SH investiert 2017 rund 37 Millionen Euro in Straßensanierung in Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg

Ab kommendem Monat rollen auf den Straßen in Dithmarschen, Steinburg, Pinneberg sowie in Teilen von Segeberg die Bagger: Gemeinsam mit dem zuständigen Niederlassungsleiter des LBV-SH in Itzehoe, Kai-Uwe Schacht, stellte Verkehrsminister Reinhard Meyer heute in Heide das Baustellen-Programm für 2017 vor. Insgesamt werden von geplanten 37 Millionen Euro Gesamtinvestitionen ab April rund 26 Millionen Euro im Bereich der Kreise Dithmarschen und Steinburg sowie elf Millionen Euro im Bereich des Kreises Pinneberg und einem Teilbereich des Kreises Segeberg verbaut.
Meyer sagte zum Bauprogramm
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„Wir wissen, dass wir damit einmal mehr viele Anwohner, Pendler und Gewerbetreibende vor eine Geduldsprobe stellen – aber die Sanierungen sind unvermeidlich, wenn die Westküste auch noch in zehn Jahren sicher und gut vernetzt sein will“, sagte Meyer. Sämtliche Vorhaben seien gut aufeinander abgestimmt, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem werden die Anwohner der einzelnen Baustellen rechtzeitig angesprochen und auch über mögliche Umleitungen informiert.

Nach den Worten von Schacht liegt der Schwerpunkt der Sanierungen in diesem Jahr eindeutig bei den Bundes- und Landesstraßen, aber auch ein Teil der Autobahn A 23 werde repariert. Dort stehen größere Fahrbahnerneuerungen zwischen Alberdorf und Heide-Süd sowie zwischen der Landesgrenze zu Hamburg bei Eidelstedt und Rellingen auf den Plan. Allein dieses Projekt, das bis zum Ende August 2017 abgeschlossen werden soll, ist mit Kosten in Höhe von vier Millionen Euro veranschlagt. Der Verkehr beider Fahrtrichtungen wird während der Bauzeit gemeinsam auf der Richtungsfahrbahn Hamburg geführt. Hierbei werden in Fahrtrichtung Heide zwei Fahrstreifen zur Verfügung stehen und ein Fahrstreifen in Richtung Hamburg.
Eines der größten Projekte bei den Bundesstraßen: Die B 203 im Norden Dithmarschens wird zwischen Büsum und Westerdeichstrich und auf einer Länge von knapp neun Kilometern zwischen Gaushorn und Lüdersbüttel grundhaft saniert. Im Großraum Büsum müssen die Verkehrsteilnehmer vom 11. September bis Ende Oktobermit einer Vollsperrung rechnen. Auf der B 203 zwischen Gaushorn und Lüdersbüttel starten die Bauarbeiten bereits am12. Juni und sollen Mitte August beendet sein. Auch hier muss die Straße voll gesperrt werden. Die örtliche Umleitung erfolgt auf den benachbarten Landes- und Kreisstraßen.
In den Kreisen Pinneberg und Steinburg wird laut Schacht insbesondere der Streckenzug der B 431 zwischen Wedel und Holm, Elmshorn und Glückstadt sowie im Bereich St. Margarethen angepackt. Insgesamt stehen hier knapp 18 Kilometer Bundesstraße zur Erneuerung an. „Alles in allem investieren wir in diesem Jahr in die Bundesstraßen der drei Kreise rund 20 Millionen Euro“, sagt Meyer.
Nachdem bereits Mitte 2016 der dreistreifige Ausbau der B 5 zwischen Itzehoe und Wilster mit einer ersten Brückenbaumaßnahme bei Wilster angelaufen war, folgt der nächste größere Straßenbauabschnitt im Herbst dieses Jahres. „Mit diesen Maßnahmen wird die Anbindung der Westküste verbessert und damit zugleich die Wirtschaftskraft und der Tourismus in der Region gestärkt“, so Meyer.
Auch das Land investiere kräftig in die Westküstenregion. So stehe auf der Prioritätenliste für die Landesstraßen in diesem Jahr in Dithmarschen neben der L 138 Brunsbüttel-Eddelak auch die L 149 mit zwei Abschnitten zwischen Glüsing und Schalkholz sowie zwischen Tellingstedt und Immenstedt.
Im Kreis Pinneberg haben die Straßenbauer vor allem die Fahrbahnerneuerung der L 75 als wichtige West-Ost-Verbindung zwischen Elmshorn und Henstedt-Ulzburg im Auftragsbuch. Mit der nahezu durchgehenden Erneuerung dieser Strecke wurde bereits 2016 begonnen; sie soll bis 2018 abgeschlossen sein.
Wie Meyer weiter sagte, wende das Land für die Fahrbahnerneuerungen auf den Landesstraßen im Bereich der LBV-SH-Niederlassung Itzehoe insgesamt gut zwölf Millionen Euro auf: „Mit der Umsetzung dieser Projekte treiben wir nach einer klaren Prioritätenliste die dringend erforderliche Sanierung des Landesstraßennetzes weiter voran.“

Wie Nägele vor rund 450 LBV-SH-Mitarbeitern aus dem Bereich „Straßen- und Unterhaltungsdienst“ weiter sagte, werde das Land eine Vereinbarung mit der Personalvertretung für sämtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schließen, die auch in Zukunft beim LBV-SH bleiben wollen. Darin werde unter anderem eine Weiterbeschäftigungsgarantie und eine sehr weitreichende Standortgarantie festgeschrieben.

Der Minister sagte im Gespräch mit Anna Grusnick (Welle Nord) und Andreas Otto (RSH)


Im Hinblick auf die weitere Verkürzung von Instanzenwegen plädiert Meyer für eine grundlegende Reform auf Ebene der Justizminister in Bund und Ländern. So sei einerseits eine massive personelle Aufstockung der Senate beim Bundesverwaltungsgericht erforderlich, um die Verfahren in angemessener Zeit zu bearbeiten. Andererseits müsse eine Regelung getroffen werden, nach der für bestimmten Planungsständen eine Art Rechtsschutz gewährt werde. „Es kann nicht länger sein“, so Meyer, „dass nahezu fertige Planungen für Autobahnabschnitte wie bei der A 20 oder die Vertiefung der Elbe noch einmal vollständig ins Rutschen geraten, weil beispielsweise im Nachhinein von der Europäischen Union Wasserrahmenrichtlinien erlassen werden, mit denen die Länder juristisch völliges Neuland betreten.“

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der im vergangenen Jahr bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte, um mögliche Synergien mit dem überaus erfolgreichen Kieler Seehafen auszuloten, erneuerte sein Gesprächsangebot. „Wenn Lübeck es wünscht, dann schmieden wir gemeinsam ein Hafenbündnis für die Hansestadt.“
Meyer sagte weiter

Meyer sagte zu den Einzelprojekten
Meyer sagte dazu weiter


Im Gespräch mit Journalisten sagte Meyer (hier im Bild mit Matthias Paraknewitz)
Wie Paraknewitz weiter erläuterte, muss die Fahrbahn in allen Schichten bis in die Tiefe erneuert werden – auch die Entwässerungskanäle werden repariert. Gleichzeitig werde die Fahrbahndecke zwischen der „Reuterkoppel“ bis zur Ortsumgehend Preetz saniert. Das Gewerbegebiet „Ostseepark“ in Schwentinental bleibt aber aus den Richtungen Kiel und Preetz mit den üblichen Abfahrten erreichbar. Während der Bauarbeiten werde zudem stets gewährleistet, dass Rettungsdienste im Notfall durch die Baustelle fahren können. Mit den betroffenen Anliegern werden für die Bauzeit individuelle Regelungen zur Erreichbarkeit ihrer Grundstücke getroffen.
