Sieger und Begleiter des letztjährigen Start-Up-Summer-Camp in Kiel
Manche Erfolgsgeschichten schreien nach einer Wiederholungstat: Das vom Land ins Leben gerufene erste StartUp-Camp vor einem Jahr war eine solche Erfolgsgeschichte – und soll in diesem Jahr neu aufgelegt werden. Gastgeber ist vom 24. bis zum 28. September das Medizin-Technik-Unternehmen Dräger. Ab sofort können sich angehende Unternehmerinnen und Unternehmer bewerben. Nämlich hier: https://startupcamp.sh/
Kleine Rückblende: Im vergangenen Jahr heimsten die Schleswiger „Protonauten“ des Gründers Jonas Stamm mit ihrer Firma LOHNEO das Preisgeld von 7000 Euro Preisgeld ein. Ausgezeichnet wurden sie für die Entwicklung einer Cloud-Lösung für Bauunternehmen zur Vorplanung, Zeiterfassung, Abrechnung und Verwaltung von Mitarbeitern sowie Bauvorhaben. Inzwischen heißt das StartUp Molteo und ist um sechs Mitarbeiter gewachsen. „Viele unserer Meilensteine sind durch die wichtigen Kontakte möglich geworden, die wir während des Sommercamps knüpfen konnten“, sagt Stamm.
Auch die zweiten Sieger, Felix Brombacher und Janosch Maier von der Münchner „Crahstest-Security“ befinden sich auf der Erfolgsspur: Seit Gründung ihres StartUp im Februar 2017 haben sie bereits über 180 Nutzer von ihren Sicherheitstests überzeugt und eine Seed-Finanzierung in mittlerer sechsstelliger Höhe abgeschlossen. Aktuell stehen sie im Finale für den CEBIT Innovation Award.
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz sagt: „Man sieht – eine Bewerbung lohnt sich. Denn der Hauptgewinn der Teilnahme muss gar nicht das Preisgeld sein, sondern er besteht vor allem in dem einwöchigen Camp, in dem die jungen Teilnehmer von Profis begleitet und gecoacht werden.“
Das landesweit auf einen Notendurchschnitt von 3,9 abgesackte Leistungsniveau bei den diesjährigen Abschlussprüfungen in Mathematik ist aus Sicht von Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz besorgniserregend. «Wenn wir unseren Fachkräftemangel in nahezu allen Bereichen der Wirtschaft wirklich in den Griff bekommen wollen, dann müssen wir hier dringend besser werden», sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. «Vor allem muss es allen Verantwortlichen besser gelingen, Mathematik unterhaltsamer und damit attraktiver zu machen.» Es könne auch nicht sein, dass schon teilweise in der Grundschule fachfremde Aushilfslehrer eingesetzt würden, um den Matheunterricht überhaupt aufrechtzuerhalten.
Forderungen der SPD im Landtag, die Zensuren nach der Abschluss-Schlappe schlichtweg um eine halbe Note heraufzusetzen, erteilte Buchholz eine klare Absage. «Das wäre ja so, als würden unsere Straßenbauer Schotterwege einfach schwarz anstreichen statt sie zu asphaltieren.» Ein Mindestmaß an mathematischem Handwerkszeug sei für den größten Teil der Ausbildungsberufe die wichtigste Eintrittskarte, sagte Buchholz. «Das gilt auch für viele Jobs, bei denen man einen Zusammenhang zur Mathematik auf den ersten Blick vielleicht nicht ausmachen würde, etwa bei vielen handwerklichen Berufen.»
Er sei sich mit Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einig, dass der Unterricht sowohl in Mathematik als auch in den Naturwissenschaften insgesamt gestärkt und das Anspruchsniveau der Prüfungen wieder erhöht werden müssten. Aus Sicht der Wirtschaft müsse die Zahl geeigneter Bewerber für Ausbildungsplätze steigen. «Und wir brauchen jeden Einzelnen, um das Land zukunftssicher zu machen.» Schulen müssten dringend in die Lage versetzt werden, die mathematischen Fähigkeiten der Schüler angemessen zu unterstützen, aber auch Leistung zu fordern.
Nach den Worten des Ministers werden motivierende Konzepte mit Berufs- und Praxisbezug benötigt. «Aber auch die Idee, das Interesse für die sogenannten MINT-Fächer, also Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften und Technik, bereits in Kita und Grundschule zu fördern, ist genau der richtige Weg.» Zu Zweifeln unter Schülern am Sinn guter Mathe-Kenntnisse sagte Buchholz: «Allein der Umgang mit dem eigenen Geld sollte deutlich machen, dass man mit Mathe besser durchs Leben kommt».
Die Verkehrsplanung im Norden hat neue Fahrt aufgenommen. Rund anderthalb Jahre nach den ersten Ausschreibungen hat der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr die avisierten 30 zusätzlichen Stellen besetzt. «Viele hatten nicht geglaubt, dass wir 30 neue Mitarbeiter für uns gewinnen könnten», sagte Landesbetriebsdirektor Torsten Conradt der Deutschen Presse-Agentur. «Doch wir haben uns Mühe gegeben und eine ganze Menge versucht.»
Die neuen Mitarbeiter seien vor allem Straßenbau- und Vermessungsingenieure sowie Geografen. Rund ein Drittel seien Frauen. «Zum 1. Januar hat es allerdings eine organisatorische Änderung gegeben, so dass sechs der neuen Mitarbeiter in die ausgegliederte Planfeststellungsbehörde gewandert sind und nicht mehr direkt im Landesbetrieb angestellt sind», sagte Conradt. Doch auch im Wirtschaftsministerium, an das die Planfeststellungsbehörde nun direkt gebunden ist, wolle man laut Verkehrsminister Bernd Buchholz beim Personal weiter aufbauen.
Das Anwerben von qualifiziertem Fachpersonal bleibe jedoch weiterhin schwierig. «Wir können keinen Dienstwagen anbieten und liegen einen Tick unter dem Gehaltsniveau in der freien Wirtschaft, doch wir haben andere positive Aspekte, die für uns sprechen», sagte Conradt. Die Mitarbeiter arbeiteten ortsnah, müssten also nicht wie bei europaweit tätigen Ingenieurbüros oder Baufirmen ständig unterwegs sein. Zudem gebe es gerade für Frauen umfangreiche Teilzeit- und Homeoffice-Angebote. «Diese Form der Work-Life-Balance suchen viele Bewerber», sagte Conradt.
Nachwuchs verspreche er sich künftig auch vom neuen Ingenieurstudiengang der Fachhochschule Kiel. Der Landesbetrieb habe für das kommende Wintersemester neun junge Menschen für ein industriebegleitendes Studium gewonnen. Sie werden parallel zu ihrem Job in der Landesbehörde den neuen Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen an der FH absolvieren.
Nach Angaben einer Sprecherin hat die FH Kiel für den neuen Studiengang Bauingenieurwesen vier Professuren ausgeschrieben, drei Auswahlverfahren seien mittlerweile abgeschlossen, eins laufe noch. Für die Studienplätze seien bisher 30 Bewerbungen eingegangen – 40 Plätze gibt es. Bewerbungsschluss ist der 15. Juli.
Nach einem Treffen mit DB-Vorstand Volker Hentschel und Bundes-Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann in Berlin ist Verkehrsminister Bernd Buchholz vorsichtig optimistisch, dass sich auf der Bahnstrecke nach Sylt schon bald Qualitätsverbesserungen einstellen könnten.
Wie der Minister am Abend in Berlin erklärte, habe die Deutsche Bahn in dem Gespräch zugesichert, den Personaleinsatz auf der Marschbahn zu verstärken und dauerhafte Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen. „Damit kann zumindest die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, dass wir nicht ähnlich katastrophale Zustände auf der Strecke haben, wie zuletzt in der Pfingstwoche“, sagte Buchholz. Vor allem sei inakzeptabel, dass durch die Erkrankung eines einzigen Lokführers der gesamte Fahrplan ins Rutschen gerate.
Buchholz sagte weiter
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Hoffnung setzt Buchholz auch auf die Zusage von Staatssekretär Ferlemann, dass der Bund prüfen werde, ob der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll per Gesetzesverfahren über einen Bundestagsbeschluss vorgezogen werden könne. „Wir haben hier im Bundesvergleich geradezu eine Notstands-Situation, denn es gibt zur Bahn-Verbindung nach Sylt keine wirkliche Alternative für Einheimische, Berufspendler und Gäste“, so Buchholz.
Bislang ist der Ausbau des Engpasses vor dem Hindenburgdamm nur im so genannten pozenziellen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans enthalten – und rangiert im Ranking der wichtigen Ausbauprojekte des Bundes somit weit unten. „Zwar braucht auch ein solches Sonder-Verfahren einen langen Atem, wäre aber immer noch deutlich schneller als ein übliches Planfeststellungsverfahren“, sagte der Minister.
Skeptisch zeigte sich Buchholz hinsichtlich des Vorschlags von DB-Regio, auch Doppelstockwagen auf der Strecke einzusetzen. So seien nach Auskunft von DB-Regio-Chef Torsten Reh derzeit nur über 25 Jahre alte Doppelstockwagen ohne Klimaanlage verfügbar. Aufgrund ihres hohen Gewichts wären die Züge zudem nur mit maximal vier Wagen zu bestücken. „Wir bekämen also minimal mehr Kapazität, möglicherweise aber mehr Probleme“, fürchtet Buchholz. Klar sei für ihn aber auch: Wir probieren alles aus, was auch nur im Geringsten helfen könnte, die Lage zu verbessern.“ Deshalb sei gegen einen Testlauf der Doppelstock-Wagen ab Mitte Juli nichts einwenden, wenn DB-Regio zuvor ein entsprechendes Konzept vorgelegt habe.
An dem Treffen nahmen neben Ferlemann, DB-Produktionsvorstand Hentschel und DB-Regio-Chef Torsten Reh auch die DB-Konzernbevollmächtigte für Schleswig-Holstein und Hamburg, Manuela Herbort, DB-Netz-Vertriebsleiter Michael Körber sowie Nordfrieslands Kreispräsident Heinz Maurus , Staatssekretär Ingbert Liebing und die nordfriesische CDU-Bundestagsabgeordnete Astrid Dammerow teil.
Auch wenn auf der Marschbahn bei Weitem noch nicht alles rund läuft – seit heute früh sind zumindest 13 von 14 so genannten Langsam-Fahrstellen auf der Strecke zwischen Niebüll und Westerland behoben. Das bestätigte die DB in Hamburg. Dadurch brauchen die Züge – bis auf einen Engpass in St. Michaelisdonn – nicht länger ihre Geschwindigkeit drosseln. Der Engpass bei St. Michaelisdonn konnte nach Angaben der DB wegen einer defekten Fräßmaschine noch nicht in Angriff genommen werden. Das soll heute Nacht aber nachgeholt werden.
Verkehrsminister Bernd Buchholz sagte dazu (Audio starten – „im Browser anhören“)
Unterdessen gab de Verkehrsverbund NAH.SH heute bekannt, dass die Marschbahn-Pendler für die Verspätungen und Ausfälle auf der Teilstrecke zwischen Itzehoe und Westerland (Linien RE 6 und RB 62) in den Monaten März und April weitere Sonderentschädigungen erhalten. Für die Abwicklung der Entschädigung wird das Online-Portal von DB Regio erneut geöffnet. Vom 18. Juni bis zum 31. Juli haben Abokunden Zeit, ihren Antrag zu stellen. Das Land Schleswig-Holstein und NAH.SH entschädigen Marschbahnpendler damit ein weiteres Mal über die NAH.SH-Garantie hinaus. DB Regio kümmert sich um die Abwicklung der Zahlungen.
Wer bekommt die Entschädigung?
Die Entschädigung für Abokunden erfolgt – wie die Entschädigung für den Monat Februar – pauschal und unabhängig vom Fahrkartenwert. Sie gilt für Fahrgäste, die regelmäßig ganz oder teilweise auf dem Streckenabschnitt zwischen Itzehoe und Westerland unterwegs sind. Pendler mit Fahrkarten der 2. Klasse erhalten für beide Monate je 50 Euro, Pendler mit Fahrkarten der 1. Klasse für beide Monate je 75 Euro. Der Betrag wird nur einmal je Monat je Person und je Fahrkarte ausgezahlt. Das Portal wurde so erweitert, dass in einem Vorgang die Entschädigungen für beide Monate beantragbar sind. Die Details zur Abwicklung der von Verkehrsminister Buchholz am Dienstag verkündeten höheren Entschädigung für den Monat Mai werden noch abgestimmt.
Grundlage ist eine Monatskarte im Abonnement. Dazu zählen auch Fernverkehrsabonnements für den Ab-schnitt Itzehoe – Westerland und die entsprechenden Schülerkarten. Schwerbehinderte mit einer Wertmarke erhalten ebenfalls eine Entschädigung, wenn sie einen Nachweis erbringen, dass sie auf den entsprechenden Abschnitten unterwegs sind – das kann zum Beispiel die Bestätigung eines Arbeitgebers oder Bildungs-trägers sein. Monatskartenbesitzer ohne Abo, die fünf Monatskarten seit November 2017 vorlegen können, werden ebenfalls berücksichtigt. Es handelt sich bei der Sonderentschädigung um eine freiwillige Leistung des Landes und der NAH.SH GmbH. Fahrgäste, die von der Entschädigung ausgenommen sind, können wie gewohnt die NAH.SH-Garantie oder die gesetzlichen Fahrgastrechte in Anspruch nehmen.
Wie erhalten Fahrgäste die Entschädigung?
DB Regio kümmert sich um die Abwicklung der Entschädigung per Überweisung. Die Antragsteller übermit-teln ihre Kontakt- und Bankdaten sowie einen Scan ihrer Fahrkarte über das Online-Portal an DB Regio. Die Bearbeitung der Entschädigungsansprüche kann bis zu 30 Tage in Anspruch nehmen. Das Beantragen ist ausschließlich über das Online-Portal möglich, das über diesen Link erreichbar ist: bahn.de/netz-west
Von rechts: Vereinsvorsitzender Ulrik Oritz Rasmussen, Mandy Hörl (WTSH), Minister Buchholz, Vize-Chef Alexander Eck, Annelie Tallig (WTSH), Matthias Damerow (Commercial Officer) und Claas Nieraad (Screening Officer) sowie Gründungsmitglied Achim Fölster
Schub für Schleswig-Holsteins Start-up-Szene: Erstmals bündeln erfahrene Unternehmerinnen und Unternehmer des echten Nordens Wissen und finanzielle Kräfte, um jungen Gründern auf die Sprünge zu helfen. In Anwesenheit von Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz schlug heute in Kiel die Geburtsstunde des landesweit tätigen Vereins „Baltic Business Angels Schleswig-Holstein“.
Nach den Worten von Buchholz hat Schleswig-Holstein in diesem Bereich Nachholbedarf: „Wir haben auf der einen Seite viele erfahrene und alteingesessene Firmenchefs, auf der anderen Seite viele junge Menschen mit viel kreativer Energie und vielen guten Geschäftsideen. Aber ein echter Brückenschlag fehlte bislang – dafür haben wir heute in Ergänzung des bestehenden Angebots für Gründerinnen und Gründer den ersten Schritt getan.“
Buchholz – der selbst Vorstandsmitglied des Vereins ist – sagte bei der Gründung weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
Wie der Minister weiter sagte, kommen Start-ups außerhalb von Metropolen wie Berlin oder Hamburg häufig schwer an Risikokapital. „Darum bin ich äußerst dankbar, dass nun finanzstarke Investoren die Eigeninitiative ergreifen und den Firmeninhabern von Morgen beim Start in die Selbständigkeit unter die Arme greifen wollen“, sagte Buchholz. Die Szene der „Business Angels“ sei besonders im Norden, aber auch in Deutschland insgesamt im Gegensatz zu anderen Ländern eher schwach ausgeprägt. Darum werde das neue Unterstützer-Netzwerk seitens des Landes auch über die WTSH (Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH) im Rahmen des Projekts „Innovationsorientiertes Netzwerk Start-up Schleswig-Holstein“ unterstützt.
Club-Vize Alexander Eck (rechts) mit Minister Buchholz bei der Vorstellung des Vereins
Erster Vorsitzender der Baltic Business Angels ist Ulrik Ortiz Rasmussen, Gründer und Geschäftsführer der Flensburger r2p GmbH. Weitere Vorstandsmitglieder sind Alexander Eck (Alexander Eck Beteiligungen GmbH), Claas Nieraad (New Commercial Room GmbH) und Matthias Damerow (Viakom GmbH). „Schleswig-Holstein ist ein hervorragendes Bundesland für Gründungen“, so Rasmussen. „Mit unserer Initiative wollen wir die guten Voraussetzungen nutzen und Unternehmertum, Unternehmergeist und Gründungskultur im echten Norden weiter stärken.“
Anspruch des Vereins ist nach den Worten von Rasmussen, die Lücke zwischen Start-ups und Business Angels zu schließen mit dem Ziel, Schleswig-Holstein auf der Gründerkarte in Deutschland fest zu etablieren. „Wir brauchen uns in Schleswig-Holstein nicht zu verstecken, viele Zukunftsbranchen, wie zum Beispiel Maritime Wirtschaft, IT, Tourismus, Ernährungswirtschaft, GreenTech, um einige wenige zu benennen.“ Wir bieten den Gründern/innen Unterstützung und ein partnerschaftliches Miteinander auf der Reise das Unternehmen zu etablieren oder das anstehende Wachstum zu bewältigen.
Dazu will der Verein unter anderem einen wachsenden Pool von Investoren aufbauen, (inter)nationale Kooperationen mit anderen Netzwerken anbahnen und innovative Unternehmen in der Region halten, stärken und ansiedeln. Darüber hinaus stehen die Baltic Business Angels Politik, Verbänden, Hochschulen und Institutionen als kompetenter Ansprechpartner rund um Fragen der Unternehmensgründung zur Verfügung.
„Business Angels stehen häufig am Anfang der Finanzierungskette, denn dort ist der Zugang zu Kapital essentiell und der Engpass an Know-how am größten, weiß Dr. Annelie Tallig aus ihrer Erfahrung als Teamleiterin der Start-up – Förderung & Finanzierung bei der WTSH. Darüber hinaus ist der Kontakt zu erfahrenen Unternehmerinnen und Unternehmern mit größtenteils eigener Gründungserfahrung für den Erfolg eines Start-ups immens wichtig.“ Die WTSH wird die Aktivitäten des Vereins auch in Zukunft als Partner intensiv begleiten.
Ein Gründungs-Erfolgsbeispiel aus Kiel: Florian Scheske (links) und Max Kühl gründeten vor zwei Jahren in Kiel ihre eigene Brauerei – unter anderem mit „Kieler-Woche-Bier“
Buchholz mit Prof. Faupel bei der Übergabe des Bescheids
Sie beschäftigen sich mit Materialien, die 50.000 Mal kleiner sind als der Durchmesser eines menschlichen Haares. Und sie bringen dennoch Großes damit hervor. Ohne Nanotechnologen und -technologien gäbe es weder lebensrettende Gefäßstützen (Stents) in der Medizintechnik noch umweltfreundliche Beschichtungen für Schiffsrümpfe oder zuverlässige Energiespeicher.
Damit diese Schlüsseltechnologien in Schleswig-Holstein weiter wachsen und ihre Experten von Wissensträgern anderer Schlüsseltechnologien lernen können, fördert das Land den Aufbau eines „Innovativen Netzwerks Nanotechnologie“. Wirtschafts- und Technologieminister Dr. Bernd Buchholz übergab dazu heute in Kiel an den Vorstandsvorsitzenden des Vereins „Norddeutsche Initiative Nanotechnologie“ (NINa), Prof. Dr. Franz Faupel, einen Förderbescheid über 515.000 Euro. Das Geld stammt aus dem Landesprogramm Wirtschaft.
Faupel, Professor für Materialverbunde an der Kieler Christian-Albrecht-Universität (CAU), zeigte sich erfreut über die Unterstützung des insgesamt rund 700.000 Euro teuren Projekts: „Wir sind dankbar für diese Hilfe. Die Nanotechnologie ist als Querschnittstechnologie auch für Schleswig-Holstein von enormer Bedeutung. Wir haben jetzt die Möglichkeit, den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft weiter voranzutreiben und unser Nanotechnologienetzwerk bis in den gesamten Ostseeraum auszubauen. Dies geschieht zur Stärkung der Innovationskraft bereits bestehender heimischer Unternehmen und bietet gleichzeitig Potenzial für neue Gründungen in Schleswig-Holstein.“
Auch Buchholz erinnerte an das breite Anwendungspotenzial der Nanotechnologie: „Ob in unserer maritimen Wirtschaft, den Lebenswissenschaften, auf dem Feld der erneuerbaren Energien oder in der Ernährungswirtschaft: Hier steckt großes Potenzial für Innovationen und damit für die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze im Land.“ Auch die Wissenschaftslandschaft sei in diesem Bereich gut aufgestellt, sagte Buchholz mit Blick auf das Fraunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe sowie eine wachsende Anzahl von Unternehmen im neu gegründeten Verein „Norddeutsche Initiative Nanotechnologie Schleswig Holstein e.V.“. Besonders erfreut zeigte sich der Minister über zwei gelungene Ausgründungen aus der CAU, die Acquandas GmbH und Phi-Stone AG. „Davon brauchen wir mehr“, so Buchholz.
Die Kieler Acquandas GmbH hat sich auf die Entwicklung einer neuen Generation von metallischen Bauteilen spezialisiert, die sowohl in der Gesundheitsbranche als auch in der Automobil- oder Unterhaltungselektronik-Industrie Anwendung finden.
Die ebenfalls in Kiel ansässige Phi-Stone AG beschäftigt sich unter anderem mit der Weiterentwicklung so genannter funktionaler Polymer-Komposit Werkstoffe, etwa als Schichtsystem für maritime Anwendungen, sowie mit der Entwicklung spezieller Verbindungstechniken für bestimmte Legierungen, etwa auf der Basis von Aluminium und Titan. Für dieses Jahr peilt die Phi-Stone AG die Inbetriebnahme einer Wirkstoffherstellung tetrapodalen Zinkoxids für die medizinische Anwendung an.
Von links: Dr. Jens Urny (Vorstandsmitglied NINa e.V.), Prof. Dr. Reinhard Koch (Dekan Technische Fakultät), Dr. Rainer Döhl-Oelze (2. Vorsitzender NINa e.V.), Prof. Dr. Franz Faupel (1. Vorsitzender NINa SH e.V.), Dr. Bernd Buchholz (Wirtschaftsminister), Dr. Christian Ohrt (Geschäftsführer NINa e.V.)
Das seit Wochen anhaltende sommerliche Wetter beschert den Gaststätten mit Außenterrassen in Schleswig-Holstein kräftige Umsatzzuwächse. Er schätze dort die Steigerungen im Vergleich zu den vergangenen fünf, sechs Jahren auf 20 bis 40 Prozent, sagte der Vorsitzende der Fachgruppe für Gastronomie beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Lutz Frank.
«Die Terrassen sind mittags und abends gut besucht», sagte Frank. An so eine lange Schönwetterphase zu dieser Jahreszeit könne er sich nicht erinnern. «Bei diesem Wetter sind die Leute gut gelaunt und bestellen dann auch mal ein Glas mehr als sonst oder auch einen Eisbecher, den sie sonst vielleicht nicht genommen hätten.»
Von einigen Kollegen hörte Frank auch schon von Lieferengpässen bei Mineralwasser und Fassbier. Diese Gastronomen hätten von der jeweiligen Stamm-Marke auf andere Produkte wechseln müssen. Der Durst der Gäste ist bei der Wärme deutlich größer als sonst: So hat in Franks Restaurant eine Hochzeitsgesellschaft ein Drittel mehr Wasser getrunken als sonst üblich. Der Andrang auf die Terrassen halte weiter an. «Wir haben Tischbestellungen ohne Ende», sagte Frank.
Personell seien viele Betriebe dafür gut aufgestellt. Einige suchten aber auch noch Mitarbeiter.
Kabinettsrunde mit Ministerpräsident Günther und Carl-Christian Buhr zum Thema Breitbandausbau und Digitalisierung
Bei einem Treffen mit Carl-Christian Buhr, dem Vize-Kabinettschef der für Digitale Wirtschaft zuständigen EU-Kommissarin Mariya Gabriel, hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz eine neue Förderpraxis für den Glasfaserausbau gefordert:
Buchholz/Buhr
„Wenn wir verhindern wollen, dass Städte wie Kiel, Lübeck oder Flensburg in Zukunft die weißen Flecken auf der Glasfaser-Landkarte werden, dann müssen wir den Förderrahmen anheben“, sagte Buchholz heute bei der auswärtigen Sitzung des Landeskabinetts in Brüssel
Nach dem Treffen mit Buhr sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)
Hintergrund: Derzeit ist es aufgrund der Beihilfebestimmungen der Europäischen Union nicht möglich, in Gebieten, in denen bereits mehr als 30 Mbit/s im Download verfügbar sind, Breitbandprojekte zu fördern. „Aber schon heute ist diese Bandbreite kaum noch zukunftsfähig. Darum sollte die EU uns in die Lage versetzen, überall dort zu fördern, wo wir durch überschaubare Zusatz-Investitionen Gigabit-Geschwindigkeiten erreichen können“, so Buchholz. Dabei werde stets geprüft, ob möglicherweise ein privates Unternehmen den Ausbau übernehmen könne – was stets Vorrang bekäme.
Zu diesem Thema wird Buchholz in einer Woche auch Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium führen.
Angesichts von weiteren ungeplanten Zugausfällen auf der Marschbahn zwischen Itzehoe und Westerland sowie erneut verschlechterter Pünktlichkeitswerte hat Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz den Sonder-Malus gegenüber der DB Regio für den Monat Mai um 150.000 auf 500.000 Euro erhöht. „Ich habe leider kein anderes Mittel, um gegenüber der Deutschen Bahn Druck aufzubauen, damit das Unternehmen die Probleme auf dieser Strecke endlich – wie versprochen – in den Griff bekommt“, sagte Buchholz heute am Rande der Sitzung des Landeskabinetts in Brüssel. Das einbehaltene Geld soll – wie schon in den drei Monaten zuvor – wieder als Entschädigung an die Pendler ausgekehrt werden.
Wie der Minister weiter sagte, sei die Pünktlichkeitsquote im Netz-West im Mai auf 63,9 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Jahresbeginn abgesunken. Die Zahl der ungeplanten Zugausfälle habe sich gegenüber den Vormonaten nahezu verdreifacht und lag im Mai bei 6,5 Prozent aller vertraglich festgelegten Zugkilometer. Buchholz erinnerte daran, dass der Vertrag mit der DB Regio im Jahresdurchschnitt eine Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent und eine Ausfall-Quote bei den so genannten Zug-Kilometern von maximal einem Prozent erlaubt.
Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhoeren“)
Für die schlechten Pünktlichkeitswerte behält das Land – wie in den Vormonaten – erneut 250.000 Euro ein, der bisherige Einbehalt von 100.000 Euro für die ungeplanten Zugausfälle wird für Mai hingegen um 150.000 Euro auf 250.000 Euro erhöht. Entsprechend sollen auch die Entschädigungen für die Pendler ab Mai angepasst werden.
„Ich würde im Tausch für einen reibungslosen Verkehr gern auf diesen Schritt verzichten, aber als Verkehrsminister habe ich kein anderes Instrument zur Hand, um die DB zur Einhaltung ihrer vertraglich zugesicherten Leistungen zu drängen“, sagte Buchholz.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus