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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein - Harald Haase

Buchholz vor Küstenministerkonferenz: Trend zur autonomen Schifffahrt nicht verschlafen

Deutschland darf nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) nicht den Trend zur autonomen Schifffahrt verschlafen. Nicht nur in der Automobilindustrie sei der technologische Wettlauf um die Entwicklung autonomer Fahrzeuge voll entbrannt, sagte Buchholz vor der Herbst-Konferenz der norddeutschen Verkehrsminister. Das Treffen beginnt Morgen (10 Uhr) in Wilhelmshaven.

«Mit dem technologischen Know-how an unseren Küsten und unserem Maritimen Cluster Norddeutschland sollten wir eigentlich genügend Ressourcen aufbringen, um auf diesem Zukunftsfeld weit vorn mitzuspielen», sagt Buchholz. Und das gelte nicht nur für die Seeschifffahrt, sondern auch für die Binnenschiffe, die nach Verbandsangaben ebenfalls in 15 Jahren ohne Kapitän auskommen wollen. Dem Maritimen Cluster Norddeutschland gehören rund 350 Unternehmen und Institutionen in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Bremen an.

Um nicht hinter Norwegen zurückfallen, muss nach Ansicht von Buchholz in Deutschland das gemeinsame Maritime Netzwerk in diesem Bereich rasant ausgebaut und vor allem von bürokratischen Fesseln gelöst werden. Er erinnerte auch daran, dass von der Kieler Universität derzeit ein digitales Testfeld für die Kieler Förde vorbereitet werde.

«Aber um das Projekt wirklich mit dem nötigen Dampf voranzutreiben, sind noch viele Hürden zu nehmen – vor allem der schnelle Ausbau eines 5G-Mobilfunknetzes», so der Minister. Hier seien vor allem der Bund und die Netzbetreiber gefordert, Bremsklötze zu lösen. Auch der dafür nötige Ausbau des Glasfaser-Netzes hinke in den meisten Ländern noch zu weit hinterher. In Schleswig-Holstein liege die Verfügbarkeitsquote für Glasfeser aktuell bei 35 Prozent – im Bundesvergleich mit Abstand der Spitzenwert.

Mit seiner Mahnung spielt Buchholz unter anderem auf das im Frühjahr von zwei norwegischen Konzernen gegründete Gemeinschaftsunternehmen Massterly an. Das Start-Up  ist das erste Unternehmen weltweit, dass sich auf die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur und die Bedienung autonomer Schiffe spezialisiert hat.

„In unseren Ländern gibt es viele Zulieferbetriebe für die Schifffahrt, die von derartigen Entwicklungen enorm profitieren können,“ sagt Buchholz.  Auch angesichts des absehbaren Fachkräftemangels und zum Teil wenig attraktiver Arbeitsbedingungen an Bord könnte die autonome Schifffahrt zum Erhalt des Wirtschaftsstandortes beitragen.

Gerade im Nord- und Ostseeraum entstünden derzeit vielfältige Initiativen, die auch erhebliche Chancen für Forschungseinrichtungen der norddeutschen Länder schaffen. Buchholz: „Und diese Chancen wollen und müssen wir Küstenländer beispielsweise über die Schaffung maßgeschneiderter maritimer Testumgebungen oder durch Projektförderungen vorantreiben. Gleichzeitig erwachsen daraus sicherheitstechnische wie regulatorische Herausforderungen, die wir gemeinsam stemmen müssen – wie etwa die flächendeckende Verfügbarkeit zuverlässiger Mobilfunksysteme.“

Die Nord-Länder wollen laut Buchholz dazu ihren Beitrag leisten, seien aber auch auf das Engagement des Bundes in der internationalen Gemeinschaft angewiesen.

Schule & Wirtschaft rücken enger zusammen: Kooperation mit Kieler Gymnasium besiegelt

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Schulterschluss (v.l.): THG-Direktor Torsten Stellmacher, Staatssekretär Rohlfs, Julia Körner von der IHK und LBV.SH-Vize Frank Quirmbach unterzeichneten die Vereinbarung

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) und das Thor-Heyerdahl-Gymnasium (THG) in Kiel-Mettenhof beteiligen sich ab sofort an der Initiative „Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft in Schleswig-Holstein“. Wirtschafts- Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, der stellvertretende Direktor des LBV.SH, Frank Quirmbach, sowie der Schulleiter am THG, Torsten Stellmacher, unterzeichneten eine entsprechende Kooperationsvereinbarung.

Ziel der Allianz ist es, jungen Schleswig-Holsteinern frühzeitig einen konkreten Einblick in das Berufsleben zu ermöglichen. Betriebs- und Wirtschaftspraktika sind zwar bereits Teil der Schulcurricula im echten Norden, aber, so betonte Frank Quirmbach: „Wichtig ist uns, dass wir qualifizierte Praktika anbieten, aus denen die Schülerinnen und Schüler ihre späteren Berufsentscheidungen auch tatsächlich ableiten können.“ Das unterstrich auch Schulleiter Stellmacher des THG: „Die Naturwissenschaften verfügen am Thor-Heyerdahl-Gymnasium über eine hervorragende Ausstattung. Durch die Kooperation können unsere Schülerinnen und Schüler nun auch Einblick nehmen in die Welt technischer Berufe.“

Wirtschaftsstaatssekretär Rohlfs freute sich besonders über die neue Initiative zwischen Schule und Betrieb. Er unterstrich: „Gerade im aktuellen Spannungsfeld zwischen Investitionshochlauf im Baubereich und einem schon heute spürbaren Fachkräftemangel ist es wichtiger als je zuvor, junge Menschen bereits zu Schulzeiten für die vielfältigen Angebote des LBV.SH zu interessieren. Und gerade im Aufstiegs- und Weiterbildungsbereich ist unser Landesbetrieb spitze“, sagte der Staatssekretär.

Damit erinnerte Rohlfs an die zahlreichen Ausbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten im LBV.SH. Angeboten werden neben Studienplätzen an den Fachhochschulen Kiel und Lübeck auch vielfältige Ausbildungsangebote, die es Schulabgängern im Verlauf ihrer Karriere ermöglichen, es beispielsweise vom Straßenwärter bis hin zum Bauingenieur (FH) zu schaffen. Das Gute daran, betonte Rohlfs: All dies sei möglich, während sie beim Land in Lohn und Brot stünden. Somit böte der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr ein gutes Sprungbrett, von dem alle profitierten.

Bundesrat billigt schnellere Bauplanungen – für Buchholz okay, aber nur ein allererster Schritt

In kaum einem anderen europäischen Land dauern große Infrastruktur-Vorhaben wie etwa der Bau des Fehmarnbelttunnels oder der A 20 so lange wie in Deutschland. Hintergrund sind umfangreiche Beteiligungsverfahren, Einspruchs- und Klagemöglichkeiten. Um zumindest ein wenig die Bremsklötze zu lösen, hat der Bundesrat am Freitag ein Beschleunigungsgesetz verabschiedet.

Für Buchholz ein wichtiger Schritt – und darum seine „Meldung der Woche“. Aber eben auch nur ein aller erster Schritt auf einem noch langen Weg. Video starten….

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Und zur Rede von Verkehrsminister Buchholz im Bundesrathier klicken

 

Die ersten Schneeflocken sind gefallen: Der Winterdienst des LBV.SH steht parat

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Buchholz lässt eine Ladung Streusalz in einen Lkw der Straßenmeisterei Klausdorf/Schwentinental rauschen – fast 200 Fahrzeuge und 30.000 Salz stehen bereit 

Verkehrsminister Bernd Buchholz  sieht die Straßenmeistereien in Schleswig-Holstein für den Winterdienst gut gerüstet: «Wir haben gut 30 000 Tonnen Streumittel im ganzen Land eingelagert», sagte Buchholz heute bei einem Besuch der Straßenmeisterei in Schwentinental (Kreis Plön). «Wir sind also gut vorbereitet, um in die Wintersaison zu gehen.»

Bei winterlicher Witterung wollen die Mitarbeiter auf den 492 Autobahn-Kilometern im Land einen Streu- und Räumdienst rund um die Uhr sicherstellen. Auf allen anderen wichtigen Straßen werde zwischen 3 und 22 Uhr nach Bedarf geräumt und gestreut, sagte der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Torsten Conradt. Die 26 Autobahn- und Straßenmeistereien beschäftigen gut 600 Straßenwärter. Sie können auf 109 Fahrzeuge, 454 Schneepflüge und 35 Schneefräsen zurückgreifen. Das gesamte Straßennetz umfasst mehr als 8000 Kilometer.

Buchholz sagte bei dem heutigen Ortstermin weiter (Video starten)

In den vergangenen fünf Jahren kostete der Winterdienst im Schnitt 10,4 Millionen Euro, im witterungsbedingt arbeitsreichen Winter 2017/2018 waren es rund 16 Millionen. Im vergangenen Winter wurden gut 875 000 Kilometer gestreut. Dabei verteilte der Winterdienst in den rund 60 0000 Arbeitsstunden mehr als 53 000 Tonnen Salz und gut 18 000 Tonnen Salzsole auf den überörtlichen Straßen. Allein das Salz kostete laut Landesbetrieb 4,8 Millionen Euro. «Weiter schlagen über drei Millionen Euro für die Fahrzeuge zu Buche. Hinzu kommen weitere Kosten für externe Helfer in Höhe von knapp vier Millionen Euro», sagte Conradt.

Buchholz vor ESF-Jahrestagung: Zahl der Migranten mit richtigen Jobs mehr als verdoppelt

Die Integration von Geflüchteten in den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt macht nach Angaben von Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) kräftige Fortschritte. Während noch 2015 etwa 2000 Menschen aus den acht Hauptasyl-Herkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren, sei diese Zahl 2017 bereits auf über 5300 gestiegen, sagte Buchholz anlässlich der Jahresveranstaltung des Europäischen Sozialfonds (ESF), die heute im Kieler Wissenschaftszentrum stattfinden wird. «Das ist erfreulicherweise weit mehr als eine Verdoppelung», sagte Buchholz.

Geflüchtete und Migranten profitierten derzeit auch von der sehr guten Verfassung des schleswig-holsteinischen Arbeitsmarktes. So habe es im vergangenen Monat die niedrigste Zahl an Arbeitslosen in einem Oktober seit 27 Jahren gegeben. Die Erfolge bei der Integration beruhten aber auch auf der gemeinsamen Arbeit von Unternehmen, der Agentur für Arbeit, den Jobcentern sowie vielen engagierten Organisationen. «Auch wenn schon einiges erreicht worden ist, liegt noch ein langer Weg vor uns», sagte Buchholz. Er sei aber davon überzeugt, dass sich die Anstrengungen lohnen: für die einzelnen Menschen, aber – mit Blick auf den Fachkräftemangel – auch für die Wirtschaft und damit für die Gesellschaft insgesamt.

Tourismustag beflügelt von glanzvollen Zahlen – Buchholz: Weiter in Qualität investieren

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Zufrieden mit dem Rückenwind de aktuellen Tourismuszahlen: TA.SH-Chefin Bettina Bunge, Minister Buchholz und IHK-Geschäftsführer Björn Ipsen

Die hervorragende Sommersaison für den Tourismus in Schleswig-Holstein hat sich auch im Spätsommermonat September 2018 fortgesetzt: Wie Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz heute  in Husum vor rund 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Tourismustages 2018 sagte, konnten erneut enorme Wachstumsraten erzielt werden. Nach den Daten des Statistikamts Nord stieg das Gästeaufkommen gegenüber dem September vergangenen Jahres um 7,1 Prozent. Es buchten sich in Beherbergungsstätten mit zehn und mehr Betten sowie auf Campingplätzen rund 900.000 Gäste ein, die für 3,6 Millionen Übernachtungen sorgten. Damit stieg die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,9 Prozent. Auch der Ganzjahresvergleich weist positive Zahlen auf: Von Januar bis September kamen 12,3 Prozent mehr Gäste in den echten Norden, die Zahl der Übernachtungen stieg im gleichen Zeitraum um 16,7 Prozent an.

„Die erneut hervorragenden Wachstumszahlen bestätigen die erfolgreiche Arbeit der Tourismusbetriebe und -akteure im Land. Damit wird die Erfolgsgeschichte der Tourismuswirtschaft weiter fortgeschrieben“, sagte Buchholz. Die Landesregierung werde weiterhin die Qualitätsverbesserung im Tourismus unterstützen. Dazu gehöre die Optimierung von Fördermöglichkeiten für eine attraktive öffentliche touristische Infrastruktur ebenso wie die Fokussierung auf die Themen Digitalisierung und Barrierefreiheit oder die Landesstrategie zur Förderung des Radfahrens.“

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Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz am Rande der Veranstaltung weiter (Audio starten – Pfeil klicken)

Der Minister sagte weiter: „Dass Urlaub in Schleswig-Holstein auch in Zukunft einen deutlichen Mehrwert haben wird, zeigt mir unter anderem auch die kreative Aufbruchstimmung auf dem heutigen Tourismustag.“ Weiter erinnerte der Minister in seinem Grußwort daran, dass das Wachstum im Tourismus in Schleswig-Holstein seit langem deutlich über dem Bundesdurchschnitt von aktuell 4,1 Prozent liege. Auch bei den Übernachtungen habe der echte Norden höhere Zuwachsraten als die direkten Wettbewerber Mecklenburg-Vorpommern (+ 3,6 %) und Niedersachsen (+ 2,3 %). 2017 lag Schleswig-Holstein sogar auf Platz 1 im Ranking der Flächenländer. „Wir sind also weiterhin auf sehr gutem Wege, die Ziele der Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025 schon deutlich früher zu erreichen als ursprünglich geplant“, sagte der Minister.

Die Chefin der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, sagte zu den jüngsten Rekordzahlen des Statistikamtes: „Die guten Nachrichten aus dem Schleswig-Holstein-Tourismus reißen nicht ab. Ein wesentlicher Grund dafür ist das Engagement der Touristikerinnen und Touristiker im Land, die beständig daran arbeiten, ihr Angebot zu verbessern, neue Ideen umzusetzen und voneinander zu lernen. Mit dem regen Austausch auf dem Tourismustag in Husum legen wir den Grundstein für die weiteren Erfolgsmeldungen von morgen.“

Feldmühle beantragt erneut Insolvenz in Eigenverwaltung – Land sichert Unterstützung zu

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Dr. Dietmar Penzlin

Rund ein halbes Jahr nach ihrer Rettung hat die Papierfabrik Feldmuehle erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Das Verfahren soll in Eigenverwaltung erfolgen, wie die Feldmuehle GmbH heute in Uetersen mitteilte. Als vorläufiger Sachwalter sei vom Amtsgericht Pinneberg der Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin bestellt worden, der bereits bei der Insolvenz der Firmen Prokon und Prinovis eingeschaltet war.

Das Management bleibt bei einer Eigenverwaltung im Amt, wird aber in seiner Geschäftsführung vom Sachwalter kontrolliert. Der Geschäftsbetrieb werde weitergeführt, teilte Feldmuehle mit. Die Firma produziert Etiketten-, Verpackungs- und grafische Papiere. Sie hat bei rund 400 Mitarbeitern eine jährliche Produktionskapazität von etwa 250 000 Tonnen Papier. Als Grund für den neuerlichen Insolvenzantrag nannte das Unternehmen unerwartet gestiegene Energiekosten sowie höhere Bezugspreise für Rohstoffe. Dies habe durch erzielte Preiserhöhungen nicht kompensiert werden können, zumal die Umsätze im September und Oktober hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien.

Das 1904 gegründete Unternehmen hatte im Januar einen Insolvenzantrag gestellt, weil eine Zwischenfinanzierung seitens der damaligen Eigentümer nicht erfolgen konnte. Feldmuehle wurde übernommen und gehört seit Juni zu einer Tochterfirma der Berliner Beteiligungsgesellschaft Kairos Industries AG. Für die Sanierung verzichteten die Arbeitnehmer bis Ende 2019 auf zehn Prozent ihres Gehalts. 20 Arbeitsplätze fielen weg.

Buchholz_wimipresseWirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sagte dazu

(Audio starten)

Buchholz appelliert an Altmaier: Chancen des „grünen Wasserstoffs“ nicht verschlafen

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz ist es aus ökologischen wie aus industriepolitischen Erwägungen für Schleswig-Holstein zwingend, Über-Produktionen von Windstrom zur Herstellung von grünem Wasserstoff abzufangen. Ein Elektrolyseur der Firma Windgas in Haurup im Kreis Schleswig-Flensburg etwa soll von 2020 an jährlich bis zu 3,75 Millionen Kilowattstunden Wasserstoff für die fast 20.000 Windgas-Kunden ins Gasnetz einspeisen. Das Vorhaben rechnet sich bislang vor allem, weil es im Rahmen des  Projekts „Norddeutsche Energiewende 4.0“ (NEW 4.0) gefördert wird.

Und genau da liegt für Buchholz das Problem: „Für das Gelingen der Energiewende ist es höchste Zeit, dass wir die Umwandlung von Strom in Wasserstoff rentabler und damit konkurrenzfähiger machen. Und das geht nur, wenn wir diese Technologie nicht länger mit einer zum Teil doppelten EEG-Umlage ausbremsen .“

Landeswirtschaftsminister Buchholz appelliert daher mit Nachdruck an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, das Energie-Einspeisegesetz (EEG) endlich so zu refomieren, dass dieser Technologie eine Zukunftsperspektive eröffnet wird.

Ein wahrer Meister der Hochfrequenztechnik holt den Hauptpreis des Ideenwettbewerbs 2018

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Alwin Reinhardt von der Kieler Uni holte den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis – hier mit IB.SH-Chef Erk Westermann-Lammers und Wirtschaftsminister Buchholz     Fotos: Jan Konitzki

Bereits zum achten Mal wurden heute im Rahmen des Ideenwettbewerbs Schleswig-Holstein herausragende Gründungsideen mit wirtschaftlichem Potenzial aus dem echten Norden ausgezeichnet. Der erste Platz ging am Abend an Alwin Reinhardt, Doktorand am Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik an der CAU zu Kiel. Seine Konstruktion eines neuartigen Radarsensors, der Menge, Größe und Geschwindigkeit von Kleinstpartikeln in Rauch und Luftströmungen kontaktlos messen kann, belohnte die Jury mit einem Preisgeld von 5.000 Euro.

Als Zweitplatzierte freuten sich Rettungssanitäter Stefan Kleen und die Produktdesigner Johann Henkel, Lars Horn und Till Kemlein über ein Preisgeld von 3.000 Euro. Ihre Entwicklung: ein präklinisches Temperatur- und Trauma-Managementsystem, das bei Unterkühlungs-Patienten schon während des Krankentransports eine kontrollierte Wärmezufuhr ermöglicht. Den dritten Platz (1500 Euro)  belegte Benjamin Unterluggauer, Studierender des Studiengangs Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule, mit „MIKADO“. Dieser variable Möbelbausatz besteht aus Rundholzstangen, die sich dank eines innovativen Klemmverbinders zu unterschiedlichen Einrichtungsgegenständen kombinieren lassen.

Die Preisgelder für die drei Hauptpreise werden traditionell von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH (MBG) und dem Verein Nordzentren  gestiftet.

Auch in diesem Jahr  wurde der Ideenwettbewerb  von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) organisiert, diesmal in Kooperation mit der Muthesius Kunsthochschule. Gesucht wurden wieder innovative, zukunftsweisende Gründungsideen aus  Hochschulen, Forschungseinrichtungen, die sich in Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren umsetzen lassen, die praxisnah, wirtschaftlich verwertbar und am Markt erfolgreich sind.

Ein Ausschnitt aus der Eröffnung des Abends mit der Rede von Schirmmherr Bernd Buchholz hier

Eine Expertenjury, die sich aus erfahrenen Vertretern von Wissenschaft, Wirtschaft und den Förderinstitutionen des Landes zusammensetzt, bewertete die eingereichten Ideen unter anderem in Bezug auf ihre Einzigartigkeit, ihren Kundennutzen und ihre Bedeutung für Schleswig-Holstein.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz, Schirmherr des Ideenwettbewerbs, beglückwünschte die Gewinner zu ihrem Erfolg: „Wir wollen den Unternehmergeist im echten Norden weiterhin fördern und das große Potenzial der vielen innovativen und kreativen Köpfe im Land so gut wie möglich nutzen“, so Buchholz. „Deshalb schaffen wir nicht nur gründerfreundliche Strukturen, sondern unterstützen und begleiten zukünftige Unternehmer auch mit unserem Gründungsnetzwerk.“

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WT.SH-Chef Bösche, Buchholz und Sponsor Westermann-Lammers

„Eine ausgezeichnete Idee ist natürlich eine sehr gute Basis“, sagte WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche. „Aber der Weg zur eigenen erfolgreichen Firma ist oft deutlich länger und härter als man denkt. Wir unterstützen Gründerinnen und Gründer nicht nur, indem wir umfassend beraten und wichtige Kontakte herstellen. Wir eröffnen auch den Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wie dem Seed- und StartUp-Fonds II, dem Gründungsstipendium und anderen Förderoptionen.“

Das Gründungstipendium Schleswig-Holstein unterstützt Hochschulabsolventinnen und -absolventen bei der Realisierung ihrer technologie- oder wissensorientierten Geschäftsidee und der Vorbereitung einer Unternehmensgründung. Gemeinsam mit der IB.SH und der MBG hat das Land Schleswig-Holstein zu diesem Zweck für den Zeitraum von 2016 bis 2019 insgesamt eine Million Euro bereitgestellt. Durch das Stipendium werden insbesondere die Lebenshaltungskosten während der so genannten Pre-Seed Phase, dem Zeitraum vor der eigentlichen Unternehmensgründung, finanziert. An deren Ende soll ein Businessplan vorliegen, mit dem weitere Mittel eingeworben werden können. Die Gründungsstipendien werden durch die WTSH vergeben.

Erfolgversprechende Gründungen mit höherem Kapitalbedarf können, zum Beispiel  nach Ablauf des Gründungsstipendiums, aus dem Seed- und StartUp-Fonds Schleswig-Holstein II gefördert werden. Auf diesem Weg stellt das Land gemeinsam mit der IB.SH und der MBG bis zum Jahr 2022 Beteiligungskapital mit einem Gesamtvolumen von 16 Millionen Euro bereit.

Darüber hinaus bringt der Baltic Business Angels Schleswig-Holstein e. V. Unternehmensgründer und Privatinvestoren zusammen. Auf Initiative der WTSH im Jahr 2018 gegründet, schließt der Verein damit die Lücke zwischen jungen, innovativen Unternehmen und Business Angels.

Als Partner des Ideenwettbewerbs engagiert sich auch die Muthesius Kunsthochschule für einen intensiven Innovationstransfer. Sie beteiligt sich nicht nur aktiv am Netzwerk und Verein StartUp Schleswig-Holstein, sondern hat mit dem Muthesius Transferpark auch ein eigenes Kompetenzzentrum gegründet, das für Austausch und Kooperation mit Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sorgt. „Mutige Ideen sind der Humus für wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt“, sagt Dr. Inge Schröder, Leiterin des Transferparks. „Doch die Umsetzung braucht professionelle Unterstützung. Da ist es nur folgerichtig, sich für diesen großartigen Wettbewerb zu engagieren.“

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Gespanntes Publikum in der Kieler Musik-Schule 

Die Sieger-Projekte

  1. Preis (5.000 Euro, gestiftet von der Investitionsbank Schleswig-Holstein)

Einen Radarsensor, der Menge, Größe und Geschwindigkeit von Kleinstpartikeln in Rauch und Luftströmungen kontaktlos messen kann, entwickelte Alwin Reinhardt, Doktorand am Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik an der CAU Kiel. Eingesetzt werden könnte das Gerät zum Beispiel zur Emissionskontrolle von Kraftfahrzeugen und Schiffen. Es detektiert Partikel allerdings nicht nur, wenn sie frei schweben, sondern zum Beispiel auch innerhalb eines Rohres. Damit könnte es auch in der Pharmaindustrie eingesetzt werden: etwa zur Überwachung der Pulverzuführung durch ein Produktionsrohr bei der Tablettenherstellung. „Im Prinzip können Sie mit dem Gerät auf eine Rauchwolke zielen und erhalten sämtliche Informationen: Wie hoch ist die Partikelkonzentration? Wie groß sind die Partikel? Und wie schnell bewegen sie sich? Das alles in Echtzeit und wireless.

Der IB.SH-Vorstandsvorsitzende Erk Westermann-Lammers erklärte: „Mit der Vergabe des 1. Preises beim Ideenwettbewerb fördert die IB.SH innovative Köpfe und gleichzeitig auch die schleswig-holsteinischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Nicht zuletzt sichern beide die Attraktivität und die Zukunftssicherheit unseres Bundeslandes.“

  1. Preis (3.000 Euro, gestiftet von der MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Schleswig-Holstein mbH)

Auf dem zweiten Platz landete ein vierköpfiges Team, bestehend aus Rettungssanitäter Stefan Kleen und den Produktdesignern Johann Henkel, Lars Horn und Till Kemlein. Gemeinsam entwickeln sie ein präklinisches Temperatur- und Trauma-Managementsystem, das bei Unterkühlungs-Patienten schon während des Krankentransports eine kontrollierte Wärmezufuhr ermöglicht. Obwohl Unterkühlung ein wesentlicher Faktor für die Sterblichkeit von Notfallpatienten ist, werden aktuell im Rettungsdienst mangels technischer Möglichkeiten keine kontrollierten Gegenmaßnahmen ergriffen. Dieses neue System ermöglicht es Sanitätern, schon während des Transports auf den Temperaturverlust des Patienten zu reagieren und seine Überlebenschancen damit deutlich zu verbessern.

  1. Preis (1.500 Euro, gestiftet vom Nordzentren e. V.)

Den dritten Platz belegte Benjamin Unterluggauer, Designer und Studierender des Studiengangs Industriedesign an der Muthesius Kunsthochschule, mit „MIKADO“. Dieser variable Möbelbausatz orientiert sich an den Bedürfnissen der so genannten modernen Nomaden: (dabei handelt es sich um Menschen, die sich entschieden haben, sich von veralteten Lebensmodellen abzukoppeln und ihrem Leben mehr Freiheit haben zu wollen): Er besteht aus Rundholzstangen, die sich dank eines innovativen Klemmverbinders immer wieder neu kombinieren lassen. So ist nicht nur der häufige Transport inklusive Auf- und Abbau kein Problem, die Elemente lassen sich auch zu unterschiedlichen Möbelstücken zusammensetzen. So kann das Regal zur Garderobe werden oder der Hocker zur Lampe. Darüber hinaus sind die Produktionskosten sowohl der Rundholzstangen als auch der im Spritzgussverfahren hergestellten Klemmverbinder besonders niedrig.

Zusätzlich wurden fünf Sonderpreise vergeben:

Sonderpreis „CREATE*IT“ (1.000 Euro, gestiftet vom Muthesius Transferpark)

Der Sonderpreis in der Kategorie „CREATE*IT“ ging an die Designerin und Muthesius-Absolventin Janet Perozo für „Supplymom“, ein innovatives Pflegehemd für Frauen nach einer Geburt per Kaiserschnitt. Fast ein Drittel der Kinder in Deutschland kommen per Kaiserschnitt auf die Welt. Bisher müssen die jungen Mütter während der Nachversorgung ein klassisches Flügel- oder Patientenhemd tragen – vorne geschlossen und hinten offen. Dieses Hemd muss zum Stillen umständlich hochgezogen werden und macht diesen Vorgang für Mutter und Baby äußerst unkomfortabel. Supplymom verfügt über einen besonderen Schnitt und verdeckte Schlitze an der Vorderseite, dank denen die Mutter ihr Baby bequem stillen kann. Dabei bleibt die weibliche Brust vor Blicken geschützt und die Intimsphäre gewahrt. Der medizinisch-pflegerische Zugriff auf der Rückseite wird nicht beeinträchtigt.

Sonderpreis „Green“ (1.000 Euro, gestiftet von der r2p GmbH)

Der Sonderpreis in der Kategorie „GREEN“ ging an Dr. Biniam Samuel, Leonie Hock und Tobias Möckel für „Aquacubes“, ein innovatives, kompaktes und vollautomatisiertes Modul zur sicheren, einfachen und ökologischen Fischzucht bei geringem Platzbedarf. In Modulen von 1 oder 2,5 m3 können Privatpersonen oder gewerbliche Anbieter in Eigenregie edle Speisefische züchten. Nachdem die in Öko-Qualität vorgezüchteten Fische in das Modul eingesetzt worden sind, regelt eine intelligente Steuerung sämtliche Parameter selbstständig. Dabei wird der Wasserverbrauch durch eine einzigartige rezirkulierende Filtertechnik drastisch reduziert, die für eine vollständige Wasseraufbereitung und beste Wasserqualität sorgt. Der aktuelle Zustand des Systems und der Fische kann über eine entsprechende Software-Applikation jederzeit online abgerufen werden.

Sonderpreis „IP“ (Schutzrechtsberatung im Wert von 1.000 Euro, gestiftet von der PVA SH GmbH)

Der Sonderpreis in der Kategorie „IP“ geht an Karim Salama, Student der TU Berlin, und Oliver Willuweit, Student der FH Kiel, für die Entwicklung von „Modular Rapid Tooling“, eines neuartigen Verfahrens zur Fertigung dreidimensional-komplexer faserverstärkter Kunststoff-Formteile. Bisher werden solche Werkstücke in individueller Ausprägung und geringen Stückzahlen in aufwändiger Handarbeit hergestellt. Durch die Kombination unterschiedlicher steuerungstechnisch gestützter Fertigungsverfahren und spezieller Werkstoffe ist es Karim Salama und Oliver Willuweit gelungen, sowohl Herstellungszeiten als auch Fertigungsaufwände deutlich zu reduzieren. Das Verfahren macht strukturellen Leichtbau auch in mittleren Stückzahlen bezahlbar und ist unter anderem für ergonomische und orthopädietechnische Anwendungen interessant.

Sonderpreis „IT“ (1.000 Euro, gestiftet von der assono GmbH)

Der Sonderpreis in der Kategorie „IT“ geht an Psychotherapeutin in Ausbildung Johanna Marciniak und Softwareentwickler Malte Hecht für die Entwicklung von „Siggi“, einer Lernapp für die Ausbildung psychologischer Psychotherapeuten. Nach einem Studium der Psychologie müssen Berufsanfänger in diesem Bereich eine mehrjährige berufsbegleitende Ausbildung mit einer schriftlichen mündlichen Prüfung abschließen. In der App leitet Sigmund Freud als Siggi durch den Themendschungel, organisiert und strukturiert die Prüfungsvorbereitung, bereitet die originalen Prüfungsfragen übersichtlich auf und dokumentiert den Lernerfolg. Mittelfristig soll Siggi zu einem Weiterbildungsportal und zu einem Nachschlagewerk für bereits approbierte Psychotherapeuten weiterentwickelt werden.

Sonderpreis „LIFE“ (1.000 Euro, gestiftet von der Planton GmbH, BioAnalytik)

Der Sonderpreis in der Kategorie „LIFE“ geht an Thomas Brandt für seine flexiblen Tauchantriebssysteme für Menschen mit Behinderungen. Der ehemalige Konstrukteur (und leidenschaftlicher Taucher) von Unterwasser- und Tiefseemesstechnik für das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel hat ein kabelgeführtes Antriebssystem entwickelt, das Taucher mit Behinderungen selbst steuern und sich so im Wasser selbstständig bewegen können. Das System ist für Salz- und Süßwasser konstruiert und somit weltweit einsetzbar. Durch seine modulare Gestaltung kann es individuell an Art und Schweregrad der jeweiligen Behinderung angepasst werden und ist auch für Tauchanfänger und für den Einsatz auf Tauchbasen im Rahmen der Tauchausbildung geeignet.

 

Verbände und IHK’en erleichtert über Bürokratie-Abbau bei Vergabe öffentlicher Aufträge


PK
Buchholz während der PK mit Julia Körner von der IHK zu Kiel.     Fotos: Henry

Durch das geplante neue Vergabegesetz für Schleswig-Holstein (VGSH) werden sich nach Einschätzung von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sowie zahlreichen Verbands- und Kammervertretern im Land wieder deutlich mehr Betriebe um öffentliche Aufträge bewerben als in der Vergangenheit. Wie der Minister heute auf dem 10. Vergaberechtstag der IHK Schleswig-Holstein in Kiel sagte, habe ihn die tags zuvor erfolgte Anhörung der Gesetzesnovelle einmal mehr in der Zuversicht bestärkt, dass das VGSH zu einer erheblichen Entbürokratisierung und Entlastung kleinerer Betriebe – insbesondere von Handwerksbetrieben – sowie der Vergabestellen führen werde.

„Das neue Gesetz macht Auftragsvergaben schlanker und rechtssicherer. Es hat dabei gerade einmal sechs Paragraphen, die sich auf das Nötigste beschränken und im Übrigen auf die Vergabeordnungen, nämlich die bundesweit bekannten VOB und die Unterschwellenvergabeordnung verweisen, die für sich genommen bereits umfangreich genug sind“, sagte Buchholz vor den rund 300 Gästen der IHK. Er sei darum sicher, dass die Jamaika-Regierungskoalition ihrem Ziel, das mittelstandsfreundlichste Bundesland zu werden, ein gutes Stück näher kommen wird.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“

Als Beispiel für eine große Erleichterung nannte Buchholz die verbindliche Vorgabe für Vergabestellen, dass Bieter im ersten Schritt nur Eigenerklärungen abgeben müssen. Die aufwändigeren Nachweise und Bescheinigungen würden künftig nur noch von dem Unternehmen verlangt, das den Zuschlag erhalten soll. „Das erhöht sicherlich die Bereitschaft, sich an solchen Vergaben zu beteiligen.“

Nach den Worten der ersten Vorsitzenden der Auftragsberatungsstelle Schleswig-Holstein e.V., Dr. Julia Körner, habe die Landesregierung „einen Entwurf für ein wirklich mittelstandsfreundliches Vergabegesetz vorgelegt“. Dazu trage auch maßgeblich der Verzicht auf den Zwang bei, ständig Nachhaltigkeitskriterien zu verwenden. „Wir verbinden daher mit diesem Gesetzentwurf die Hoffnung, dass sich wieder mehr Unternehmen an Ausschreibungen der öffentlichen Hand beteiligen,“ so Körner.

Hier der Live-Mitschnitt des Pressegesprächs

Das neue VGSH soll 2019 das umstrittene Tariftreue- und Vergabegesetz (TTG) für Schleswig-Holstein ablösen. Nach der gestrigen Anhörung von Verbänden und anderen Institutionen wird sich der schleswig-holsteinische Landtag auf einer seiner nächsten Sitzungen in zweiter Lesung mit dem Vergabegesetz beschäftigen. Bei Zustimmung wäre dann der Weg frei, die in der Gesetzesnovelle enthaltene Unterschwellenvergabever­ordnung (UVgO) in Schleswig-Holstein einzuführen. Gegenüber der bereits 2017 für Bundesbehörden geltenden UVgO wird es in Schleswig-Holstein nur geringfügige landesspezifische Abweichungen geben.

Buchholz: „Damit könnten vielleicht schon ab März nächsten Jahres die Spielregeln im öffentlichen Liefer- und Dienstleistungsmarkt bis zu Auftragsvergaben von unter 221.000 Euro, im Baubereich von unter 5,5 Millionen Euro, zumindest im norddeutschen Umfeld wieder einheitlich sein.“

Hintergrund: Hamburg und Bremen haben die Unterschwellenvergabeordnung bereits eingeführt, in Mecklenburg-Vorpommern tritt sie zum 1. Januar 2019 in Kraft.

Publikum
Bis auf den letzten Platz belegt: Der 10. Vergaberechtstag der IHK Schleswig-Holstein lockte über 300 Interessierte an – vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Vergabestellen