Trotz Corona-Pandemie hat Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 21 Millionen Euro mehr in das Straßennetz investiert als ursprünglich geplant. Insgesamt seien 115 Millionen Euro verbaut worden, sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Donnerstag im Landtag. Davon sind nach Ministeriumsangaben knapp 3,5 Millionen Euro in den Bau neuer Radwege im Land geflossen.
Nach Darstellung von Buchholz wurden mit dem Geld im vergangenen Jahr 157 Kilometer Fahrbahn und 58 Kilometer Radwege saniert. Er lobte ausdrücklich die Mitarbeiter des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. «Ich bin stolz darauf, was die Kolleginnen und Kollegen dort im letzten Jahr geleistet haben.»
Zudem wurden laut Verkehrsministerium in die Erneuerung der Bundesstraßen in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 93,6 Millionen Euro Bundesmittel investiert, darunter 1,8 Millionen Euro für Radwege. Das waren 24,3 Millionen Euro mehr als geplant. Damit wurden 42 Kilometer Fahrbahnen und 14 Kilometer Radwege in Schuss gebracht. Zudem wurde Straßenbau in den Kommunen mit 26 Millionen Euro gefördert. Davon waren 3,5 Millionen Euro für Radwege.
Weitere Entlastung für die Marschbahn-Pendlerinnen und -pendler: Ab Montag wird das Angebot auf der Strecke von Niebüll nach Westerland (Sylt) vorübergehend ausgeweitet.
Mit der erneuten Angebotsausweitung stehen den Nahverkehrskunden wochentags zwei Zusatzfahrten zur Verfügung: um 07:16 Uhr ab Niebüll (Kreis Nordfriesland) via Klanxbüll, Morsum und Keitum nach Westerland (Sylt) sowie um 16:40 Uhr in umgekehrter Richtung ab Westerland. Das Angebot gilt vorerst für vier Wochen (bis zum 26. Februar). Da die Züge Trassen nutzen, in denen sonst Autozüge fahren, handelt es sich um ein vorübergehendes Angebot – nicht um eine auf Dauer angelegte Maßnahme.
Zunächst setzt RDC ab dem 1. Februar einen lokbespannten Personenzug mit sechs Eisenbahnwagen ein; ab dem 15. Februar besteht der Zug aus zehn Wagen mit einem Gesamtangebot von bis zu 650 Sitzplätzen sowie Fahrradmitnahme. Mit der erneuten Aufstockung kann das Land in der aktuellen Pandemie-Situation die Kapazitäten auf der stark frequentierten Strecke Niebüll-Westerland in Summe deutlich erweitern und das Ziel von Bund und Ländern unterstützen, das Fahrgastaufkommen in den einzelnen Fahrzeugen zu reduzieren. Bereits seit Montag stehen drei zusätzliche Verbindungen mit dem Sylt Shuttle plus zur Verfügung. Zudem werden Fahrten des Sylt-Shuttles plus komplett für den Nahverkehr geöffnet und ermöglichen pro Fahrt rund 450 zusätzliche Plätze. Alle genannten Zusatzfahrten sind mit den für das Regelangebot gültigen Fahrscheinen frei nutzbar.
Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz dankte RDC Deutschland und appellierte erneut an die Arbeitgeber, zur Entlastung des Nahverkehrs in den Stoßzeiten flexible Anfangs- und Feierabendzeiten zu ermöglichen. „Der Versorgungszug von RDC unterstützt das Ziel von Bund und Ländern, das Fahrgastaufkommen in den einzelnen Fahrzeugen zu reduzieren“, sagt Buchholz. Auch NAH.SH hat dazu mit der IHK, dem Unternehmerverband und der Kreishandwerkerschaft gesprochen. Mit Blick auf das zusätzliche Angebot auf der Marschbahn sagt Buchholz: „Wichtig bleibt, dass auch die Sylt-Pendler selbst unsere gemeinsamen Bemühungen unterstützen und sich an den Bahnsteigen sowie in den Zügen besser verteilen.“
„Gern unterstützen wir das Land, den Menschen für ihren Arbeitsweg bestmöglich infektionssichere Angebote im Schienenpersonennahverkehr zu machen. Wir stellen dazu aus unserer Flotte entsprechend geeignete Reisezugwagen zur Verfügung, in denen Fenster zum Lüften geöffnet werden können“, sagt Dr. Markus Hunkel, Geschäftsführer RDC Deutschland GmbH.
Auf Antrag der Koalition berichtete Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz dem Landtag heute über die Auszahlung der Wirtschaftshilfen im Lande. Der Bund hat mit den November- und Dezemberhilfen sowie den Überbrückungshilfen mehrere Programme aufgelegt. Das Geld kommt jedoch nur schleppend an. Grund ist unter anderem ein Software-Fehler. Dadurch wurden nach Angaben des Ministeriums bei der Schlusszahlung zuvor geleistete Abschlagszahlungen zum Teil nicht berücksichtigt. Teil der Debatte ist zudem ein Antrag der SPD, der auf faire Dispositionszinsen von Krediten abzielt.
Unternehmen in Schleswig-Holstein kommen jetzt leichter an Geld aus dem Härtefallfonds des Landes. Die Landesregierung habe angesichts der verlängerten Corona-Maßnahmen und zunehmender Liquiditätsengpässe von stark betroffenen Einzelhändlern die Zugangsschwelle gesenkt, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz nach der heutigen Sitzung des Landeskabinetts.
Verantwortlich für den IB.SH-Härtefallfonds: IB.SH-Chef Erk Westermann-Lammers (rechts) und Wirtschaftsminister bernd Buchholz
Vom 1. Februar an sei ein Betrieb antragsberechtigt, wenn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum der durchschnittliche Umsatz zwischen November 2020 und Januar 2021 um 30 Prozent eingebrochen ist. Alternativ reiche ein Umsatzrückgang um 50 Prozent in einem einzelnen dieser Monate. «Damit werden künftig nahezu alle von den Schließungen betroffenen Unternehmen in Schleswig-Holstein Zugriff auf den mit knapp 100 Millionen Euro hinterlegten Härtefallfonds haben», sagte Buchholz.
Den zweigeteilten Härtefallfonds hatte das Land zusammen mit der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MBG) im Spätsommer des vergangenen Jahres eingerichtet. Er richtet sich an Unternehmen, die bei den Überbrückungshilfen sowie bei den November- und Dezemberhilfen des Bundes nicht oder nur gering zum Zuge kommen.
Buchholz sagte zu dem heutigen Kabinettsbeschluss weiter – Audio starten
Bislang haben nach Auskunft der IB.SH 23 schleswig-holsteinische Unternehmen mit einer Gesamt-Darlehenssumme von knapp 5,2 Millionen Euro auf den mit 80 Millionen Euro ausgestatteten IB.SH-Härtefallfonds zugegriffen. Beim MBG-Härtefallfonds, für den insgesamt 20 Millionen Euro an Beteiligungskapital zur Verfügung stehen, liegen bislang zwölf bewilligte Anträge mit einem Volumen von rund drei Millionen Euro vor. Buchholz: «Wir haben in beiden Angeboten also noch großen Handlungsspielraum mit einem Volumen von über 90 Millionen Euro.»
Mit der jetzigen Erweiterung soll nach den Worten des Ministers sichergestellt werden, dass in Einzelfällen beispielsweise auch Einzelhändler, die bereits Hilfen des Bundes beantragt haben und auf die Auszahlung warten, Darlehen erhalten und Liquiditätslücken schließen können. «Denn angesichts der langen Wartezeit bis zur Auszahlung der Bundesmittel dürften viele Betriebe in ernsthafte Bedrängnis kommen», so der Minister. Err wies im Zusammenhang mit den beschlossenen Verbesserungen im Härtefallfonds auch auf die (Vor-) Finanzierungsmöglichkeiten von Zuschüssen durch die Hausbanken hin. «Im Dialog mit der Hausbank sollten Unternehmen frühzeitig Liquiditätsengpässe identifizieren und die umfassenden Förderangebote mit Unterstützung der Förderfamilie nutzen».
Buchholz erinnerte daran, dass sich die Landesregierung beim Bund erfolgreich dafür eingesetzt habe, dass mittelbar betroffene Unternehmen, die nicht für die November- und Dezemberhilfe antragsberechtigt sind, in der Überbrückungshilfe III zum Zuge kommen – und zwar auch rückwirkend für November und Dezember 2020. Daneben hatte das Land eine Erhöhung der Abschlagszahlungen und eine Absenkung der Zugangskriterien gegenüber dem Bund durchgesetzt.
Entlastung für alle Marschbahn-Pendlerinnen und -pendler: Ab Montag wird das Angebot auf der Strecke von Niebüll nach Westerland (Sylt) stark ausgeweitet. Rund 1500 zusätzliche Plätze stehen den Fahrgästen dann täglich durch zusätzliche Verkehre zur Verfügung. Dies gilt zunächst bis zum 25. März.
Wie die DB-Regio und Verkehrsminister Bernd Buchholz heute mitteilten, ist der Hintergrund der Aufstockung das Ziel von Bund und Ländern, das Fahrgastaufkommen im öffentlichen Personenverkehr auf ein Drittel der regulär zulässigen Fahrgastzahlen zu reduzieren. Der Verkehrsverbund des Landes, die NAH.SH, und die Deutsche Bahn haben daher gemeinsam das Angebot an Verkehren auf der stark frequentierten Strecke nach Sylt erweitert, um eine bestmögliche Verteilung der Fahrgäste während ihrer Reise mit der Bahn zu ermöglichen.
Unterdessen appellierte Buchholz auch an alle Arbeitgeber im Land, zur Entlastung des ÖPNV in den Stoßzeiten flexible Anfangs- und Feierabendzeiten zu ermöglichen. Buchholz sagte – Audio starten:
Mit Blick auf das erweiterte Marschbahn-Angebot sagte Buchholz: „Ich bin allen Beteiligten dankbar, dass drei zusätzliche Pendlerzüge zu Autozugzeiten fahren können. Und wir sprechen natürlich auch weiter mit allen Bahnunternehmen darüber, was sonst noch möglich sein könnte. Jetzt geht es aber auch darum, dass die Sylt-Pendler sich in den Zügen besser verteilen. Das wird nur klappen, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer endlich deutlich flexibler werden. Es ist ganz einfach: Wir tun, was wir können – und die Fahrgäste leisten auch ihren Beitrag. Wir sind alle gemeinsam dafür verantwortlich, mit dieser Situation umzugehen“, sagte Buchholz.
Weiter erklärte der Minister (Audio starten)
Ermöglicht wird die Kapazitätsausweitung durch drei zusätzliche Verbindungen, die mit dem Sylt Shuttle plus abgedeckt werden. Zudem werden Fahrten des Sylt-Shuttles plus komplett für den Nahverkehr geöffnet. Derzeit ist außerdem noch eine Öffnung des IC 2073 in Richtung Hamburg für Nahverkehrskunden, sowie zusätzliche Halte in Keitum, Morsum und Klanxbüll in Prüfung.
„Wir freuen uns sehr, dass wir in der aktuellen Situation so schnell und unkompliziert mit zusätzlichen Verkehren und der Öffnung unserer Fernverkehrsverbindungen unterstützen konnten. Die Gesundheit unserer Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat höchste Priorität und neben der Schaffung von zusätzlichen Kapazitäten sorgen wir mit verstärkten Hygienemaßnahmen, kontaktlosen Ticketkontrollen, Desinfektionsspendern an Bahnhöfen und vielen weiteren Maßnahmen dafür, dass unsere Kunden sicher reisen können“, sagte Manuela Herbort, Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für die Länder Hamburg und. Schleswig-Holstein.
Folgende zusätzliche Fahrten sind ab Montag ergänzend für Reisende mit Nahverkehrstickets freigegeben und ermöglichen pro Fahrt rund 450 zusätzliche Plätze:
– 05:16 Uhr ab Niebüll, Ankunft in Westerland) 05:51 Uhr
– 06:40 Uhr ab Westerland, Ankunft Niebüll 07:15 Uhr
– 07:46 Uhr ab Niebüll, Ankunft in Westerland 08:21 Uhr
Folgende Fahrten des Sylt Shuttle plus werden ab heute für den Nahverkehr freigegeben:
– 06:32 Uhr ab Niebüll, Ankunft in Westerland 07:10 Uhr
– 13:35 Uhr ab Westerland, Ankunft in Niebüll 14:27 Uhr
– 14:35 Uhr ab Westerland, Ankunft in Niebüll 15:27 Uhr
– 16:05 Uhr ab Westerland, Ankunft in Niebüll 16:57 Uhr
– 14:35 Uhr ab Westerland, Ankunft in Niebüll 15:27 Uhr
Der tägliche Themen-Trubel rund um Corona lenkt zuweilen den Blick von anderen Zukunftsfragen ab. Dazu zählt zweifellos die Energiewende – mit all ihren Folgen und vor allem Chancen für die Wirtschaftsbranchen in Schleswig-Holstein. Eine dieser Branchen ist die Hafenwirtschaft, mit deren Perspektiven für den gesamten norddeutschen Raum sich am Mittwoch zwei Bundes-Staatssekretäre, vier Minister, eine Senatorin und ein Senator intensiv befassten. Für Gastgeber Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“. Video starten.
Damit die ab Montag verschärfte Maskenpflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie für sozial benachteiligte Menschen nicht zum finanziellen Hindernis wird, startet die Landesregierung eine Bundesratsinitiative. Wie Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel sagte, fordert das Land den Bund auf, Geflüchteten oder Menschen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, altersunabhängig eine monatliche Sonderzahlung von 10 Euro zu gewähren. Ministerpräsident Daniel Günther sprach von einem wichtigen Signal: „Die Landesregierung nimmt mit dieser Initiative ihre sozialpolitische Verantwortung für die Schwächeren in der Gesellschaft wahr.“ Und die stellvertretende Ministerpräsidentin Monika Heinold sagte: „In Zeiten wie diesen ist es richtig und wichtig, dass wir dort unterstützen, wo es am notwendigsten ist. Ich hoffe, dass wir mit unserer Jamaika-Initiative im Bundesrat erfolgreich sind.“
Hintergrund der Initiative, die am kommenden Dienstag vom Kabinett verabschiedet werden soll, sind die bundesweit verschärften Corona-Regeln. So müssen in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel künftig medizinische Masken oder Mund-Nasen-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. „Aufwendungen für die Anschaffung dieser Masken sind jedoch nicht im Regelbedarf der Grundsicherung, der Sozialhilfe oder in den Ansprüchen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz enthalten“, sagte Buchholz. Die geforderte Erhöhung um zehn Euro solle auf die Zeit einer gesetzlich vorgeschriebenen Maskenpflicht beschränkt werden.
„Um allen Menschen eine Teilhabe am alltäglichen Leben zu ermöglichen, dringen wir mit unserer Initiative darauf, dass diejenigen, die nur in ihrer Existenz gesichert sind, schnellstmöglich die derzeit ungedeckten Kosten für die Masken-Beschaffung erstattet bekommen“, sagte Buchholz. Zugleich lege die Landesregierung Wert darauf, hierfür ein möglichst schlankes und bürokratiearmes Verfahren anzuwenden.
Die deutschen Häfen müssen sich sputen, um beim Geschäft mit sauberer Energie dabei zu sein. Um Wasserstoff aus sonnenreichen Ländern importieren zu können, sind große Investitionen nötig. Die norddeutschen Hafenminister wollen an einem Strang ziehen – und erwarten noch etwas mehr Rückenwind vom Bund.
Hafendialog per Video: Bundes-Staatssekretär Ferlemann im Gespräch mit seinen Länderkolleginnnen und Kollegen
«Allein die Klima-Pakete bürden uns Ländern erhebliche Verpflichtungen bei der Finanzierung der Hafeninfrastrukturen auf. Wir erwarten deshalb, dass der Bund seine bisherige finanzielle Unterstützung der Länder dynamisiert und ausbaut», sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz als Gastgeber des mittlerweile 9. Hafenentwicklungsdialogs. Gäste der Videokonferenz am Vorabend waren neben Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann und Vertreter des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe.
Mit ihrer Forderung nach einem Aufwuchs der Mittel berufen sich die Ressortchefs auf das so genannte Solidarpakt-Fortführungsgesetz. «Die Mittel dieses im Grundgesetz verankerten Pakts werden fortgeschrieben, wurden bisher aber noch nie an gestiegene Investitionskosten angepasst», sagte Buchholz. Mit Blick auf die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie für die Häfen erinnerte er zugleich daran, dass zwar ein Teil der Betriebe bisher gut durch die Krise gekommen sei, das Kreuzfahrtgeschäft aber am Boden liege. «Wir haben uns vor diesem Hintergrund darauf verständigt, dass – wenn es nach dem Lockdown hoffentlich bald zu einem Neustart von Kreuzfahrten ab Deutschland kommt – wir bei der Öffnung der Häfen abgestimmt vorgehen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden“, so Buchholz. Niedersachsen und Bremen wollen dabei trotz Konkurrenz zusammenarbeiten.
Mit Blick auf den nötigen Auf- und Ausbau von Umschlagseinrichtungen für Gas und regenerativ erzeugten Wasserstoff sagte Mecklenburg-Vorpommerns Energie- und Infrastrukturminister Christian Pegel: «Diese Investitionen müssen jetzt erfolgen, wenn man nicht zusehen will, wie in anderen Ländern das Geschäft gemacht wird.“
Einig waren sich Minister und Senatoren, dass Deutschland seinen Bedarf an Wasserstoff und daraus erzeugten flüssigen Energieträgern nicht selbst wird decken können, wenn Kohle, Öl und Erdgas durch kohlendioxidfreie Energieträger ersetzt werden sollen. «Hier sehe ich ein enormes Potenzial für unsere deutschen Häfen», sagte der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann.
Buchholz verwies unterdessen auf die Planungen für ein Flüssiggas-Terminal (LNG) in Brunsbüttel. «Das ist ein Terminal, das sich mit Veränderungen auch eignen würde, um später Wasserstoff zu importieren. Der Bedarf sei so groß, dass solche Terminals in mehreren deutschen Häfen betrieben werden könnten. Er warnte vor einer Verteufelung von LNG. «Wenn wir im Bereich der Schifffahrt und Häfen ökologischer unterwegs sein wollen, können wir nicht von heute auf morgen auf Wasserstoff oder ähnliches umknipsen. Die Technologie dafür ist überhaupt nicht da.» Wer CO2-ärmer unterwegs sein wolle, müsse zunächst auf LNG setzen.
Bremens Hafensenatorin Claudia Schilling warb in der Konferenz für mehr Zusammenarbeit der Häfen und Terminalbetreiber, um der Konzentration der Reedereien mit ihren drei großen Allianzen etwas entgegenzusetzen. «Es ist meine Überzeugung, dass wir dahin kommen müssen, stärker zu kooperieren.»
Der erste Teil des Pressegesprächs hier als Video-Mitschnitt:
Bildungs-Staatssekretärin Dorit Stenke bei der heutigen Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz
Schleswig-Holstein justiert den Kompass seiner beruflichen Bildung neu: Wie im Koalitionsvertrag der Jamaika-Landesregierung festgeschrieben, hat das frisch gegründete Schleswig-Holsteinische Institut für Berufliche Bildung (SHIBB) pünktlich zum 1. Januar seine Arbeit aufgenommen. „In Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels und angesichts der Tatsache, dass immer mehr junge Menschen lieber studieren als eine Ausbildung beginnen, ist es wichtig, die berufliche Bildung – vor allem die duale Ausbildung – attraktiver zu machen und zu stärken“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute in Kiel. Ab sofort ist sein Ministerium für das SHIBB und damit für rund 90.000 Schülerinnen und Schüler sowie fast 5.000 Lehrkräfte an den 35 Berufsbildenden Schulen im Land zuständig.
Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz am Rande der Pressekonferenz weiter – Audio starten
Nach den Worten von Bildungs-Staatssekretärin Dr. Dorit Stenke seien mit der neuen Behörde sämtliche Zuständigkeiten, die bislang auf vier Ministerien verteilt waren, nun unter einem Dach vereint. „Die Rolle des Bildungsministeriums bleibt dabei bedeutsam im Blick auf alle gesetzlichen Vorgaben und bildet eine wichtige Schnittstelle zu den allgemeinbildenden Schulen im Land“, sagte Stenke. Neben der Qualitätssteigerung der beruflichen Bildung gehe es vor allem auch darum, junge Menschen für einen der rund 300 Ausbildungsberufe zu begeistern. Als beratendes Gremium für das SHIBB werde ein Kuratorium mit Vertreterinnen und Vertretern von Ministerien, Sozialpartnern, Schulträgern und berufsbildenden Schulen eingerichtet.
Schleswig-Holstein ist nach Hamburg das zweite Bundesland, dass die berufliche Bildung in einem Landesinstitut bündelt. „Es geht uns dabei auch um eine engere Verzahnung von beruflicher Bildung mit den zunehmend komplexeren Anforderungen der Arbeitswelt“, sagte Buchholz. Als eine zentrale Herausforderung nannte Stenke vor allem die Digitalisierung: „Dieser Bereich hat für die berufliche Bildung immer eine wichtige Rolle gespielt und wir haben sie in den letzten Jahren weiter gestärkt: In Schleswig-Holstein gehen 25 Prozent der Mittel für den Digitalpakt an berufsbildende Schulen. In vielen anderen Bundesländern ist das nicht der Fall.“
Hier das gesamte Pressegespräch als Video-Livestream
Mit Blick auf den Fachkräftemangel appellierte Buchholz an die Betriebe im Land: „Gerade in der jetzigen Krise ist es wichtig, die Ausbildungsbereitschaft hoch zu halten und junge Menschen für eine berufliche Ausbildung zu interessieren und zu motivieren.“ Das SHIBB eröffne dabei die Möglichkeit, sämtliche Fragen der Beruflichen Bildung – von der Schule bis zum Berufsabschluss – unter einem Dach zu klären und schaffe damit beste Voraussetzungen, dass dieser Übergang gut gelingen könne. Dafür seien die Aufgaben der Schulaufsicht, der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften sowie die Unterstützung der betrieblichen Berufsausbildung einschließlich Gesundheits-, Pflege- und Landwirtschaftsberufen und die Lehrerpersonalverwaltung zusammengeführt worden. Die knapp 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SHIBB sind am Kieler Sophienblatt nahe des Hauptbahnhofs untergebracht.
Stephan Cosmus, Vorsitzender des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein (VLBS), sagte zur Gründung des SHIBB: „Jetzt besteht die Chance, die besonderen Herausforderungen der Berufsbildenden Schulen und der Regionalen Berufsbildungszentren noch besser in den Blick nehmen zu können. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen der Attraktivitätssteigerung der dualen Ausbildung, zur Lehrkräftegewinnung und zur Weiterentwicklung von Lernangeboten mit digitalen Medien.“
Auch die IHK Schleswig-Holstein sieht im SHIBB einen großen Schritt nach vorn für die berufliche Ausbildung: „In den zurückliegenden Jahren wurde viel Arbeit und Energie von allen mit der beruflichen Bildung befassten Akteuren eingebracht, um das Institut an den Start zu bringen. Das Land hat diesen Prozess beeindruckend gut und kooperativ geleitet“, sagte IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn. „Nun gilt es, nach vorn zu schauen. Mit dem engeren Bezug von schulischer und betrieblicher beruflicher Bildung verbinden wir die Erwartung an innovative Impulse beispielsweise in den Bereichen Digitalisierung oder dem Übergang von der Schule in den Beruf. Wir wünschen dem SHIBB alles Gute und freuen uns auf eine zukunftsweisende Zusammenarbeit.“
Nach den Worten von Buchholz habe er zusammen mit seinem Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs in den vergangenen Tagen bereits erste Gesprächsrunden mit den Schulleitungen zu aktuellen Themen geführt. Dabei hatte sich unter anderem herausgestellt, dass manche Firmen ihre Auszubildenden im Lockdown lieber in den Betrieb holen statt sie am Distanzunterricht teilnehmen zu lassen. „Ich möchte noch einmal dringend an diese Betriebe appellieren, auch das Distanzlernen ernst zu nehmen. Nur wer am Unterricht teilnimmt, hat auch die Chance auf eine gute Abschlussnote – das sollten die Firmen schon im eigenen Interesse ihren Fachkräften von morgen nicht verbauen.“
Wenn sich Anfang der Woche die Länder-Chefinnen und Chefs wieder mit der Kanzlerin treffen, wird es einmal mehr um mögliche weitere Einschnitte ins öffentliche Leben gehen. Dabei dürfte es sich neben Wirtschaftshilfen oder verlängertes Kurzarbeitergeld auch um eine mögliche Homeoffice-Pflicht drehen. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz spart in seiner „Meldung der Woche“ schon jetzt nicht an Kritik bei beiden Themenfeldern. Video starten…
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus