungskontrolle unterzogen habe. „Und das Ergebnis ist ermutigend, denn alle drei Oberziele der Strategie weisen einen positiven Trend auf“, so der Minister. So sei der Radverkehrsanteil am Verkehr steigend, der Radtourismus in Schleswig-Holstein immer beliebter und die Verkehrsunfallzahlen rückläufig.

Zahlen zur Evaluierung:

  • Der landesweite Radverkehrsanteil (Modal-Split-Anteil) im Land konnte gegenüber dem Ausgangsjahr 2017 (rd. 13 %) erhöht werden. Das Teilziel, den Wert bis 2022 auf mindestens 15 % zu steigern, wurde erreicht (2021: 16,5 %, 2020: 14,8 %).
  • Die Zahl der Radverkehrsunfälle mit Schwerverletzten ist 2021 gegenüber 2020 um 6,9 % gesunken (2021: 564 Menschen, 2020: 606 Menschen) bei gleichzeitiger Erhöhung des landesweiten Radverkehrsanteils. Bei Radverkehrsunfällen mit Todesfolge ist 2021 ein Rückgang von 68,8 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (2021: 5 Getötete, 2020: 16 Getötete).

Das Ziel, Schleswig-Holstein bis 2030 unter die Top-3-Länder im Radtourismus zu bringen, befindet sich auf einem guten Weg (2022: Platz 6, 2020: Platz 7)                                                       

Technologischer Sprung für Klimaforscher: Hereon-Plattform in Geesthacht in Betrieb

Mit Dr. Iris Ulrich vom Hereon und Lauenburgs Bürgermeister Olaf Schulze (links) nahm Madsen gestern die neue Plattform in Betrieb

Mit einer schwimmenden Forschungsplattform wollen Forscher des Helmholtz-Zentrums Hereon in Geesthacht künftig das Wasser der Elbe noch genauer untersuchen. «Mit der Forschungsplattform Tesperhude können wir die Elbe besser verstehen und auf Veränderungen wie etwa Extremwetterereignisse schneller reagieren», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Technologieminister  Claus Ruhe Madsen gestern zur Inbetriebnahme der Plattform. Die Kosten des Projekts betragen insgesamt 1,5 Millionen Euro. Davon stammt gut ein Drittel aus Fördermitteln der EU und des Landes Schleswig-Holstein.

Die Plattform liefert  den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern nach den Worten von Dr. Iris Ulrich vom Helmholtz-Zentrums kontinuierliche, hochaufgelöste und zeitnahe Daten zu verschiedenen Stoffen im Wasser. Die dort erfassten Stoffe gelangten über das Wehr Geesthacht in die Tideelbe und seien auch relevant für den Hamburger Hafen und den gesamten Wasserweg bis zur Nordsee.

Minister Madsen sagte nach seinem Besuch – Audio starten, Pfeil klicken…

Gemessen werden beispielsweise Abfluss und Strömungen, Nährstoffe, Schwebstoffe, Mikroalgen, Treibhausgase und ausgewählte Schadstoffe. Die Plattform werde wichtige Hinweise über den Transport von Substanzen – wie etwa Nähr- und Schadstoffe – in der Elbe liefern, sagt Helmholtz-Abteilungsleiter Volker Dzaak. Die ausführende Werft für den Schwimmponton war die Lauenburger Hitzler-Werft, wo derzeit auch das neue Hereon-Forschungsschiff „Ludwig Prandtl II“ entsteht.

Nord-Länder fordern „Zeitenwende“ im Schiffbau und rasche Umsetzung des Rüstungsprogramms

In einem Appell an den Bund haben die fünf norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister eine Zeitenwende für die Schiffbauindustrie gefordert. Sie plädieren für eine bessere Baufinanzierung für Offshore-Windanlagen und Anreize zum Umbau der Handelsflotten in Richtung klimaneutrale Schifffahrt.

