Unternehmensverbände präsentieren Konjunkturumfrage

Unternehmensverbände in HH und SH stellen heute (11.15 Uhr) eine neue Konjunkturumfrage für die beiden Bundesländer vor. 


Zudem präsentiert Verbandspräsident Uli Wachholtz die Ergebnisse einer Blitzumfrage zur aktuellen politischen Entwicklung in Hamburg und den Erwartungen der Unternehmen an die länderübergreifende Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein. 

Im ersten Halbjahr war Hamburg deutlich stärker gewachsen als der Bund, was jedoch zum Teil auf Sondereffekte zurückzuführen war. In Schleswig-Holstein nahm das Inlandsprodukt dagegen geringer zu als im Durchschnitt der übrigen Bundesländer.

Auch der Umgang der mittelständischen Wirtschaft mit Flüchtlingen wird ein Thema sein

Nach Gewinnwarnung: Dräger legt heute Quartalszahlen vor

  
Nach Gewinnwarnung: Medizinkonzern Dräger legt heute Geschäftszahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2015 vor. Die Zahlen werden mit Spannung erwartet, nachdem das weltweit tätige Unternehmen Mitte Oktober auf der Basis vorläufiger Geschäftszahlen eine Gewinnwarnung veröffentlicht hatte. Danach sei für das Gesamtjahr mit einem Umsatzwachstum von währungsbereinigt ein bis drei Prozent zu rechnen. 

Ursprünglich hatte das Unternehmen bis zu fünf Prozent Wachstum vorhergesagt. Der Kurs der Dräger-Aktie war daraufhin um 20 Prozent eingebrochen.

Niedersächsisches Verkehrsforum will SH täglich 104 Güterzüge mehr aufbürden

Meyer lehnt „Alpha“-Alternative zur umstrittenen Y-Bahntrasse von Niedersachsen nach Hamburg und Bremen massiv ab

Die Gleise einer Bahntrasse auf grader Strecke. niemand Wirtschaft Transport Verkehr Symbol Symbolfoto symbolisch Feature Bahn Deutsche Bahn Eisenbahn Bahnverkehr Bahnstrecke Schotter Schotterbett Schiene Schienen Querformat Aussenaufnahme Außen Aussen draußen draussen Außenaufnahme Copyright/Foto:grafikfoto.deFür Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer ist es schlicht „ein Geschäft hinter dem Rücken und zu Lasten Dritter“: Mit breiter Mehrheit hatte sich vor einigen Wochen das Dialogforum „Schiene Nord“ in Celle dafür ausgesprochen, den wachsenden Güterverkehr der Seehäfen Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven durch den Ausbau bestehender Schienenwege und die Umleitung auf vorhandene Schienenwege statt durch den kompletten zweigleisigen Neubau der so genannten Y-Trasse zwischen Hamburg und Hannover zu bewältigen. Für die Strecke Hamburg-Büchen würde das bedeuten: täglich 104 Güterzüge zusätzlich. Die Schluss-Abstimmung soll Freitag in Celle bei der dann achten Sitzung des Dialogforums stattfinden.
«Abgesehen von dem etwas sonderbaren Verfahren, jemandem eine derart schwere Last aufzubürden, der gar nicht am Verhandlungstisch sitzt, handelt es sich um eine Vorrangstrecke für den schnellen Personen-Fernverkehr», sagt Meyer. Für den Güterverkehr gebe es keinen Anspruch auf mehr Lärmschutz. Betroffen wären Orte wie Reinbek, Schwarzenbek oder Müssen, aber auch Orte in Mecklenburg-Vorpommern.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) im Interview Meyer sagte
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Die Alpha-Variante sieht ein zusätzliches Gleis zwischen Verden und Rotenburg sowie zwischen Lüneburg und Uelzen und den Ausbau der «Amerika-Linie» von Bremen nach Uelzen vor. Die Empfehlung des Forums, dem Vertreter von Kommunen und Verbänden angehören, soll morgen an das Bundesverkehrsministerium übermittelt werden, das letztendlich über den Ausbau entscheidet.

Meyer gibt weiter zu bedenken: „Sollten die Güterverkehre auf dieser Strecke tatsächlich eingesetzt werden, würde dies ohne Anspruch auf zusätzlichen Lärmschutz geschehen.“ Betroffen wären unter anderem Ortschaften im Kreis Herzogtum-Lauenburg wie Reinbek, Schwarzenbek oder Müssen, aber auch Orte in Mecklenburg Vorpommern.

Passend zum Thema hier noch ein Video von einem Alpha-Trassen-Gegner, dass damit zwar parteiisch, aber dennoch sachlich sauber und informativ ist: zum Video

Studie bestätigt: Brunsbüttel ist idealer Standort für ersten deutschen LNG-Terminal

Meyer erfreut über Fraunhofer-Gutachten: Brunsbüttel ist der ideale Standort für einen LNG-Terminal

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Brunsbüttels Hafenchef Schnabel und Wirtschaftsminister Meyer mit der LNG-Studie

Ein Import-Terminal für flüssiges Erdgas in Brunsbüttel bietet wichtiges Potenzial für eine bundesweite Versorgung mit LNG (Liquified Natural Gas). Zu diesem Ergebnis kommt die «Bedarfsanalyse LNG in Brunsbüttel», die vom Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML) in Kooperation mit der ILF Business Consult erhoben wurde. Neben der Energie- und Rohstoffversorgung der Industrie sowie dem Land- und Schiffsverkehr, diene es der nachhaltigen Versorgungssicherheit der Bundesrepublik Deutschland. Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sagte, von einem LNG-Terminal würde die gesamte Bundesrepublik profitieren.

Er bezeichnete das Ergebnis der Studie als gute Nachricht für den gesamten Norden: „Von einem LNG-Terminal würde keineswegs nur der energieintensive ChemCoast-Park Brunsbüttel mit seinen zahlreichen potenziellen Abnehmern profitieren, sondern die gesamte Bundesrepublik – technologisch, wie wirtschaftlich“, sagte Meyer. Er forderte in dem Zusammenhang erneut den Bund auf, die entsprechende Infrastruktur rasch voranzutreiben: „Wir sind bereits spät dran – und aus Gesprächen bei der EU-Kommission weiß ich, dass auch dort der Wunsch nach dem Aufbau einer LNG-Struktur groß ist. Denn nicht nur in Schweden, Finnland oder den baltischen Staaten, sondern auch in den Niederlanden wird in diesem Bereich bereits kräftig investiert.“ Ein von der Regierungskoalition vor wenigen Wochen eingebrachter Bundestagsantrag zum Aufbau einer LNG-Struktur in Deutschland weise bereits in die richtige Richtung, so der Minister.

Reinhard_MeyerMeyer sagte während der Pressekonferenz weiter (Audiopfeil klicken):

Detaillierte Analyse von Märkten und Einflussfaktoren

Um die Planungen zur Errichtung eines LNG-Importterminals am Standort Brunsbüttel weiter  anzukurbeln und um die wesentlichen Entscheidungskriterien herauszukristallisieren, stellten die Auftraggeber der Studie die Ausgangsfrage, wie eine LNG Infrastruktur am Standort Brunsbüttel erfolgreich implementiert werden kann. Dazu bedarf es in erster Linie einer Aussage zur Wirtschaftlichkeit eines LNG-Importterminals, die wiederum direkt abhängig von der potenziellen Nachfrage nach LNG ist. Deshalb wurden in der Studie verschiedene in Frage kommende Nachfragemärkte für LNG untersucht. „Wir führen intensive Gespräche mit der Bundesregierung und werden sie natürlich über diese Studie informieren. Der Betrieb eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel hat – nun erwiesenermaßen – positiven Einfluss auf die Energieversorgung verschiedener Sektoren der Bunderepublik“, sagt Minister Meyer.  Auch dass die Kanzlerin im Rahmen der Nationalen Maritimen Konferenz das Thema Flüssiggas vor zwei Wochen so deutlich als eine strategische Frage aufgegriffen habe, sei erfreulich.

Fraunhofer CML hat die Themenbereiche detailliert analysiert und Interviews mit Industrie- und Branchenvertretern sowie Fachleuten im Öl- und Gassektor geführt. Zusammen mit den LNG-Potenzialen aus Industrie und Schifffahrt, spielen auch der Landverkehr, die Entwicklungen auf dem internationalen Gasmarkt sowie die gegebenen Standortfaktoren eine wichtige Rolle für den Erfolg eines LNG-Importterminals. Frank Schnabel, Geschäftsführer Brunsbüttel Ports GmbH, erläutert hierzu: „Seit Beginn der Planungen, haben wir drei Bereiche identifiziert, für die LNG am Standort Brunsbüttel beste Voraussetzungen hat: Die Bebunkerung von Schiffen, die Belieferung der regionalen und bundesweiten Industrie sowie die Möglichkeit, die Gasbezugsquellen der Bundesrepublik weiter zu diversifizieren. Fraunhofer CML belegt nicht nur ihr Potenzial, sondern zeigt im nationalen und internationalen Kontext weitere Einflussfaktoren auf, die den Bedarf eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel unterstreichen.“ Schnabel weiter: „Wir beschäftigen uns seit 2011 mit dem Thema LNG und sehen uns insofern in unseren Aktivitäten bestätigt und ermutigt“.

LNG als Brenn- und Rohstoff für die Industrie

Für die Industrie kann LNG als Ersatz für Erdölprodukte dienen, sowohl als Brennstoff als auch als Rohstoff. Schon heute ersetzt es beispielsweise Rohbenzin in vielen chemischen Herstellungsprozessen. „Insbesondere über den benachbarten Brunsbütteler ChemCoast Parks, Schleswig-Holsteins größtem Industriegebiet, ergibt sich bereits vor Ort ein hohes Nachfragepotenzial für LNG als Energieträger oder Rohstoff“ erläutert Martina Hummel-Manzau, Geschäftsführerin der egeb: Wirtschaftsförderung, diesbezüglich. Eine weitere Bestätigung der industriellen Nachfrage erfolgt für die Kraftwerkswirtschaft, die Chemie- und Kunststoffindustrie, die Energiewirtschaft, deren Gashandel über das deutsche Pipelinenetz durch den Bezug von LNG nachhaltig gestärkt würde, sowie für die Industrie ohne Gasnetzanschluss. LNG kann in diesem Fall Industrieansiedlungen in Gebieten ohne Gasverteilernetz ermöglichen und die Energieversorgung über Lkw oder Schiffs- und Schienentransport darstellen. Sowohl die nord- als auch die ostdeutschen Industriestandorte könnten über Brunsbüttel per Lkw, Schiff und Schiene gut mit LNG versorgt werden. Auch eine sehr gute Verbindung per Schiene nach Süddeutschland, nach Österreich, in die Schweiz und nach Zentral- und Osteuropa ist vom Standort Brunsbüttel aus gegeben.

Zusätzlich könnte ein potenzielles „Peak-Shaving“ Gas-Kraftwerk als weiterer Großverbraucher einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. Ein solches mit LNG betriebenes Gasturbinenkraftwerk würde einen Spitzenlastenausgleich bei schwankender Stromproduktion durch regenerative Energieerzeugung gewährleisten.

Steigender LNG-Bedarf für Schifffahrt, Infrastruktur und Landverkehr

In der Schifffahrt zeichnet sich ein Trend zugunsten LNG als alternative Antriebstechnologie ab. Sind es aktuell 60 Schiffe, die mit LNG fahren, und 80 mit LNG-Antrieb bestellte Schiffe, soll diese Zahl bis zum 2020 auf 1.000 Neubauten und rund 700 Umbauten ansteigen. Die dazu nötige Infrastruktur zur LNG-Versorgung ist in Deutschland noch nicht gegeben. Vor dem Hintergrund der EU Richtlinie bezüglich des Aufbaus der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe wird jedoch von den Mitgliedsaaten ein nationaler Strategierahmen bis November 2016 verlangt. Demnach müssen Häfen, die zum Core TEN-T Netz gehören, bis 2025 / 2030 eine LNG Infrastruktur vorhalten. Dieser Verpflichtung kann über ein deutsches LNG-Importterminal in Brunsbüttel nachgekommen werden. Als Schifffahrtsstandort bietet der Brunsbütteler Elbehafen den zukünftigen LNG Schiffen auf Nord-Ostsee-Kanal und Elbe eine Möglichkeit, LNG zu bunkern. Auch benachbarte Häfen wie Hamburg können von Brunsbüttel aus versorgt werden.

So erkennt Fraunhofer CML in der Studie ebenfalls die Potenziale von LNG im Landverkehr. Denn der Einsatz des Flüssiggases trägt zur Reduktion der Schadstoff- und Lärmemissionen bei und könnte durch entsprechende Maßnahmen der Bundesregierung zur beispielhaften Förderung von sauberen LNG-Lkw eine wesentliche Emissionssenkung erreichen.

Veränderungen des globalen Gasmarktes

Die Betrachtung des LNG-Gasmarktes zeigt, dass das weltweite Angebot an LNG, das schon in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich mit rund 7% pro Jahr gewachsen ist, weiter deutlich zunehmen wird. Gegenüber dem Niveau von 2012 mit ca. 250 Millionen Tonnen ist global bis zum Jahr 2035 mit einer Verdopplung der LNG-Nachfrage zu rechnen. Aktuell bezieht Deutschland rund 40% seines Gases aus Russland, 26% aus den Niederlanden, 22% aus Norwegen
und rund 10% aus dem Inland, dessen Vorrat in voraussichtlich 10 Jahren erschöpft sein wird. Durch den zusätzlichen Rückgang der Fördermengen in Norwegen und den Niederlanden, nimmt Russlands Dominanz als Gaslieferant weiter zu. Ein deutsches LNG-Importterminal bietet ein entsprechend hohes Potenzial zur Diversifizierung des Gasimports. Der westeuropäische Produktionsrückgang könnte kompensiert werden, ohne die osteuropäischen Gasimporte steigern zu müssen.

„Deutschland weist Bedarf für LNG auf. Dennoch geht der europaweite Trend zum Aufbau von LNG-Infrastruktur bislang an uns vorbei. Die Belieferung erfolgt ausschließlich über das Ausland. Der Standort Brunsbüttel hat das Potenzial und erfüllt die Voraussetzungen, diese Versorgungslücke zu schließen“, fasst Dipl.-Ing. Ralf Fiedler, Gruppenleiter beim Fraunhofer CML, die Studienergebnisse zusammen.  Brunsbüttel qualifiziert sich durch seine Lage an der Elbe und am Nord-Ostsee-Kanal, mit der Anbindung an das überregionale Schienennetz sowie an das europäische Pipelinenetz, die LNG-Märkte effizient zu bedienen. Auf Basis der Bedarfsanalyse werden die Auftraggeber auf die bundesweiten Chancen aufmerksam machen. Mit einer Förderung des Aufbaus durch die Bundesrepublik Deutschland bzw. der EU kann der notwendige Anschub hin zu einer Diversifizierung der Gasversorgung sowie zu einem verlässlichen Angebot für die Industrie, Schifffahrt, Landverkehr und Energiewirtschaft gelingen.

Brunsbüttel als bundesweit erster Standort für ein Flüssiggas-Terminal?

Meyer und Brunsbüttels Hafenchef Schnabel präsentieren heute Studie zum Aufbau eines Flüssiggas-Terminal


 Wirtschaftsminister Reinhard Meyer wird heute in Kiel (Pressekonferenz 13.00 Uhr, Landeshaus, Raum 395) gemeinsam mit Brunsbüttels Hafenchef Frank Schnabel und einem Experten der Fraunhofer-Gesellschaft ein Gutachten über die Chancen eines Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) vorstellen. 

Bisher gibt es in Deutschland kein solches Terminal, während etwa in Holland, Finnland oder den baltischen Staaten solche Einrichtungen bereits geschaffen worden sind oder entstehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte im Oktober bei der Maritimen Konferenz in Bremerhaven, dass Deutschland in diesem Bereich international nicht den Anschluss verlieren dürfe.

Kuriose Debatte um dänische Temposünder auf deutschen Straßen

Solange Dänemark Enforcement-Richtlinie nicht umsetzt – kann auch Meyer dänische Temposünder nicht stoppen

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Blitzer auf der Rader Brücke: Ab 2017 auch für Dänen nicht mehr folgenlos

Kuriose Folge der heutigen sh:z-Berichterstattung über dänische Temposünder auf der Rader Brücke. Die CDU wirft Verkehrsminister Reinhard Meyer nun vor, beim Schutz der Rader Brücke zu versagen, weil Dänen, die zu schnell fahren (und nicht auf frischer Tat angehalten und bar abkassiert werden) vorerst nicht belangt werden können.

Das ist etwas ulkig, denn: Es gibt europaweit eine so genannte Enforcement-Richtlinie, die unter anderem den Halterdaten-Austausch zwischen den Ländern regelt. Das wiederum ist aber die Voraussetzung für das Zustellen von Bußgeld-Bescheiden. Dänemark hat diese Richtlinie – wie andere Staaten auch – noch nicht umgesetzt, will dies aber wohl Anfang 2017 tun. Das alles war übrigens schon lange lange Zeit vor dem Aufstellen der Blitzgeräte auf der Rader Brücke bekannt (denn das gilt für alle deutschen Blitzgeräte und alle dänischen und manche anderen europäischen Verkehrsteilnehmer).

Mit anderen Worten: Hier ist allein der Bund am Zug. Nicht ganz zu Unrecht schreibt deshalb der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Dr. Andreas Tietze: „Der Landesverkehrsminister ist zwar für vieles verantwortlich, aber nicht für die Strafverfolgung im Ausland. Aus parteipolitischen Gründen das Versagen dem falschen Minister in die Schuhe zu schieben ist armselig. Herr Arp möge das Versagen dem eigenen Lager und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorwerfen, der ist nämlich zuständig.“

eis_Meyer_Reinhard_020Meyer selbst erklärte dazu gegenüber dem Schleswig-Holstein-Magazin des NDR (heute abend, 19.30 Uhr auf N 3). Audiopfeil klicken.

STandortgespräch Itzehoe: Rückenwind für Prokon – Neustart auf Prinovis-Gelände

Prokon und CLC in Itzehoe auf Erfolgskurs: Investition ins Gewerbegebiet und 2 neue Hotels

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Itzehoes Bürgermeister Koeppen (2.v.r.) erhält von Meyer die Finanzierungszusage für die bessere Anbindung des Gewerbegebiets Klostermarsch. Rechts: CLC-Chef Carsten Tietje, links: Steinburgs Landrat Wendt

Die Folgen der Schließung der ehemaligen Prinovis-Druckerei und der Insolvenz des Windenergie-Konzerns Prokon in Itzehoe sind größtenteils abgefedert: Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Steinburgs Landrat Torsten Wendt heute  in Itzehoe nach dem mittlerweile 8. Standortgespräch sagten, sei Prokon nach Auskunft des ehemaligen Insolvenzverwalters Dr. Dietmar Penzlin auf einem aussichtsreichen Weg zu einem zukunftssicheren Unternehmen. „Es ist dem Insolvenzverwalter in nicht einmal anderthalb Jahren geglückt, die Gläubiger mit einer Insolvenzquote von knapp 60 Prozent zu befriedigen und rund 300 Arbeitsplätze zu erhalten – davon 200 in Itzehoe“, sagte Meyer. Das sei ebenfalls eine Quote von fast zwei Drittel. Er danke Penzlin dafür, dass er den schwierigen Prozess „in großer Ruhe und mit enormer Professionalität gesteuert“ habe. Auch auf dem ehemaligen Prinovis-Gelände laufen die Vorbereitungsarbeiten für das geplante China Logistik Centrum (CLC) nach Auskunft des Investors Carsten Tietje auf Hochtouren.

Reinhard_MeyerNach dem Treffen sagte Meyer weiter (Audiopfeil klicken)

Um die wirtschaftliche Situation in Itzehoe sowie im Kreis Steinburg insgesamt weiter zu stabilisieren, wird derzeit eine verbesserte überregionale Verkehrsanbindung des Gewerbegebiets Klostermarsch an der Stör geplant. Meyer gab Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen dazu heute eine verbindliche Förderzusage des Landes. Demnach wird sich das Land mit bis zu 1,8 Millionen Euro an der Anbindung des Gebiets, in dem über 50 Gewerbebetriebe angesiedelt sind, beteiligen.

Darüber hinaus steht in Itzehoe für insgesamt rund 20 Millionen Euro der Neubau eines Vier-Sterne- und eines Drei-Sterne-Hotels an. Bei dem einen Projekt handelt es sich um einen Neubau in Breitenburg beim anderen Vorhaben um ein neues Hotel neben dem Klinikum Itzehoe.

Mit Blick auf die Situation auf dem ehemaligen Prinovis-Gelände, das derzeit zu einem Teil als Notaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt wird, stellte der Nortorfer Untermehmer Tietje klar, dass die Gründungsarbeiten für das geplante Logistik-Zentrum davon ungehindert voranschreiten. Nach dem Start der Bauarbeiten im Sommer werde derzeit aktuell der Brandschutz und das IT-Netz installiert.

Tietje plant auf 22 Hektar gemeinsam mit chinesischen Logistikpartnern, einen Teil der wachsenden Warenströme im Handel zwischen Deutschland und China über Itzehoe abzuwickeln. Das neue Zentrum soll mit langfristig über 200 Beschäftigten der deutsche Teil eines Logistiksystems werden, dessen Gegenstück ein ähnliches Zentrum in Chengdu in der Provinz Sichuan ist. „Auch an lokaler und regionaler Kundschaft haben wir großes Interesse“, sagte Tietje.

Nach Angaben des Prinovis-Standortverantwortlichen Lars Meusburger hätten von den ehemals 635 Mitarbeitern der Druckerei inzwischen rund 60 Prozent eine neue berufliche Perspektive oder eine Brücke in den Ruhestand gefunden. Das Unternehmen Prinovis werde sich endgültig am 18. Dezember von dem Gelände zurückziehen. Wirtschaftsminister Meyer lobte in dem Zusammenhang die gute Arbeit der eingesetzten Transfergesellschaft, in der aktuell noch rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind.

„Gemessen an den einst sehr trüben Aussichten nach der Prinovis-Schließung und der Prokon-Insolvenz lässt sich inzwischen sagen, dass die Region innerhalb kürzester Zeit wieder eine gute Zukunftsperspektive erhalten hat“, so Meyer. Er sagte die weitere Unterstützung der Landesregierung zu.

An dem Itzehoer Standortgespräch nehmen seit fast zwei Jahren neben Landrat Wendt und Itzehoes Bürgermeister Koeppen Vertreter von Unternehmen, Hochschulen, Wirtschaftsförderungsgesellschaften, der Gewerkschaft und der Arbeitsagentur teil.

Meyer heute beim 8. Standortgespräch in Itzehoe

Prokon, Prinovis, Arbeitsmarkt Steinburg und Gewerbegebiet Klostermarsch: Meyers Themen heute in Itzehoe

IZ-FotoDie Situation und die Perspektiven der Wirtschaft im Kreis Steinburg mit ihren Auswirkungen auf den regionalen Arbeitsmarkt stehen heute im Mittelpunkt des mittlerweile achten Standortgesprächs in Itzehoe.

An dem von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer und Landrat Torsten Wendt vor zwei Jahren Jahr ins Leben gerufenen Runden Tisch nehmen neben Itzehoes Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen Vertreter von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsförderungsgesell­schaften, der Arbeitsagentur und der Gewerkschaft teil.

Ein Thema wird auch die künftige Verkehrsanbindung des Gewerbegebiets Klostermarsch sein. Zu einem Pressegespräch nach der Sitzung sind Sie heute

11 Uhr, im Kreishaus, Viktoriastraße 16-18

(Zimmer 226 1. Stock)

in Itzehoe

herzlich eingeladen

Heute Abend, 18 Uhr: Zweistündige NDR-Sondersendung zur Startups in SH

Vom Geistesblitz zum Geschäftskonzept: NDR-Welle-Nord informiert heute Abend zwei Stunden rund um das Thema Start-ups

STARTUPWie wird eine gute Idee zum Erfolg? Welche Erfahrungen machen Unternehmensgründer? Mit welchen Startschwierigkeiten haben sie zu kämpfen? Welche Rolle spielen Start-ups eigentlich für die Wirtschaft?

So genannte „Start-ups“ fangen klein an – wachsen aber schnell. Laut dem aktuellen „Deutschen Startup Monitor“ erwirtschaftet jedes fünfte Unternehmen schon einen Jahresumsatz von mehr als einer Million Euro. Dabei ist keine der Firmen älter als zehn Jahre. Auch die Mitarbeiterzahl nimmt in der Regel schnell zu: Die rund 1.000 Firmen im Startup Monitor beschäftigen im Schnitt rund 15 Menschen – die Gründer nicht mitgerechnet. Angesiedelt sind die jungen Unternehmen oft in großen Metropolen, aber auch in Schleswig-Holstein bemühen sich mehrere Zentren aktiv um Gründungen.

Die „Welle Nord“ des NDR wirdmet sich heute Abend von 18.05 Uhr bis 20 Uhr diesem Thema. Studiogäste sind:

  • Prof. Dr. Carsten Schultz, Professor für Technologie-Management an der Kieler Christian Albrecht Universität,
  • Abid Mares, Gründer und Geschäftsführer BioNavigator GmbH aus Lübeck
  • Gerd Witzel, Geschäftsführer und Gründer von Bilfinger GreyLogix aus Flensburg – ein junges Unternehmen, das ebenfalls erst kürzlich mit über 300.000 Euro vom Land gefördert wurde.

eis_Meyer_Reinhard_020Zur Bedeutung von Start-ups für Schleswig-Holstein, sprach Wirtschaftsminister Meyer vor der Sendung mit Moderatorin Rebekka Merholz (Audiopfeil klicken):


Weitere Einzelheiten zur Sendung hier: Zur NDR-Homepage

Fachkräftewoche 2015: Großer Schulterschluss für gute Fachleute von morgen

Fachkräfte-Woche 2015: Unternehmen, Verbände und Politik üben Schulterschluss bei der Lübecker Firma Bockholdt

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Politik, Kammern und Unternehmer im Fachkräfte-Dialog mit Gastgeberin Gülten Bockholdt (3.v.r.)

Die Unternehmen in Deutschland sehen im drohenden Fachkräftemangel eine der zentralen Herausforderungen der Zukunft. Besonders der Mittelstand in Schleswig-Holstein verstärkt derzeit seine Anstrengungen bei der Suche nach Lösungen gegen den Engpass. Außer der Erschließung neuer Potenziale und der Anwerbung von Mitarbeitern aus anderen Regionen gerät auch zunehmend das Thema Bindung von Fachkräften in den Fokus. In einer gemeinsamen Veranstaltung in den Räumen des Lübecker Gebäudedienstleistungsspezialisten Bockholdt KG informierten die Spitzen von IHK zu Lübeck und Handwerkskammer Lübeck sowie Spitzenpolitiker aus Bund und Land Unternehmer über die Möglichkeiten, Mitarbeiter langfristig an ihren Arbeitgeber zu binden.

Reinhard_MeyerWirtschaftsminister Reinhard Meyer
sagte bei der Veranstaltung
(Audiopfeil klicken)

Es war eine der Veranstaltungen im Zuge der Fachkräftewoche 2015 in Schleswig-Holstein, welche das Innovationsbüro Fachkräfte für die Region im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales initiiert hat. Die bundesweite Aktion vom 26. Oktober bis 1. November 2015 steht unter dem Motto: „In Deutschland steckt mehr“.

Benjamin Mikfeld aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales erklärt: „Fachkräftesicherung ist eine der großen Herausforderungen für die Deutsche Wirtschaft. Aber wir können sie meistern, wenn es uns gelingt, die Potenziale am Arbeitsmarkt zu nutzen. Genau darum geht es bei unserer Fachkräftewoche. Wir zeigen praktische Beispiele, die es ermöglichen, dass gute Erfahrungen weitergegeben werden können.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erinnerte in dem Zusammenhang an die Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“, mit der sich die Landesregierung seit Jahren der Herausforderung im breiten Schulterschluss mit Wirtschaft, Gewerkschaften, Hochschulen, Arbeitsagentur und anderen Partnern stelle: „Die Fähigkeit, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, wird ein entscheidender Standort- und Wettbewerbsfaktor für alle Wirtschaftssektoren und Unternehmen. Bis 2030 wird in Schleswig-Holstein eine Fachkräftelücke von rund 97.000 Fachkräften mit hoher und mittlerer Qualifikation erwartet, allein 85.000 Menschen mit Berufsausbildung werden uns branchenübergreifend fehlen.“

Die IHK zu Lübeck und die HWK Lübeck unterstützen ihre Mitglieder aktiv bei der Suche nach Lösungen gegen Engpässe. So bieten beide Kammern mit Unterstützung der EU und des Landes Schleswig-Holstein Hilfen bei der Entwicklung von Strategien zur Rekrutierung, Bindung und Entwicklung von Fachkräften durch eigens dafür eingestellte Berater an. „Für die Attraktivität eines Unternehmens ist nicht allein ein bekannter Markenname entscheidend. Will ein Arbeitgeber gute Mitarbeiter langfristig an sich binden, muss er ihnen einen Mehrwert bieten. Individuelle Angebote kann auch der Mittelstand seinen Beschäftigten unterbreiten, nicht immer nur der Großkonzern“, betonte IHK-Präses Friederike C. Kühn. Die Möglichkeiten sind weit gefasst, angefangen bei flexiblen Arbeitszeitmodellen, die die Betreuung von Kindern und Angehörigen erlauben, über Teilzeit-Regelungen bis zu Karrieremöglichkeiten durch Fortbildungen und Verantwortungsübertragung. An den Gast aus Berlin gerichtet, sagte Kühn: „In unserer Region sind die Unternehmen sehr weit. Die Mitglieder der HanseBelt Initiative haben eine einzigartige Unternehmenskultur geschaffen, die zur Attraktivität der Arbeitgeber beiträgt.“

Gastgeberin Gülten Bockholdt ergänzte: „Wir praktizieren erfolgreich Fachkräftesicherung in Anlehnung an das Motto der Fachkräftewoche, denn auch in den Bockholdt-Mitarbeitern steckt mehr. Wir identifizieren seit Jahren viele Potenziale unserer Mitarbeiter und unterstützen ihre fachliche und persönliche Entwicklung durch individualisierte und maßgeschneiderte Bockholdt-Karriere-Pläne. Denn Fachwissen und Werte fördern heißt auch gemeinsam Unternehmenserfolg gestalten.“

Für die Handwerkskammer Lübeck sagte Vizepräsident Ralf Stamer: „Die entscheidenden Stichworte für ein erfolgreiches Agieren auf dem Fachkräftemarkt sind seit jeher finden – fördern und festhalten. Wir müssen Jugendliche, aber auch Migranten und diejenigen, die schon etwas älter sind, für das Handwerk begeistern, ihnen eine gute Ausbildung oder Fortbildung bieten, um sie durch gute Arbeit und mit guten Perspektiven in unseren Betrieben halten. Dabei kann das Handwerk in der Gunst potentieller Fachkräfte durchaus punkten: Unsere Handwerksbetriebe sind in der Regel klein und mittelständisch strukturiert, häufig Inhaber geführt und haben den Begriff der sozialen Marktwirtschaft verinnerlicht. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können täglich sehen, mit den Händen begreifen, was sie geschaffen haben. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Integration von Jugendlichen oder Migranten leisten die Handwerkerinnen und Handwerker Vorbildliches. Unsere Unternehmenskultur steht für Toleranz, Verständnis und Flexibilität. Unsere Aufgabe bleibt es, in den Betrieben die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Fachkräfte von morgen zu schaffen“.

 

Über das Innovationsbüro Fachkräfte für die Region:

Das Innovationsbüro Fachkräfte für die Region unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales regionale Netzwerke und Initiativen zur Fachkräftesicherung. Durch regionale und bundesweite Veranstaltungen treibt das Fachkräftebüro die Vernetzung voran und bietet regelmäßig Foren zum Austausch. Das oberste Ziel ist dabei vor allem die Entwicklung regionaler Lösungsansätze zur Fachkräftesicherung und -bindung. Weitere Informationen unter www.fachkraeftebuero.de.

 

Über die „Fachkräftewoche 2015“:

Unter dem Motto „In Deutschland steckt mehr“ veranstaltete die Partnerschaft für Fachkräfte in Deutschland vom 26. Oktober bis zum 1. November 2015 eine bundesweite Aktionswoche. Auf zahlreichen Veranstaltungen können Unternehmen und Interessierte Erfahrungen austauschen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Potenziale im Bereich Fachkräftesicherung bereits existieren und wie diese in Zukunft besser genutzt werden können. Thematisch zeigt die Fachkräftewoche, wie attraktive Arbeitsbedingungen und der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit durch Qualifizierung zur erfolgreichen Fachkräftesicherung beitragen. Das komplette Programm der Fachkräftewoche findet sich im Internet unter http://www.fachkraeftewoche.de.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus