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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Noch ist der Sack nicht zu: Gespräche über Traditionsschiffe gehen weiter

Traditionsschifffahrt: Land und Bund vereinbaren Fortsetzung des Dialogs mit den Skippern

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In einem Gespräch zur geplanten Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe  haben sich heute Bundesminister Christian Schmidt und Ministerpräsident Daniel Günther auf einen weiteren Dialog verständigt. Vor Verkündung der Verordnung werden sowohl die betroffenen Vereine und Verbände als auch die Küstenländer noch einmal die Möglichkeit erhalten, ihre Anliegen einzubringen. Beide waren sich einig, dass die offenen Punkte substantiell geprüft werden sollten und es schnell Klarheit geben solle.

1988_7_MdB-Christian-Schmidt-PortraitSchmidt: „Wir setzen uns gemeinsam dafür ein, dass die Traditionsschifffahrt in Deutschland erhalten bleibt. Mein Weg ist hier der Dialog mit den Verbänden und Vereinen. Es gilt der Grundsatz: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Gemeinsam wollen wir Lösungen erarbeiten, damit die historischen Schiffe sicher für Besatzung und Passagiere bleiben. Wir nehmen uns dafür die Zeit, die notwendig ist.“

Daniel Günther

Günther: „Ich freue mich, dass wir nach meinem Gespräch mit dem Bundesverkehrsminister nun keinen starren zeitlichen Rahmen mehr für das Inkrafttreten der neuen Sicherheitsvorschriften haben. Damit besteht die Chance, rechtzeitig vor der nächsten Saison im Frühjahr zu einer einvernehmlichen Lösung zu kommen. Ziel muss es dabei sein, die Anforderungen an Sicherheit genauso zu berücksichtigen wie die Interessen der Traditionsschifffahrt. Die Schiffe haben für Schleswig-Holstein als Land zwischen zwei Meeren besondere Bedeutung. Dem müssen wir Rechnung tragen, im Interesse aller Küstenländer.“

Die Umsetzung der neuen Vorschriften wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet, die sich erstmals am kommenden Montag, 20. November, trifft. Die Arbeitsgruppe besteht aus Verbänden und Vereinen der Traditionsschifffahrt sowie Vertretern des Bundesverkehrsministeriums und der Zulassungsbehörde (Dienststelle Schiffssicherheit bei der Berufsgenossenschaft Verkehr mit Sitz in Hamburg).

In der Auftaktsitzung werden die Vertreter des Bundesministeriums unter anderem einen umfangreichen Fragenkatalog des Dachverbandes der deutschen Traditionsschifffahrt GSHW zu den neuen Vorschriften beantworten. Auf der Tagesordnung steht außerdem die Einrichtung einer Ombudsstelle. Diese soll strittige Fragen im Rahmen des Zulassungsverfahrens klären, ohne dass Betroffene den Klageweg beschreiten müssen.

Ein weiteres Thema der Sitzung ist das neue Förderprogramm, mit dem der Bund notwendige Umbauten der historischen Schiffe finanziell unterstützt. Die Details werden gemeinsam mit den betroffenen Verbänden und Vereinen erarbeitet.

Die neue Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe wird u. a. die Vorgaben für die bauliche Beschaffenheit, den Brandschutz und die Ausrüstung mit Rettungsmitteln festlegen. Grundlage sind die Sicherheitsempfehlungen der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU). Dadurch können historische Schiffe in Zukunft ihre Einstufung als „Traditionsschiff“ erhalten und gleichzeitig die erforderlichen Sicherheitsstandards für Passagiere und Besatzung bieten

Kieler Landesregierung stark irritiert über Blitz-Entscheidung zu Traditionsschiffen

Großer Unmut im Kieler Regierungslager über Berliner Vorstoß zur Traditionsschifffahrt

Ein Segelboot im Flensburger Hafen

Im Tauziehen um die Zukunft der Traditionsschifffahrt hat Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther das Vorgehen des Bundesverkehrsministeriums scharf kritisiert. Zu dessen Ankündigung, eine umstrittene Sicherheitsverordnung zum 1. Januar in Kraft treten zu lassen, sagte der CDU-Politiker: «Der Schritt ist überhaupt nicht nachvollziehbar». Es stünden noch entscheidende Gespräche aus.

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Thilo Rohlfs

Zudem habe Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs erst vergangene Woche mit seinen Ländeer-Kollegen bei der Verkehrsministerkonferenz in Wolfsburg vereinbart, dass hier weitere Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium nötig seien.

Daniel Günther
Daniel Günther

Es könne nicht sein, dass eine geschäftsführende Bundesregierung in dieser Frage jetzt Nägel mit Köpfen machen wolle, sagte Günther.

«Hier sind wichtige Fragen noch nicht geklärt.» Für das Tourismusland Schleswig-Holstein sei der Erhalt der Traditionsschifffahrt sehr wichtig. Günther forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. «Es ist mir unverständlich, dass die Bundesregierung trotz der zahlreich geäußerten Bedenken aus den Ländern daran festhält, eine sehr strittige Verordnung ohne weitere Diskussion mit den Betroffenen umzusetzen.»

Buchholz_wimipresseWirtschafts- und Tourismusminister Bernd Buchholz sagte

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Betreiber befürchten, dass viele alte Segelschiffe und Dampfer nach Inkrafttreten der Verordnung nicht mehr fahren dürfen. Die Verordnung gibt unter anderem Vorgaben für bauliche Beschaffenheit, Brandschutz und Ausrüstung mit Rettungsmitteln. Die Schiffsbetreiber befürchten, dass die umfangreichen Bauvorschriften und die kostspielige Ausbildung von Crewmitgliedern nicht finanzierbar seien.

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU) hatte am Dienstag gesagt, er wolle die Traditionsschifffahrt erhalten und dafür werde ein hohes Maß an Sicherheit für Besatzung und Passagiere gebraucht. «Kein Schiff wird durch die Verordnung an die Kette gelegt», hieß es aus dem Ministerium.

Niemand müsse jetzt ohne Not und echten Zeitdruck eine Regelung durchpeitschen, die durchaus im gegenseitigen Einvernehmen mit den betroffenen Verbänden erarbeitet werden könnte, erklärte Günther. «Die Verbände der Traditionsschifffahrt haben alternative Vorschläge auf den Tisch gelegt, die diskutiert werden müssen.»

Wenn das Bundesverkehrsministerium dies auf Biegen und Brechen nicht tun wolle, habe er dafür kein Verständnis. Er hoffe, dass in einem bereits verabredeten Gespräch zwischen Vertretern des Verkehrsministeriums und den betroffenen Verbänden Anfang kommender Woche in Berlin doch noch Einvernehmen über das weitere Verfahren erzielt werden kann.

SH-Industrie steigert Investitionen – Boom vor allem im Ernährungsbereich

SH-Industrie packt Investitionen an – Buchholz: Ausweitung der Produktion dämmt Gefahr der Konjunktur-Überhitzung

Niederegger-Marzipan Lübeck
Marzipan-Produktion bei Niederegger in Lübeck – die Ernährungs-Branche legte 2016 um 13 Prozent bei den Investitionen zu

Die Industriebetriebe in Schleswig-Holstein haben 2016 mehr Geld investiert. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Investitionen um drei Prozent auf 933 Millionen Euro. Mit 821 Millionen Euro entfiel der größte Anteil auf Maschinen, Anlagen und Betriebsausstattung. Die Investitionen in Gebäude und Grundstücke hingegen fielen deutlich auf 112 Millionen Euro. Das ist eine Verringerung um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Mieten zahlten die Unternehmen 89 Millionen Euro, damit ein Prozent weniger als 2015.

Dr. Bernd Buchholz

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich zufrieden: „Das gestiegene Engagement der Betriebe dürfte sich nicht nur positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken, sondern auch die auch die von den Wirtschaftsforschungsinstituten befürchtete Überhitzung der Konjunktur Einbremsen“, so Buchholz.

Besonders hohe Investitionen leisteten die Nahrungs- und Futtermittelindustrie mit einem Plus von 13 Prozent (166 Millionen Euro) sowie die chemische Industrie mit einer Steigerung um 21 Prozent (116 Millionen Euro). Der Maschinenbau verringerte seine Investitionssumme um sechs Prozent auf 93 Millionen Euro.

Buchholz erinnerte vor diesem Hintergrund daran, dass sich die deutsche Wirtschaft in einer außergewöhnlich lang anhaltenden Wachstumsphase befinde, aber die Investitionen bislang noch hinter diesem Trend hinterher hinkten. Darum sei das  Wachstum bislang vor allem vom Binnenkonsum getragen worden, so dass die Produktionskapazitäten immer höher ausgelastet wurden und die Überhitzungsgefahr zunahm, so Buchholz.

Buchholz: Auch der ÖPNV braucht den Ausgleich zwischen Ökologie und ökonomischen Zwängen

Bus- und Bahnbetreiber fordern 20 Milliarden – Buchholz: ÖPNV muss wirtschaftlichen Maßstäben genügen

Die Stadtbus Linie 14 am Flensburger ZOB

Für Sanierung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verlangen die Bus- und Bahnbetreiber von der neuen Bundesregierung ein Sonderprogramm im Volumen von rund 20 Milliarden Euro. Es soll eine Laufzeit von zehn Jahren haben, teilte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) heute in Hamburg mit. Für eine Verkehrswende mit klima- und umweltschonender Mobilität müsse der kommunale ÖPNV sichtbar gestärkt werden, sagte VDV-Präsident Jürgen Fenske. «Wenn die Angebote zuverlässig und gut sind, dann steigt der Bürger um.»

Dr. Bernd BuchholzZu notwendigen Modernisierungsmaßnahmen im schleswig-Holsteinischen ÖPNV-Netz sagte Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz im Gespräch mit Christian Wolf von NDR-1-Welle-Nord

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Die 600 Verbandsmitglieder begrüßten die vergangene Woche gestartete Initiative der Verkehrsminister der Länder für ein «Investitionsprogramm Mobilität», das sogar ein Volumen von 50 Milliarden Euro Bundesmittel haben soll. Daraus beansprucht der kommunale ÖPNV 15 Milliarden Euro für Modernisierung und Ausbau des Nahverkehrs sowie weitere fünf Milliarden Euro, um den Sanierungsstau abzubauen. Die Länder sollten dieses ÖPNV-Programm mit weiteren fünf Milliarden Euro über die Laufzeit flankieren. Der ÖPNV wird laut VDV jährlich von mehr als zehn Milliarden Fahrgästen genutzt.

 

 

Firmenbetreiber sehen für deutsche Seehäfen noch jede Menge Potenzial

Betriebe in deutschen Seehäfen beklagen „hausgemachte Probleme“ – Häfen in SH unterschiedlich aufgestellt

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Trailer-Umschlag im Lübecker Hafen: 2016 knickte der Umschlag hier um fünf Prozent ein

Die deutschen Seehäfen könnten durch einen schnelleren Ausbau der Verkehrswege und ein besseres Planungs- und Umweltrecht einen Wachstumsschub bekommen. «Wir könnten mehr erreichen», sagte heute Frank Dreeke, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) in Hamburg. Der Schlüssel für mehr Wachstum liege vor allem bei Politik und Verwaltung, nachdem 2016 die vorgesehenen Finanzmittel für den Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur deutlich hochgefahren wurden. «Nun muss das Geld auch ausgegeben werden können», sagte Dreeke. «Die Mittel sind da, die Projekte sind da, es fehlen Planer und Ingenieure.»

Im ersten Halbjahr erreichten die Seehäfen ein Umschlagplus von 1,5 Prozent auf 150,9 Millionen Tonnen und erstmals seit 2014 werde am Ende des Jahres wieder ein Umschlag von mehr als 300 Millionen Tonnen stehen. Dennoch gingen Marktanteile an die Konkurrenz in den Niederlanden und Belgien verloren, sagte Dreeke, der im Hauptberuf die Bremer BLG Logistics Group leitet. Zu den Hemmnissen im Wettbewerb zähle auch, dass Importeure ihre fälligen Einfuhrsteuern in Deutschland sofort, in anderen Häfen aber erst später entrichten müssten, wie es von der EU auch vorgesehen sei. Dabei gehe es um erhebliche Liquidität, die den Betrieben vorzeitig entzogen werde, was den anderen Häfen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil verschaffe.

Ton1Die Lage der drei großen Häfen in Schleswig-ist nach Angaben von SH-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz unterschiedlich: Während Kiel und Brunsbüttel klare Zuwächse verzeichnen, musste Lübeck 2016 einen Einbruch beim Güterumschlag von fünft Prozent wegstecken. Zudem hängt nach wie vor das Sanierungskonzept für den Hafen in der Luft, nachdem die Hafenarbeiter den Sanierungs-Tarifvertrag zur Rettung der Lübecker Hafengesellschaft (LHG) abgelehnt hatten.

Wirtschaftlich geht es den Betrieben in den gut 20 deutschen Seehäfen nicht schlecht, jedenfalls besser als den Reedereien. «Die Zahl der Arbeitsplätze in den Seehäfen hat sich nicht verändert und die Erträge sind gut bis auskömmlich», sagte der Verbandspräsident. Die mittelfristige Perspektiven seien angesichts des erwarteten Wachstums des weltweiten Seeverkehrs und der aktuellen Konjunktur in Deutschland vorsichtig positiv zu bewerten. Risiken gingen nach wie vor von der Außenwirtschaftspolitik der USA und dem Brexit aus.

Zur Verbesserung der Luftqualität in den Hafenstädten sollte die EEG-Umlage auf Landstrom gestrichen werden, forderte der Verband weiter. Der Einsatz von verflüssigtem Erdgas (LNG) in der Schifffahrt komme voran und werde ein LNG-Importterminal in Deutschland nach sich ziehen. Im kommenden Jahr werde eine Investorengruppe entscheiden, ob sie dieses Terminal in Brunsbüttel errichten will, sagte der dortige Hafenchef Frank Schnabel, der dem ZDS-Präsidium angehört. Auch Wilhelmshaven bemüht sich darum, Standort für ein LNG-Terminal zu werden. Bislang muss der Treibstoff aus den Niederlanden beschafft werden, um Schiffe in deutschen Häfen zu versorgen.

Der ZDS vertritt rund 180 Seehafenbetriebe an 22 Standorten in den Küstenländern, das sind rund 95 Prozent aller Betriebe. Die bedeutendsten deutschen Häfen sind Hamburg und Bremerhaven, die zusammen 56,5 Prozent des Gesamtumschlags und fast den gesamten interkontinentalen Containerumschlag abwickeln. Die deutschen Seehäfen bedienen mehr als 120 000 Schiffe pro Jahr und erledigen zwei Drittel des seewärtigen deutschen Außenhandels. Sie haben nicht nur für Norddeutschland, sondern für die gesamte deutsche Volkswirtschaft eine wichtige Funktion.

Erste Weichenstellung für ein gemeinsames Gewerbegebiet in der Metropolregion

Anfang vom Ende der Neid-Debatten? SH und HH stellen Weichen für erstes länderübergreifendes Gewerbegebiet

Gewerbe
Schulterschluss: Senatorin Stapelfeldt mit Buchholz und Horch (vorn) sowie Landrat Henning Görtz und den Bürgermeistern.

In der Metropolregion Hamburg entsteht zwischen der Hansestadt und Schleswig-Holstein erstmals ein länderübergreifender Gewerbepark. Im Osten haben sich der Hamburger Bezirk Wandsbek und die Gemeinde Stapelfeld (Kreis Stormarn) darauf verständigt, zwischen Rahlstedt und der Autobahn-Anschlussstelle Stapelfeld neue Gewerbegebiete zu erschließen. Das besiegelten heute Regierungsvertreter aus Hamburg und Schleswig-Holstein sowie Vertreter der Kommunen mit der Unterzeichnung eines so genannten Letter of Intent (Absichtserklärung)

Geplant werden 26,5 Hektar Gewerbefläche im Bezirk Wandsbek und rund 13 Hektar in der Gemeinde Stapelfeld. Nach Behördenangaben fallen je nach Lage des angesiedelten Betriebs auf der Fläche die Gewerbesteuern für die jeweilige Kommune an. Die Entscheidung sei getroffen worden, weil der Nordosten Hamburgs und das angrenzende Gebiet des Kreises Stormarn einen attraktiven und dynamischen Wirtschaftsraum bilden, in dem seit Jahren Gewerbeflächen nachgefragt werden. Die Region habe eine gute Autobahnanbindung und profitiere von der Anbindung nach Skandinavien, hieß es.

«Die gemeinsame Ausweisung von Gewerbegebieten ist ein guter und zukunftsweisender Weg, um im attraktiven Hamburger Rand wachsenden und innovativen Unternehmen Platz für Ansiedlung und Erweiterung zu schaffen», sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. «Und dies, ohne eifersüchtig auf Ländergrenzen zu schauen.»  Er hoffe, dass man die Zeit bis zur tatsächlichen Neuansiedlung von Betrieben unter anderem auch dazu nutzen werde, die bislang unterschiedlichen Steuer-Hebesätze anzugleichen.

Buchholz Hamburger Amtskollege Frank Horch (parteilos) verwies auf «eine Erfolgsgeschichte interkommunaler Zusammenarbeit». Das neue Gewerbegebiet sei zudem ein Vorzeigeprojekt für die Metropolregion, so Hamburgs Senatorin für Stadtentwicklung, Dorothee Stapelfeldt.

Der Bürgermeister von Stapelfeld, Jürgen Westphal, hofft vor allem, dass die rund 1700 Einwohner zählende Gemeinde als Wohn- und Arbeitsstandort attraktiver wird. 45 Prozent sind dort älter als 50 Jahre, wie das Statistikamt Nord ausweist. Das Durchschnittsalter liegt bei rund 45 Jahren. Außerdem erwartet Westphal eine Lösung der Verkehrsprobleme in seiner Gemeinde und positive Auswirkungen auf die Gestaltung des Landschaftsraumes «Die Große Heide» zwischen Rahlstedt und Stapelfeld. Um das Straßennetz beider Ortslagen zu entlasten, soll eine neue Verbindung zwischen Stapelfelder Straße und Sieker Landstraße gebaut werden.

Buchholz läutet Winterdienst-Saison ein: Land mit 30.000 Tonnen Streusalz gut gerüstet

Der erste Frost ist da – Winterdienst des LBV-SH rollt an – Buchholz appelliert an Vernunft der Autofahrer

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Buchholz mit Carolin Rönna aus der Straßenmeisterei Bad Oldesloe und Lübecks LBV-SH-Niederlassungsleiter Jens Sommerburg.

Für die mehr als 600 Beschäftigten der 26 Autobahn- und Straßenmeistereien des Landes kann der Winter kommen: Wie der Chef der Lübecker Niederlassung des LBV-SH, Jens Sommerburg, heute bei einem Besuch von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz in der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe sagte, stünden für die kommenden Monate insgesamt  rund 1000 Fahrzeuge und Räumgeräte bereit. „Damit machen unsere Kolleginnen und Kollegen die Straßen auch bei Schnee und Frost sicher und befahrbar. Und dazu haben wir auch unsere landesweit 48 Lagerstätten für Streugut mit einer Kapazität von rund 30.000 Tonnen gut gefüllt“, sagte Buchholz und dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Vorbereitung.

Winter3aIm Gespräch mit Journalisten und Straßenwärtern – wie hier Marcel Körner) sagte Buchholz bei dem Pressetermin in Bad Oldesloe weiter

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Auf dem rund 500 Kilometer umfassenden Autobahn-Netz des Landes, das sich in der Obhut des LBV-SH befindet, kann laut Sommerburg bei Bedarf ein 24-stündiger Streu- und Räumeinsatz gefahren werden. Auch für die Bundes-, Landesstraßen und sowie einen Großteil der Kreisstraßen stehen die Straßenwärterinnen und –wärter täglich von 3 Uhr morgens bis 22 Uhr abends bereit.

Wie Sommerburg erläuterte, gehören zur Vorbereitung auf den Winterdienst auch die Wartung der so genannten Taumittelsprühanlage auf der Haselholmer Talbrücke im Zuge der B 76 (Umgehung Schleswig) sowie die Wartung der geothermischen Anlage der Brücke über den Elbe-Lübeck-Kanal bei Berkenthin im Zuge der B 208. Bei dieser Anlage zirkuliert ein Frostschutzmittelgemisch durch ein unterhalb der Fahrbahn eingebautes Rohrsystem, was mit Hilfe der Grundwasserwärme auf eine Temperatur von 55 Grad erwärmt wird und somit die Fahrbahntemperatur erhöht.

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Buchholz appellierte an die Autofahrerinnen und Autofahrer im Land: „Auch wenn unser Landesbetrieb für einen guten Winterdienst einsteht, ersetzt dies nicht Ihre Pflicht, mit Vernunft und Weitsicht zu einem sicheren Straßenverkehr beizutragen. Passen Sie ihre Fahrweise den Witterungsbedingungen an und nehmen Sie vor allem Rücksicht auf unsere Kollegen.“ Der Minister spielte damit auf Berichte von Straßenwärtern an, die in jedem Winter erneut erleben, dass ihre Streufahrzeuge in teils waghalsigen Mannövern überholt werden. Buchholz: „Und mit der rechtzeitigen Umrüstung auf Winterreifen können Sie ebenfalls aktiv zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen.“

Wie Sommerburg sagte, liegen die Kosten für den jährlichen Winterdienst – im Mittel der vergangenen fünf Jahre – bei rund 9,2 Millionen Euro. Der Salzverbrauch der Wintersaison 2016/17 lag bei knapp 22.000 Tonnen Streusalz.

WiMi-Pressetermine heute…

Heute vereinbaren Stapelfeld und HH-Wandsbek gemeinsame Gewerbeflächen – und die Winterdienst-Saison beginnt

Die heutigen Pressetermine von Wirtschafts- und Verkehrsminister Buchholz:

9 Uhr, Stapelfeld, Kreis Stormarn (Kratzmannsche Kate, Reinbeker Straße): Unterzeichnung eines „Letter oft Intent“ (LOI) für die Entstehung von 40 Hektar gemeinsamer Gewerbefläche zwischen Rahlstedt und Stapelfeld im Kreis Stormarn.

11 Uhr, Autobahn- und Straßenmeisterei Bad Oldesloe, Steinkamp 5: Startschuss für die Winterdiest-Saison des LBV-SH mit Erläuterungen von Lübecks LBV-SH-Chef Jens Sommerburg zum SWISS-Winterdienst-System und dem Einsatz von Sole-Technik.

Bahn-Werk in Neumünster bleibt bestehen

Ende einer bangen Hängepartie: DB AG bestätigt gegenüber Buchholz den Erhalt des Bahn-Werks in Neumünster

DB
Hoch spezialisierter Servive: Ein Fachmann des Bahn-Werks in Neumünster bei der Arbeit
Vor genau einem Jahr mussten die rund 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bahnausbesserungswerks in Neumünster noch bangen, nun die Entwarnung: Wie die DB AG jetzt gegenüber Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Buchholz bestätigte, bleibt das Bahn-Werk in der Schwale-Stadt erhalten. Zuvor hatte sich die DB von vier der bundesweit acht Großwerkstätten dieser Art trennen wollen, diese Pläne sind scheinbar in Gänze vom Tisch. Die Belegschaft war darüber bereits in dieser Woche informiert worden.

„Das ist nicht nur eine gute Nachricht für Neumünster, sondern für das gesamte Land, denn das Bahn-Werk verfügt über technologisch besonders anspruchsvolle Arbeitsplätze und zeichnet sich zudem durch eine hohe Ausbildungsquote aus“, sagte Buchholz, der auch Arbeitsminister ist.
ÜberschriftWeiter sagte Buchholz am Abend
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Noch im vergangenen November waren im Werk Fragebögen verteilt worden, um Daten für eine Sozialauswahl für einen möglichen Stellenabbau zu erfassen. Das hatte es in dem 155 Jahre alten Werk zuletzt im Jahr 2003 gegeben.

Im dem Werk werden die IC-Reisezugwagen der Deutschen Bahn, Nahverkehrswagen und elektrische Triebzüge (ET) von DB Regio, sowie externer, teilweise internationaler Eisenbahnunternehmen untersucht, überarbeitet und modernisiert. Des Weiteren lassen die DB Fernverkehr AG und die DB Regio AG dort die Drehgestelle und Achsen der Reisezugwagen wiederaufarbeiten.

Die DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH beschäftigt ist mit ihren rund 700 Stellen einer der größten Arbeitgeber der Stadt Neumünster.

Und so berichten die KN (Montagausgabe):


Rückenwind für Tourismus in St. Peter-Ording – Buchholz gibt grünes Licht für neues Strandhaus

Buchholz auf Westküsten-Tour: Startschuss für Strandgebäude in St. Peter-Ording – Besuche in Heide

Titel
Rundgang an der Standpromenade von St. Peter mit Bürgermeister und Tourismusverantwortlichen

Bei einem Besuch der Westküste erteilte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute Bürgermeister Rainer Balsmeier die Genehmigung für einen vorzeitigen Maßnahmebeginn für  zwei neue Servicegebäude am Strand. Das Land werde sich mit rund 70 Prozent an den Kosten für das rund 2,6 Millionen Euro teure Vorhaben beteiligen. „Mit rund 1,3 Millionen Übernachtungen und 255.000 Urlaubsgästen pro Jahr ist St. Peter-Ording einer der wichtigsten Tourismusmagneten an der Nordseeküste – und wir wollen mit diesem Engagement dafür sorgen, dass die bereits hohe Qualität des Angebots hier noch weiter verbessert wird“, sagte Buchholz.

Das Projekt umfasst ein Servicegebäude am südlichen Strandabschnitt, bestehend aus einem Ausstellungsraum des Nationalparkamtes zum Thema Weltnaturerbe, einem Multifunktionsraum für kleinere Veranstaltungen und weitere Ausstellungen. Darüber hinaus sind Räume für die Strandüberwachung, Strandkorbvermietung und  Erste-Hilfe vorgesehen. Für den nördlichen Teil des Ordinger Strandes ist als zweiter Bauabschnitt ein weiterer Pfahlbau als Service- und Sanitärgebäude geplant. „Wichtig war uns, dass zu beiden Gebäuden ein barrierefreier Zugang auf ein Zwischenpodest mit einer WC-Anlage und einer Ladestation für E-Rollis eingeplant ist“, sagt Buchholz.

Bescheid
Bescheidübergabe: Buchholz und St. Peter-Ordings Bürgermeister Rainer Balsmeier

Wie der Minister weiter sagte, ermögliche die Veranstaltungsfläche am Ordinger Strand auch Großveranstaltungen wie Beachvolleyballturniere, Surf-Meisterschaften oder das Drachenfest. Diese Veranstaltungen sind nach Angaben von Balsmeier für die Urlaubs-  sowie für die Tagesgäste ein enormer Anziehungspunkt. Eine zeitgemäße und gut funktionierende Infrastruktur am Strand sei daher zwingend erforderlich.

Die vorgesehene winterfeste Ausstattung der Serviceeinrichtungen soll nach den Worten von Buchholz vor allem dazu beitragen, die Urlaubssaison zu verlängern.

Am Nachmittag informierte sich Buchholz dann über verschiedene Projekte in der Region Heide. Auf dem Programm stand ein Besuch der Entwicklungsagentur Region Heide, die im Auftrag der Stadt Heide und des Amtes Heider Umland gemeindeübergreifende Zukunftsprojekte bearbeitet. Zudem besuchte Buchholz die Raffinerie Heide sowie weitere Unternehmen und traf Vertreter der Fachhochschule Westküste (FHW).

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Raffinerie in Heide

Bei der Entwicklungsagentur ging es unter anderem um das Verbundvorhaben QUARREE100, das vom Bund mit 24 Millionen Euro gefördert wird. Im Rahmen des Projektes kooperieren Stadt, Entwicklungsagentur, Stadtwerke und Fachhochschule mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Forschung. Im Austausch mit den Bürgern sollen in den nächsten fünf Jahren Strategien und konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Energieversorgung des Heider Stadtquartieres „Rüsdorfer Kamp“ erarbeitet werden. Im Mittelpunkt steht dabei eine intelligente und umfassende Nutzung und Speicherung regional produzierter Energie, um den Wohn- und Gewerbestandort zu stärken.

Der Minister lobte die intensive und praxisnahe Zusammenarbeit verschiedener Organisationen in der Region: „Die sektorenübergreifende Kooperation der Entwicklungsagentur mit der FHe Westküste, der Raffinerie, mittelständischen Unternehmen und weiteren Partnern bündelt wichtiges Knowhow, das für die Erschließung innovativer Geschäftsfelder erforderlich ist. Denn durch ein Zusammenwirken von Wirtschaft, Umwelt und Bildung entstehen Synergieeffekte, die nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Schaffung neuer Arbeitsplätze großes Potenzial bergen.“

Als ein Beispiel nannte Buchholz die Entwicklung der Produktion synthetischer Kraftstoffe mithilfe von Windenergie. Diese wird unter dem Dach der technologischen Projektinitiative ENTREE100 von der Entwicklungsagentur und der Raffinerie Heide vorangetrieben.

„Hier zeigt sich, dass die jahrelange, enge Zusammenarbeit zwischen der Entwicklungsagentur und der Raffinerie erste Früchte trägt. Dabei profitieren auch weitere regionale Organisationen, wie beispielsweise die Fachhochschule Westküste, von der fortschreitenden Entwicklung“, resümierte Thomas Gerber, technischer Geschäftsführer der Raffinerie Heide. Denn das Netzwerk, das neben regionalen Akteuren weitere nationale und internationale Partner umfasst, biete gute Rahmenbedingungen für einen Wissens- und Technologietransfer, der Schleswig-Holstein als „Energiedrehscheibe“ stärke.

Ulf Stecher (CDU), Heider Bürgermeister sowie stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Entwicklungsagentur Region Heide und Martin Eckhard, QUARREE100-Projektkoordinator, zeigten sich nach dem knapp vierstündigen Aufenthalt des Ministers zufrieden: „Unsere Projekte hier in Heide machen sichtbar, welche zukünftigen Technologien und Wirtschaftszweige für ganz Schleswig-Holstein vielversprechende Möglichkeiten bieten. Das große Interesse von Herrn Dr. Buchholz an diesen Themen bestärkt uns, die Arbeit für unseren Standort und die regionale Wertschöpfung zusammen mit unseren Partnern noch engagierter zu betreiben!“

Weitere Informationen zum Projekt QUARREE100 erhalten Sie hier und  hier