Der Ausbau der Erneuerbaren Energien – Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft, Solarenergie sowie Windenergie an Land und auf See – ist ein Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Die Landesregierung will auf breiter Front Innovationen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung auf diesem Sektor realisieren. Dazu fördert das Land Forschungs- und Entwicklungsprojekte (FuE) sowie das Kompetenzzentrum EEK.SH, ein Netzwerk um die Hochschulen beim Technologietransfer und in der Zusammenarbeit mit Unternehmen zu unterstützen.

Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz überreichte dazu heute auf den New Energy Days in Husum einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro an EEK.SH-Projektleiter Dr. Wolfgang Bonn sowie Björn Lehmann-Matthaei, Geschäftsführer der Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH und Professor Alois Schaffarczyk, Sprecher des Kompetenzzentrums. Eine Millionen Euro stammen von der EU, der Rest sind Landesmittel.
Buchholz sagte dazu (Audio starten – „im Browser anhören“)
Buchholz sagte weiter: „Für mich spielt das Kompetenzzentrum bei der Umsetzung der regionalen Innovationsstrategie und der Industriepolitik Schleswig-Holsteins eine wichtige Rolle. Die Verwertung des mit erneuerbaren Energien erzeugten Stroms durch eine Sektorenkopplung einschließlich der Erzeugung von Wasserstoff wird für die weitere wirtschaftliche Entwicklung im Lande bedeutsamer. Hier sehe ich noch viel Potenzial für innovative Mittelständler und Start-ups.“
Die Forschungs- und Entwicklungszentrum Fachhochschule Kiel GmbH ist der Projektträger des EEK.SH. Das Kompetenzzentrum wird weitere vier Jahre aus dem Landesprogramm Wirtschaft mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.
Das EEK.SH ist in Schleswig-Holstein seit 2015 zentraler Ansprechpartner für den Wissens- und Technologietransfer im Bereich regenerativer Energien. Energiethemen wie E-Mobilität, Intelligentes Bauen, Wasserstoff, Bioökonomie und Digitalisierung werden in der zweiten Phase zusätzlich zum bestehenden Portfolio integriert, um Fragen zur Energieeffizienz und -koppelung, die eine energieträgerübergreifende und praxisorientierte Betrachtung des Themas in der Forschung notwendig machen, zu begegnen. Das Verbundprojekt der schleswig-holsteinischen Hochschulen begegnet damit den zu erwartenden Herausforderungen des Energiewendelandes.
„Der Wissens- und Technologietransfer ist dem EEK.SH ein zentrales Anliegen. Das Know-how der Hochschulen wird gebündelt und die verschiedenen Akteure miteinander vernetzt, um so wirtschaftlich nutzbare Innovationen aus der Forschung voranzubringen“, erläuterte EEK.SH-Sprecher Professor Schaffarczyk. Das EEK.SH initiiert Forschungsprojekte, vermittelt Fachkompetenzen, organisiert Veranstaltungsreihen und entwickelt ergänzende Weiterbildungsangebote zum hochschulischen Angebot.



Wie Rohlfs bei seinem Besuch sagte, halte er den Schwerpunkt der neuen Projekte für richtig gewählt: „Der Fachkräftemangel ist mittlerweile in nahezu allen Branchen spürbar und kann durch Zuwanderung zumindest in Teilen gedeckt werden.“ Allerdings gebe es auch eine Reihe von Problemen, die den Betroffenen den Weg auf den ersten Arbeitsmarkt verbauen. „Dabei handelt es sich vor allem um Sprachprobleme, aber auch um fehlende soziale Beziehungen, ungewohnte soziale und kulturelle Umgangsweisen sowie die ungeklärte Anerkennung von mitgebrachten Qualifikationen“, so der Staatssekretär.
Menschen, die in dem Projekt betreut werden, benötigen unterschiedlichste Formen der Unterstützung, ob bei Behördengängen oder auch in der Entwicklung einer persönlichen Mobilitätsstrategie sowie realistischer beruflicher Perspektiven. In vielen Fällen geht es darum, die eigenen Potenziale zu erkennen und nutzbar zu machen. Jobcenter-Geschäftsführer Michael Westerfeld unterstützt das neue ESF Projekt: „Dieses Projekt ermöglicht eine sehr intensive Betreuung von Menschen, die bereits seit längerer Zeit nicht mehr berufstätig waren und ist eine gute Ergänzung zu unseren gängigen Arbeitsmarktinstrumenten.“ Für die Teilnehmenden mit Migrationshintergrund sei der lange Förderzeitraum sinnvoll, um ihnen ein umfassendes Bild von den Anforderungen des hiesigen Arbeitsmarktes zu geben und damit die Integrationschancen zu erhöhen. Auch die Möglichkeit einer begleitenden Unterstützung – etwa zu Fragen der Kinderbetreuung oder Wohnraumbeschaffung – sei hilfreich, eine dauerhafte Einbindung in die Gesellschaft zu erreichen, so Westerfeld

Nach den Worten von Buchholz habe es bei rund 26.000 Gewerbeanmeldungen im Jahr 2017 in Schleswig-Holstein rund 12.100 Gründungen gegeben, davon 9.700 im gewerblichen Bereich, 2.300 in den Freien Berufen sowie rund 100 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft. Aktuelle Zahlen des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) für 2018 liegen erst im April vor. „Ich wage aber die Prognose, dass Schleswig-Holstein wie schon 2017 bei der Gründungsintensität im Vergleich der Flächenländer mit Hessen und Nordrhein-Westfalen erneut zu den Top-3 gehören wird. Denn wir haben ein sehr dynamisches Gründungsgeschehen im Land“, sagte Buchholz.