«Wir sind uns einig, dass besonders in der maritimen Industrie gezeigt werden kann, dass die Verbindung von ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen mit wirtschaftlichem Erfolg gelingen kann. In diesem Rahmen können die Werften und Zulieferer künftig einen gewichtigen Beitrag für die deutsche Energiewende, für die Nutzung der Offshore-Windenergie, für die Logistik erneuerbarer Kraftstoffe sowie den Umbau der Handelsflotte hin zu Klimaneutralität und Effizienz leisten», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen. Das aktuelle politische Ziel Deutschlands und der EU, die Abhängigkeit von russischen Energielieferungen, insbesondere Erdgas, auf Dauer zu beseitigen, sei ohne eine leistungsstarke maritime Wirtschaft nicht erreichbar. Nicht zuletzt deshalb müsse die Bundesregierung auch rasch ihr 100-Milliarden-Rüstungsprogramm auf den Weg bringen, so Madsen.

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der den Appell an den Bund angeregt hatte, sagte: «Der Branche kommt sowohl bei den klimapolitischen als auch sicherheitspolitischen Veränderungen eine Schlüsselrolle zu.»  Neben Meyer und Madsen unterzeichneten auch ihre Amtskollegen aus Hamburg, Niedersachsen und Bremen sowie der Verband für Schiffbau und Meerestechnik, die IG Metall Küste und die Industrie- und Handelskammer Nord den Appell.

Madsen vor einem U-Boot-Neubau der Kieler Werft TKMS

Mit Blick auf das vom Bund infolge des Ukraine-Kriegs aufgesetzte Sondervermögen „Bundeswehr“ in Höhe von 100 Milliarden Euro sagte Madsen: «Das ist ein sehr wichtiger und richtiger Schritt, denn gerade dem Ostseeraum wird künftig eine besondere strategische Bedeutung zukommen. Das erzwingt eine deutliche Verstärkung und Modernisierung der Fähigkeiten der deutschen Marine. Die wenigen Werften in Deutschland, die im Marineschiffbau noch aktiv sind, brauchen Planungssicherheit und eine Perspektive. Nur so kann sichergestellt werden, dass dringend notwendige Investitionen auch stattfinden, die Stärken Deutschlands in Forschung und Entwicklung ausgebaut und die vielen Tausend Arbeitsplätze erhalten werden.»

Schulterschluss für eine Zeitenwende im Schiffbau (v.l.): Michael Westhagemann (Hamburg), Claudia Müller (Maritime Koordinatorin), Heiko Messerschmidt (IG Metall), Kristina Vogt (Bremen), Alexander Anders (IHK Nord) und Minister Madsen

Hintergrund: Erste Werften erwägen aktuell eine Reduzierung ihrer Schiffbaukapazitäten, weil diese nicht einfach verlustbringend freigehalten werden können. «Und die Erfahrung zeigt, dass strategische Schiffbaukapazitäten, die einmal verloren gegangen sind, nie wieder zurückkehren.»

Auch industriepolitisch ist es nach den Worten Madsens entscheidend, dass die Nord-Werften auch kurzfristig am 100-Milliarden-Paket partizipieren. Aus seiner Sicht sei vor allem die Vergabe eines 3. Loses der geplanten Marine-Korvetten vom Typ K 130 wichtig.

Madsen sagte nach der Konferenz im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

«Es kann nicht sein, dass ein Großteil der Wertschöpfung aus dem Sonderprogramm im Ausland ausgelöst wird, während vieler unserer Werften dringend Aufträge benötigen», so Madsen. Sollte allerdings aus sicherheitspolitischen Erwägungen eine Vergabe ins Ausland erfolgen, müsse der Bund als Auftragsgeber sicherstellen, «dass unsere heimischen Unternehmen über eindeutige local content-Regelungen an der ausgelösten Wertschöpfung zumindest teilhaben können und auf diesem Wege auch ihre Innovationsfähigkeit gestärkt wird». Darüber hinaus sei wichtig, dass für Wartungen und Instandsetzungen der neu zu beschaffenden Schiffe  ausschließlich inländische Werften beauftragt werden.

Die Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Claudia Müller, sprach nach der Konferenz von einem guten Austausch. Die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die Energiesicherheit sei deutschlandweit ins Bewusstsein gerückt. Mit den Landesministern sei sie sich einig, dass die Planung beschleunigt, die Finanzierung verbessert und die lokale Wertschöpfung gesichert werden müsse.

Madsen dankt Bund: Lübeck erhält 850.000 Euro für den landesweit ersten Radschnellweg

Für die Planung des ersten Radschnellwegs in Schleswig-Holstein erhält die Hansestadt Lübeck 850.000 Euro. Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute mitteilte, stellt das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) davon knapp 713.000 Euro für die Planungen des ersten, rund 2,4 km langen Abschnitts entlang der Ratzeburger Allee zwischen Mühlentorkreisel und Stadtweide bereit. „Es ist der erste Radschnellweg, der vom Bund gefördert und von uns mit knapp 143.000 Euro mitfinanziert wird“, sagte Madsen. Der Baubeginn sei für 2024 geplant, die Fertigstellung des ersten Streckenabschnitt ist für Ende 2026 geplant.

Wie Madsen weiter erläuterte, handele es sich um das erste Teilstück eines 13,4 Kilometer langen Radschnellwegs, der zukünftig das Lübecker Stadtgebiet von Nord nach Süd durchqueren soll – beginnend in Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) bis nach Groß Grönau (Kreis Herzogtum Lauenburg). „Und bis 2030 will der Bund allein für Schleswig-Holstein rund 14,4 Millionen Euro für Radschnellwege zur Verfügung stellen – damit werden wir hoffentlich erreichen, dass das Rad auch für viele Berufstätige zur dauerhaften Alternative zum Auto wird“, so Madsen. Bereits heute seien teilweise mehr als 6000 Radfahrerinnen und Radfahrer an der Ratzeburger Allee unterwegs. Madsen: „Für den zukünftigen Radschnellweg sind Verkehrsstärken von über 10.000 Radfahrenden am Tag prognostiziert. Das zeigt, dass Schnellwege ein wichtiger Baustein sind, um den Radverkehrsanteil nachhaltig zu erhöhen und die Menschen komfortabel und sicher unterwegs sein zu lassen.“

Schleswig-Holsteins Verkehres-Staatssekretär Tobias von der Heide sagte zu der Förderentscheidung – Audio starten, Pfeil klicken…

Die geplante Trasse in Lübeck ist Teil des Radschnellnetzes der Metropolregion Hamburg. Auf insgesamt 300 Kilometern sollen zukünftig neun Radschnellwege als Radschnellnetz in der gesamten Metropolregion die Mobilitätswende unterstützen. Die Zielpunkte der vier aus Schleswig-Holstein auf Hamburg zulaufenden Radschnellwege liegen in Bad Bramstedt, Ahrensburg, Geesthacht und Elmshorn. Sie sollen sich auszeichnen durch eine besondere Breite, um ein sicheres Überholen zu ermöglichen, aber vor allem auch durch nur sehr wenige Kreuzungen und Ampeln. Dadurch sollen Radfahrende von unterschiedlicher Geschwindigkeit jeweils deutlich schneller und komfortabler als bisher auch mittellange Strecken bewältigen können.

Der Bund stellt seit 2017 jährlich 25 Millionen Euro für Radschnellwege bereit. Im Zuge des beschlossenen Klimapaketes wurde diese Förderung für den Zeitraum von 2021 bis 2023 auf 50 Millionen Euro verdoppelt. Der Bund beteiligt sich mit durchschnittlich 75 Prozent an den Kosten für die Planung und den Bau. Gefördert werden auch der Umbau von Kreuzungspunkten sowie die Sicherheitsausstattung der Wege inklusive Beleuchtung. Interessierte Gemeinden bzw. Gemeindeverbände können beim jeweiligen Land Anträge stellen. Dieses beantragt dann die Bundesförderung.          

Heute Küsten-Konferenz – Madsen setzt 100-Milliarden-Paket der Marine auf die Tagesordnung

Nicht nur Thyssen-Krupp Marine Systems hofft auf rasche Planungssicherheit beim 100-Milliarden-Programm des Bundes

Die norddeutschen Wirtschafts- und Verkehrsminister kommen heute Vormittag im Hamburger Rathaus zusammen, um unter anderem über eine nationale Hafenstrategie zu beraten. Weitere Themen der Konferenz sind die Energiekrise, der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft, die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz.

Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen hat zudem den aktuellen Stand der Planungen zum 100-Milliarden-Rüstungsprogramm der Bundesregierung auf die Tagesordnung gesetzt. Es geht dabei unter anderem um den Bau neuer Korvetten für die Bundesmarine. «Die wehrtechnische Industrie in unseren Ländern braucht rasch Planungssicherheit», so Madsen. Am 5. Dezember findet dazu in Schleswig-Holstein auch ein weiterer „Wehrtechnik-Gipfel“ statt.

Mecklenburg-Vorpommern will heute unterdessen einen Appell zur Stärkung der Schiffbauindustrie vorlegen. Im Anschluss an die Konferenz will sich zusammen mit den Ministern und Senatorinnen und Senatoren die Koordinatorin der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, Claudia Müller, auf einer Pressekonferenz (13.00 Uhr) äußern.

Gestern war bekanntgeworden, dass der Disney-Konzern das unter dem Namen «Global Dream» bekannte Kreuzfahrtschiff der insolventen MV-Werften-Gruppe in Wismar kauft. Der Verkauf des Kreuzfahrtriesen hat für den Schiffbau-Standort Mecklenburg-Vorpommern eine große Bedeutung.

Madsen macht Dampf beim Ausbau der Bahnstrecke Elmshorn-Tornesch-Pinneberg

Madsen (Mitte) beim Ortstermin mit Gisela Hüllmann und ihren Mitstreitern von der BI „Starke Schiene“ (vorn) sowie den Landtagsabgeordneten Birte Glißmann und Marin Balasus

Rückenwind für den Ausbau der Bahnachse Elmshorn – Tornesch – Pinneberg: Wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute abend bei einem Ortstermin mit der Bürgerinitiative „Starke Schiene“ in Tornesch sagte, liege seit einigen Tagen eine unterschriftsreife Rahmenvereinbarung zur Erweiterung des Bahnhofs Elmshorn beim Bund und der DB AG vor. „Damit wird der notwendige und lang ersehnte Ausbau einen riesigen Schritt vorankommen“, sagte Madsen. Hiermit sei der Weg frei für die Realisierung einer wesentlich besseren Ausbauvariante für den Bahnhof Elmshorn als ursprünglich vom Bund vorgesehen.

Nach den Worten des Ministers habe das Land die Bahn überzeugen können, für die Erweiterung des Bahnhofs Elmshorn nicht die Minimallösung zu planen, sondern eine Variante, die zu einem viergleisigen Ausbau in Richtung Pinneberg besser passe. „Die Variante hat mehrere Vorteile. So werden zukünftig in beide Richtungen bahnsteiggleiche Umsteigemöglichkeiten geschaffen. Gleichzeitig können die Züge bei dieser Variante mit höheren Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten fahren und damit die Kapazität der Strecke erhöhen“, so Madsen. Die Überholmöglichkeit und die Entzerrung der Verkehre nach Kiel und Westerland könnten zudem durch die großzügige Variante bereits auf der Südseite des Elmshorner Bahnhofes stattfinden, was den Knoten stärker entlaste. Wesentlicher Vorteil sei die so genannte Aufwärtskompatibilität zu den Ausbauplanungen zwischen Pinneberg und Elmshorn.

Laut Madsen übernimmt das Land die zusätzlichen Kosten in Höhe von knapp sechs Millionen Euro, die bei der angestrebten Variante entstehen. Der Vertrag zwischen der DB und dem Land sei endverhandelt, müsse aber noch vom Bundesverkehrsministerium unterzeichnet werden.

Parallel soll auch der viergleisige Ausbau zwischen Pinneberg und Elmshorn in Kürze einen großen Schritt vorankommen. „Auch wenn noch nicht endgültig geklärt ist, ob auf den zusätzlichen Gleisen ausschließlich S-Bahn-Züge oder auch Regionalzüge fahren werden, soll Anfang nächsten Jahres eine Planungsvereinbarung zwischen Land und der DB AG unterzeichnet werden“, so der Minister. „Damit können dann erste Planungen unabhängig von der Nutzung der zusätzlichen Gleise angepackt werden.“ Daneben werde weiterhin mit Hochdruck an einer Gesamtabwägung zusammen mit Hamburg gearbeitet, damit die endgültige Entscheidung über die Nutzung der Gleise im Laufe des nächsten Jahres erfolgen könne.

Hintergrund:

Im Rahmen der „Knotenstudie Hamburg“ wurde auch die Maßnahme „Ausbau des Bahnhofs Elmshorn“ im November 2018 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgestuft. Nach einer umfangreichen Variantenbetrachtung durch die DB Netz AG standen noch zwei Varianten zur Auswahl:

  1. Die so genannte Variante „V5opt“ mit einem zusätzlichen Außenbahnsteig westlich der Bestandsanlagen Elmshorn sowie einer Optimierung der Überholgleise für den Güterverkehr und
  2. Variante „V6“ mit einer grundlegenden Neustrukturierung des Knoten Elmshorn mit zwei Mittelbahnsteigen.

Der Bund präferierte aufgrund des geringeren Investitionsaufwandes die Variante „V5opt“. Daher war der Bund auch nur bereit, die weiteren Planungskosten für die Variante „V5opt“ zu übernehmen. Nach Zusage des Landes, die zusätzlichen Planungskosten zu tragen, wird jetzt die Variante „V6“ weiter geplant.

Bund und Land machen mit 500.000 Euro die Wege zur Inselschule Fehmarn sicherer

Steffi Breuer von der Stadt Fehmarn nimmt den Bescheid von Minister Madsen entgegen

Mit Hilfe von Bund und Land sollen die Radwege für die Schülerinnen und Schüler der Inselschule Fehmarn sicherer werden. Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen übergab dazu heute in Kiel an Steffi Breuer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Fehmarn einen Förderbescheid über rund 525.00 Euro. Das Geld stammt vom Bund aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ und deckt rund 75 Prozent der Gesamtkosten ab. „Mit diesem groß angelegten Um- und Ausbauvorhaben kann die Inselgemeinde die bereits im letzten Jahr geförderte Überdachung von 420 Abstellplätzen der Gemeinschaftsschule hervorragend ergänzen“, sagte Madsen.

Das Gesamtpaket umfasst die im kommenden Jahr geplante Sanierung sowie den Ausbau des 300 Meter langen Geh- und Radwegs Frederik-Schuhmacher-Straße sowie Gahlendorfer Weg. Zudem wird der Gehweg Kantstraße auf knapp 120 Metern Länge zum kombinierten Geh- und Radweg ausgebaut. Ebenfalls auf der To-do-Liste: Die Sanierung und der Umbau des 155 Meter langen Geh- und Radwegs zwischen Gahlendorfer Weg und Birkenweg. „Ergänzt wird das Vorhaben zudem durch 14 neue Abstellbügel in der Kantstraße zur Eindämmung des sicherheitsgefährdenden Wildparkens“, so Madsen.

Wie der Minister weiter sagte, steigere das Projekt vor allem die Verkehrssicherheit für die jungen Auszubildenden, weil alle kombinierten Wege Haupterschließungswege zur Inselschule und den dortigen Sporteinrichtungen seien. Steffi Breuer erinnerte zudem daran, dass alle drei Bauprojekte Bestandteil des Radverkehrskonzeptes der Insel sind. Hintergrund: Im Juni 2019 hatte die Stadtvertretung Fehmarn den Klimanotstand ausgerufen und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt. Wesentlicher Bestandteil: Bis 2030 soll die Mobilität auf der Insel klimaneutral sein und ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr haben.