Im Wettlauf um die Genehmigung des mit 272 Millionen Euro ausgestatteten EU-Förderprogramms EFRE ist Schleswig-Holstein Europa-Champion: Als europaweit erstes Bundesland bekam der echte Norden heute Vormittag von der EU-Kommission den „grünen Haken“ hinter die schleswig-holsteinischen Programmpläne.
„Eine starke Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses“, freute sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Der nächsten Landesregierung eröffne das 20 Punkte umfassende Programm bis 2027 einen enormen Handlungsspielraum. „Zusammen mit öffentlichen wie privaten Kofinanzierungsmitteln können Investitionen in Höhe von über 750 Millionen Euro angestoßen werden – das gibt Schub für wirtschaftliches Wachstum und die Zündung nachhaltiger Innovationen“, sagte der Minister.
Elisa Ferreira, zuständige EU-Kommissarin, gratulierte der Landesregierung ebenfalls: „Ich freue mich über den Start des ersten genehmigten Programms im Rahmen unseres politischen Ziels ,Investitionen in Wachstum und Beschäftigung‘“, so die Portugiesin. Das Programm füge sich gut in die Vision und die Prioritäten der EU ein: den Europäischen Green Deal, den digitalen Wandel und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Ferreira weiter: „Es ermöglicht uns, Innovationen zu fördern, besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Mit 40 Prozent der EU-Klimafinanzierung wird es zudem Investitionen für grünes und intelligentes Wachstum ermöglichen – etwa die Unterstützung von Start-ups, die Nutzung Erneuerbarer für Heiz- und Kühlsysteme oder den Aufbau eines digitalen Lerncampus.“
Laut Buchholz werden 168 Millionen in die Themenbereiche Innovation, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit fließen und knapp 80 Millionen Euro in die Bereiche Klimaschutz und Energiewende.
Senator Tjarks, Landrätin Heesch und Minister Buchholz
Per Rad zügig und klimafreundlich zwischen Elmshorn und Hamburg pendeln. Das soll ein gut ausgebauter Radschnellweg ermöglich. Nach der Grundsatzentscheidung für das Projekt im Kreistag des Kreises Pinneberg haben jetzt die drei Projektpartner – das Land Schleswig-Holstein, die Freie und Hansestadt Hamburg und der Kreis Pinneberg – einen Letter of Intent (LOI) unterzeichnet. Darin erklären sie ihre gemeinsame Bereitschaft, die Planung und den Bau dieses Radschnellwegs zügig voranzutreiben und über Verwaltungsgrenzen hinweg eng und abgestimmt zusammenzuarbeiten. Außerdem sichern die Partner ihren Einsatz für die finanzielle Förderung des Projekts zu.
„Klimafreundliche Verkehrsmittel zu nutzen, ist eine bewusste Entscheidung. Wenn die Fortbewegung mit dem Rad schnell, sicher und komfortabel ist, lässt sich diese Entscheidung sehr viel einfacher treffen. Der geplante Radschnellweg schafft die Voraussetzungen dafür und wird zur echten Alternative auf dem Weg zur Arbeit genauso wie in der Freizeit“, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz.
Und sein Hamburger Amtskollege Anjes Tjarks ergänzt: „Die Mobilitätswende und die vernetzte Region kommen einen wichtigen Schritt voran. Mit dem Radschnellweg zwischen Hamburg und Elmshorn stärken wir den Umweltverbund über Landesgrenzen hinweg und schaffen eine klimafreundliche Alternative insbesondere für die zahlreichen Pendlerströme in der Metropolregion.“
Für Pinnebergs Landrätin Elfi Heesch ist Radverkehr gelebter Klimaschutz: „Der Kreis Pinneberg bietet ideale Bedingungen für das Radfahren. Wenn die Radinfrastruktur attraktiv ist, werden viele Menschen das Pendeln mit dem Fahrrad für sich entdecken. Ich freue mich sehr über die grundsätzliche Bereitschaft des Landes, hier mit Fördermitteln zu unterstützen.“
Der Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg ist Teil eines Leitprojekts der Metropolregion Hamburg, das ein ganzes Netz von neuen Radschnellwegen vorsieht. Das Radschnellnetz soll künftig neun Radschnellwege umfassen, von denen sieben aus der Umgebung Hamburgs bis ins Zentrum Hamburgs führen. Vier davon starten in Schleswig-Holstein.
In einem Landtags-Antrag hat sich die SPD heute für eine Stärkung der Tarifbindung in Schleswig-Holstein eingesetzt und schlägt verschiedene Mittel für mehr Tarifbildung vor. Beispielsweise sollen öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tarifvertrag vergeben werden. Die Sozialdemokraten beklagen in ihrem Antrag weiter, dass die Tarifbildung im Land zurückgegangen sei. Dazu sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute im Landtag
Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau mit Wirtschaftsminister Buchholz nach ihrem heutigen Treffen im Ministerium
Nachdem der Bund vielen deutschen Schweinehaltern vor einigen Wochen faktisch die Antragsberechtigung für Corona-Überbrückungshilfen entzogen hat, greift das Land den derzeit betroffenen 228 schleswig-holsteinischen Betrieben unter die Arme. Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute nach einem Treffen mit Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau sagte, nehme das Land die Schweinehalter explizit in die Härtefallhilfen auf. „Wir werden keinen Betrieb durch’s Rost fallen lassen“, sagte Buchholz. Die Härtehilfen werden je zur Hälfte von Bund und Land getragen. Eine entsprechende Förderrichtlinie sei erarbeitet und die vorliegenden Anträge müssten nicht erneut gestellt werden.
Wie der Minister weiter erläuterte, werde die Investitionsbank durch die Neuregelung absehbar in der Lage sein, über 90 Prozent der in Schleswig-Holstein betroffenen Betriebe die beantragten Hilfen zu gewähren. An den bestehenden Antragsvoraussetzungen – etwa dem Vorliegen einer existenzbedrohenden Notlage – müsse aber festgehalten werden.
Hier das Gesprächs-Fazit von Buchholz und Pritschau
Mit der Neuregelung, so Buchholz, könne ein Großteil des Budgets der Härtefallhilfen von aktuell über 30 Millionen Euro an die Landwirte ausgeschüttet werden. „Und wir beseitigen Zugleich die Ungleichbehandlung der Schweinehalter gegenüber anderen Branchen“, so Buchholz. Diese Kritik habe sein Haus auch mehrfach an das zuständige Bundeswirtschaftsministerium adressiert. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein rund 650 Schweinehalter registriert.
Hintergrund: Der Bund hatte im März die Auszahlung der so genannten Überbrückungshilfen „ÜH III“ und „ÜH III Plus“ an Schweinehalter ausdrücklich untersagt, solange die Betriebe nicht nachweisen können, dass der bestehende Umsatzrückgang ausschließlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei. „Aber genau das ist angesichts der grassierenden Afrikanischen Schweinepest, veränderter Essgewohnheiten der Konsumenten infolge der Seuche und anderer Faktoren so gut wie unmöglich“, sagte Buchholz. Die Tatsache, dass einige Bundesländer trotz der strengen Regelung offenbar weiterhin Überbrückungshilfen auszahlen, sei aus seiner Sicht ein riesiger Fehler und eine „reine Verschiebung“ des Problems. „Denn klar ist, dass diese Betriebe die Hilfen zurückzahlen werden müssen – und dann droht ein böses Erwachen“, so Buchholz.
Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau zeigte sich von der Neuregelung „überrascht“ und erklärte: „Ob positiv oder negativ überrascht wird entscheidend davon abhängen, ob die gestellten Anträge zeitnah positiv beschieden werden. Wenn man über ein Jahr auf Existenzhilfe warten muss, dann ist das ein schlicht unhaltbarer Zustand.“ Nach Angaben von Wirtschaftsministerium und Investitionsbank wurden 100 Anträge von Schweinehaltern in den Programmen ÜH III und ÜH III Plus bereits teilweise ausgezahlt. Rund 240 weitere Fälle sind offen. Nur in rund zehn Prozent aller Anträge wurde eine Förderung von über 100.000 Euro beantragt. Gemäß bisheriger Richtlinie ist die Härtefallhilfe grundsätzlich auf 100.000 Euro begrenzt; über weitergehende Anträge muss eine Kommission entscheiden.
Unsere Kampange „echt nordiSH“ wird weiter forciert
Vom eigenen Erfolg überholt: Nachdem die meisten Ziele der bisherigen „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025“ erreicht sind, stellt die Landesregierung die Weichen für die Branche und ihre rund 160.000 Beschäftigten neu. Wie Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gestern im Landtag sagte, gehe es bis zum Jahr 2030 vor allem darum, nachhaltigen und zugleich wachsenden Tourismus auf einem hohen Qualitätsniveau zu ermöglichen. Aktuell verzeichnet Schleswig-Holstein 32,4 Millionen gewerbliche Übernachtungen und einen Bruttoumsatz von 9,7 Milliarden Euro. Damit sind zwei Kernziele der bisherigen Strategie unter dem Motto „30-30-3“ erfüllt – nämlich mehr als 30 Millionen gewerbliche Übernachtungen pro Jahr und ein Umsatz-Plus von 30 Prozent. Allein unter die Top-3 bei der Gästezufriedenheit hat der echte Norden es bislang noch nicht geschafft.
„Wir streben mit der neuen Strategie künftig zu gleichen Teilen ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit an“, sagte Buchholz. Die Menschen würden vor allem wegen der wunderbaren Landschaft nach Schleswig-Holstein reisen. Deshalb gehe es auch im Tourismus in erster Linie darum, die Natur zu bewahren und in den Hochburgen die goldene Mitte zwischen dem Qualitätsanspruch an eine großartige Urlaubs-Destination und den Bedürfnissen der Einheimischen zu finden.
Weiter sagte Buchholz zu den Themen der neuen Strategie – Video starten…
„Wir müssen und werden nicht nur konsequent die Gästeperspektive einnehmen, sondern auch die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung mitdenken“, so Buchholz. Die neue Strategie sieht in dem Zusammenhang unter anderem vor, Hotels verstärkt im Binnenland zu fördern – etwa in der Holsteinischen Schweiz – während an den Küsten vor allem Qualitätsverbesserungen im Vordergrund stehen.
Als weiteren Schwerpunkt nannte Buchholz die Mitarbeitergewinnung: Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdown-Phasen habe dazu geführt, dass sich viele Beschäftigte beruflich neu orientiert hätten und nun erheblicher Arbeits- und Fachkräfte-Mangel bestehe. Darum werde in der Strategie erstmals auch ein besonderer Fokus auf die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Betrieben gelegt.
Das landesweite Tourismus-Marketing wird sich künftig darauf fokussieren, die Nebensaisonzeiten zu bewerben – etwa mit der „echt-nordisSH“-Kampagne“ (https://www.sh-business.de/kampagne). Buchholz: „Wir müssen erreichen, dass Schleswig-Holstein bundesweit als Ganzjahres-Destination punktet.“ Zudem sollen neben Familien, die traditionell gerne nach Schleswig-Holstein kommen, weitere Zielgruppen gewonnen werden – etwa die Radfahrer. „Dafür arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung der Qualität der Radwege – und zwar nicht nur beim Belag, sondern auch an einer besseren Beschilderung, mehr und attraktiveren Rastplätzen sowie mehr Servicestationen“, so der Minister.
Als größte Herausforderung für die kommenden Jahre bezeichnete Buchholz aber die Akzeptanz des Tourismus durch die einheimische Bevölkerung: „Während der beiden Pandemiejahre haben sich viele Menschen zurückgelehnt und gesagt: ,Schau, ohne Touristen ist es hier doch eigentlich auch ganz schön…‘ Leider wird dabei gern vergessen, dass unser Tourismus ein volkswirtschaftlicher Schwerpunkt mit 160.000 Arbeitsplätzen ist.“ Für das weitere Wachstum in diesem Bereich sei deshalb ein breiter Konsens nötig. „Und ich bin sicher, dass wir diesen Konsens durch Transparenz und klare Kommunikation auch erreichen werden“, so der Minister.
Breite Parlamentsmehrheit für den Bau und die Planung eines LNG-Terminals in Brunsbüttel. Der Landtag hat heute eine Beschleunigung des Baus auf den Weg gebracht.
Ermöglichen soll dies eine Änderung des Landeswassergesetz, über die das Parlament in erster Lesung debattierte. Nach dem Entwurf der Regierungsfraktionen CDU, Grüne und FDP soll mit dem Bau des Hafens bereits begonnen werden können, selbst wenn ein Gericht noch über Anfechtungsklagen entscheiden müsste. Die Verabschiedung soll morgen folgen. Zustimmung signalisierte auch die SPD, während der SSW das LNG-Terminal grundsätzlich als Irrweg ablehnt.
