Firmenchef Sager (links) zeigt Buchholz und dem Chef des Clusters Life Science Nord, Hinrich Habeck, die Masken-Produktion im neuen Werk in Grube
Mit knapp 950.000 Euro aus einem EU-Fonds unterstützt das Land Schleswig-Holstein die Produktion von Atemschutzmasken bei der Firma „F&F Lasertechnik“ in Ostholstein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) überreichte den Förderbescheid heute den Geschäftsführern Jens Sager und Andreas Babbe. Das Unternehmen aus Neustadt, das ansonsten in der Metall- und Blechverarbeitung aktiv ist, war im vorigen Jahr mit einem neuen Werk in Grube in die Maskenproduktion eingestiegen. Dort fertigt es laut Sager 200.000 Masken pro Woche. 80 Prozent davon gingen an die Bundesländer, der Rest an Industrie und Handel. Exportmöglichkeiten würden ausgelotet.
F&F Lasertechnik trage maßgeblich dazu bei, die Versorgung mit persönlicher Schutzausrüstung innerhalb Deutschlands sicherzustellen, erklärte Buchholz. «Gleichzeitig werden neue Wirtschaftsbereiche erschlossen; das unterstützen wir gerne.» Das Unternehmen hat auch eine FFP-Maske für schwere Einsätze und höchste Schutzansprüche entwickelt. Am Anfang der Pandemie sei der Ruf nach heimischen Masken laut geworden, erläuterte Geschäftsführer Sager. «Einer Abhängigkeit von Schutzprodukten aus Asien wollten wir entgegentreten.» Der Produktionsaufbau ist mit rund 40 neuen Arbeitsplätzen verbunden.
„Autobahn“-Bundeschef Stephan Krenz (Mitte) zeigt Minister Buchholz den informativen Ausblick vom „Ostseeblick“. Rechts der Chef der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH, Klaus Franke.
Wer hier rastet, sieht von einem Aussichtspunkt die Ostsee, die Fehmarnsundbrücke und natürlich die Insel Fehmarn selbst. Das Display des dort aufgestellten Fernrohrs zeigt an, was genau zu sehen ist. Urlauber erfahren beispielsweise, dass sie für die 186 Kilometer bis Kopenhagen etwa zwei Stunden, vierzig Minuten brauchen. Der frisch renovierte Rastplatz «Ostseeblick» an der Autobahn 1 bei Heiligenhafen bietet mehr Service in Form von Wlan, Frischwasser für Urlauber, einen Spielplatz für die Kleinen und Schnelladestationen für E-Autos.
Heute nahmen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) – der per Video zugeschaltet wurde – und sein schleswig-holsteinischer Amtskollege Bernd Buchholz die Pilotanlage offiziell in Betrieb. Der neue Rastplatz kann zum Vorbild werden. Rund zwei Millionen Euro hat die Autobahn GmbH des Bundes für die Neugestaltung der Pilotanlage im Norden ausgegeben.
Buchholz sagte im Gespräch mit Journalisten bei dem Termin – Audio starten, Pfeil klicken
Mit Blick auf den Namen «Ostseeblick» sprach Scheuer von «Idylle pur». «Unbewirtschaftete Rastanlagen verbinden viele eher mit Benzingeruch statt mit Brise.» Das Verweilen an den Rastplätzen entlang der Autobahnen solle sich verbessern. Im Norden gebe es erstmals auf einer unbewirtschafteten Rastanlage nicht nur Sanitäreinrichtungen und Sitzgruppen fürs Picknick – sondern Spielgeräte für die Kinder, einen umzäunten Auslauf für Hunde, Outdoor-Fitnessgeräte und vieles mehr.
An der Ladestation können vier Autos gleichzeitig geladen werden. «Laden muss einfach sein», sagte Scheuer. Künftig solle es an den Autobahnen «alle zehn Minuten, alle 15 bis 30 Kilometer» Ladesstationen geben. Das seien ehrgeizigere Pläne als auf EU-Ebene, die alle 60 Kilometer eine Ladestation vorsähen. Deutschland plant dagegen 1000 neue Schnellladestationen, davon 200 an unbewirtschafteten Rastplätzen. «Bis zum Jahr 2025 stehen hierfür 500 Millionen Euro zur Verfügung», sagte Scheuer.
Das moderne Kernstück der Rastanlage – das WC-Haus. Im Vordergrund die überall installierten Solaranlagen zur Stromversorgung des gesamten Rastplatzes.
Auf dem Rastplatz «Ostseeblick» gibt es auch Wlan, digitale Infotafeln informieren über die Verkehrslage und touristische Projekte. Autofahrer können über eine App die Sauberkeit der WC-Anlagen bewerten. Ihr Müll landet in getrennten Behältern mit solarbetriebener Kompressionsmechanik. Der Rastplatz hat energiesparsame Lampen, Zapfstellen für Frischwasser sowie einen Spielplatz und Outdoor-Fitness-Geräte. Urlauber können ihre Hunde in einer abgezäunten Hundezone laufen lassen.
Die Landesregierung hatte Schleswig-Holsteins Autobahnnetz Anfang 2020 an den Bund übergeben – «und damit früher als andere Länder», sagte Verkehrsminister Buchholz. Dabei sei auch das Pilotprojekt entwickelt worden. «Was für den Norden gut und wegweisend ist, kann auch für den Süden nur gut und wegweisend sein.»
Hier die Rede von Buchholz bei der offiziellen Feier:
Für Scheuer spielt Nachhaltigkeit bei der Sanierung von Rastplätzen eine große Rolle. Auf dem WC-Dach und an der Lärmschutzwand sind Solarzellen installiert. «Ich bin überzeugt: Das ist der nutzerfreundliche Rastplatz der Zukunft», sagte Scheuer. Das gelte für Urlauber, Pendler und Trucker. Für den Geschäftsführer der Autobahn GmbH, Stephan Krenz, soll die Pilotanlage zeigen, «dass wir den Nutzer und die Nutzerin ins Zentrum stellen».
Grundsteinlegung mit Kelle und Hammer (v.l.): Park-Chef Rüdiger Kelm mit Bürgermeister Heribert Heinecke, Landrat Stefan Mohrdiek, Minister Bernd Buchholz und dem Architekten des neuen Museums, Hauke Mengel
Der Steinzeitpark Dithmarschen in Albersdorf zieht jetzt schon Gäste aus der ganzen Region an – und bald wird ein Besuch noch attraktiver. Das Freilichtmuseum wird um ein neues Steinzeithaus ergänzt. Pünktlich zur Grundsteinlegung brachte Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz heute einen Förderbescheid über 2,3 Millionen Euro für Albersdorfs Bürgermeister Heribert Heinecke mit. „Die Verknüpfung von Steinzeitausstellung, Erlebnispark und Freilichtmuseum ist schon jetzt ein Alleinstellungsmerkmal für ganz Schleswig-Holstein. Das neue Indoor-Angebot ist eine hervorragende Ergänzung“, betonte der Minister.
Das geplante Steinzeithaus wird als zweigeschossiges Multifunktionshaus gebaut und soll einen erlebnisorientierten Einblick in die steinzeitlichen Epochen in Schleswig-Holstein bieten. Hierzu wird die bislang auf drei verschiedene Standorte verteilte Ausstellung zusammengefasst und zentral im Haus präsentiert. Zudem soll ein „Mitmach-Bereich“ insbesondere auch Schulklassen ansprechen. Buchholz hob hervor, dass der Park in Zukunft auch bei ungemütlichem Wetter einen Besuch wert sei. „Damit können wir die Saison hier auf das ganze Jahr ausdehnen. Genau das Ziel verfolgen wir auch mit unserer Tourismusstrategie“, so der Minister.
Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 4,3 Millionen Euro, von denen das Land gut 2,3 Millionen Euro aus EFRE- und Landesmitteln beisteuert. Da der Steinzeitpark ein herausragendes Alleinstellungsmerkmal und hohes touristisches Potenzial aufweist, kommt hier eine erhöhte Förderquote von 58 Prozent zum Tragen. In der Regel werden Vorhaben bis zu 50 Prozent gefördert. Die restlichen Kosten tragen der Kreis Dithmarschen und die Gemeinde Albersdorf.
Die ab kommenden Montag geltenden neuen Corona-Regeln bringen nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz wichtige Erleichterungen für Gastronomie und Hotellerie mit sich. Dies gelte unter anderem für den Wegfall der Testpflicht für Gäste von Innengastronomie. Wie der FDP-Politiker heute bei einem Besuch der mit Landeshilfe neu errichteten Promenade im Ostsee-Ferienort Großenbrode sagte, entfallen ab dem 26. Juli zwar erhebliche Pflichten, das Prinzip der Freiwilligkeit werde im Tourismus aber nach wie vor groß geschrieben.
Zu den Neuregelungen für den Tourismus sagte Buchholz – Audio starten, Pfeil klicken:
Derzeit seien viele Menschen im Land, die sonst anderswo Urlaub machten, sagte Buchholz. Er hoffe auf eine gute Auslastung bis in den November hinein.
Gruppenbild mit Minister und Gemeinderat Großenbrode auf der neuen Promenade – von „Overtourism“ kann aus Sicht von Buchholz in keinem Ort des Landes die Rede sein.
Buchholz verwies zugleich auf Befürchtungen bei Investoren, Bürgerbegehren könnten kommunalpolitische Entscheidungen kippen. Tourismus und ein gutes Leben der Einheimischen gingen im Norden sehr positiv zusammen. «Denn wir sind in Schleswig-Holstein vom Overtourismus so weit entfernt wie die Erde vom Mars.» Der Begriff „Overtourism“ bezieht sich auf Ziele, die von Touristen derart überrannt werden, dass ernste Konfrontationen mit Einheimischen aufkommen.
An diesem Wochenende rollt die erste Riesen-Reise-Welle in Richtung Norden – und das Land ist gerüstet: Bei einer inzwischen auf 3,6 gesunkenen Corona-Inzidenz und guten Wetter-Prognosen steht nach anderthalb Jahren Lockdown einem halbwegs unbeschwerten Sommer nichts mehr entgegen. Und in der Tourismuswirtschaft und anderen Wirtschaftszweigen ist die konjunkturelle Aufholjagd in vollem Gange.
Damit der Schwung bleibt, hat die Landesregierung wichtige Weichen gestellt. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten.
Der Lockdown der letzten anderthalb Jahre hat die Fahrgastzahlen im ÖPNV drastisch sinken lassen und bringt so manches Verkehrsunternehmen finanziell arg in Bedrängnis. Auch Schleswig-Holstein hat seit Ausbruch der Corona-Pandemie sein ÖPNV-Angebot vollständig aufrecht erhalten und ist deshalb auf den so genannten ÖPNV-Rettungsschirm des Bundes angewiesen. Im Bundesrat dankte Verkehrsminister Bernd Buchholz dem Bund heute ausdrücklich für die Unterstützung, sieht das geänderte „Regionalisierungsgesetz“, über das den Ländern die Bundesmittel zugewiesen werden, aber dennoch kritisch. Denn – so der Verdacht – durch die Hintertür der Transparenz versuche der Bund nun, die Verwendung der Mittel zu beeinflussen.
Allein der jüngst vorgelegte landesweite Nahverkehrsplan (LNVP) für Schleswig-Holstein, den es analog auch in anderen Bundesländern gebe, sorge für ein Maximum an Transparenz – und weise obendrein den Weg in Richtung klimaneutrale Verkehrswende.
Hier die Bundesratsrede von Buchholz in voller Länge:
Die Nutzung von Funkgeräten mit Hand-Bedienteil während der Fahrt bleibt in Schleswig-Holstein bis zum 31. Dezember 2021 erlaubt. Das Land verlängert damit eine ursprünglich bis zum 30. Juni 2020 geltende Übergangsregelung erneut. Die vorher gültige Verlängerung läuft zum 30. Juni 2021 aus.
Hintergrund des entsprechenden Erlasses ist die vor Jahren durch den Bund vorgenommene Neufassung des sogenannten Handy-Verbots. Dadurch ist während der Fahrt jede Nutzung eines Gerätes unzulässig, das in der Hand gehalten wird. Damit wurde aber nicht nur das Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung und das Tippen auf dem Handy während der Fahrt unterbunden, sondern auch die Nutzung von Funkgeräten.
Nachdem für Funkgeräte zunächst eine fünfjährige Übergangsfrist vorgesehen war, zeigt sich nun, dass diese Frist nicht ausreichend ist, um marktreife Freisprecheinrichtungen für Funkgeräte zu entwickeln. Durch die Corona-Pandemie hat sich die Entwicklung und Verbreitung entsprechender Geräte weiter verzögert.
Da jedoch zahlreiche Berufsgruppen – von Straßenmeistereien über Schwertransportbegleiter bis hin zu Bus- und Taxifahrern, Pannenhelfern und Fahrschulen – auf Funkverbindungen angewiesen sind, hat sich Schleswig-Holstein nach den Worten von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz dazu entschlossen, die Übergangsfrist erneut zu verlängern. „Außerdem plant das Bundesverkehrsministerium ohnehin Funkgeräte von dem Verbot auszunehmen, wenn die StVO das nächste Mal geändert wird. Das soll Stand jetzt 2022 der Fall sein“, so Buchholz. Die Verlängerung der Ausnahmeregelung sei daher sinnvoll.
Der Bundestag hat heute grünes Licht für 27 Rüstungsvorhaben des Verteidigungsministeriums gegeben. Das Gesamtpaket hat ein Auftragsvolumen von über 19 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon – rund sechs Milliarden Euro – geht an die Marine und damit auch die norddeutschen Werften. Wie am Abend der schleswig-holsteinische CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens dem NDR bestätigten, kauft Deutschland neue Flottendienstboote für knapp 2,1 Milliarden Euro und auch für mehr als 917 Millionen Euro zwei neue Tanker.
Den größten Brocken erntet die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Sie soll zwei U-Boote der so genannten Klasse 212-CD bauen. Die Bestellung ist Teil einer Kooperation mit Norwegen, das bereits im März vier U-Boote in Kiel in Auftrag gab. Alle sechs U-Boote werden in Kiel bei TKMS gebaut. Der deutsche Anteil beläuft sich auf knapp 2,8 Milliarden Euro, der norwegische auf rund 4,5 Milliarden Euro.
Unklar ist noch, wer die im Milliarden-Paket ebenfalls enthaltenen Flottendienstboote und Tanker bauen wird. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein sind beide Aufträge an die Bremer Lürssen Werft gegangen. Erst heute Vormittag hatte die Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) laut Gädechens, der Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestags ist, ihre Klage gegen die Vergabe der zwei neuen Marine-Tanker zurückgezogen. Für viele Marine-Experten ist es daher nicht unwahrscheinlich, dass die FSG an dem Projekt am Ende doch noch beteiligt wird. Die FSG wollte sich dem NDR-Bericht zufolge dazu nicht äußern.
Möglicherweise ist auch German Naval Yards Kiel beteiligt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dem Sender allerdings nur: „Wir freuen uns, dass die Aufträge vergeben worden sind und die Marine neue Schiffe bekommt. Deshalb ist es in erster Linie ein guter Tag für die Deutsche Marine und die Werftstandorte in Deutschland.“
Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich am Abend hoch erfreut über die Nachrichten aus Berlin und sagte – Audio starten, Pfeil klicken…
OHT-Chefin Katja Lauritzen mit (v.l.) Timmendorfs Tourismus-Direktor Joachim Nitz, Strandkorb-VermieterMarcus Bade, Buchholz, dem OHT-Vorsitzenden Jörg Weber, Timmendorfs designiertem Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und dem Gastronomie-Unternehmer Christian Fitz am Strand in Timmendorfer Strand
Mit kräftigem Rückenwind durch niedrige Corona-Infektionszahlen und einer großen Sehnsucht nach sicherem Inlands-Urlaub ist der Tourismus in der Lübecker Bucht gut in die Sommerferien gestartet. Wie Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. (OHT), heute anlässlich eines Besuch von Tourismusminister Bernd Buchholz in Timmendorfer Strand sagte, seien die Quartiere in der Region im Kreis Ostholstein aktuell teilweise zu 90 Prozent ausgebucht. „Ich bin sicher, dass wir im Verlauf des Sommers sogar noch Steigerungen verzeichnen werden“, so Lauritzen.
Buchholz erinnerte daran, dass Teile der Tourismuswirtschaft während der Corona-Pandemie bereits mutig vorangegangen seien – unter anderem in den Modellprojekten – und bei dem Neustart nicht selten einen Sprint hingelegt hätten. „Nun gilt es, diesen Schwung weiter aufrecht zu erhalten. Die Voraussetzungen sind angesichts der Lockerungen gut und die Lerneffekte aus anderthalb Jahren Pandemie werden uns dabei helfen, die Corona-Delle im landesweiten Tourismus schnell wieder zu überwinden“, sagte der Minister. Die aktuellen Buchungszahlen deuteten darauf hin, dass die Branche die Verluste durch das ausgefallene Ostergeschäft noch aufholen könne.
Im Gespräch mit Journalisten beim Strand-Rundgang in Timmendorfer Strand sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Die aktuelle Situation zeige nach den Worten von Buchholz außerdem, dass sich die touristischen Modellprojekte im Land mit ihren vorsichtigen Öffnungen bewährt hätten. Die Projekte seien für die Betriebe und Gemeinden mit hohem Aufwand verbunden gewesen, doch der habe sich gelohnt. «Die Saison kann trotz Corona gut werden», sagte Buchholz. An der inneren Lübecker Bucht und drei anderen Tourismusregionen in Schleswig-Holstein war der Tourismus bereits im Frühjahr unter strengen Hygieneregeln schrittweise wieder hochgefahren worden.
Buchholz und Lauritzen mit Strandkorb-Vermieter Marcus Bade
Bei seinem Besuch traf Buchholz neben dem designierten Timmendorfer Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und Tourismusdirektor Joachim Nitz auch mit dem OHT-Vorsitzendem Jörg Weber sowie den Hoteliers und Gastronomie-Unternehmern Mirko Stemmler (Hotel Barefoot), Christian Fitz (Cafe Fitz, Buddelbar) und Markus Bade (Strandkorb-Vermietung) zusammen. Im Mittelpunkt stand unter anderem die teilweise sinkende Akzeptanz der Tourismus-Wirtschaft in den Küsten-Hotspots. „Wir müssen schlicht anerkennen, dass die Corona-Pandemie die Akzeptanz vielerorts nicht gerade erhöht hat“, sagt Buchholz. Um die Bedürfnisse von Einheimischen, Urlaubern und Tourismus-Wirtschaft dauerhaft in Einklang zu bringen, brauche es eine Art Masterplan, der die künftige Bebauung ebenso mit Fingerspitzengefühl anpacke wie die Entwicklung einer intelligenten Besucher-Steuerung – da ist vor allem die Verwaltung gefordert, so der Minister.
Mit Blick auf die kommenden Monate ist auch OHT-Vorsitzender Weber zuversichtlich: „Die Inzidenzwerte liegen im einstelligen Bereich und die Urlauber- und Mitarbeitertests in den Orten bestätigen dieses Bild, so dass wir positiv in den Sommer gehen. Bereits im letzten Jahr haben wir gezeigt, dass ein Urlaub auch unter den aktuellen Bedingungen gut und sicher möglich ist. Diese Erfahrungen sind wichtig, denn sicheres Reisen ist ein neues Kriterium auf Urlauberseite geworden,“ so Weber, zugleich Bürgermeister von Fehmarn.
Pressegespräch open air in der Buddelbar von Christian Fitz
Angesichts des erwarteten Besucher-Ansturms auf die Ostseeküsten-Hotspots erinnerte OHT-Chefin Lauritzen daran, dass sich die Orte in der Lübecker Bucht mit Hilfe der Modellregionen und unterschiedlichen Konzepten gut auf die kommenden Wochen vorbereitet hätten. So seien beispielsweise auf Fehmarn neue Wohnmobilstellplätze geschaffen und in anderen Hotspots wie Grömitz neue Veranstaltungskonzepte entwickelt worden. „Aber auch die Ostsee-App ist noch besser gemacht worden und zeigt Parkplätze ebenso an wie Ausweichmöglichkeiten für Urlauber“, so Lauritzen. Fester Bestandteil des OHT-Marketings seien zudem die landeinwärts vorhandenen Angebote wie etwa in der Holsteinischen Schweiz. „Auch das ist eine intelligente Besuicherlenkung und vernetzt zudem unsere Küstenorte mit dem Binnenland“, freut sich Tourismusminister Buchholz.
Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister Timmendorfer Strand, kennt aus seiner Zeit als Gemeindevertreter die Welt des Tourismus in Timmendorfer Strand bereits sehr gut. „Die Pandemie hat uns gezeigt, an welchen Stellen wir neu ansetzen müssen. Gemeinsam mit unserem professionell arbeitenden Team in der ,Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH‘ werden wir uns mit der Politik auf den Weg machen, die Rahmenbedingungen zu schaffen – zum Beispiel für einen nachhaltigen Tourismus.“
Joachim Nitz, Tourismus-Direktor Timmendorfer Strand, nutzte die Gelegenheit den Minister über das neuste Infrastrukturprojekt, die Seebrücke, zu informieren. Im Herbst – voraussichtlich ab Ende September – beginnen die Bauarbeiten. „An der gesamten Küste wurde in den letzten Jahren erfolgreich investiert und auch Timmendorfer Strand muss seine Attraktivität erneuern, damit wir halten können, was wir versprechen. Mit Hilfe des Landes ist in den letzten Jahren – wie in Niendorf – massiv investiert worden. Unsere Gäste sind sehr begeistert vom Service in Pandemiezeiten und von dem Angebot vor Ort“, so der Tourismus-Direktor.
Weitere Informationen zu einem Urlaub an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins erhalten Interessierte online unter www.ostsee-schleswig-holstein.de.
Ausbau wichtiger Strecken, pünktlichere Züge, kürzere Takte und vor allem mehr Fahrgäste als vor Corona: Bis 2030 soll der Bahnverkehr in Schleswig-Holstein einen Qualitätssprung machen und klimaneutral werden. Das Investitionspaket, das im neuen landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) steckt, umfasst fast vier Milliarden Euro.
Buchholz mit NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck (links)
Landesregierung und Nahverkehrsverbund wollen deutlich mehr Menschen in Schleswig-Holsteins Züge locken als vor der Corona-Pandemie. «Unser Ziel ist es, das Nahverkehrsaufkommen gegenüber 2019 um 20 Prozent zu steigern bis 2026», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung des landesweiten Nahverkehrsplans für die kommenden fünf Jahre. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sollen besser werden und künftig alle Bahnstationen barrierefrei sein.
Derzeit sind die Züge im Norden aber weit weniger voll als vor der Pandemie. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes NAH.SH, Arne Beck, sprach deshalb von einem Kraftakt – «in einem Umfeld, in dem Fahrgäste möglicherweise verunsichert sind». Gegenüber 2019 – vor Corona – habe es im ersten Quartal einen Einbruch um 60 Prozent gegeben. Die Fahrkarten-Erlöse sanken im Zuge der Pandemie 2020/21 um 250 Millionen Euro. Die Einbußen werden je zur Hälfte von Bund und Land getragen.
Die Planungen fußen auf einem Gutachten, dass Potenziale und Machbarkeiten auf den Bahnstrecken untersucht hat. «Wir wollen ein bisschen den großen Wurf», sagte Buchholz. Er räumte ein, dass sich in den kommenden Jahren nicht alle Bahnstrecken angehen ließen. Eine Finanzierungslücke besteht beispielsweise noch für einen Ausbau der Strecke Kiel-Lübeck.
Bis Mitte September können sich unter anderem Kreise und kreisfreie Städte in die Planungen einbringen. Ziel ist auch Klimaneutralität.
Im Gespräch mit dem NDR sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Nach Angaben von Buchholz könnte der Bahnverkehr 2030 komplett dieselfrei laufen. Möglich machen das der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke von Itzehoe nach Sylt und der geplante landesweite Einsatz von 55 Batterie-Zügen auf Nebenstrecken. «Und das möglichst mit regional in Schleswig-Holstein erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien», sagte Buchholz. Durch die Elektrifizierung der sogenannten Marschbahn bis spätestes 2030 nach Sylt sollen künftig acht Millionen Euro jährlich eingespart werden.
Das Land will bis 2027 unter anderem das Angebot zwischen Hamburg und Lübeck verbessern, die Zugverbindungen zwischen Kiel und Preetz aufstocken, die Strecke von Niebüll nach Dagebüll elektrifizieren und neben der Strecke Kiel-Schönberger Strand auch die Trassen Wrist-Kellinghusen und Rendsburg-Rendsburg-Seemühlen reaktivieren. Zudem sollen die S-Bahnen im Hamburger Rand in kürzeren Abständen fahren. Wichtig seien auch die Fertigstellung der S4 über Ahrensburg nach Bad Oldesloe (geplant 2029) und der Bau der der S4 West bis nach Elmshorn, sagte Buchholz.
Als Problem haben die Gutachter ausgemacht, dass die Strecken von Hamburg nach Westerland, nach Flensburg und nach Kiel alle über Elmshorn laufen. Helfen soll der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Neumünster-Bad Oldesloe. «Dieser Bypass wäre eine Entlastung», sagte Buchholz. Mit den bereits finanzierten und weiteren angedachten Projekten beläuft sich das mögliche Investitionsvolumen in den nächsten zehn Jahren laut Buchholz auf knapp vier Milliarden Euro.
Vom Bund erhält das Land jährlich etwa 300 Millionen Euro an Regionalisierungsmitteln für den öffentlichen Nahverkehr – Tendenz steigend. Vor Corona waren im Norden laut Ministerium werktags rund 150 000 Menschen mit dem Zug unterwegs, den Bus nutzten demnach jährlich rund 190 Millionen Menschen.
Einen Schub für den Bahnverkehr verspricht sich die Regierung vom Jobticket, dass sie mit 30 Euro je Landesbeschäftigtem fördert.