Meyer appelliert an Metallarbeitgeber: Tarifbindung wichtigestes Mittel gegen Fachkräftemangel
Während die Metall-Arbeitgeber im Norden heute bei einem Festakt anlässlich des 20-jährigen Bestehens des AGV-Nord die Arbeit ihrer Landesregierungen kritisch bewerteten, forderte Wirtschaftsminister Meyer von den Verbänden mehr Einsatz für die Tarifbindung. „Die ständigen Bestrebungen, aus der Tarifbindung auszuscheren, sind für den Wirtschaftsstandort ein verheerendes Signal“, sagte Meyer in seinem Grußwort in Hamburg. Das Land benötige dringend Fachkräfte – und die bekomme und binde man allein durch gute Arbeitsbedingungen und das heiße Tariflohn samt Tarifbindung.
Meyer sagte am Rande der Festveranstaltung weiter
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Für die kommende Legislaturperiode kündigte Meyer deshalb an, im Rahmen der gemeinsamen Fachkräfteinitiative mit Kammern, Verbänden und Gewerkschaften eine gemeinsame Initiative für Tarifbindung auf den Weg zu bringen. „Damit werden wir ein noch attraktiverer Standort für Fachkräfte als bisher“, so der Minister
Die Arbeitgeber hatte zuvor vor allem den stotternden Infrastrukturausbau in den norddeutschen Ländern kritisiert, der vor allem den Betrieben n den Flächenländern Sorge bereite, so Nico Fickinger vom AGV-NORD-Vorstand
Der Allgemeine Verband der Wirtschaft Norddeutschlands (AGV NORD), dessen Mitglieder nicht den Flächentarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie (M+E) unterliegen, und der Arbeitgeberverband Nordmetall hatte ihre Mitgliedsfirmen zur Zufriedenheit mit den Regierungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Niedersachsen befragt. Danach waren die Firmen in Bremen vor allem mit dem Zustand der Straßen, Brücken und Tunnel nicht zufrieden. Das wurde neben den Bahnverbindungen auch in Schleswig-Holstein moniert. Mit der Landespolitik der bisherigen Koalition aus SPD, Grünen und SSW war mehr als die Hälfte der dort Befragten insgesamt zufrieden.
Dem AGV Nord gehören eigenen Angaben zufolge 440 Firmen mit fast 44 000 Beschäftigten an. Nordmetall vertritt 250 Unternehmen mit rund 110 000 Beschäftigten. An der Umfrage beteiligten sich den Angaben zufolge 158 Betriebe.


Wirtschaftsminister Reinhard Meyer – hier mit LN-Geschäftsführerin Stefanie Hauer – hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2012 die Schirmherrschaft für die Veranstaltung.






Mit Blick auf die Kritik mancher Bürgermeister in der Region, wonach Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele sich vergangene Woche angeblich von dem S-Bahn-Projekt distanziert habe, erklärte Meyer: „Mein Staatssekretär hat vor Ort lediglich auf das nicht ganz triviale Planfeststellungsverfahren hingeweisen. Denn klar ist, dass gerade der Abschnitt Ellerau wegen der Betroffenheit vieler Grundstückseigentümer ein neuraligescher Abschnitt ist und somit natürlich auch denkbar wäre, dass es im Verlauf der Planung noch zu Anpassungen kommen muss. Denn wir müssen und werden auch die Bedenken und Begehren der Anwohner aufnehmen“, so der Minister. Das werde aber nicht dazu führen, dass die S 21 nicht komme. „Denn“, so Meyer, „wir stehen ohne Wenn und Aber zu diesem großen Infrastrukturvorhaben.“
Meyer sagte im Gespräch mit dem NDR-Schleswig-Holstein-Magazin (auch heute abend, 19.30 Uhr, auf N 3)


Am Nachmittag trafen sich Betriebsratsmitglieder mit Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der im Anschluß in einem Interview mit RSH-Reporter Andreas Otto folgendes Fazit zog (Audiopfeil klicken):

Meyer sagte weiter