Das LNG-Terminal soll vor dem Hintergrund des russischen Kriegs gegen die Ukraine dazu beitragen, die Abhängigkeit von Gasimporten aus Russland herunterzufahren. Dies sei kurzfristig nur mit anderen Gasimporten möglich, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP). Das Terminal werde voraussichtlich Gas aus Katar und den USA umschlagen. Deutschland müsse schnellstmöglich Versorgungssicherheit gewährleisten.
Hier die komplette Rede von Buchholz – Video starten…
Der Minister bezifferte auch den absehbaren Beschleunigungseffekt infolge der geplanten Gesetzesänderung: Nach bisherigem Stand wäre eine Inbetriebnahme frühestens 2027/28 möglich, mit der Neuerung im Frühjahr 2024. Das Land wird Buchholz zufolge alles daran setzen, so schnell wie möglich LNG-Importstrukturen aufzubauen.
Einen Verzicht auf Gas könnten sich derzeit weder die deutsche Wirtschaft noch die Haushalte leisten, sagte Buchholz. Bei allem Verständnis für die Kritik an fossilen Energieträgern und der damit verbundenen Forderung nach einem noch stärkeren Ausbau der erneuerbaren Energien: Deutschland könne seine Energieversorgung nicht von heute auf morgen umstellen. Mit dem Bau von Windrädern sei es nicht getan, sagte Buchholz. Davon werde die Gasheizung nicht warm.
Der Bau von LNG-Terminals in Norddeutschland sei von nationaler Bedeutung, sagte der SPD-Politiker Thomas Hölck. «Es war immer klar, dass Erdgas auf dem Weg in die Klimaneutralität eine Brücke darstellen würde.» Bis grüner Wasserstoff Gas verdrängt haben wird, führe leider kein Weg an Gas-Importen vorbei. «Das LNG-Terminal in Brunsbüttel war auch schon vor dem Ukraine Krieg notwendig.» Allerdings dauerten die Planungen im Land zu lange. Es lege anders als Niedersachsen ein Schneckentempo an den Tag. Buchholz wies das zurück.
Das Land stelle sich seiner Verantwortung, betonte der CDU-Wirtschaftspolitiker Lukas Kilian. Es sei richtig und notwendig, Planung und Bau parallel laufen zu lassen. «LNG ist eine Brückentechnologie, weshalb wir die Einrichtungen so errichten sollten, dass dort ein Multi-Energie-Terminal entsteht, so dass wir auch für Wasserstoff bereit sind, weil wir mit der Energiewende in diesem Land anderes wollen als LNG.» Aber aktuell müssen so gehandelt werden wie geplant.
Das Verfahren werde beschleunigt, ohne die Rechte von Bürgern oder Verbänden zu beschneiden, betonte der Grüne Joschka Knuth. Es habe auch andere Vorschläge gegeben, denen die Grünen nicht zugestimmt hätten.
Die Naturschutzorganisation BUND monierte dagegen, die Jamaika-Koalition wolle «ein beschleunigtes Planungsverfahren durch die Hintertür etablieren, das die über Jahrzehnte erkämpften und durch EU-Rechte verbrieften bürgerlichen Mitbestimmungsrechte beschneidet». Im Übrigen widerspreche jede weitere Förderung von fossilen Brennstoffprojekten den Zielen des Klima- und Energiewendegesetzes.
«Jamaika gibt Gas» – mit diesen Worten leitete der FDP-Abgeordnete Oliver Kumbartzky seine Rede ein. Die Koalition handle pragmatisch für eine größere Versorgungssicherheit. SSW-Fraktionschef Lars Harms lehnte LNG-Terminals erneut vehement ab. Sie seien der falsche Weg, um von der Abhängigkeit von russischen Importen wegzukommen. Man begebe sich in neue Abhängigkeiten von Gas aus Katar und Fracking-Gas ais den USA. Damit werde man nicht unabhängig von fossilen Energieträgern. Und Gasinfrastruktur habe eine Lebensdauer von 30 bis 40 Jahren. Bis dahin solle aber längst Klimaneutralität erreicht sein. Das Geld sollte vielmehr für den Ausbau erneuerbarer Energien, für Energieeffizienz, Einsparungen und Speichertechnik genutzt werden, sagte Harms.
Nach der klaren Positionierung der Bundesregierung für ein festes LNG-Terminal in Brunsbüttel legte Bundeswirtschaftsminister Habeck diese Woche noch einmal nach. Auch eine so genannte FRSU (Floating Storage Regasification Unit) – also ein schwimmendes LNG-Terminal – soll in der Elbestadt so rasch wie möglich einen festen Platz bekommen.
Hintergrund: Ein Terminal an Land kann bei einem Gesamtverbrauch in Deutschland von rund 90 Milliarden Kubikmeter jährlich rund 12 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Flüssiggas LNG (Liquified Natural Gas“) umwandeln. Ein schwimmendes Terminal schafft immerhin gut fünf Milliarden Kubikmeter. Für Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz eine riesige Chance und seine „Meldung der Woche“ – Video starten.
DGB-Nord-Chefin Laura Pooth mit Anna Tötter und Staatssekretär Rohlfs
Ob vor den Paket-Verteilerzentren im Land, in einem umgebauten Van oder am Stammsitz in Kiel: Das Team der Beratungsstelle für Arbeitnehmerfreizügigkeit setzt sich landesweit dafür ein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem EU-Ausland über ihre Rechte und Pflichten auf dem deutschen Arbeitsmarkt aufgeklärt werden. Wie Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs gestern in Kiel sagte, sei die „Beratungsstelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ damit „ein wichtiger Baustein im Einsatz des Landes für faire Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt“. Zur Fortsetzung des Angebots in diesem Jahr übergab er heute einen Förderbescheid in Höhe von rund 375.000 Euro an Anna Tötter vom zuständigen Trägerverein „Arbeit und Leben“.
Den großen Bedarf zeigten nach den Worten von Rohlfs nicht zuletzt die über 6.000 Beratungen, die seit Beginn der Landesförderung vor sechs Jahren in ganz Schleswig-Holstein kostenlos sowohl auf Deutsch als auch in rumänischer, bulgarischer, spanischer, englischer oder polnischer Sprache erfolgt sind. Inhaltlich gehe es bei den Beratungen in der Regel um Themen wie Kündigungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsanspruch oder Lohnfortzahlungen bei Krankheit. Rohlfs: „Die Unterstützung ist in erster Linie für die Ratsuchenden ein Gewinn, indirekt profitieren aber auch die Unternehmen davon, die sich an die Regeln halten – und das ist der überwiegende Teil.“
Laura Pooth, Vorsitzende des DGB Nord: „Mit der Förderung leistet das Land einen entscheidenden Beitrag, um gute Arbeitsbedingungen für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer dauerhaft zu ermöglichen.“ Die erneute Förderung und Ausweitung der Beratungsstelle um eine polnisch sprechende Beraterin begrüßte auch Tötter: „Die Beratungsstelle ist im Land fest etabliert und wir stellen fest, dass der Beratungsbedarf kontinuierlich wächst. Die Weiterförderung trägt diesem Zustand konsequent Rechnung.“
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Ein Bild aus besseren Tagen von der offenen Klappbruecke über die Schlei in Lindaunis.
Aufgrund von technischen Problemen und damit verbundenen dringenden Sanierungsarbeiten an den Schlei-Klappbrücken in Lindaunis und Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) ist der Schiffsverkehr zwischen beiden Orten in den kommenden Tagen nur äußerst eingeschränkt möglich. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute mitteilte, sind beide Brücken zunächst bis einschließlich 29. April nicht klappbar und die Brücke Lindaunis auch für Schiffe ohne Masten oder niedrige Auf-bauten in dieser Zeit unpassierbar. Die Fahrrinne ist dann durch eine Hubinsel versperrt.
Laut Rohlfs konnten sich die zuständigen Behörden, die örtliche Wirtschaft, die Deutsche Bahn AG (Brücke Lindaunis) und der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) darauf einigen, dass folgende Sonderöffnungszeiten der Brücke Lindaunis geplant sind:
Sonnabend, 30. April, und Sonntag, 1. Mai, von jeweils 10.30 bis 12.30 Uhr.
Die Brücke in Kappeln soll bereits ab dem 29. April wieder soweit funktionsfähig sein, dass sie bei Bedarf klappbar ist. Während der Sonderöffnungszeiten der Brücke in Lindaunis wird laut DB ein Serviceteam vor Ort sein, um bei Problemen sofort eingreifen zu können.
Bis Mittwoch, 11. Mai bleibt die Brücke Lindaunis dann wieder gesperrt. Ab Donnerstag, 12. Mai, plant die DB AG sie dann viermal täglich um 10.45 Uhr, 11.45 Uhr, 14.45 Uhr und 16.45 Uhr für den Schiffsverkehr zu klappen.
„Auch, wenn diese Regelung manche ansässigen Betriebe und viele Skipper auf dem knapp 14 Kilometer langen Schlei-Abschnitt buchstäblich in die Klemme bringt, gibt es zumindest eine klare Perspektive“, sagte Rohlfs. Und weiter – Audio starten…
Hintergrund: Direkt neben der alten Schleibrücke Lindaunis wird die neue Schleibrücke Lindaunis errichtet. Seit Dienstag (19. April) führt die Deutsche Bahn zudem ihre jährlichen Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten an der alten Brücke Lindaunis durch. Die Schleibrücke Kappeln ist aktuell wegen eines zerstörten Drehlagers ebenfalls gesperrt. Der LBV.SH geht davon aus, die Reparatur bis zum 29. April abzuschließen. Wenn danach mehrere Probeklappungen fehlerfrei verlaufen, wird die Brücke wieder mit den Regelöffnungszeiten betrieben.
Niklas Utech (22) – angehender Ingenieur des LBV.SH – erläutert Staatssekretär Rohlfs die Beschaffenheit des neuen Radweg-Belags. Im Hintergrund Giekaus Bürgermeister Koch und LBV.SH-Vizechef Quirmbach
Pilotprojekt im Kampf gegen Wurzelaufbrüche: Am Radweg entlang der Landesstraße 259 zwischen Giekau und Radbrooksau im Kreis Plön testet der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) erstmals einen Straßenbelag, der Wurzelaufbrüche und Pflanzendurchwuchs verhindern soll. „Auf diese Weise können wir unter realen Bedingungen ausloten, was der Qualität von Radwegen in Zukunft am meisten dient“, sagte Verkehrsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Direktor des LBV.SH, Frank Quirmbach, und Giekaus Bürgermeister Manfred Koch gab er heute den Radweg für den Verkehr frei. Die L 259 verläuft mit einem parallel geführten Radweg von der B 202 (Seekrug) bis nach Todendorf (Kaserne). „Der Radweg ist eine wichtige Verbindung und dient größtenteils als Schulweg“, so Rohlfs.
Rohlfs sagte bei dem Ortstermin weiter – Audio starten, Pfeil klicken…
Nach den Worten von Quirmbach wird der LBV.SH mit Unterstützung angehender Ingenieurinnen und Ingenieure in den nächsten Monaten noch weitere Bauweisen zur Sanierung lokaler Schäden an Radwegen ausprobieren. „Denn klar ist, dass das Thema Radverkehr künftig immer wichtiger werden wird. Das wollen wir als Mobilitätsexperten natürlich schon jetzt aufgreifen und nachhaltig begleiten“, so Quirmbach.
Der knapp vier Kilometer lange Radweg bei Giekau sei in Teilen stark sanierungsbedürftig gewesen. Im Rahmen des Pilotprojekts wurden zunächst die Ränder freigelegt und eine Oberflächenentwässerung für die Landesstraße und den Radweg sichergestellt. Der technische Clou: Der Untergrund wurde dann mit einem durchwuchshemmenden Vlies belegt und die Tragschicht aus Beton-Recyclingmaterial gefertigt. Dadurch soll das Eindringen von Gehölzwurzeln wie auch von Wildkräutern und Gräsern weitgehend verhindert werden. Rohlfs: „Diese Bauweise will der LBV.SH in den nächsten Jahren im Hinblick auf die erwünschten Effekte genau im Auge behalten und später auswerten, ob sie weiter für Radwege im Land angewendet werden soll.“ Die Kosten belaufen sich auf rund 130.000 Euro.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus